Denkmäler in Heilbronn


Denkmäler in Heilbronn
Das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. von 1893 ist eines von zahlreichen Denkmälern in Heilbronn. Es stand einst auf der Allee und befindet sich heute im Alten Friedhof.

Die Liste der Denkmäler in Heilbronn vermittelt eine Übersicht über die Denkmäler und Mahnmale in Heilbronn.

Für weitere Kunst- und Kulturdenkmäler der Stadt siehe auch Liste der Bauwerke in Heilbronn, Brunnen in Heilbronn und Skulpturen in Heilbronn. Die nicht in den Innenstadtbereichen befindlichen Denkmäler sind in den Stadtteilartikeln abgehandelt.

Inhaltsverzeichnis

Denkmäler, Mahnmale

Kriegerdenkmal 1870/71
Rober-Mayer-Denkmal auf dem Marktplatz

Krieger-Denkmal für 1870/1871

Das 1873 im Alten Friedhof errichtete Denkmal ist das älteste Kriegerdenkmal in Heilbronn und soll an 16 Landser erinnern, die während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 in Heilbronner Lazaretten verstorben sind. Das Denkmal wurde von Robert von Reinhardt im Stil eines Sarkophags gestaltet. Der Sarkophag trägt Plaketten mit den Namen von Kriegsschauplätzen, umgeben von Bekränzung und gekreuzten Schwertern. Die Namen der 16 Verstorbenen sind auf Steinplatten in Bodenhöhe eingraviert.

Schillerbüste (1891)

Nachdem sich bereits ab 1859 eine Gedenktafel für Friedrich Schiller an dessen zeitweiligen Wohnhaus in Heilbronn befand, wurde 1891 eine 85 cm hohe Bronzebüste des Dichters (nach der bekannten Marmorbüste von Johann Heinrich Dannecker) auf einem Sandsteinsockel an der Allee aufgestellt. 1922 wurde die Büste gestohlen, ist aber später wieder aufgetaucht. Nachdem die Büste den Zweiten Weltkrieg überdauert hatte, wurde sie 1960 in den Stadtgarten bei der Harmonie umgesetzt, wo sie 1993 von Unbekannten vom Sockel gestürzt wurde. Seitdem wird die Büste im Magazin des Städtischen Museums aufbewahrt und nur noch gelegentlich bei Veranstaltungen präsentiert.[1]

Robert-Mayer-Denkmal (1892)

Das Kunstwerk stammt von Wilhelm von Rümann. Das Denkmal zeigt auf einem Sockel die sitzende und überlebensgroße Bronzefigur Robert Mayers. Flankiert wird der Wissenschaftler von zwei Brunnen mit den Figuren eines Knaben mit einem Gewicht (Kilo) und einem kleinen Mädchen mit einer Fackel (calorie), eine Anspielung auf die Kilokalorie. Das Denkmal wurde 1892 auf dem Marktplatz enthüllt, 1939 auf die südliche Allee verlagert und befand sich ab 1959 im Stadtgarten. Im Zuge der Umgestaltung der Harmonie und des Baus der Stadtbahn-Trasse ab dem Jahr 2000 wurde das Denkmal wieder auf den Marktplatz gestellt.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal (1893)

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Allee vor 1900

Das am 2. September 1893[2] enthüllte Denkmal wurde nach Ideen von Ludwig Pfau von Wilhelm von Rümann in Bronze, Granit und Marmor realisiert. Das Denkmal ist 5,90 m hoch 2,90 m breit und 3,70 m tief. Das Kunstwerk stellt eine sitzende Frau dar, die mit ihren Händen zwei Knaben zusammenzubringen versucht. Die Frau stellt die Mutter Germania dar und die Kinder Nord- und Süddeutschland. Die Figurengruppe wird von der geflügelten Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die die deutsche Kaiserkrone in Händen trägt. Kaiser Wilhelm I. wird hier lediglich in der Form eines flachreliefierten Bildnismedaillons dargestellt. Das Denkmal stand ursprünglich auf der Allee vor der Harmonie, seit 1945 steht es im alten Friedhof an der Stelle des 1944 zerstörten alten Leichenhauses, das ab 1916 das Robert-Mayer- und ab 1935 das Alfred-Schliz-Museum beherbergt hatte.

