D-box


D-box
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Eine d-box 1 von Nokia
Eine d-box 2 von Nokia

Die d-box, welche den Beinamen Multimedia-Terminal trägt, ist ein Digitalreceiver der Kirch-Gruppe für den digitalen Fernsehprogrammanbieter DF1 (heute Premiere), der ab August 1996 für 890 DM (455 Euro) im Fachhandel angeboten wurde. Seit 2001 werden keine neuen Geräte mehr produziert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Entwicklung

Die d-box 1 war der erste DVB-fähige Receiver, der in sehr großen Mengen produziert und im deutschsprachigen Raum vermarktet wurde. Zunächst hatte der Bezahlfernsehanbieter DF1 die Firma Nokia mit der Entwicklung und Produktion beauftragt, später nutzten auch Premiere, die Deutsche Telekom und der ORF die d-box als technische Plattform für das eigene Programm. Nachdem Kirchs DF1 mit Premiere fusionierte, konnte der Decoder gegen eine Gebühr (in Verbindung mit einem Abonnement) gemietet werden. Nach der Fusion bekamen nun auch andere Hersteller wie Philips und Sagem Lizenzen, um eine Set-Top-Box mit dem Markennamen d-box zu produzieren. Dies beschränkte sich jedoch nur auf den Nachfolger, die d-box 2.

Seit 2001 werden keine neuen Geräte mehr produziert, im Handel befindliche Exemplare sind größtenteils Rückläufer ehemaliger Mietgeräte (auch als refurbished oder industrieüberholt bekannt), die zeitweise noch von Premiere oder diversen Fachhändlern recht günstig auch zum Teil mit Abonnements vermarktet werden. Im Vergleich zu anderen Set-Top-Boxen ist der Wertverfall bei d-boxen erstaunlich langsam, so dass beim Kauf von Privat-Gebrauchtgeräten oder auch in diversen Online-Auktionshäusern recht hohe Preise gezahlt werden. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Geräte (d-box 1 und 2) auch mit alternativen Betriebssystemen bestückbar sind, die die technischen Möglichkeiten der Geräte wesentlich besser ausnutzen können und dies für viele Nutzer ein Kaufargument darstellt. Die weitere Entwicklung ist bzw. war maßgebend von diesen alternativen Betriebssystemen gekennzeichnet. Das wird unter anderem daran deutlich, dass unzählige Webseiten und Foren entstanden sind, die sich zum Teil sogar nur auf diese Geräte spezialisiert haben. Insofern kann man schon von einem gewissen Kult reden.

Seit 2007 werden d-box-Geräte der Marke Sagem von einigen Kabelnetzbetreibern als Receiver wegen veralteter Technik nicht mehr akzeptiert.[1]

Technik

Die d-box gibt es für den Empfang von DVB-S oder von DVB-C.

Die d-box für Satellitenempfang wird wie jeder andere Satellitenempfänger mittels eines Universal-LNB für Digitalempfang an die Satellitenschüssel angeschlossen. Genau 70 Fernsehsender konnte die d-box 1 via Satellit anfangs finden, darunter alle 17 DF1-Programme sowie codierte skandinavische, niederländische und französische Kanäle. In Deutschland wurde allerdings ausschließlich DF1 als Abonnement angeboten.

Die Kabelversion der d-box ist in jedem für den digitalen Empfang (DVB-C) ausgebauten Kabelnetz einsetzbar.

Zur Steuerung der d-box wurde ein elektronischer Programmführer unter der Bezeichnung T.O.N.I. (Tele-Online-Navigations-Instrument) eingesetzt, welcher die Benutzung der relativ komplexen Technik erleichtern sollte.

