Der Bund


Der Bund
Der Bund
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Beschreibung Schweizer Tageszeitung
Verlag Espace Media Groupe, Bern
(Teil des Tamedia-Konzerns, Zürich)
Erstausgabe 1. Oktober 1850
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage (WEMF 2011[1]) 50'231 Exemplare
Chefredakteur Artur K. Vogel
Herausgeber Charles von Graffenried
Weblink www.derbund.ch

«Der Bund» ist eine Schweizer Tageszeitung aus der Bundesstadt Bern. Am 1. Oktober 1850 gegründet, verfocht der «Bund» die 1848 in Kraft getretene Bundesverfassung der Schweiz und sah sich als Sprachrohr des neuen Bundesrates. Die Tageszeitung hatte 2011 eine WEMF-beglaubigte Auflage von 50'231 Exemplaren. Chefredaktor ist seit dem 1. Januar 2007 der Luzerner Journalist Artur K. Vogel. Sein Stellvertreter ist Patrick Feuz, Leiter des Inlandressorts des «Bund». Chef vom Dienst ist Beat Stähli.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der «Bund» gliedert sich in vier Faszikel, die die klassischen Zeitungsressorts repräsentieren:

  • Der erste Faszikel enthält mit der «Seite 2» eine tägliche Themenseite, gefolgt von den Seiten des Ausland- und des Inlandressorts.
  • Der zweite Zeitungsbund beinhaltet internationale, nationale und regionale Wirtschaftsnachrichten, Börsendaten sowie die Sportberichterstattung.
  • Der dritte Teil trägt den Titel «Bern» und enthält Nachrichten aus Stadt, Region und Kanton Bern. Die letzte Seite des 3. Faszikels mit dem Titel «Panorama» enthält vermischte Nachrichten und jeweils einen Dilbert-Cartoon von Scott Adams
  • Der letzte Faszikel, genannt «Der kleine Bund», ist der Kultur gewidmet. Hier sind auch das aktuelle Veranstaltungs-, Kino- und Fernsehprogramm sowie die wöchentlichen Sonderseiten mit den Themen «Reisen», «Gesellschaft», «Wissen» und so weiter zu finden.

Samstags erscheint jeweils an Stelle der Themenseite das «Samstagsinterview»; gleichentags liegt dem «Bund» «Das Magazin» des «Tages-Anzeigers» bei.

Ein Tram von Bernmobil als «Bund»-Werbeträger

Der «Bund» wird herausgeben von der Espace Media AG. Diese, ebenfalls Herausgeberin der Berner Zeitung, ist verantwortlich für das Verlagsgeschäft: Anzeigenkunden können seit der Einführung des sogenannten Berner Modells – ein Verlag, zwei Zeitungen – seit dem 1. Januar 2004 nur noch Inserate für beide Titel zusammen buchen.

Layout

Das Layout des Bund lehnt sich seit der inhaltlichen Kooperation an dasjenige des Tages-Anzeiger an. So wird bei beiden die Schriftfamilie Publico eingesetzt,[2] was den Austausch von Inhalten zwischen den beiden Zeitungen erleichtern soll. Ebenso haben beide Zeitungen fünf Spalten. Die Layouts von Bund und Tagesanzeiger wurden mit dem Ziel entworfen, dass sie sich «so weit gleichen wie nötig und so weit unterscheiden wie möglich.»[2] Dominierende Farben im Bund-Layout sind schwarz und blau.

Geschichte

Der Bund wurde vom Solothurner Buchhändler Louis Jent gegründet und erschien erstmals am 1. Oktober 1850 in einer Auflage von rund 1000 Exemplaren.[3] Anfangs hatte die Zeitung zwei Redaktoren. Sie wurde zunächst als parteiunabhängige Zeitung nach dem Vorbild von The Times gegründet, schlug sich aber bald auf die Seite der Liberalen.[3]

Zunächst erschien der Bund täglich, auch Sonntags. Zwischen 1890 und 1967 erschien er werktags zwei Mal täglich, nachdem ein entsprechender Versuch 1869 am Widerstand der Leserschaft gescheitert war.[3]

Als erste Setzmaschine in der Schweiz wurde beim Bund ab 1893 eine Thorne-Setzmaschine eingesetzt.[3] 1976 wurde der Bleisatz durch den Fotosatz ersetzt.[4]

Im Deutschen Reich war der Bund von 1934 bis 1945 verboten, genau so wie auch die Neue Zürcher Zeitung und die National-Zeitung. Das Verbot wurde als Reaktion auf die Berichterstattung über den so genannten Röhm-Putsch erlassen.[3]

In den 90er Jahren übernahm die NZZ-Gruppe den Bund.[4] Es gelang jedoch nicht, die Zeitung in die Gewinnzone zu führen. Schliesslich übernahm Espace Media im Jahr 2004 40% der Aktien und die operative Führung von der NZZ, 2007 auch den Rest der NZZ-Beteiligung.[3] Ab März 2005 wurde der Bund im Druckzentrum der Espace Media gedruckt. Er blieb jedoch redaktionell unabhängig von der Berner Zeitung.

Im Mai 2006 löste der «Bund» als Folge von Sparmassnahmen seine Sportredaktion auf. Danach übernahm die mit «Bund»-Journalisten aufgestockte Sportredaktion der lokalen Konkurrentin Berner Zeitung die Berichterstattung. Ab 2008 suchte eine Projektgruppe der Tamedia AG, seit 2007 Mehrheitsaktionärin von Espace Media, verschiedene Varianten für den «Bund». Im Vordergrund standen dabei entweder eine enge Zusammenarbeit mit dem Tages-Anzeiger oder der Zusammenschluss mit der Berner Zeitung zu einer neuen Regionalzeitung.

Die Ankündigung löste zahlreiche, mehrheitlich bedauernde oder empörte Reaktionen aus. In der Folge lancierte der Berner Politikberater und Buchautor Mark Balsiger das Komitee «Rettet den Bund». Das Komitee, das von Politikern aus verschiedenen Parteien und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur präsidiert wird, setzt sich für die Eigenständigkeit des «Bund» ein. Während der ersten zwei Wochen nach der Gründung sind dem Petitionskomitee ungefähr 7000 Personen beigetreten; Anfang 2010 verzeichnete das Komitee 16'500 Mitglieder.

Im Mai 2009 entschied sich der Verwaltungsrats der Tamedia AG für die Variante, die «Bund»-Chefredaktor Artur K. Vogel und Res Strehle, Co-Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», ausgearbeitet hatten: Der «Bund» bleibt als eigenständiger Titel erhalten, arbeitet jedoch künftig redaktionell eng mit dem «Tages-Anzeiger» zusammen. Seit Oktober 2009 ist das Modell in Kraft: Der «Bund» bezieht die ganze Auslandberichterstattung, Teile der Innenpolitik, der Wirtschaft, des Sports und der Kultur sowie Beilagen vom «Tages-Anzeiger». Eine gemeinsame Bundeshausredaktion in Bern unter «Bund»-Ägide, geleitet von Patrick Feuz, berichtet für beide Titel über die Bundespolitik.[5]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. WEMF Auflagenbulletin 2011. Abgerufen am 12. November 2011.
  2. a b Blog «Der neue Bund»
  3. a b c d e f 160 Jahre Der Bund
  4. a b Bund, Der im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. Medienmitteilung zur Zusammenarbeit zwischen Bund und Tagesanzeiger

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