Bismarck-Denkmal (1903)

Bismarck-Denkmal von 1903

Kurz nach dem Tode Bismarcks am 30. Juli 1898 bildete sich in Heilbronn ein Komitee zur Errichtung eines Bismarck-Denkmals unter Vorsitz des damaligen Oberbürgermeisters Paul Hegelmaier. Die bronzene Figur ist 4,20 m hoch und wurde von Bildhauer Emil Kiemlen 1903 gestaltet und in der Gießerei Paul Stotz in Stuttgart gefertigt. Den Sockel entwarf der Berliner Architekt Prof. Otto Rieth. Das Denkmal wurde am 30. Juli 1903 in der 1871/72 angelegten Neckarlust-Anlage bei der Neckarbrücke (heute: Kurt-Schumacher-Platz) feierlich enthüllt. Um das eigentliche Denkmal befand sich dort ein um einige Treppenstufen erhöhter Ehrenhof, dessen Eckpfosten die Reliefs einer gekrönten und einer geflügelten Germania zeigten. Später wurde der Ehrenhof entfernt, nach 1987 kam das Denkmal in den Bismarckpark.

Gedenkstein für F. A. von Alberti

Im alten Friedhof erinnert ein Gedenkstein an Friedrich August von Alberti, den Wissenschaftler und Forscher von internationalem Ruf, Begründer der württembergischen Geologie, Schöpfer der Bezeichnung Trias, Entdecker neuer Salzvorkommen und Leiter der Salinen Wilhelmshall und Friedrichshall.

Louis-Link-Büste

Gestaltet nach Entwurf von Prof. Anton Hess. Gewidmet dem Andenken an den Heilbronner Kommerzienrat Louis Link (1817–1889), dessen Erben 1894 das in der Arndtstraße befindliche, heutige städtische Alten- und Pflegeheim Katharinenstift gestiftet haben, vor dem die Büste aufgestellt ist. Nach Link ist auch eine Straße in Heilbronn benannt.

Regiments-Denkmal des
Füsilier-Regiments Kaiser Franz Joseph (4. Württ.) Nr. 122

Regiments-Denkmäler für 1914–1918

Für die Toten der in Heilbronn stationierten Infanterie- und Füsilier-Regimenter wurden nach dem Ersten Weltkrieg Denkmäler im Kaiser-Wilhelm-Park (heute: Friedenspark) errichtet.

  • Hirsch-Plastik: mit der Inschrift Hie gut Württemberg alleweg - Den Gefallenen des Füsilier-Regiments Kaiser Franz Joseph, 4. Württ. Nr. 122
  • Landwehrmänner-Plastik: Diese Plastik stellt zwei Soldaten des Infanterie-Regiments Nr. 121, dar.

Hafenmarktturm

Krieger-Ehrenmal im Hafenmarktturm, Detail
  • Der historische Hafenmarktturm wurde 1929-1936 als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs nach Entwürfen von Paul Bonatz und dem Bildhauer Erwin Scheerer, Wilhelm Schäffer und Karl Dübbers gestaltet. Neben der Inschrift 1914-1918 - 2080 Söhne der Stadt starben für Deutschland sind insgesamt 2082 Namen im Ehrenmal aufgelistet, darunter auch die von 27 jüdischen Soldaten, die im Dritten Reich entfernt und durch die Namen von Schlachtorten ersetzt wurden. 1945 wurden sie rehabilitiert.
  • Ein Relief, das sich an der Nordwand des Turms befindet, erinnert an die Vermissten des 215. Infanterie-Division. Auf einer anderen Erinnerungstafel wird der I. Abteilung des Artillerie-Regiments 71, des Infanterie-Regimentes 34 und des Festungs-Pionierstabs 10 gedacht.[3]
  • Im Mai 1985 wurde rechts neben dem Ausgang des Turms hin zur Hafenmarktpassage ein Mahnmal für die Heimatvertriebenen des Zweiten Weltkriegs errichtet.
  • Vor dem Hafenmarktturm befindet sich ein Denkmal für den Wiederaufbau.

Denkmal für das Franziskanerkloster

Denkmal für die 1688 zerstörte Marienkirche des ehemaligen Franziskanerklosters

An das bis 1544 bestehende Franziskanerkloster und die 1688 von den Franzosen niedergebrannte Hafenmarktkirche erinnert ein gotisches Fenster in der Hafenmarktpassage (Gustav-Binder-Straße) am Hafenmarktturm.

Mauer des Klaraklosters

Mauerrest des Klaraklosters

Von dem im 14. Jahrhundert gegründeten, im 19. Jahrhundert säkularisierten und abgerissenen Klarakloster ist in der Klarastraße noch ein Mauerrest erhalten. Eine Tafel an der Mauer erinnert an das einstige Kloster. Außerdem befindet sich an der Mauer eine Gedenktafel für einen 1934 aus dem Oberamtsgefängnis entkommenen Häftling (s.u.).

