Der Glöckner von Notre-Dame (Musical)


Der Glöckner von Notre-Dame (Musical)

Der Glöckner von Notre-Dame (auch: "Notre-Dame von Paris", Originaltitel: "Notre-Dame de Paris") ist ein 1831 erschienener historischer Roman des französischen Schriftstellers Victor Hugo (1802-1885).

Im Mittelpunkt steht die aufwendig geschilderte Kathedrale „Notre-Dame de Paris“. In ihr spielen die wichtigsten Teile der Romanhandlung, vor allem das Geschehen um die Gestalt des Quasimodo, des Glöckners von 'Notre-Dame'. Der französische Schriftsteller Alphonse de Lamartine (1790–1869) hat Victor Hugo nach Erscheinen des Romans als „Shakespeare des Romans“ gefeiert.

Der Glöckner von Notre Dame

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Roman beinhaltet mehrere Handlungsstränge, die nach und nach ineinanderfließen und ein buntes und vielseitiges Bild des französischen Spätmittelalters mit all seinen Bevölkerungsschichten zeichnet. Die Geschichte vom missgestalteten Glöckner Quasimodo, der sich in die schöne Zigeunerin Esmeralda verliebt, ist - obgleich er meist als interessant genug angesehen wurde, um ihn zur Haupthandlung einer Vielzahl von Verfilmungen zu machen - nur einer dieser Stränge. Der deutsche Titel des Romans - Der Glöckner von Notre-Dame ist somit etwas fehlgeleitet, denn der französische Originaltitel lautet allgemeiner Notre-Dame de Paris (Die Liebfrauenkirche von Paris).

Einen ständigen Begleiter findet der Leser in dem Poeten und Philosophen Pierre Gringoire, der in viele Teile der Geschichte integriert ist und den Leser somit von einem Schauplatz zum anderen geleitet und der Handlung durch seine eigenen Ansichten, seine Überlebensstrategien und sein Auftreten als Antiheld einen ironischen, ihr eigenen Humor verleiht.

Zu Beginn des Romans wird der Leser in eine Massenszene des mittelalterlichen Paris eingeführt: die Doppelfeier des Dreikönigfestes und des Narrentages am 6. Januar des Jahres 1482. Diesen Anlass nutzt der Autor einerseits, um die Zügellosigkeit dieses Tages und die damit verbundene, legale Umkehrung der - im Mittelalter bestehenden - christlich-ständischen Ordnung zu schildern, andererseits um dem Leser das Erscheinungsbild des alten Justizpalastes und seinem damaligen Aussehen zu beschreiben, nicht ohne dabei darauf hinzuweisen, dass der Verlust derartiger Bauwerke bedauerlich sei und dadurch ungeahnte Schönheiten verloren gingen. Derartige Anspielungen oder offene Meinungen finden sich noch des Öfteren im Verlaufe des Romans. Dabei müssen wir uns vor Augen führen, dass das Buch noch lange bevor der Denkmalschutz ein Thema war, geschrieben wurde. Neben den Bürgersleuten und Junkern der Stadt Paris treten in dieser Szene auch eine Vielzahl Studenten der Universität auf, die den allgemeinen Aufruhr nutzen, um mit Lästereien und bösen Späßen die Freiheiten des Tages auszunutzen. An dieser Stelle begegnet dem Leser erstmals der Student Johannes (Jean, Jehan) Frollo - auch Mühlenhans genannt.