Empfang von Bezahlfernsehen

Beide d-box-Generationen sind ursprünglich für den exklusiven Empfang des Programms von DF1 (dbox-1) und auch später für Premiere vorgesehen gewesen. Als Crypt-System wurde Betacrypt verwendet. Andere Verschlüsselungssysteme werden außer bei Einbau eines sogenannten Multicams nicht unterstützt. Auch werden für den jeweiligen Empfang (Kabel, Satellit) bestimmte Smartcard-Typen benötigt, die zusammen mit einem Abonnement an die Nutzer weitergegeben werden. Ein Austausch eines CI-Moduls ist nicht ohne größere technische Eingriffe möglich. Das 2003 eigens für Premiere entwickelte Verschlüsselungssystem Nagravision Aladin funktioniert mit einer Art Tunnelung der vorhandenen Betacrypt-Plattform. Auch hier sind mehrere Kartentypen notwendig. Das Ganze zieht auch ein gewisses Wirrwarr an Nutzungslizenzen mit sich, da auch weiterhin diverse Programmanbieter Betacrypt und diverse Kabelprovider das System nutzen. Pikant ist derzeit die Rechteverwertung verschiedener Programmanbieter. Ein populäres Beispiel ist die derzeitige Rechteverwertung der Bundesliga. Seitens arena, dem Konsortium, welches ab 2006/07 für drei Jahre die Rechte an der Fußball-Bundesliga erworben hat, wurde anfangs die Verwendbarkeit der d-box-Geräte zugesichert. Da aber Premiere einen Nutzungsvertrag mit seiner Vertriebsplattform aufkündigte, wird das Programm mit Cryptoworks verschlüsselt. Somit ist ein Empfang dieses Programmes mit einer d-box 2 ohne technischen Umbau ausgeschlossen, da sich dort das Conditional Access Module nicht austauschen lässt. Inzwischen kann man Arena (Kanal „arena home (Premiere)“), dank eines Vertrages zwischen Premiere und Arena, auch über die D-Box (beide Generationen) empfangen. Hierzu ist kein Umbau notwendig.

Dank eines Zusatzmoduls (Multicam), welches man in eine D-Box 2 einbauen kann, lassen sich auch Bezahlfernsehkanäle mit anderen Verschlüsselungssystemen als Betacrypt empfangen. Da das aber nur mithilfe von Linux auf der D-Box und illegaler Zusatzsoftware möglich ist, ist es verboten, andere Verschlüsselungssysteme zu dekodieren. Auch verstößt man gegen den Lizenzvertrag von Premiere, da die D-Box nur eine Betacrypt-Lizenz besitzt.

Erweiterungen

Die Betriebssoftware, mit welcher die d-box-Geräte regulär versehen sind, wurde seitens der Gerätehersteller und maßgebend von Betaresearch, einem Tochterunternehmen der Kirch-Gruppe, in München entwickelt. Die Updates wurden via Satellit oder Kabel eingespielt. Geplant war, dass Pay-per-View-Sendungen mittels integriertem Modem per Telefonleitung abgerechnet werden sollten. Auch sollte es möglich sein, in Verbindung mit PC oder externen CD-ROM-Laufwerken VideoCDs abspielen zu können. Bezahlfernsehen und damit auch der Verkauf von d-boxen entwickelte sich in Deutschland jedoch sehr schleppend, was durchaus auf die recht monopolistisch angelegten Marktstrategien der Kirchgruppe und der für die Einführungszeit doch recht hohen Abopreise zurückzuführen war. Auch war das technische Konzept, eine Set-Top-Box als Multimediazentrale ins Wohnzimmer zu stellen und für verschiedene Dienste und Fernsehen zu nutzen, zwar sehr interessant, aber auch seiner Zeit voraus. Heutige Pay-per-View-Systeme basieren auf einer Übertragung des individuellen Freischaltsignals durch das Programmsignal und Bestellung via Internet, SMS oder Telefon.

d-box Varianten

d-box 1: (Coldfire-basiert)

Anmerkung: Die d-box 1 ist genau genommen ein umbenannter Nokia Mediamaster 9500 mit Betanova- statt Nokia-Software, und darüber hinaus gibt es zwei Hardware-Versionen, die sowohl äußerlich als auch funktionell Unterschiede aufweisen: Die ältere Version hat die Antennenanschlüsse rechts und meistens einen freien Sockel für eine RAM-Erweiterung (aber nur 1 MB RAM onboard), bei der neueren Version sind die Antennenbuchsen links über der SCSI-Schnittstelle und 3 MB RAM ab Werk fest eingebaut.

