DDR-Fußball-Oberliga 1960


DDR-Fußball-Oberliga 1960

Die Saison 1960 war die zwölfte Auflage der DDR-Oberliga. Meister wurde zum zweiten Mal der ASK Vorwärts Berlin. Die Saison begann am 19. März 1960 und endete am 27. November 1960.

Inhaltsverzeichnis

Vor der Saison

Durch Turbine Erfurts Abstieg war der Bezirk Erfurt zum ersten Mal seit Gründung der Oberliga nicht im Oberhaus vertreten. Stattdessen kamen gleich drei Gemeinschaften aus dem Bezirk Halle.

Die Vorwärts-Spieler Wirth (mitte) und Spickenagel (rechts) bekommen die Meistertrophäe überreicht.

Saisonverlauf

Die Meisterschaft holte sich überlegen wie nie zuvor (mit neun Punkten Vorsprung) Vorwärts Berlin. Insgesamt lag Vorwärts an 23 Spieltagen an der Tabellenspitze und sicherte sich bereits am 24. Spieltag endgültig den Meistertitel. Der Vorjahresmeister SC Wismut Karl-Marx-Stadt lag lange Zeit hinter der Mannschaft von Vorwärts, ohne diese jedoch ernsthaft herauszufordern. Nach dem vorzeitigen Titelgewinn der Berliner rutschte Wismut dann noch auf den fünften Platz ab. Mit Dynamo Berlin kam der Vize-Meister ebenfalls aus der Hauptstadt. Die Dynamo-Spieler profitierten dabei von ihrer starken Rückrunde, während sie nach der Hinrunde noch in Abstiegsgefahr waren.

Die Absteiger waren Chemie Zeitz und Fortschritt Weißenfels, die danach nie wieder in die Oberliga aufsteigen sollten. Zeitz stellte immerhin mit Bernd Bauchspieß zum zweiten Mal den Torschützenkönig. Bauchspieß wurde später bei Chemie Leipzig zu einem der erfolgreichsten Oberliga-Stürmer. Als beste BSG schloss Motor Zwickau auf Platz vier ab.

DDR-Fußball-Oberliga 1960.jpg
Abschlusstabelle
Platz Mannschaft Sp S U N Tore Diff. Punkte
1. ASK Vorwärts Berlin 26 19 3 4 73:28  +45 41-11
2. SC Dynamo Berlin (P) 26 12 8 6 44:27  +17 32-20
3. SC Lokomotive Leipzig 26 12 8 6 37:31  +6 32-20
4. BSG Motor Zwickau 26 13 5 8 37:33  +4 31-21
5. SC Wismut Karl-Marx-Stadt (M) 26 14 2 10 40:32  +8 30-22
6. SC Empor Rostock 26 11 7 8 46:36  +10 29-23
7. SC Aufbau Magdeburg (N) 26 12 3 11 47:59  -12 27-25
8. SC Motor Jena 26 9 6 11 55:43  +12 24-28
9. SC Aktivist Brieske-Senftenberg 26 8 8 10 35:39  -4 24-28
10. SC Rotation Leipzig 26 9 5 12 39:39  ±0 23-29
11. SC Chemie Halle (N) 26 8 6 12 37:42  -5 22-30
12. SC Einheit Dresden 26 7 7 12 30:51  -21 21-31
13. BSG Chemie Zeitz 26 7 6 13 43:61  -18 20-32
14. SC Fortschritt Weißenfels 26 0 8 18 27:69  -42 8-44
Legende
DDR-Meister und Teilnehmer am Europapokal der Landesmeister 1961/62
DDR-Pokalsieger und Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1961/62
Absteiger in die Liga
(M) Meister der letzten Saison
(P) Pokalsieger der letzten Saison
(N) Aufsteiger der letzten Saison
Aufsteiger aus der DDR-Liga 1960: SC Turbine Erfurt, BSG Lokomotive Stendal

Statistik

Torschützenliste

Spieler Mannschaft Tore
1. Bernd Bauchspieß BSG Chemie Zeitz 25
2. Arthur Bialas SC Empor Rostock 21
3. Jürgen Nöldner ASK Vorwärts Berlin 18
4. Peter Ducke SC Motor Jena 15
5. Emil Poklitar SC Dynamo Berlin 14

Sonstiges

Insgesamt sahen 1.692.500 Zuschauer die 182 Oberligaspiele, das ergibt einen Schnitt von 9.299 Zuschauern pro Spiel. Die größte Zuschauerkulisse hatten die Spiele Aufbau Magdeburg - Vorwärts Berlin (2:5) und Lok Leipzig - Rotation Leipzig (2:1) am 12. Juni mit jeweils 35.000 Besuchern.

Es fielen 590 Tore, also 3,24 pro Spiel. Die torreichsten Spiele waren die Begegnungen Aktivist Brieske-Senftenberg - Chemie Zeitz (6:3) am 20. März und Empor Rostock - Chemie Zeitz (7:2) am 3. Juli.

Die Meistermannschaft

ASK Vorwärts Berlin
Karl-Heinz Spickenagel (24 Spiele / Tore -)

Peter Kalinke (22/-), Werner Unger (20/-), Hans-Dieter Krampe (25/1)
Günter Riese (22/8), Gerhard Reichelt (26/1)
Rainer Nachtigall (19/7), Jürgen Nöldner (21/18), Gerhard Vogt (15/10), Lothar Meyer (24/12), Günther Wirth (19/-)

Trainer: Harald Seeger
außerdem: Horst Jaschke (Tor, 2/-), Hans-Georg Kiupel (19/6), Horst Kohle (16/5), Heinz Kaulmann (8/-), Norbert Herrmann (6/-), Günter Hoge (6/1), Gerhard Marotzke (4/-), Werner Röhl (2/1)

FDGB-Pokal

Der FDGB-Pokal 1960 wurde von Motor Jena gewonnen. Im Finale unterlegen war die Mannschaft von Empor Rostock, die zuvor den Titelverteidiger Dynamo Berlin und den späteren Meister Vorwärts Berlin besiegt hatte.

Internationale Wettbewerbe

Für die DDR-Mannschaften waren die Europapokalwettbewerbe schnell beendet. Vorwärts Berlin und die Leipziger Stadtauswahl scheiterten im Europapokal der Pokalsieger bzw. Messestädte-Pokal bereits in der ersten Runde. Wismut Karl-Marx-Stadt dagegen profitierte in der Vorrunde des Europapokals der Landesmeister gegen den Glenavon FC davon, dass die die britischen Behörden der DDR-Mannschaft keine Visa ausstellten und Glenavon sein Heimspiel nicht auf neutralem Platz austragen wollte. So kam Wismut kampflos in die erste Runde, wo sie aber (erneut nach drei Spielen) gegen Rapid Wien ausschieden.

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