Im Rahmen des Narrenfestes soll im Großen Saal des Justizpalastes ein Theaterstück in der Gattung des Sittenspiels aufgeführt werden, dessen Autor der Dichter Pierre Gringoire ist. Dieser Aufführung soll auch der Kardinal von Bourbon und die flämische Gesandtschaft, die der Vermählung des Kronprinzen von Frankreichs mit Margarete von Flandern beiwohnen, worauf die Handlung des Stückes abgestimmt ist. Als der Kardinal mit Gefolge um die Mittagsstunde – zu der das Theaterstück beginnen soll – noch nicht eingetroffen sind, erzwingt das Volk den Beginn des Spiels. Zunächst lauschen die Bürger und Bürgerinnen aufmerksam den – für einfache Bürger doch recht schwierigen und trockenen - Versen, wobei sie im Allgemeinen eher an den Kostümen der Darsteller als an der Handlung des Stückes Interesse finden. Gringoire nimmt dies mit großem Stolz zur Kenntnis. Wenig später tritt jedoch eine wahre Kaskade von Störungen auf (der Bettler Clopin Trouillefou, das Eintreffen des Kardinals von Bourbon, das Eintreffen der flämischen Gesandtschaft), welche die Aufmerksamkeit des Volkes von der Bühne weg auf andere Schauplätze lockt. Gringoire treibt dennoch sein Stück tapfer voran, obgleich es die Bürger von Paris nicht mehr interessiert und die Gäste langweilt. Schließlich schlägt der Genfer Strumpfwebermeister und Revolutionär Jakob (Jacques) Coppenole, der sich unter den Gesandten befindet, eine Wahl zum Narrenpapst nach „flämischer Sitte“ vor, der das Volk mit großer Begeisterung zustimmt.

Quasimodo wird daraufhin bei einem derben Volksfest zum Narrenpapst gewählt. Quasimodo wurde als missgestaltetes Findelkind von Dom Claude Frollo, dem im Ruf eines Hexenmeisters stehenden Dompropst von Notre-Dame, aufgezogen und zum Glöckner von Notre-Dame ausgebildet. Eine wichtige Figur des Narrenfestes ist die Zigeunerin Esmeralda, die durch ihren Tanz Zuschauer gewinnt und Verfolger anlockt, so auch Dom Frollo. Als Gringoire ihr folgt, beobachtet er, wie Quasimodo Esmeralda entführen will.

Da es Dom Frollo nicht schafft, Esmeralda für sich zu gewinnen, treibt er sie in die Gewalt der Inquisition. Es gelingt Quasimodo, vorübergehend Kirchenasyl in Notre-Dame für die Verehrte zu ermöglichen.

Die Kathedrale 'Notre-Dame de Paris' – hier eine Ansicht aus dem Jahr 1776 – gab dem Roman seinen Titel.

Vor ihrer Hinrichtung kann er sie aber nicht retten. Quasimodo stürzt seinen Herrn Dom Frollo daraufhin von einem Turm der Kathedrale in die Tiefe. Er selbst stirbt am Grab der Esmeralda.

Charaktere

Pierre Gringoire

Pierre Gringoire ist der Sohn des Pächters der Amtsschreiberei von Gonesse, doch sein Vater wurde von den Burgundern gehängt. Weil auch seine Mutter starb (sie wurde von den Pikarden bei der Belagerung von Paris ungefähr 20 Jahre zuvor getötet), war er seit seinem 6. Lebensjahr ein Waise. Bis zum sechzehnten Lebensjahr schlug er sich mit Betteln durch. Abends ließ er sich von der Wache aufgreifen, um nachts ein Strohbett in einer Zelle zu haben. Nachdem er erfahren musste, dass er zum Soldaten, Mönch und zum Zimmermann nicht taugte, stieß er auf die Schulmeisterei, die ihm mehr zusagte. Sein Analphabetismus war für ihn kein Hindernis, so machte er sich zum Dichter und Tonsetzer, was ihm mehr lag als das Stehlen. Der Priester Claude Frollo machte ihn schließlich zu seinem Lehrling, so dass Gringoire heute - mit 26 Jahren - sehr gebildet und kreativ ist.

Dennoch ist Gringoire ein eher erfolgloser Dichter und Philosoph. Er beherrscht viele Fremdsprachen, darunter Altgriechisch und Latein. Pierre Gringoire ist groß, dünn, hat blondes Haar und für sein Alter zu viele Falten. Er hält sich selbst für einen großen Künstler und reagiert sehr gereizt, wenn jemand seine Werke kritisiert. Sonst ist er ein eher ruhiger und sehr lebensfroher Mann, der stets auf der Suche nach neuen Wegen und Zielen ist.

