Depositendarlehen


Depositendarlehen

Depositendarlehen beschreiben die Einlage eines Anlegers in einer Sonderform der Tilgungsanleihe. Auf Basis des Deposits erhält der Anleger nach Schließung einer Tranche sowie weiteren 90 Banktagen (entspricht ca. 4 bis 5 Monate) ein Vielfaches seines Deposits als Darlehen ausgezahlt.

Dieses Darlehen ist zins- und tilgungsfrei, da die Tilgung durch eine ausländische Bank vorgenommen wird, die das eingezahlte Deposit mit dem 5–10fachen beleiht, einen Teil davon einbehält und aus den einbehaltenen Teil die Tilgung und Zinsen erwirtschaftet.

Den Rest, zumeist das fünffache des Deposits, sollen die Anleger dann ausgezahlt bekommen.

Kritik

Der Begriff ist nicht unumstritten. Kritiker monieren, dass die beleihende Bank – unter Berücksichtigung aller Kosten – einen Kapitalertrag von mehreren 100 % p.a. erwirtschaften müsste, um am Ende des Darlehens einen Gewinn zu erwirtschaften, der an den Anleger zurückgehen könnte. In mehreren Fällen ist bekannt geworden, dass Depositendarlehen an einzelne Anleger in der versprochenen Höhe tatsächlich ausgezahlt wurden – unter dem Aspekt, dass die ausgezahlten Anleger ihrerseits wieder neue Anleger für das Geschäft gewinnen. Diese Systematik ist auch unter dem Begriff Schneeballsystem bekannt.

Aus seriöser Sicht von Kreditsachverständigen und Bankkaufleuten sind derart hohe Renditen weder kurz- noch langfristig zu erzielen.

Siehe auch


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Alte Börse (Frankfurt) — Die Alte Börse von Nordwesten, 1845 (Stahlstich von Wilhelm Lang nach Vorlage von Jakob Fürchtegott Dielmann) …   Deutsch Wikipedia

  • Bank International Indonesia — PT Bank Internasional Indonesia Unternehmensform Tbk. Gründung 1959 Unternehmenssitz …   Deutsch Wikipedia

  • Depositum — (lateinisch: das Hinterlegte) bezeichnet Depositum (Archivwesen), in einem Archiv hinterlegtes Archivgut Kaution, eine Sicherheitsleistung eine Einlage beim Depositendarlehen Diese Seite ist eine …   Deutsch Wikipedia

  • Grauer Kapitalmarkt — Der Graue Kapitalmarkt ist derjenige Teil der Finanzmärkte, der nicht wie der „Weiße Kapitalmarkt“ der staatlichen Finanzaufsicht oder ähnlichen Regulierungen unterliegt, aber noch nicht illegal wie der „Schwarze Kapitalmarkt“ erlaubnispflichtige …   Deutsch Wikipedia

  • Johann von Bodeck — Johann von Bodeck, Gemälde eines unbekannten Meisters …   Deutsch Wikipedia

  • Kapitalanlagebetrug — Als Kapitalanlagebetrug bezeichnet man betrügerische Geldgeschäfte, die im Kapitalmarkt (vgl. Grauer Kapitalmarkt) getätigt werden können und die dazu führen, dass der Kapitalanleger sein angelegtes Kapital verliert. Die Schäden, die jährlich… …   Deutsch Wikipedia