Degro

Degro
Dehner GmbH & Co. KG
Unternehmensform GmbH & Co. KG
Gründung 1. August 1947
Unternehmenssitz Rain
Unternehmensleitung

Albert Weber,
Georg Weber,
Dr. Hansjörg Flassak
(alle Geschäftsführer der Komplementärin Dehner GmbH)

Mitarbeiter 5.300 (2006, Gruppe)
Umsatz 650 Mio € (2007, Gruppe)
Branche Einzel- und Großhandel (Gartencenter, Landhandel)
Website

www.dehner.de

Das bis 2007 verwendete Logo der Dehner-Gartencenter

Dehner ist eine in Deutschland und Österreich vertretene Gartencenter-Kette sowie ein Landhandelsunternehmen, beide mit Stammsitz in Rain.

Inhaber ist die Familie Weber. Das Unternehmen wird in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG betrieben, Komplementärin ist die Weber GmbH, Geschäftsführer der Komplementärin sind Albert Weber (Sohn des Firmengründers Georg Weber), Georg Weber, Sohn von Albert Weber, und Dr. Hansjörg Flassak.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Das Unternehmen wurde am 1. August 1947 von Georg Weber und seiner Frau Albertine, geborene Dehner, als Zweipersonen-Betrieb unter der Firmierung „Dehner & Co - Samenzucht - Samengroßhandel“ in Rain gegründet und begann zunächst mit dem Handel von Feldsaatgut (Klee und Gras). Impulsgebend dafür war, dass im Betrieb der Schwiegereltern von Georg Weber neben Lebensmitteln auch Sämereien gehandelt wurden und die Samenanzucht auch Webers Hobby war. Da in den Nachkriegsjahren viele Menschen sich noch selbst Gemüse zogen, machte Weber im Alter von 37 Jahren aus seinem Hobby ein Unternehmen. 1948 wurde eine erste Filiale in München eröffnet. Mit steigenden Lebensstandard wandelten sich jedoch mit der Zeit die Nutzgärten zu Ziergärten. Weber folgte dem Trend und gründete den Geschäftsbereich Pflanzen- und später auch Gartenzubehörhandel. Zunächst beschränkte er sich dabei auf den Versandhandel nach Katalogbestellung, später kamen Gartencenter zunächst in Süddeutschland hinzu. Weber baute das Unternehmen in der Folge zur größten reinen Gartencenter-Kette in Deutschland auf (später ergänzt um Zooabteilungen) und zum größten Arbeitgeber der Stadt Rain aus.

Bereits 1980 hatte er am Stammsitz in Rain über 500 Arbeitsplätze geschaffen, im September 2006 waren bei Dehner 5.300 Mitarbeiter angestellt, davon 1.100 am Stammsitz. Die weiteren 4.200 Mitarbeiter sind in den derzeit gut 100 Filialen in Deutschland und Österreich beschäftigt. In den kommenden Jahren ist der Markteintritt in die Schweiz vorgesehen. Der Umsatz der Dehner-Gruppe lag 2007 bei insgesamt rund 650 Millionen Euro.

Dehner Agrar

Die Sparte „Dehner Agrar“ entwickelte sich aus dem Samenhandel, der ursprünglichen Keimzelle des Unternehmens Dehner. Heute werden im Geschäftsbereich Agrar neben Saatgut aller Art auch Spezialdünger, Pflanzenschutzmittel sowie verschiedene Gerätschaften und Betriebsmaterialien in Deutschland und Österreich vertrieben. Der Geschäftsbereich „Dehner Agrar“ verfügt über ein Zentrallager am Dehner-Stammsitz in Rain und ein weiteres Zentrallager mit Abholmarkt in Mochau in Sachsen, sowie über 40 Fachberater in ganz Deutschland und Österreich.

Dehner Gartencenter und Zoofachhandel

Ein Dehner Gartencenter mit neuem baulichem Erscheinungsbild in Langenfeld (Rheinland). Die älteren Gartencenter wurden meist in charakteristischer Pavillonform erbaut

Mit derzeit (Stand: März 2008) 111 Gartencentern und etwa 5.400 Mitarbeitern ist Dehner Marktführer unter den reinen Gartencentern in Deutschland. Weitere 8 Standorte befinden sich in Österreich. Die meisten Filialen bestehen in Süd- und Ostdeutschland, derzeit stark nach Norddeutschland expandierend (der 100. deutsche Markt wurde im März 2007 in Langenhagen bei Hannover eröffnet). Ähnlich wie Baumarktgartencenter und Einkaufskooperationen inhabergeführter Gartencenter führt auch Dehner mehrere Eigenmarken in verschiedenen Sortimenten, seit einigen Jahren sogar für Pflanzen.