Pierre Gringoire hatte in das Rotwelschenreich eingeheiratet. Als er durch Zufall in den „Wunderhof“ der Bettler hineingerät und daraufhin gehenkt werden soll, erbarmt sich La Esmeralda und ehelicht ihn, um ihm so das Leben zu retten. Allerdings führen die beiden eine recht unpersönliche und lieblose Beziehung ohne jeglichen Körperkontakt. Pierre findet mehr Gefallen an der Ziege Djali. Auch während er dem Hexenprozess gegen Esmeralda und Djali beiwohnt, hat er mehr Mitleid mit der Ziege. Letztendlich entscheidet sich Pierre Gringoire, lieber Djali als die Zigeunerin vor ihrer Hinrichtung zu retten.

Obgleich sie ihn aufgrund seiner hohen Bildung und seiner philosophischen Gedankenwelt nicht immer verstehen, mögen die Rotwelschen Pierre Gringoire und behandeln ihn sehr freundlich.

Quasimodo

Diesen Namen bekam er von seinem Ziehvater Claude Frollo, der sich seiner annahm, weil der Junge im Alter von etwa 4 Jahren am Sonntag Quasimodogeniti (übersetzt: Wie die neu geborenen Kinder, gefeiert am 1. Sonntag nach Ostern) auf den Treppen von Notre Dame gefunden wurde. Quasimodo ist das Abbild der Hässlichkeit, denn er ist schrecklich deformiert, hat einen Buckel und eines seiner Augen ist mit einer Warze bedeckt. Des Weiteren ist er durch das jahrelange Glockengeläut taub. Seine Liebe zu den Glocken Notre Dames und ihrem schönen Klang sind seine einzige Form der Kommunikation. Die Pariser Bürger genießen das Glockengeläut, sozusagen das Singen Quasimodos, ihn selbst jedoch verabscheuen sie aufgrund seiner Hässlichkeit.[1]

(La) Esmeralda

Die Esmeralda ist das uneheliche Kind eines französischen Freudenmädchens aus Reims und hieß eigentlich Agnès. Schon als kleines Kind war sie von überragender Schönheit. Als eines Tages Zigeuner in die Stadt kamen, stahlen diese das hübsche kleine Mädchen und tauschten es gegen den verkrüppelten und hässlichen Quasimodo aus, so dass Agnès bei den Zigeunern zu einer jungen Frau heranwuchs, ihre Bräuche und Lebensart übernahm und den Namen 'La Esmeralda' bekam. Ihre Mutter war davon überzeugt, dass die Zigeuner ihre Tochter getötet hatten, betete und fastete daher für den Rest ihres Lebens als Klausnerin und verehrt einen Schuh, den das Kind bei seiner Entführung verloren hatte, wie eine Reliquie. Den zweiten Schuh trägt Esmeralda in einem kleinen Perlensäckchen um den Hals, in dem Glauben, dass sie dadurch eines Tages ihre Mutter wieder finden könne. Erst kurz vor La Esmeraldas Hinrichtung kommen Mutter und Tochter wieder zusammen.

In Paris bekommt sie den damals vorherrschenden Antiziganismus zu spüren. Esmeralda ist 16 Jahre alt und verdient ihr Geld als Tänzerin. Sie hat langes, schwarzes, gelocktes Haar, welches zierlich von Zechinen (Goldmünzen) durchflochten ist, goldbraune Haut, große schwarze Augen und samtig-lange Wimpern. Sie ist schlank, zierlich und hat eine schmale Taille. Ihr Merkmal sind ihre niedlichen kleinen Füße. Viele Männer verlieben sich in sie. Neben Gringoire, der sich schnell damit abfindet, dass sie nicht an ihm interessiert ist, sind dabei der Glöckner Quasimodo und der Priester Claude Frollo zu nennen, die aber darüber, dass das Mädchen sie nicht mag oder gar hasst, nie hinwegkommen. Doch La Esmeralda respektiert die Gefühle ihrer Mitmenschen wenig. So liebt sie nur schöne, starke und heldenhafte Männer, wie ihren Hauptmann Phöbus, auf dessen schlechten Charakter sie wenig achtet.

La Esmeralda ist sehr abergläubisch, was auf ihre Kindheit bei den Zigeunern zurückzuführen ist. So bemüht sie sich stets keusch zu bleiben, zumal sie der festen Überzeugung ist, nur so ihre Mutter je zu finden. Doch Phöbus schafft es fast, sie zu entjungfern. Allerdings wird er, noch ehe ihm das gelingt, von Claude Frollo außer Gefecht gesetzt.