d-box 2: (PowerPC-basiert)

  • Nokia (Satellit)
  • Nokia (Kabel)
  • Philips (Satellit)
  • SAGEM (Satellit)
  • SAGEM (Kabel)

Sie wurde ab Ende 1999 als Mietgerät ausgegeben und kam in der zweiten Jahreshälfte 2000 als Kaufgerät für knapp 400 DM in den Handel. Im Oktober desselben Jahres wurde der digitale Ausgang durch ein Softwareupdate aktiviert.

Anmerkung: Es gibt unterschiedliche Hardware-Versionen, deren Unterschiede sich jedoch auf Anzahl und Hersteller des Flash-Speichers (Ein oder zwei Chips der Hersteller Intel und AMD) und die Version des MPEG-Decoder-Chips „Avia“ beschränken (Versionen: Avia 500 (ältere Nokia d-box 2) und Avia 600 (Sagem, Philips und neuere Nokia d-box 2)). Für den Endanwender sind die Unterschiede minimal, aber nicht unbedeutend. Insbesondere, wenn ein alternatives Betriebssystem benutzt werden soll.

  • LC-Display: Die d-box 2 verfügt über ein markantes LC-Display mit einer Auflösung von 120×64 Bildpunkten.

Eine d-box 3 war bei BetaResearch bereits in Planung, ist aber nie erschienen.

MHP-Tauglichkeit

d-box 2-Geräte konnte man im Gegensatz zur d-box 1 in gewissen Grenzen als relativ zukunftsicher bezeichnen, da die d-box 2 mit entsprechender Softwareausstattung (BN3MHP) auch MHP unterstützt. Für Entwickler und zu Versuchszwecken wurden allerdings nur wenige Geräte mit der entsprechenden Software ausgeliefert, welche aber nicht offiziell auf den Markt gekommen sind. Geräte mit dieser MHP-Software sind auch nicht von Premiere zertifziert worden, obwohl auch hier beispielsweise die Jugendschutzfunktion wie in den Vorgängerversionen implementiert ist. Sicher scheint es aber, dass nach dem Ende der Kirch-Gruppe und somit auch Betaresearch die Weiterentwicklung komplett eingestellt wurde und Premiere kein Interesse an einer Weiterentwicklung zeigte und sich somit komplett von der Hardwarevermarktung getrennt hat. Dies ging auch zeitlich mit dem Ende der Herstellung der d-box 2 einher.

Anschlüsse an der d-box 1

Die d-box 1 bietet verschiedene Anschlussmöglichkeiten, die neben dem digitalen Fernsehen und der Video-CD auch die nach Angaben von DF1 „Integration von bisher computergestützten, interaktiven Diensten wie Online-Zugang, E-Mail und Home-Banking sowie verschiedene CD-Anwendungen“ ermöglichen sollten.

Im Einzelnen:

