Deutsche Grammophon-Gesellschaft


Deutsche Grammophon-Gesellschaft
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Die Deutsche Grammophon war ein traditionsreiches deutsches Schallplattenlabel, aus dem 1972 die PolyGram hervorging. Das Unternehmen galt im 20. Jahrhundert als Qualitätsführer im Bereich der Klassik-LPs und war für seine hohen Ansprüche bekannt. Es produzierte zahlreiche berühmte Aufnahmen weltbekannter Orchester und Musiker.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung und Entwicklung

Ehemaliges Werksgebäude in Hannover, heute Grammophon Büropark
In Emil Berliners Fabrik in Hannover

Die Deutsche Grammophon Gesellschaft wurde am 6. Dezember 1898 vom Deutsch-Amerikaner Emil Berliner und seinem Bruder Josef in ihrer Geburtsstadt Hannover gegründet. Von hier aus erschloss das Unternehmen den europäischen Markt für das von den Gebrüdern erfundene Grammophon. Als Muttergesellschaft gilt die im englischen Hayes ansässige Gramophone Company. Die Produktion begann in einer Fabrik im Stadtteil Nordstadt. Wegen zunehmender Enge entstand 1904 ein großes Werk auf den noch freien Flächen entlang der Podbielskistraße im Stadtteil List. Die Produktion nahm sofort enorme Ausmaße an. So wurden im ersten Jahr täglich rund 25.000 Schallplatten gepresst, im Rekordjahr 1908 war es insgesamt sechs Millionen Schallplatten.

Am 1. Januar 1900 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 40 % der Aktien blieben in Hannover bei der Deutschen Grammophon AG, die übrigen Aktien gingen an die Gramophone Company in Hayes, England. Dies führte im Ersten Weltkrieg dazu, dass die Deutsche Grammophon AG und die Grammophon-Spezialhaus GmbH, die sich mehrheitlich im ausländischem Besitz befanden, vom Deutschen Reich beschlagnahmt wurden und die englische Gramophone Company enteignet wurde. Im Jahre 1917 wurde die Deutsche Grammophon AG an die Leipziger Polyphon Musikwerke AG verkauft und der Firmensitz von Hannover nach Berlin in die Markgrafenstraße 76 verlegt.

In den ersten Jahren war der eine Schallplatte beschreibende Engel das Markenzeichen für die Produkte der Firmen der Gebrüder Berliner. Dieser wurde durch den heute weltberühmten, vor dem Grammophon sitzenden Hund namens Nipper abgelöst. Das Markenzeichen His Master’s Voice wurde im Mutterhaus nach einem Gemälde des Künstlers Francis Barraud geschaffen. Zunächst saß der Hund vor einem Phonographen von Edison. Nachdem die Firma Edison aber den Kauf ausgeschlagen hatte, wurde der Phonograph mit einem Grammophon von Berliner übermalt und das Bild anschließend den Brüdern Berliner zum Kauf angeboten. Diesen gefiel es so gut, dass sie es kauften und weitere Kopien davon bestellten. Eines von diesen 16 Originalen hängt im Musikgeschäft Gramola in Wien I am Graben.

Aufgrund der Bestimmungen des zum Ende des Ersten Weltkrieges ausgehandelten Versailler Vertrages durfte die inzwischen vom Mutterhaus unabhängige Deutsche Grammophon AG außerhalb des deutschen Reichsgebietes ihr Markenzeichen und den Namen „Grammophon“ nicht mehr nutzen. Zum Export wurde daher das Label Polydor gegründet. Dem ehemaligen Mutterhaus, der englischen Gramophone Company war es im Gegenzug wiederum nicht gestattet ihre Markenzeichen und Namen in Deutschland zu nutzen, weshalb diese 1924 die Electrola-Gesellschaft in Nowawes gründete.

1937 übernahm Telefunken die DG, reichte die Anteile aber schon 1941 an Siemens & Halske weiter. In der Nachkriegszeit wuchs die Deutsche Grammophon zur bedeutendsten deutschen Schallplattenfirma, die einen Großteil der bedeutenden deutschen und auch viele ausländische Künstler unter Vertrag hatte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

1962 tauschten Philips und Siemens & Halske ihre Anteile an den Labels Philips sowie Deutsche Grammophon je zur Hälfte, 1972 entstand hieraus der PolyGram-Konzern.

Ab 1968 gab die Deutsche Grammophon einige Jahre lang die Kundenzeitschrift Musik-Boutique heraus, die kostenlos in Schallplattenläden und Diskotheken auslag. Mit einer (fast) monatlichen Auflage von 500.000 Exemplaren war das Magazin zu dieser Zeit die zweitgrößte Musikzeitschrift nach der wöchentlich erscheinenden Bravo.

Die Deutsche Grammophon ist heute noch als Label präsent, jedoch nur mehr als Teil der Universal Music Group, in der die PolyGram 1998 aufging.

Historische Schallplatten

Frühere Labels

Traditionsreiche Label, die die Deutsche Grammophon neben dem bekannten Klassik-Label führte, waren beispielsweise:

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