Richter Claude Frollo

Archidiakon Frollo ist der Antagonist des Romans. Dennoch verkörpert er nicht den typischen schlechten Charakter. Aufopfernd kümmert er sich um seinen jüngeren Bruder Jean, der ihm dankt, indem er sein ganzes Geld verspielt und seine Studien vernachlässigt. Ebenfalls versucht er Quasimodo zu unterrichten, was durch dessen Taubheit erheblich erschwert wird. Der Abstieg Frollos in die schwarze Magie und in den Wahnsinn wird durch seinen Misserfolg erklärt, Jean oder Quasimodo nach seinen Vorstellungen zu formen. Quasimodo ist für ihn ein willenloses Werkzeug, das seinen Befehlen zu gehorchen hat und dennoch versucht er ihn vor der Abscheu der Pariser zu schützen. Sein Herz entbrennt für Esmeralda, als er ihr zum ersten Mal begegnet. Er ist hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen zu Esmeralda und seinem kirchlichen Gelübde.

Clopin Trouillefou

Clopin Trouillefou ist der König des Rotwelschenreiches des sogenannten „Wunderhofes“, das sämtliche Randgruppen, die dem Rotwelschen (frz. Argot) mächtig sind (Bettler, Landstreicher, Räuber, Diebe, Prostituierte, etc.) beinhaltet. Zum ersten Mal begegnet ihm der Leser zu Anfang des Romans, als Pierre Gringoire versucht, im Rahmen des Pariser Narrenfestes im Großen Saal der Stadt, in dem sich ein Großteil der Einwohner versammelt hat, ein Sittenspiel aufzuführen. Clopin - in Erscheinung eines Bettlers - ist indirekt an der ersten Störung dieses Theaterstücks beteiligt, indem er sich, um mehr Almosen zu heischen, gut sichtbar unterhalb der für die Gesandtschaft aus Flandern errichteten Estrade platziert. Interessant ist hierbei auch der Hinweis Hugos auf den „Nebenerwerb“ der Beutelschneiderei, des mittelalterlichen Taschendiebstahls: „ein zerlumpter Bettler, der verwirrt und eingezwängt in der Menge nicht richtig hatte betteln können und auch in den Taschen seiner Nachbarn keinen ausreichenden Schadensersatz gefunden hatte,…“.

Als Clopin, dessen Aussehen als erbärmlich und zerlumpt beschrieben wird und der eine schlimme, offene Wunde auf dem Arm trägt, auf seinem erhöhten, gut sichtbaren Platz angelangt ist und zu betteln beginnt, wird er von dem frechen und zügellosen Johannes (Jean) Frollo (dem Bruder von Claude Frollo) entdeckt, der ihn erkennt und laut ausruft: „…Holla, Freund? Hat dich denn deine Wunde am Bein geniert, dass du sie dir auf den Arm gelegt hast?“ Dieser Ausruf - der die Aufmerksamkeit der gesamten Menge von Gringoires Stück auf Clopin lenkt - entlarvt ihn als einen „Klencker“, einen „unehrlichen Bettler“ der nicht wirklich krank oder verstümmelt ist, sondern sich künstliche Wunden anlegt, um Mitleid zu erheischen. Vermutlich ist auch der Name „Clopin“ eine Anspielung auf diese Falschbettelei und ist auf das französische Verb „clopiner“ was so viel wie „humpeln“ oder „hinken“ bedeutet, zurückzuführen. Trotzdem sammelt Clopin einiges an Almosen in seinem alten, zerschlissenen Filzhut, es kehrt wieder Ruhe ein und Gringoires Stück kann kurze Zeit seinen ungestörten Fortgang nehmen.

Als wenig später die flämische Gesandschaft eintrifft, bleibt Clopin unverschämterweise auf dem Goldbrokat der Estrade sitzen und der Zufall will es, dass ausgerechnet der beim Volke beliebte und von der Obrigkeit verhasste und gefürchtete Strumpfwirker und Revolutionär Jakob Coppenole auf der Estrade oberhalb von ihm Platz nimmt und Clopin als einen alten Freund erkennt. Hand in Hand beginnen sich die beiden zu unterhalten und als der Kardinal aus einiger Entfernung die Szene beobachtet, denkt er, der Bettler wolle bei den Gesandten Almosen erheischen und will ihn in den Fluss werfen lassen. Coppenole verteidigt ihn jedoch lautstark: „Aber das ist mein Freund und das lass ich nicht zu!“. Dies erzeugt beim Kardinal große Peinlichkeit, Coppenole jedoch verschafft es den Beifall des Volkes.