  • Controller (VCR) – Steuerung eines Videorecorder (Rec/Play) über ext. IR-Modul. Die 0/12-Volt-Buchse (Schaltsignal)steuerte den Verteiler für den analogen Receiver.
  • 2× Cinch (Audio R/L) – Tonsignal Links + Rechts. Die d-box gibt die Audioformate Mono, Stereo, Zweikanalton und im Stereosignal versteckt auch Dolby ProLogic wieder. Die Wiedergabe von Dolby Digital AC3 ist ohne weiteres nicht möglich; es kann ein optischer Ausgang für Dolby-Digital-AC3-Ton nachträglich eingebaut werden, welcher jedoch nur unter DVB2000 funktioniert.
  • Scart – für Videorecorder (VCR), Fernseher (TV) und ein weiteres Gerät, z. B. analoger Sat-Receiver oder DVD-Player (AUX). Alle Buchsen liefern neben RGB für hohe Bildqualität das „normale“ FBAS-Signal und den Ton.
  • RJ-12 Modul (Telephone) – das integrierte V.22bis (1200–2400 bit/s) Modem stellte die Verbindung zum Programmanbieter DF1 über den Telefonanschluss her. Hierüber sollten vor allem Pay-per-View-Angebote abgerechnet werden. Premiere und andere Anbieter nutzen diese Abrechnungstechnik jedoch nicht. Die Modemfunktion wurde jedoch von Premiere für den Testbetrieb einer E-Mail Anwendung benutzt, mit der es möglich war, E-Mails mit der d-box zu empfangen und zu versenden.
  • RS232 DB9 (PC) – dient als Anschluss an den PC oder einen Drucker. Der Buchse wurde anfangs keine Funktion zugeteilt. Geplant war u. a. die PC-Steuerung oder der Ausdruck der Gebührenabrechnung. Über die RS232-Buchse kann eine neue Betriebssoftware aufgespielt („geflasht“) werden.
  • F1-SAT-Anschluss (nur Sat-Version), auch LNB – für den Anschluss an die Satellitenschüssel. Für den Parallelanschluss eines analogen Receivers an die Schüssel benötigte man allerdings einen Extra-Verteiler.
  • IEC-Antenne und TV/VCR (nur Kabelversion) – zum Anschluss an das Kabelnetz, der Ausgang schleift das Kabelsignal zum Fernseher oder Videorecorder durch.
  • SCSI 2 (Mini-DSUB 50 pol. Buchse) – für den Anschluss von CD-ROM-Laufwerken, digitalen Videorecordern oder PCs. Das Datenformat ist MPEG2 mit 5 MBit/s synchron und 3 MBit/s asynchron.

Anschlüsse an der d-box 2

  • Scart-Buchsen: Anschluss für einen Fernseher und einen Videorecorder.
  • integriertes 56k-Modem mit RJ11-Buchse: Das Modem war ursprünglich wie bei der d-box 1 für Pay-per-View Angebote sowie interaktive Dienste mit Rückkanal (E-Mail Anwendung) vorgesehen, dies wurde jedoch nie offiziell umgesetzt sondern blieb nur im Versuchsstadium.
  • integrierter RJ45 Ethernet-Anschluss: Eine 10 MBit/s Halb-Duplex-Netzwerkschnittstelle. Im Originalsystem wird die Netzwerkschnittstelle nicht genutzt. Wird Linux als Betriebssystem verwendet, ist diese Schnittstelle zum Datenverkehr mit der d-box wie z. B. der Installation unverzichtbar.
  • RS-232 Buchse: diente als Anschluss an den PC oder einen Drucker. Der Buchse wurde anfangs keine Funktion zugeteilt. Geplant war u. a. die PC-Steuerung oder der Ausdruck der Gebührenabrechnung. Diese Pläne wurden aber nie umgesetzt, so ist in der Originalsoftware auch diese Schnittstelle ohne Funktion bzw. nur für Service-Techniker von Bedeutung.
  • Audioausgänge: Analoge Cinchausgänge (L+R) sowie ein copybitgeschützter digitaler optischer Ausgang.
  • Die Sat-Version der d-box 2 verfügt über eine F-Buchse zum Anschluss einer Satellitenschüssel (DVB-S) und einen Weiteren für den Anschluss eines analogen Sat-Receivers.
  • Die Kabel-Version der d-box 2 verfügt über einen Koax-Antenneneingang (DVB-C) und einen weiteren Koax-Ausgang zum Durchschleifen des Empfangssignals zum Fernseher, Videorecorder usw. Anders, als es z. B. bei Videorecordern üblich war, wird das Bild der d-box selbst aber nicht auf das Antennensignal aufmoduliert und an den Fernseher weitergereicht. Hierzu ist eine Verbindung über Scart erforderlich.
  • DVB-T-Empfang ist mit der d-box 2 nicht möglich.
  • Speichermodul-Steckplatz: Anschluss einer internen Speichererweiterung. Auch der Anschluss eines ATA-Adapters zum Anschluss von Festplatten ist möglich (war jedoch beides vom Hersteller nicht vorgesehen).