Flößer (1930)

Die Figur wurde vom Stuttgarter Bildhauer Karl Calwer für die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Stuttgart 1930 entworfen und steht seit 1960 in Heilbronn auf der Bleichinsel, an der alten Floßgasse am Hagenbucher. Flößerei in Heilbronn war gleichermaßen wichtig und schwierig. Durch die unpassierbaren Wasserwege und die vielen Mühlräder war die Floßfahrt lange Zeit fast unmöglich. Erst im 15. Jahrhundert konnte mit der Errichtung einer Floßgasse zwischen Bleichinsel und Hefenweiler ein ungehinderter Fahrweg auf dem Neckar geschaffen werden.

Gedenkstein Brückenmühle (1936)

Gedenkstein für die Brückenmühle die sich 1442 im Besitz der Stadt befand, 1574 umgebaut und 1835 erweitert wurde. 1936 wurde die Mühle abgerissen und an dieser Stelle auf der Kraneninsel der Hagenbucher (Ölsaatspeicher der Mühle Carl Hagenbucher) errichtet, in dessen südliche Seitenwand der Gedenkstein nebst einem historischen Sandsteintorbogen von 1596 eingelassen ist.

Wiederaufbau-Denkmal vor dem Hafenmarktturm
Polenkreuz

Denkmal für polnische Kriegsopfer (1946)

Errichtet von ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern im DP-Lager der früheren Priesterwaldkaserne (später: Wharton Barracks) zum Gedenken ihrer im Zweiten Weltkrieg gefallenen Landsleute. Das aus Trümmermaterial errichtete Metallkreuz auf einem Backsteinsockel wurde 1998 als Kulturdenkmal eingestuft. Es ist an der Charlottenstraße von einer Grünanlage umgeben. Auf dem Hauptfriedhof befindet sich bei den Gräbern verstorbener Polen ein weiteres Ehrenmal.

Dachstein-Gedenkstein (1954)

Eine Stein im Hauptfriedhof hinter einer exponiert angelegten Reihe aus Grabmalen erinnert an die 13 dort begrabenen Heilbronner Lehrer und Schüler, die am Karfreitag 1954 bei einer Bergtour am Dachstein (Oberösterreich) tödlich verunglückt sind.

Synagogen-Gedenktafel (1966)

Eine Tafel an einem zu einer Unterführung gehörenden Betonbauteil an der Allee erinnert an die Zerstörung der Heilbronner Synagoge.

Gedenkstein beim Jüdischen Friedhof

Jüdischer Friedhof

Auf dem Jüdischen Friedhof befinden sich ein Gefallenen-Denkmal für die 30 Heilbronner jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs, ein Gedenkstein von 1984 für die Opfer der Judenverfolgung von 1933 bis 1945, ein weiterer Gedenkstein von 1984 für mehrere unbekannte Personen, die im Frühjahr 1943 dort bestattet wurden, sowie ein Mahnmal von 1987 mit den Namen der 235 während des Nationalsozialismus umgekommenen Heilbronner Juden.

Euthanasie-Mahnmal

Über dem Massengrab von Euthanasie-Opfern im neuen Friedhof zu Heilbronn (Abteilung 31) befindet sich eine Grabplatte mit der Inschrift: Ihr Tod ist eine Verpflichtung für uns alle[4]

Waldheide-Gedenkstein

Der Gedenkstein auf der Heilbronner Waldheide erinnert an den Raketenunfall am 11. Januar 1985, der drei Tote sowie 16 Verletzte gefordert hat

Landesgartenschau-Denkmal (1985)

Ein Gedenkstein aus rotem Sandstein erinnert am Eingang zum Wertwiesenpark an die erfolgreiche Landesgartenschau 1985, aus deren Anlass das Gelände zum Park umgestaltet wurde.

Kuppel-Mahnmal an der Heilbronner Allee
Winzer-Gedenkstein

Kuppel-Mahnmal (1993)

Denkmal für die Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938. Die Kuppel von Bettina Bürkle befindet sich nahe der Gedenktafel für die Heilbronner Synagoge und soll die ausgebrannte Synagogenkuppel nachempfinden. Die Kuppel besteht aus COR-TEN-Stahl und ist eine Leihgabe des Deutsch-Jüdischen Freundeskreises Heilbronn.

