Deutscher Entwicklungsdienst


Deutscher Entwicklungsdienst

Der Deutsche Entwicklungsdienst, kurz DED, war eine 1963 gegründete gemeinnützige Gesellschaft, die im Bereich der personellen Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland tätig ist. Gesellschafter waren die Bundesrepublik Deutschland (95 %) und der Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V. (AKLHÜ) (5 %). Seit 2011 ist sie in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufgegangen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Deutsche Entwicklungsdienst wurde 1963 im Beisein von Konrad Adenauer und John F. Kennedy gegründet. Erster Sitz war Wächtersbach in Hessen, ehe der DED 1977 nach Berlin-Kladow umzog. 1999 verlegte der Deutsche Entwicklungsdienst aufgrund von Bestimmungen des Berlin/Bonn-Gesetzes seinen Sitz ins Bonner Tulpenfeld. Die Gebäude in Berlin-Kladow wurden 2010 abgerissen. Auf dem Gelände entsteht ein Wohnpark.

Bis 2007 hatte der DED seit seiner Gründung rund 15.000 Entwicklungshelfer unter Vertrag. Die ersten 14 Unterstützer für die sogenannte Dritte Welt reisten am 20. August 1964 mit dem Flugzeug nach Daressalam im heutigen Tansania ab.[1]

Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der DED und die Bildungsorganisation InWEnt unterzeichneten in Berlin im Dezember 2010 einen Fusionsvertrag. Am 1. Januar 2011 sind sie zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) verschmolzen.[2] Am 1. Januar 2011 ist der DED in dieser neuen Gesellschaft aufgegangen.

Aufgaben und Anforderungen

Der DED war anerkannter Träger des Entwicklungsdienstes im Sinne des § 2 Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG). Er stellte gemäß Gesellschaftervertrag in Entwicklungsländern berufserfahrene Fachkräfte zur Mitarbeit in ihren Programmen und Projekten im staatlichen und privaten Bereich zur Verfügung; er förderte die Arbeit entwicklungsrelevanter Organisationen in Entwicklungsländern durch fachliche Beratung und den Aufbau lokaler Selbsthilfegruppen, und er führte Aufgaben des Zivilen Friedensdienstes durch; er organisierte die Entsendung von deutschen Entwicklungshelfern für den Freiwilligen Dienst der Vereinten Nationen (UNV).

Seine Mitarbeit erstreckte sich insbesondere auf die Programmbereiche Landwirtschaft und Ressourcensicherung, technisch-handwerkliche Berufsausbildung, Kleingewerbe, Management und Verwaltung, Gesundheitswesen sowie Gemeinwesen/Sozialarbeit. Die Mitarbeit im allgemeinen Bildungswesen wurde in den 1990er Jahren weitgehend eingestellt, da man davon ausging, dass genügend einheimische Lehrer zur Verfügung stünden. Die Anfrage zu einer Mitarbeit ging jeweils vom Gastland aus.

Die Entwicklungshelfer wurden für eine Tätigkeitsdauer von zwei bis sechs Jahren (zuzüglich Vorbereitungszeit) angeworben. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung in dem angeforderten Beruf sowie zwei Jahre Berufserfahrung. Durch diese hohen Anforderungen - verglichen mit Freiwilligendiensten wie dem US-amerikanischen Peace Corps - arbeitete der DED durchweg mit qualifiziertem Personal. Seitens des DED wurde großer Wert auf angemessenes, integratives Verhalten im Gastland sowie nach der Rückkehr auf ein Engagement in der Entwicklungspolitik gelegt. Ein kleiner Teil der Entwicklungshelfer leistete Entwicklungsdienst nach § 22 EhfG an Stelle von Wehr- oder Zivildienst ab. Die Mindestdauer für diesen Ersatzdienst betrug zwei Jahre zuzüglich Vorbereitungszeit.

Die Entwicklungshelfer wurden im Gastland durch einen Landesdirektor (LD) betreut, der ebenfalls beim DED angestellt ist.

2007 waren je Quartal rund 1.000 Entwicklungshelfer für den DED im Auslandseinsatz. Sie arbeiteten in 40 Ländern in Afrika, Südamerika, Mittelamerika und Asien.

Des Weiteren war der DED mit rund 600 Freiwilligen 2009/2010 die größte Entsendeorganisation für Freiwillige im Rahmen des weltwärts-Programms des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und hatte das Sekretariat für die administrativ-finanzielle Abwicklung von weltwärts übernommen,[3] teilte also den 200 anderen weltwärts-Entsendeorganisationen die für weltwärts bestimmten Finanzmittel des Bundesministeriums zu.

Außerdem gab es einige Entwicklungshelfer mit Inlandsverträgen, die die Ziele und Arbeit des DED im Inland bekannt machen sollten, beispielsweise durch Ausstellungen oder Vorträge. Ebenfalls im Inland arbeiteten rund 500 ehemalige Entwicklungshelfer als Referenten für Entwicklungsfragen auf Honorarbasis. Die Referenten konnten beim DED zu verschiedenen Themen angefordert werden. Dieses Programm trug den Titel „Bildung trifft Entwicklung“.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Annalen.net, abgerufen am 18. August 2009
  2. Tagesschau:Deutsche Entwicklungshilfe wird gebündelt
  3. [1], abgerufen am 4. November 2009

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