Alternatives Betriebssystem für die d-box 1

Seit 1998 gibt es die alternative Betriebssoftware DVB2000 (ehemals: DVB98). Entwickelt wurde es von dem Programmierer Uli Herrmann (alias Dr. Overflow) und ist sowohl für Otto-Normal-Verbraucher als auch für Profis (Sat-DXer) geeignet. DVB2000 wurde bis in die Software Version 2.00.0 beta 8 entwickelt.

Durch die hardwarenahe Programmierung in Maschinensprache ist DVB2000 in vielerlei Hinsicht der Originalsoftware BetaNova von BetaResearch überlegen. Neben der wesentlich besseren Ausnutzung der Hardware unterstützt DVB2000 den hardwaremäßig vorhandenen und von BetaNova nie genutzten SCSI-2 Controller. Dadurch lassen sich SCSI-Geräte wie Festplatte oder CD-ROM-Laufwerke mit der d-box 1 verbinden, die z. B. für die Wiedergabe von Audiodateien sowie Musiktiteln genutzt werden können. Die wohl wichtigste Entscheidung für DVB2000 ist die Möglichkeit via SCSI-Verbindungskabel die d-box 1 mit einem handelsüblichen Computer mit SCSI-Hostadapter zu verbinden, um so direkt die Audio- und Video-Daten aufzunehmen.

Linux auf der d-box 2

Dank findiger Tüftler und der Tatsache, dass die d-box 2 über eine 66-MHz-PowerPC-CPU (Motorola) verfügt, lässt sich seit einigen Jahren die d-box 2 auch unter Linux mit entsprechenden Benutzeroberflächen (GUIs) betreiben, von denen es gleich mehrere gibt. Die am weitesten verbreitete GUI ist Neutrino, die vor allem durch einen funktionalen, schlichten und übersichtlichen Aufbau sehr großen Anklang findet. Enigma, welche auch auf der Dreambox Verwendung findet, ist graphisch aufwändiger und ähnlich wie Neutrino strukturiert. Weniger bekannt ist Lcars, welches vom Design her am StarTrek Look and Feel angelehnt ist, und sich deutlich von der Benutzerführung Neutrinos und Enigmas abhebt und nur spärlich weiterentwickelt wird. EliteDVB ist eine der ersten GUIs, die es für die d-box-2 gab, aber nicht mehr entwickelt wird. Nicht zuletzt wegen schnellerer Bedienbarkeit, durchdachter Benutzerführung und zahlreichen Features (Streaming Video, Aufnahme über Ethernet, schnelle Kanalsuche usw.) ist sehr schnell eine große Fangemeinde entstanden. Die Originalsoftware, welche in Java geschrieben ist, ließ die d-box 2, nicht zuletzt auch wegen stagnierender Weiterentwicklung, schnell an ihre Grenzen stoßen.

Zum Aufspielen eines Linuxsystems, das man durch das Einspielen (flashen) von sogenannten „Flash-Images“ erreicht, ist kein Umbau im Sinne von Austausch oder Umbau von Bauteilen an der Hardware der d-box 2 nötig. Es ist lediglich notwendig, das Gerät in den sogenannten Debug-Modus zu versetzen. Nach entsprechender Modifizierung besteht jedoch kein Garantieanspruch mehr, da unter Umständen und je nach Vorgehensweise gewisse vorübergehende Eingriffe an der Hard- und Software vorgenommen werden müssen und dieser Eingriff unter Umständen nachvollziehbar bleibt. Dieses Vorgehen ist notwendig, da die Originalsoftware gegen Veränderungen je nach Hersteller der d-box-2 Hard -und / oder softwareseitig geschützt ist. In diesem ursprünglich für die Entwickler und Service-Techniker vorbehaltenem Modus kann die Software getestet und verändert werden und nur so kann ein fremdes Betriebssystem wie Linux eingespielt bzw. ausgelesen und auch benutzt werden.