Gedenktafel beim Oberamtsgefängnis

Eine Gedenktafel an der Mauer des ehemaligen Klara-Klosters in der Siebeneichgasse 12 erinnert an den Standort des ehemaligen Oberamtsgefängnisses, in dem zeitweilig Hitlergegner eingesperrt waren, darunter der Heilbronner Metallarbeiter Gottlob Feidengruber (1901-1944), dem am 16. August 1934 die Flucht aus dem Oberamtsgefängnis gelang. Nach seiner Flucht war Feidengruber in Frankreich weiterhin im Widerstand tätig, er wurde 1944 in Paris hingerichtet.

Winzer-Gedenkstein am Wein-Panorama-Weg

Am Wein-Panorama-Weg am Wartberg befindet sich ein Gedenkstein der Heilbronner Winzer für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und die Toten des Luftangriffs auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 unter den Familien des Heilbronner Weingärtnerstandes.[5]

Theodor-Heuss-Gedenktafel

Eine Gedenktafel an der Lerchenstraße 43 erinnert seit Juli 2006 an das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Haus, in dem Theodor Heuss seine Jugend verbracht hat. Die von dem Bildhauer Markus Wolf gestaltete bronzene Tafel wurde von dem Fabrikanten Otto Rettenmaier, Ehrensenator der Universität Hohenheim, gestiftet.[6]

Gedenktafel bei der Theresienwiese

Gedenktafel auf der Theresienwiese

Bei der Theresienwiese am Neckar erinnert eine Gedenktafel an die aus Oberweißbach (Thüringen) stammende Polizistin Michéle Kiesewetter (* 10. Oktober 1984; † 25. April 2007), die nahe dieser Stelle einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel, welches wegen der am Tatort gefundenen DNA-Spuren lange Zeit dem „Heilbronner Phantom“ zugeschrieben wurde. Die Tafel wurde am 17. Oktober 2007 von dem Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach und dem Landespolizeipräsidenten Erwin Hetger am Radweg von Heilbronn nach Böckingen, rund 25 Meter vom Tatort entfernt, angebracht.[7] Bereits wenige Tage nach Anbringung der Tafel wurde die Gedenkstätte ein erstes Mal geschändet, wobei Unbekannte den Blumenschmuck verwüsteten.[8] Zu einem weiteren Gewaltverbrechen kam es am 9. Januar 2008, als drei vorbestrafte und betrunkene Randalierer auf die Tafel eintraten und einen einschreitenden Rentner bewusstlos schlugen.[9] In der Nacht zum 2. Februar 2008 wurde die Gedenktafel von Unbekannten samt Betonsockel ausgegraben und komplett entfernt.[10] Wenige Tage später wurde die Tafel nur leicht beschädigt von Tauchern im nahen Neckarkanal vorgefunden.[11] Sie wurde gereinigt und am 14. Februar 2008 wieder aufgestellt.[12]

Weitere Bilder der Denkmäler

Literatur

  • Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale in Stadt- und Landkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 1991
  • Uwe Jacobi: Heilbronn, die Stadt und ihre Umgebung, Koval 1999
  • Uwe Jacobi: Heilbronn so wie es war. Droste, Düsseldorf 1987

Einzelnachweise

  1. http://www.hlarshn.de/Schiller/GSF_Kleinprojekt_Schillerbueste_in_Heilbronn.htm
  2. Friedrich Dürr: Heilbronner Chronik. 1. Teil. Fotomechanischer Nachdruck. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1986. S. 474
  3. Jacobi, U., Das Kriegsende, Heilbronn, 1. Auflage 1986
  4. Jacobi, U. , Die vermißten Ratsprotokolle, Heilbronn 1.Auflage 1981 Seite 85
  5. http://www.heilbronn-marketing.de/hn_content.asp?hmg=1xx13xx103xx0xx0&lang=01
  6. http://www.heilbronn.de/index.php?d=/bue_rat/presse/pm_06/07_06/&f=cont_pressemitteilungen_neu.htm
  7. Helmut Buchholz: Mahnmal gegen Gewalt, Zeichen des Dankes. In: Heilbronner Stimme, 18. Oktober 2007
    Gedenktafel für ermordete Polizistin. In: Heilbronn Newsletter Nr. 42, 18. Oktober 2007
  8. Gedenkstätte für Polizistin geschändet. In: Heilbronner Stimme. 30. Oktober 2007
  9. Rüdiger Soldt: „Es ist kein Einzelfall“. Faz.net, 10. Januar 2008
  10. Gedenktafel in den Neckar geworfen. Spiegel Online, 2. Februar 2008
  11. Gedenktafel für Polizistin soll bald wieder stehen, Meldung auf swr.de, 5. Februar 2008
  12. Gedenktafel steht wieder auf Theresienwiese. In: Heilbronner Stimme, 15. Februar 2008

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