Didschla


Didschla

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Tigris
Lage Türkei, Syrien, Irak
Länge 1.900 km
Quelle Osttaurus
38° 19′ 0″ N, 41° 1′ 0″ O38.31666666666741.0166666666677
Mündung Al Qurnah31.00547222222247.4413888888897Koordinaten: 31° 0′ 20″ N, 47° 26′ 29″ O
31° 0′ 20″ N, 47° 26′ 29″ O31.00547222222247.4413888888897
Abfluss über Schatt al-Arab
Einzugsgebiet 375.000 km²
Rechte Nebenflüsse Anbarçayı, Kuruçay, Pamukçayı, Hazroçayı, Batman, Garzan, Botan, Hezil, Khabur, Großer Zap, Kleiner Zap, Diyala, Lesky
Linke Nebenflüsse Göksu, Baglica, Savur
Durchflossene Stauseen Mosul-Talsperre, Ilisu-Staudamm (geplant)
Großstädte Diyarbakır, Mosul, Tikrit, Samarra, Bagdad, Amarah, Kut
Mittelstädte Bismil, Cizre
Kleinstädte Hasankeyf
Karte der Flüsse Euphrat und Tigris

Der Tigris (altpersisch: Tigr, arabischدجلة‎ Didschla, DMG Diǧla, Aramäisch: Deqlath, Didschla, armenisch: Տիգրիս Tigris, assyrisch Idiglat, türkisch/kurdisch: Dicle, Hebräisch: חידקל, Hiddekel oder Chidekel) ist ein 1.900 Kilometer langer Fluss in Vorderasien. Er entspringt im Osttaurus im Osten der Türkei und verläuft später auf einer kurzen Strecke entlang der Grenze zu Syrien. Danach durchfließt der Tigris den Irak und vereinigt sich dort mit dem Euphrat zum Arvand Rud / Schatt al-Arab, der in den Persischen Golf mündet. Zusammen mit dem Euphrat bildet der Tigris, dessen Einzugsgebiet 375.000 km² umfasst, das Zweistromland, in dem sich einige der ersten Hochkulturen entwickelten.

Inhaltsverzeichnis

Der Name Tigris

Der Tigris in der Nähe von Diyarbakır
Änderungen des Flusslaufes nahe der Doppelstadt Seleukia-Ktesiphon

Tigr ist die altpersische Bezeichnung anstelle des heutigen Tigris. Da der Fluss aus vielen kleineren Nebenflüssen besteht, sind einige Linguisten der Meinung, dass Tigris die Pluralform von Tigr ist, da im Altpersischen die Pluralform mithilfe eines „s“ gebildet wurde. In vielen Ländern im Nahen Osten verwendet man jedoch den Namen Ditjle, der vom aramäischem Deqlath stammt. Aber auch die Namen Tigris oder Tikrit sind gebräuchlich.

Nebenflüsse

Einige Nebenflüsse in der Reihenfolge der Einmündung:

  • Maden (Quellfluss)

Linke Nebenflüsse:

Rechte Nebenflüsse:

  • Göksu
  • Baglica
  • Savur

Quellen

Als der Quellfluss des Tigris gilt heute der Maden, der südlich von Elazığ entspringt und durch den Hazar Gölü (auch Gölcük-See) fließt. Die Assyrer hielten dagegen den südlich von Bingöl entspringenden Berkilin Çay, der bei Egil in den Tigris mündet (bzw. sich mit dem Maden zum Tigris vereinigt), für den Quellfluss. An dem Ausfluss des Berkilin Çay aus einem Tunnel und auf der Felswand nordöstlich davon befinden sich vier Inschriften von Salmanasser III. mit einem Bild des Königs und eine Inschrift von Tiglat-pileser I. Die Inschrift Salmanassers verkündet: "Ich schrieb meinen Namen an die Quelle des Tigris" (ina SAG IGI e-ni ÍD.IDIGNA MU al-ṭu-ur). Der Schwarze Obelisk berichtet, wie diese Inschrift auf dem 7. Feldzug Salmanassers angebracht wurde: Ich ging zu der Quelle des Tigris. Ich wusch die Waffen Aššurs, dort, wo das Wasser heraustritt. Ich opferte meinen Göttern und feierte ein Freudenfest. Ich errichtete ein großes Denkmal für Meine Majestät. Ich schrieb darauf die Herrlichkeit von Assur, meinem Herren, und über meine heldenhaften Feldzüge und über alles, was ich in den Ländern vollbracht hatte. Ich setze es hier ein.[1]

Furten und Brücken

In assyrischer Zeit wurden vor allem folgende Tigrisübergänge benutzt:

  • Ninua (Niniveh)
  • bei Eski Mossul/Bala_tu (Balad), wird von der assyrischen Königsstraße Ḫarran Sharri zwischen Ninua und Kalḫu genutzt
  • Abu_ Wağna_m
  • Tell Abu_ Da.hir, von Cizre aus
  • Pešḫabu_r, gegenüber der Mündung des Sufa_dere in den Tigris
  • Basorin, Ebene von Silopi, nördlich der Haburmündung
  • Bezabde (Cizre) am Hauptweg nach Mossul

Die Al-Sarafija-Brücke, welche in Bagdad über den Tigris führte, wurde am 12. April 2007 von einer militanten Bewegung durch einen Sprengstoffanschlag zerstört.

Stauseen

Nördlich von Mosul wird der Tigris in der Mosul-Talsperre aufgestaut. Der geplante Ilisu-Staudamm sorgt seit Jahren für Konflikte, unter anderem weil die historische Stadt Hasankeyf überflutet werden soll.

Kulturgeschichte

Nach dem alten Testament ist der Tigris einer der vier Flüsse, die das Paradies bewässern (Genesis 2.14). Nach Epiphanius von Salamis (Ancoratus) entspringt er im Paradies, das er unterirdisch verlässt, um in Armenien wieder zu Tage zu treten.[2]

Literatur

  • H. F. Russell, Shalmaneser's campaign to Urartu in 856 B.C. and the historical geography of Eastern Anatolia according to the Assyrian sources. Anatolian Studies 34, 1984, 171-201.
  • Alessandro Scafi, Mapping Paradise, a history of heaven on earth (London, British Library 2006).
  • Karl Holl (Hrsg.), Epiphanius von Salamis, Ancoratus und Panárion. Bd 1 u 2 (Leipzig, Hinrichs 1915-1922); Bd. 3, hrsg. v. Hans Lietzmann (Leipzig, Hinrichs 1933).
  • O. Aytuǧ Taşyürek, Some New Assyrian rock-reliefs in Turkey. Anatolian Studies 25, 1975, 169-180.
  • Karlheinz Kessler, Untersuchungen zur historischen Topographie Nordmesopotamiens, Wiesbaden 1980, 138.
  • D. Oates, Studies in the Ancient history of Northern Iraq

Einzelnachweise

  1. nach Russel 1984, 175
  2. Alessandro Scafi, Mapping Paradise, A history of Heaven on earth (London, British Library 2006), 40

Weblinks


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