Als Jakob Coppenole später die Wahl des Narrenpapstes "nach flämischer Art" anleiert - das soll heißen, dass derjenige gewinnt, der die beste Grimasse schneidet - tritt Clopin als aussichtsreicher Kandidat an, gibt sich jedoch beim Auftreten Quasimodos geschlagen. Am Festzug um den Narrenpapst durch Paris ist Clopin samt dem ganzen rotwelschen Königreich beteiligt.

Phoebus de Châteaupers

Phoebus de Châteaupers ist Hauptmann der 'Archers du Roy' (etwa königliche Leibgarde). Er ist mit Fleur de Lys verlobt, was ihn von seinen Affären aber nicht abhält. Er selbst wirkt anziehend auf Frauen, was er stark ausnutzt. Auch La Esmeralda verliebt sich zu ihrem Unglück in den schönen und jungen Hauptmann, dessen Vorname so gut passend zu seinen blonden Haaren „Sonne“ bedeutet. Doch Phoebus interessiert sich nur für eine Nacht mit ihr. Er ignoriert ihren Wunsch, jungfräulich zu bleiben. Als Esmeralda des Mordes und der Hexerei bezichtigt wird, steht er ihr nicht zur Seite, sondern kehrt zu Fleur de Lys zurück. Phoebus ist gut mit Jean Frollo befreundet und zieht gerne mit ihm um die Häuser.

Von Phoebus heißt es zum Schluss des Romans, er endete tragisch: Er heiratete.

Jean Frollo

Die Eltern von Jean (frz.= Johannes) Frollo du Moulin starben, als er noch ein kleines Baby war, bei einer Pestepidemie. Daraufhin nahm sich sein großer Bruder, der verteufelte Priester und Alchimist Claude Frollo, seiner an, der zu ihm eine innige Beziehung hatte und dessen größtes Ziel und Lebenswerk es war, aus Jean einen gelehrten und kultivierten Menschen zu machen. Er schickte ihn daher zur Schule und ließ ihn studieren. Doch Jean macht Claude stets großen Kummer. Er ist frech und vernachlässigt sein Studium. Darüber hinaus ist er faul und undankbar. So wird er letztendlich auch Landstreicher und zieht in den Hof der Wunder ein. Jean ist sechzehn Jahre alt, hat blonde Locken, rosige Lippen, kecke blaue Augen und eine Stupsnase. Er ist sehr von sich selbst überzeugt, schwärmt davon, dass alle Mädchen in ihn verliebt seien und hält sich für allmächtig. Diese Arroganz führt schließlich zu seinem Tod. Obwohl Jean Frollo du Moulin den Bettlerkönig sehr respektlos behandelt, bringt ihm Clopin Trouillefou eine relativ große Zuneigung entgegen. Beim Sturm auf Notre-Dame wird er von Quasimodo getötet, der ihn für einen Soldaten hält.

Mathias Hunyadi Spicali

Der zweite Rotwelschenanführer ist Spicali. Er ist der Herzog von Böhmen und Ägypten und Zigeunerhauptmann. Er ist schon recht alt und gebrechlich, sehr abergläubisch und weiß vor allem über weiße und schwarze Zauberkunst Bescheid. Er trägt immer einen Lumpen um den Kopf gewickelt.

Guillaume Rousseau

Guillaume Rousseau ist der Kaiser von Galiläa. Er will immer Spaß haben, beschäftigt sich deshalb oft mit Dirnen, ist dick und stets betrunken. Er ist der dritte große Herrscher über das Rotwelschenreich.