Es stehen inzwischen mehrere Distributionen in Form sogenannter d-box_2-Images zur Auswahl. Neben den anfänglichen „Ur-Images“ wie z. B. die McClean-Images, gab es als eines der ersten weit verbreiteten Distributionen die sogenannten AlexW-Images, die es allerdings nicht mehr in aktuellen Versionen gibt und eigentlich nur noch auf diversen Websites als Backup zu finden sind. Nachfolger dessen sind die Yadi-Images. Weitere wären z. B. die JTG-Images oder sogar einige von Drittanbietern z. B. NovaTux-Images. Die Unterschiede in Funktion und Bedienung sind eigentlich gering, aber oftmals findet man in den verschiedenen Versionen technische oder funktionale Besonderheiten die nicht in allen Versionen in gleicher Weise ausgeprägt sind.

Da die d-box 2 mit Linux als Betriebssystem keiner Zertfizierung von Premiere gerecht wird, haben die Ersteller aller benannten regulär angebotenen Distributionen den Premiere-Empfang deaktiviert. Mit einer minimalen Modifikation können Abonnenten von Premiere auch unter Linux das Programm sehen, was aber gegen die AGB von Premiere im Punkt „Mitwirkungspflicht“ verstößt. Auch keinerlei technische Unterstützung von Premiere darf erwartet werden. Besitzer einer d-box 2 mit Linux können jedoch ihr reguläres Abo von Premiere weiter nutzen, es sind bisher keine Restriktionen seitens Premiere gegen offizielle Abonnenten bekannt, auch wenn man keinen Support für das alternative Betriebssystem bekommt.

Diese regulären Distributionen basieren alle auf einem Open-Source-Projekt, dem TuxBox-Projekt. Diese offene Struktur ermöglichte es einigen Programmierern, illegal angepasste Versionen dieser Distributionen oder eigene Versionen mit illegalen Modifizierungen des Quellcodes zu verbreiten, die ein kostenloses Anschauen des Bezahlfernsehsenders Premiere bzw. des Programms von MediaVision im Kabel der Deutschen Telekom diverser ausländischer Bezahlfernsehsender und des ORF ermöglichten. Nicht zuletzt deswegen kam Linux für die d-box 2 immer wieder in die Schlagzeilen. Die illegalen Erweiterrungen werden von den Entwicklern des TuxBox-Projekt nicht unterstützt.

Auch Hardware wird weiter für die d-box 2 entwickelt. So ist es Entwicklern gelungen eine ATA-Schnittstelle und SATA-Schnittstelle zu entwickeln. Mit dieser ist es nun möglich aus der d-box 2 einen Festplattenvideorecorder zu machen. An Funktionen wie Timeshift wird derzeit noch gearbeitet. Neuerdings gibt es ein Interface, das es ermöglicht, eine MicroSD-Karte (max. 2 GB) in der d-box 2 zu betreiben. Da die Entwicklung der SD-Karten auch immer weiter geht, kann man davon ausgehen, dass ATA-Interfaces nur eine Übergangslösung darstellen könnten, denn laut Hersteller der SD-Karten, könnte eine neue Technologie (SDHC) es erlauben, diese bis auf 1 Terabyte Speicher zu erweitern, was dann natürlich eine Festplatte überflüssig macht. Des Weiteren gibt es neu hergestellte LC-Displays in verschiedenen Farben, die nicht mehr anfällig für Streifen sind. Auch gibt es Firmen, welche das Gehäuse der d-box 2 in eine gewünschte Farbe umlackieren.

