Dhyana


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Dhyana (Sanskrit, n., ध्यान, dhyāna, Meditation; vgl. Pali: Jhana, oft als Glühen, Brennen übersetzt) bezeichnet in der indischen Yoga-Philosophie die höheren Bewusstseinszustände der Meditation oder der Versenkung. Dhyana lässt sich als ein Erfahrungsakt der reinen Beobachtung beschreiben, bei der das menschliche Ego und seine Gedanken keine Rolle mehr spielen; der Zustand der Zeitlosigkeit und der kosmischen Verbundenheit wird erfahrbar. Der Begriff ist beispielsweise in der Bhagavad Gita und in den Yoga-Sutras des Patanjali zu finden. Dhyana ist die 7. Stufe des Raja Yoga und folgt auf Pratyahara und Dharana.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Ursprünglich entstammt der Begriff dem Buddhismus (Jhana), wo er verschiedene Zustände, die durch ein Sammeln der Achtsamkeit (Pali: Sati; Sanskrit: smṛti स्मृति) erlangt werden können, bezeichnet. In dieser Hinsicht werden die acht Jhanas wie unten angeführt weit verbreitet als Stufen der Konzentration angesehen, während welcher bestimmte geistige Fähigkeiten (wie z. B. die Tätigkeit der sechs Sinne) nicht mehr vorhanden sind. Über den Buddhismus gelangte der Begriff zuerst in die indische Vedanta-Philosophie. Nach Verbreitung des Buddhismus in China wurde daraus das chinesische „Chan“, was dann später im Japanischen zu „Zen“, in Korea „Seon“ und in Vietnam „Thien“ wurde. Auf Tibetisch heißt Dhyana „bsam gtan“.

Die acht Jhanas

Im Pāli-Kanon, etwa im Anupada Sutta[1], werden die Elemente der acht Jhanas wie folgt aufgezählt.

Die vier feinkörperlichen Jhanas (rūpajjhāna) werden so genannt, weil sie im Körper lokalisierbar sind und Entsprechungen im Alltagserleben haben:

  • Pathamajjhāna, Hinwendung des Geistes
  • Dutiyajjhāna, innere Beruhigung
  • Tatiyajjhāna, Gleichmut
  • Catutthajjhāna, Reinheit der Achtsamkeit

Die vier formlosen oder unkörperlichen Jhanas sind die folgenden:

  • Raumunendlichkeit, ākāsanañcayatana
  • Bewußtseinsunendlichkeit, viññānañcâyatana
  • Nichtsheit, ākiñcaññâyatana
  • Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung, nevasaññā-nasaññayatana

Nirodha Samāpatti – Der Zustand nach der Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung

Nach dem Überwinden des achten Jhanas gelangt man in den Zustand der Erlöschung von Wahrnehmung und Empfindung (pi. saññāvedayitanirodham). Im Majjhima Nikaya steht hierzu:

„Wiederum, ihr Bhikkhus, mit dem völligen Überwinden des Gebiets von Weder-Wahrnehmung-Noch-Nichtwahrnehmung trat Sariputta in das Erlöschen von Wahrnehmung und Empfindung ein und verweilte darin. Und seine Triebe wurden aufgehoben, indem er mit Weisheit sah. Er trat achtsam aus jenem Erreichungszustand heraus. Nachdem er das getan hatte, betrachtete er die vergangenen Zustände, die aufgehört und sich verändert hatten, folgendermaßen: ‚Diese Zustände treten also tatsächlich in Erscheinung, nachdem sie vorher nicht vorhanden waren; nach ihrem Vorhandensein zerfallen sie‘. In Bezug auf jene Zustände verweilte er, ohne angezogen zu werden, ohne abgestoßen zu werden, unabhängig, ungebunden, frei, losgelöst, mit einem unbeschränkten Herzen. Er verstand: ‚Es gibt nichts mehr jenseits davon‘, und mit der Pflege jenes Erreichungszustands bestätigte er, daß es nichts mehr gibt.“[2]

Literatur

  • Henepola Gunaratana: The Jhānas in Theravāda Buddhist Meditation. Buddhist Publication Society, Kandy, Sri Lanka 1988. ISBN 955-24-0035-X (Online)
  • Henepola Gunaratana: A Critical Analysis of the Jhanas in Theravada Buddhist Meditation. (Dissertationsschrift) The American University Library, Washington D.C. 1980. (Online)
  • Richard Shankman: The Experience of Samadhi: An In-depth Exploration of Buddhist Meditation. Shambhala Publications 2008. ISBN 978-1-59030-521-8.

Weblinks

Einzelbelege

  1. Anupada Sutta (Majjhima Nikaya 111). Übersetzungen: Bhikkhu Mettiko (deu.); Thanissaro Bhikkhu (engl.)
  2. Anupada Sutta (Majjhima Nikaya 111). Übersetzungen: Bhikkhu Mettiko (deu.); Thanissaro Bhikkhu (engl.)

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