Der Schakal (Film)


Der Schakal (Film)

Der Schakal ist ein Roman von Frederick Forsyth, der erstmals 1971 veröffentlicht wurde. Die Geschichte um den Attentäter auf Charles de Gaulle basiert auf einem tatsächlichen Attentat im Jahre 1962, das von dem Franzosen Jean Bastien-Thiry organisiert worden war. Die bislang (2006) einzige deutsche Übersetzung des Bestsellers stammt von Tom Knoth und erschien erstmals 1972 im Piper-Verlag, München. Allein die seither in diesem Verlag bis 1994 herausgebrachten 20 Auflagen summierten sich auf 315.000 Exemplare.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Nach mehreren gescheiterten Anschlägen auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle beschließt die französische Terrororganisation OAS, einen britischen Auftragsmörder zu engagieren, um de Gaulle zu töten. Dies wird notwendig, da die eigene Organisation von Spitzeln unterwandert ist und jede bedeutende Aktion schon im voraus verraten wird. Als nun ein Kandidat gefunden ist, der noch nie in Frankreich aktiv war, aber ein absoluter Profi ist, beginnen die Terroristen, das Honorar von 500.000 Dollar durch Banküberfälle zu besorgen. Die sich häufenden Überfälle werden von der Polizei bemerkt und sie beginnt mit ihren Ermittlungen. Während der Killer mit seiner peniblen Vorbereitung beschäftigt ist, entdeckt die Polizei, dass es sich bei der geplanten Aktion um einen Anschlag auf den Präsidenten handelt.

Ein Wettlauf zwischen dem Mörder, der sich den Decknamen Schakal zulegt, und dem mit der Lösung des Falls betrauten Kommissar Lebel beginnt. Am Nationalfeiertag soll der Anschlag erfolgen, da der Präsident sich an diesem Tag öffentlich zeigen wird. Der Schakal will de Gaulle von einer Mansarde aus mit einem gezielten Schuss töten. Lebel ist sich dieses Risikos bewusst und maximiert die Sicherheitsvorkehrungen. Doch ist er regelmäßig mit den Hemmnissen der Bürokratie konfrontiert, verschiedene hochrangige Beamte versuchen immer wieder, die Leitung der Ermittlungen zu beeinflussen und den Polizisten auszubooten. Immer wieder wird Lebel, sobald der Weg des Mörders und seine Pläne sichtbar zu sein scheinen, mit Dank bedacht und verabschiedet, um dann bei neuerlichen Problemen wieder zurückgeholt zu werden. Lebel erkennt, dass der Mörder über Informationen aus dem innersten Zirkel der Macht verfügen muss. Schließlich wird ein hoher Beamter enttarnt, dessen junge Geliebte sensible Informationen an die OAS weitergeleitet hat. Ein abgehörtes Telefonat überführt den Beamten und provoziert die Frage anderer Beamter, wie Lebel gewusst habe, welches Telefon abzuhören sei. Lebel antwortet, er habe einfach alle Telefone der involvierten Beamten abhören lassen.

Der Schakal gelangt nach Paris, wobei er mehrmals mögliche Zeugen, die ihn verraten könnten, tötet. Getarnt als Kriegsveteran gelingt ihm der Zugang zur polizeilichen Sperrzone rund um den Platz, an dem de Gaulle auftreten soll. Lebel inspiziert die Umgebung, ihm ist bewusst, dass der Killer noch immer nicht gefunden worden ist. Durch Zufall erfährt er durch einen jungen wachhabenden Polizisten von der Existenz des ominösen Veterans. Gemeinsam stürmen sie in das Dachgeschoss, wo der Schakal bereits kurz vor der Ausführung des Attentats steht. Der Mörder erschießt den Polizisten. Allerdings gelingt es Lebel in letzter Sekunde, mit der Maschinenpistole seines Kollegen den Gesuchten unschädlich zu machen. Am Schluss des Romans wird der Leichnam des Schakals, dessen Identität nicht ermittelt werden kann, in einem unbezeichneten Grab beerdigt.

Verfilmungen

Forsyths Roman wurde zwei Mal für den Film adaptiert. Allerdings hält sich nur die Version von Fred Zinnemann an die literarische Vorlage. Die zweite Version wurde in das Produktionsjahr des Films (1997) und von Frankreich in die USA verlegt. Damit ändert sich auch das potenzielle Opfer des Schakals und die technischen Neuentwicklungen seit 1962 sind dem Film nicht fremd.

Der Schakal (1973)

Die erste Verfilmung unter der Regie von Fred Zinnemann stammt aus dem Jahr 1973. In den Hauptrollen spielen Edward Fox als Schakal und Michael Lonsdale als Inspektor Lebel. In weiteren Rollen: Delphine Seyrig, Michel Auclair, Olga Georges-Picot und Jean Sorel (als Bastien-Thiry).

Der Schakal (1997)

Das amerikanische Remake entstand 1997 unter der Regie von Michael Caton-Jones. Die Hauptrollen werden gespielt von Bruce Willis (als Schakal), von Sidney Poitier (als FBI-Vizedirektor Carter Preston, der Entsprechung zu Kommissar Lebel) und von Richard Gere (als ehemaliger IRA-Terrorist Declan Mulqueen, der das FBI bei der Jagd nach dem Schakal unterstützt). Fred Zinnemann, der zu diesem Zeitpunkt fast 91 Jahre alt war, wehrte sich vehement gegen die Verwendung des Originaltitels The Day of the Jackal für die neue Verfilmung. Schließlich erschien der Film mit einem leicht abgewandelten Titel (The Jackal), in Deutschland hingegen waren sie identisch. Diese Verfilmung basiert nur recht lose auf der Original-Romanvorlage und der Handlungsort wurde vom Frankreich der frühen 1960er ins Amerika der 1990er Jahre verlagert.


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