Der Wolf und die sieben jungen Geisslein


Der Wolf und die sieben jungen Geisslein
Illustration von Karl Fahringer (1874-1952)

Der Wolf und die sieben jungen Geißlein ist eine der bekanntesten Erzählungen aus Grimms Märchen, verfasst von den Brüdern Grimm. Sie erschien erstmals im Jahre 1812 und ist die Nr. 5 in der Sammlung (KHM 5).

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Mutter Ziege muss das Haus verlassen und gibt ihren sieben Geißlein auf, während ihrer Abwesenheit niemanden ins Haus zu lassen. Kurz nachdem sie gegangen ist, kommt bereits der böse Wolf vorbei und begehrt Einlass. Die Geißlein erkennen jedoch, dass der Wolf und nicht ihre Mutter vor der Türe steht und lassen ihn nicht hinein. Aus Tücke frisst der Wolf daraufhin Kreide, um damit seine Stimme zarter zu machen und kehrt daraufhin zum Haus der Geißlein zurück. Da der Wolf allerdings seine schwarze Pfote auf das Fensterbrett legt, erkennen die Geißlein den Betrugsversuch und lassen ihn nicht hinein. Für den dritten Versuch lässt sich der Wolf vom Bäcker Teig auf den Fuß streichen und zwingt danach den Müller diesen mit Mehl zu bestäuben. So gelingt es ihm nun die Geißlein gänzlich zu täuschen, die daraufhin die Tür öffnen. Der böse Wolf stürmt hinein und frisst sechs der sieben Geißlein, eines kann sich in der Standuhr verstecken. Als die Mutter wieder nach Hause kommt, schlüpft das Geißlein aus seinem Versteck und berichtet von dem Überfall und den gefressenen Geschwistern. Der Wolf liegt noch schläfrig auf der Wiese vor dem Haus, woraufhin Mutter Ziege zurück ins Haus eilt und ihr Nähzeug holt. Damit öffnet sie den Bauch des Wolfes und es zeigt sich, dass alle Geißlein noch am Leben sind und dem Bauch entspringen können. Die Mutter beauftragt ihre Kinder, Steine zu sammeln, die sie dann in den Bauch des Wolfs einnäht. Als der Wolf wieder aufwacht und zum Trinken an den Brunnen geht, wird er durch die Last der Steine hinein gezogen und ertrinkt.

Rezeption in der Forschung

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Die Märchenforschung hat bereits darauf hingewiesen, dass hier eine Wandererzählung zumindest aus dem griechischen Kulturkreis über die Geburt des obersten Gottes Zeus vorliegen müsse (vgl. dort): Die Geiß entspreche zunächst der Rheia, zugleich auch der den geretteten (jüngsten!) Titanensohn Zeus nährenden Ziege Amaltheia; das siebte Geißlein also dem Zeus; der Wolf seinem Vater Kronos; der Uhrkasten dem Höhlenversteck; die Wackersteine dem großen Stein, den Rheia den Kronos verschlingen lässt; der Sturz in den Brunnen dem Sturz in den Tartaros usw.

Allerdings findet man in der Erzählung auch Anklänge an die Frau Perchta (oft mit Frau Holle gleichgesetzt), die ungehörigen Kindern den Bauch aufschlitzt und Steine hineintut. Auch der Brunnen, in den der Wolf am Ende fällt, ist ein Anklang an Frau Perchta, die brave und fleißige Mädchen oftmals mit Münzen aus dem Brunnen, bzw. Münzen in Eimern, die man aus Brunnen heraufzieht, belohnt.

Auch die Psychoanalyse (Otto Rank) hat die „Wolfs-“ als Vaterfigur vermutet.

Film

  • Der Wolf und die sieben Geißlein, Deutschland 1957, Regie: Peter Podehl
  • Der Wolf und die 7 Geißlein (Fernsehproduktion der Augsburger Puppenkiste, ital., s/w, 1966)
  • SimsalaGrimm, deutsche Zeichentrickserie 1999, Staffel 1, Folge 4: Der Wolf und die sieben Geißlein

Theater

  • Der Wolf und die sieben Geißlein, Schweiz, Figurentheater Tokkel-Bühne, Umsetzung des Märchens ins Figurenspiel.

(Quelle:Tokkel-Bühne Figurentheater)

Textausgabe


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