Fester Bestandteil fast aller Dehner-Filialen ist, im Unterschied zu anderen Gartencentern, das Vorhandensein einer Zoofachhandelsabteilung für kleine Haustiere (in Langenhagen bei Hannover werden sogar Griechische Landschildkröten feilgeboten) und, im Gegensatz zu den meisten Baumarkt-Gartencentern, einer Floristikabteilung mit Schnittblumen. Schnittblumen werden auch über einen Online-Versand (Dehner BlumenShop) vertrieben.

Im Jahr 2004 wurde Dehner mit dem Bayerischen Qualitätspreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet, vor allem für ihre Leistungen in den Bereichen „Qualitätsstrategie“ und „Integration der Mitarbeiter in ein Unternehmenskonzept“. Auf der Unternehmerkonferenz 2006 der bayerischen Sparkassen in Nürnberg wurde Dehner mit dem Zuschauerpreis des Bayerischen Gründerpreises ausgezeichnet.

Bei Dehner gibt es Betriebsräte. Ende 2007 trat Dehner aus dem „Verband Deutscher Gartencenter“ (VDG, Branchenverband der inhabergeführten deutschen Gartencenter) aus.

degro

Das Unternehmen Dehner liefert unter der Eigenmarke „degro“ (eine Zusammenziehung aus Dehner Großhandel), sowie unter fremden Handelsmarken, Garten- und Heimtierbedarfsortimente (z.B. Dünger, Kleintier- und Vogelfutter, sowie Zubehör) an andere Einzelhandelsunternehmen, wie z.B. mehrere Discounter.

Gärtnersiedlung Rain

Dehner initiierte und verwirklichte vor einigen Jahren in Kooperation mit der Stadt Rain und dem Freistaat Bayern die Idee einer vertikalen (und horizontalen) Kooperation zwischen Produktion und Handel in Form einer Gärtnersiedlung, um „just in time“ die Ware in Süddeutschland, nahe am Firmensitz, erzeugen zu lassen. Das hat für beide Seiten mehrere Vorteile, z. B.:

  • kurze Transportwege: schnellere Logistik, die Ware kann im Gartencenter in frischerer Qualität und mit geringeren Transportverlusten angeboten werden, geringere Transportkosten
  • langfristige Lieferantenbindung: leichtere Anbauplanung, Absatzsicherung, einfachere Qualitätskontrolle schon bei der Produktion, bessere Erzeugerpreise
  • Konkurrenzfähige Flächengrößen gegenüber Betrieben in Holland und am Niederrhein durch Spezialisierung ermöglichen günstigere Einkaufspreise für Dehner.
  • Ausbildungskooperation

Die Einweihung der Gärtnersiedlung fand am 30. März 2000 statt.

Blumenpark und Blumenhotel

Das Logo des Blumenhotels

Eine weitere Kreation ist der BlumenPark mit Blumenhotel, ein 115.000 m² großes "grünes" Einkaufs- und Veranstaltungszentrum am Stammsitz in Rain mit angegliedertem Schaupark und Hotel. Angegliedert ist des Weiteren als Pilotprojekt ein Dehner-eigener Baumarkt, womit die sonst übliche Kombination von Baumarktkette mit angegliedertem Gartencenter erstmals (und bisher einzig) in Deutschland umgekehrt wurde. Wöchentlich veranstaltet Dehner dort auch einen Bauernmarkt.

Der öffentliche Blumenpark (50.000 m²) sowie der vom Unternehmensgründer gestiftete und nach ihm benannte öffentliche Georg-Weber-Park werden Teilbereiche der direkt angrenzend stattfindenden „Kleinen Landesgartenschau“ in Rain im Jahr 2009 sein. 2003 wurde ein Freundeskreis der Gartenschau gegründet, dessen Vorsitzender und „Motor des Projekts“ (Zitat Bürgermeister Martin, Rain, laut Donauwörther Zeitung vom 19. November 2003) Dehner-Geschäftsführer Albert Weber ist. Dehner ist auch im Aufsichtsrat der Durchführungsgesellschaft der Gartenschau vertreten.

Dehner Stiftung

Der „Dehner Hilfsfonds für Menschen in Not“ wurde bei Gründung am 27. September 2001 durch die Dehner GmbH & Co. KG mit einem Kapital von 100.000 Euro ausgestattet. Dazu kamen Anfang 2003 weitere 50.000 Euro, 2001 nochmals 45.000 Euro. Durch eine jährliche Zuwendung der Firma Dehner sowie interne und externe Spendenaktionen soll das Kapital auch künftig weiter aufgestockt werden. Allerdings entfallen seither sämtliche anderweitigen Spenden des Unternehmens.

Stiftungsvorstand bei Gründung waren Sissi Wersing (Vorsitzende, Tochter des Firmengründers Georg Weber), Josefine Meßner (stellvertretende Vorsitzende), sowie Dr. Hansjörg Flassak.

Weblinks


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