Cyril Meir Scott


Cyril Meir Scott

Cyril Meir Scott (* 27. September 1879 in Oxton (Merseyside) bei Liverpool; † 31. Dezember 1970 in Eastbourne, Sussex) war ein englischer Komponist, Pianist und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Cyril Scott war das dritte Kind von Henry Scott und Mary, geb. Griffiths. Der Vater war Geschäftsmann und Liebhaber griechischer Kultur, die Mutter Amateurpianistin. Cyril bekam frühzeitig Klavierunterricht, und der Besuch eines Konzertes von Paderewski im nahen Liverpool gab für ihn den Ausschlag, Musiker zu werden. Bereits als Zwölfjähriger reiste er 1891 (begleitet von einem englischen Hauslehrer) nach Deutschland und studierte am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt Klavier bei Lazzaro Uzielli (einem Schüler Clara Schumanns) sowie Theorie bei Engelbert Humperdinck. 1893 kam er wieder nach Liverpool, um seine allgemeine Schulausbildung fortzusetzen, hatte jedoch weiterhin Klavierunterricht.

Der 16-jährige Scott ging erneut nach Frankfurt und studierte dort drei Jahre Komposition bei Iwan Knorr. Hier kam er u.a. mit Roger Quilter, Percy Grainger und Balfour Gardiner in Kontakt (die mit ihm zur sogenannten Frankfurt Group zählten). 1898 kehrte Scott erneut nach Liverpool zurück, konzertierte als Pianist und gab Klavierunterricht. Außerdem begann er, sich einen Namen als Komponist zu machen. Seine 1. Sinfonie wurde 1900 in Darmstadt uraufgeführt, Hans Richter dirigierte 1901 seine Heroic Suite in Manchester und Fritz Kreisler übernahm 1902 den Violinpart bei der Londoner Aufführung seines Klavierquartetts g-moll.

Anlässlich einer Reise nach Paris 1903/04 lernte Scott auch Debussy und Ravel kennen; Debussy schrieb über ihn: „Cyril Scott ist einer der Ausnahmekünstler der gegenwärtigen Generation“. Zur weiteren Prominenz, mit der Scott Beziehungen pflegte, gehörten H. G. Wells, George Bernhard Shaw und Stefan George. Mit letzterem verband Scott eine enge Freundschaft; Scott sollte später auch Gedichte von George ins Englische übertragen. In London schloss sich Scott, u.a. unter dem Eindruck von Annie Besant, der theosophischen Bewegung an und trat mit Hellsehern und Okkultisten in Kontakt. 1909 nahm er sechs eigene Stücke für Welte-Mignon auf.

1913 reiste Scott auf Einladung von Alma Mahler nach Wien und konzertierte auch in Frankfurt und Köln. 1920 unternahm er eine Konzertreise in die USA und nach Kanada. 1921 heiratete Scott in erster Ehe Rose Allatini. Der Ehe entstammten 2 Kinder: Vivian Mary Scott (* 1923) und Desmond Cyril Scott (* 1926). Eine zweite Ehe schloss er später mit Marjorie Hartston.

Die Rezeption der Kompositionen Scotts beschränkte sich nach den anfänglichen Erfolgen zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach dem 1. Weltkrieg zunehmend auf seine Klaviermusik, während größerformatige Werke kaum zur Aufführung gelangten. 1962 spielte John Ogdon die 3. Klaviersonate in der Royal Academy of Music. 1969 erhielt der 90-jährige Scott ein Ehrendoktorat des Chicago Conservatory of Music, eine Auszeichnung, die ihm im eigenen Land versagt geblieben ist.

Musikalisches Werk

Scott komponierte etwa 400 Werke, darunter 4 Sinfonien, 3 Opern, 2 Klavierkonzerte, 4 Oratorien, Solokonzerte für Violine, Cello, Oboe und Cembalo, Ouvertüren, sinfonische Dichtungen sowie zahlreiche kammermusikalische Werke und Lieder.

Die Einschätzung der Musik von Scott schwankt zwischen der Apostrophierung zum „Englischen Grieg“, „Englischen Debussy“ und einem „Vater der britischen modernen Musik“ (Eugene Goossens). Ausgehend von der Romantik, wurde Scott nachhaltig durch den Impressionismus, v.a. durch Debussy beeinflusst, entwickelte jedoch eine persönliche, dem Wohlklang verpflichtete, klangmalerische und zuweilen „exotisierend“ wirkende Schreibweise. Weitere musikalische Quelle war für Scott die Melodik des englischen bzw. irischen Volksliedes.

Literarisches Werk

Cyril Scott ist auch literarisch hervorgetreten, sowohl als eigener Opernlibrettist, als Verfasser von Gedichten, wie auch als Autor von insgesamt 41 Büchern, die neben Musik (z.B. Music: Its Secret Influence Throughout the Ages, 1933) auch Themen aus der Philosophie, der Esoterik (z. B. Outline of Modern Occultism, 1953), alternativer Medizin sowie die eigene Biographie umfassen.

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