Djali

Djali ist die kleine Ziege von La Esmeralda. Sie ist hübsch, zierlich und geschmeidig, hat ein ganz und gar schneeweißes Fell, und ihre Hufe und Hörner sind vergoldet. Durch ihre Niedlichkeit erobert sie schnell das Herz von Pierre Gringoire, und er liebt sie schließlich mehr als Esmeralda, so dass er letztendlich auch das Tier anstelle von Esmeralda vor dem Tod rettet. Djali beherrscht eine Menge kleiner Kunststücke wie das Nachahmen bestimmter Leute oder das Bilden von Wörtern mit Buchstabensteinchen, womit sie La Esmeralda allerdings ziemlich in Schwierigkeiten bringt. Djali folgt ihrer Herrin stets und kommt mit ihr in den Wunderhof.

Andry le Rouge, Bellevinge de l'Etoile & Francois Chante-Prune

Diese drei Rotwelschen sind die Handlanger Clopin Trouillefous. Sie sind für das Hängen der „Wunderhof-Eindringlinge“ verantwortlich. Während der hünenhafte Bellevigne de l'Etoile dabei auf den Querbalken des Galgens klettern muss und bei Trouillefous Signal auf die Schultern des Opfers springen, um einen schnellen und sicheren Tod zu garantieren, ist es die Aufgabe des roten Andrys, im selben Moment den Schemel, auf dem das Opfer steht, mit einem Kniestoß umzukippen, und schließlich hat sich ebenfalls beim Ertönen des Klatschens François Chante-Prune (oft liebevoll 'Pflaume' genannt) an die Beine des Hinzurichtenden zu hängen. Bellevigne de l'Etoile stirbt beim Angriff der Landstreicher auf die Kathedrale.

Fleur de Lys

Fleur de Lys ist eine Adelige und die Verlobte von Phoebus de Châteaupers. Sie ist ungefähr 14 Jahre alt und kokett. Ihre Haare sind hellblond und ihre Haut ist zart und weiß. Sie liebt Phoebus sehr innig, ahnt jedoch, dass er eine Affäre mit Esmeralda hat. Am Schluss vergibt sie ihm alles und heiratet Phoebus.

Ludwig XI.

Der König Frankreichs ist ein ängstlicher Mann von hagerer und dünner Gestalt, mit runzligen Händen, die ihn sehr alt erscheinen lassen, und einer langen Adlernase. Seine Kleidung ist schäbig und anstatt im Louvre zu wohnen, zieht er es vor, sich in der Bastille zu verschanzen. Von seinem Arzt Coctier lässt er sich einstweilen manipulieren z.B. wenn er Angst um seine Gesundheit hat. Außerdem steht noch sein grausamer, adeliger Barbier unter seinem Befehl, Olivier le Daim. Alles in allem ist er ein grausamer Mensch, der den Archidiakon Frollo aufgrund seiner alchimistischen Kenntnisse sehr schätzt und eine blutige Regierungszeit führt. Er erstattet den Befehl, La Esmeralda zu hängen und den Pöbel vor Notre-Dame niederzuschlagen. Er stirbt ein Jahr nach der Tragödie.

Bühnenwerke

Verfilmungen

Trivia

Der historische Roman Im Schatten von Notre-Dame von Jörg Kastner erzählt eine Geschichte, welche parallel zu den Ereignissen aus Der Glöckner von Notre-Dame angesiedelt ist und zum Teil dieselben Charaktere beschreibt.

Einzelnachweise

  1. Der Glöckner von Notre Dame, Neuauflage 2007, jeweils Seite 72 (www.kaiserverlag.com)
    „Sechzehn Jahre vor Beginn dieser Geschichte war am Sonntag Quasimodo in der Liebfrauenkirche zu Paris, auf dem Brett vor dem Bild des heiligen Christoph, ein lebendes Geschöpf ausgesetzt worden.“
    „In der Tat war das kleine Geschöpf, das etwa 4 Jahre zählte, ein wirklicher Ausbund an Hässlichkeit.“

Literatur

Ausgaben

  • Victor Hugo, Der Glöckner von Notre Dame, Übersetzung von Philipp Wanderer, Diogenes Verlag 1984, ISBN 978-3257212907
  • Victor Hugo, Der Glöckner von Notre Dame, Übersetzung von Hugo Meier, Manesse-Verlag 1999, ISBN 978-3717580607
  • Victor Hugo, Der Glöckner von Notre Dame, Übersetzung von Else von Schorn, Insel Verlag 2002, ISBN 978-3458334811 (gekürzte Version, erstmals 1914 herausgegeben[1])

Weblinks


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