Probleme der d-box 1

Mit der aktuellen (letzten offiziellen) Betriebssoftware „Betanova 1.3T MediaVision“ sind die Kinderkrankheiten der d-box 1 weitestgehend ausgemerzt. Ein Problem bereitete früher die lange Installation der d-box 1: Es dauerte bis zu einer Stunde oder länger, bis die Betriebssoftware geladen wurde. Das allerdings ist heute nicht mehr notwendig, da Updates der Software zum einen nicht mehr erforderlich sind, und zum anderen (nur noch) über die RS232-Schnittstelle vorgenommen werden können. Beim Zappen durch die Fernsehprogramme ist die d-box 1 so schnell oder langsam wie viele andere Digitalreceiver. Mit den früheren Softwareversionen benötigte der Decoder manchmal jedoch mehrere Sekunden, um die jeweiligen Programme zu entschlüsseln oder einen Programmwechsel durchzuführen, und es gab nicht selten Systemabstürze. Unter anderem aus diesem Grund wurde die Alternativsoftware DVB2000 (siehe oben) entwickelt, die noch schnellere Umschaltzeiten und vor allem beim Satellitenempfang weitere Vorteile bietet.

Probleme mit der d-box 1 im modernisierten Kabelnetz

Die D-Box scannt bei einem Komplett-Sendersuchlauf im modernisierten Kabelnetz nicht alle Kanäle ab (z. B. die Sonderkanäle S2 und S3). Diese waren früher nicht belegt, aber jetzt im modernisierten Kabelnetz werden auch hier Fernsehsender ausgestrahlt. Um diese Kanäle mit der D-Box anschauen zu können muss ein manueller Sendersuchlauf auf den fehlenden Kanälen (meist 113 MHz und 121 MHz) durchgeführt werden.

Probleme der d-box 2

Da durch den Zerfall der Kirch-Gruppe auch BetaResearch aufgelöst wurde, wurde auch die Software der d-box 2 nicht mehr weiterentwickelt. Die letzte und aktuelle offizielle Version „betanova 2.01“ gilt als relativ stabil. Doch gilt die d-box 2 als nicht so ausgereift wie das Vorgängermodell. Auch das Display weist einen weitverbreiteten Fehler auf. Es zeigt überwiegend bei der Nokia-Variante vertikale Streifen an, die mehr oder weniger störend wirken. Sie entstehen, da sich der Klebstoff des Kabels vom Display zur Platine löst. Die lassen sich jedoch mit etwas handwerklichem Geschick vorübergehend entfernen.

Abbildung der Spektralansicht eines typischen Knacksers (Tonstörung) bei einer d-box 2 von Nokia

Bei Boxen mit AVIA600-Chipsatz und bei einigen, wenigen mit AVIA500-Chipsatz (Sagem-Boxen in grauem Gehäuse sind am häufigsten betroffen) tritt folgendes Problem mit dem Ton auf: Störende Knackgeräusche, die meistens erst nach einer Aufwärmphase von ca. 20 bis 25 Betriebsminuten beginnen, in mehr oder weniger kurzen Intervallen auftreten und den Hörgenuss von Rundfunksendungen mit vielen leisen Stellen erheblich beeinträchtigen können. Es kann auch vorkommen, dass dieses Knacksen nur beim Umschalten auftritt. Vergleichen kann man Knacksen oder Knistern mit dem Abspielen einer schlecht entstaubten Schallplatte. Diese Störungen sind sowohl in der BetaNova- als auch bei den verschiedenen Linuxvarianten der d-box 2 deutlich zu hören. Die Ursache für das Knacksen liegt beim AVIA600-Chipsatz. Was aber genau passiert ist bis jetzt noch unklar. Unter Linux Neutrino kann ein Austausch der UCodes Abhilfe schaffen.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. heise.de: Kabel Deutschland akzeptiert nicht mehr alle d-boxen

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  • Box — Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material and… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box beam — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box car — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box chronometer — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box coat — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box coupling — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box crab — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box drain — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Box girder — Box Box, n.; pl. {Boxes} [As. box a small case or vessel with a cover; akin to OHG. buhsa box, G. b[ u]chse; fr. L. buxus boxwood, anything made of boxwood. See {Pyx}, and cf. {Box} a tree, {Bushel}.] 1. A receptacle or case of any firm material… …   The Collaborative International Dictionary of English