Die 12 Stühle


Die 12 Stühle
Filmdaten
Deutscher Titel: Die zwölf Stühle
Originaltitel: The twelve Chairs
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1970
Länge: 90 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Mel Brooks
Drehbuch: Mel Brooks
Produktion: Michael Hertzberg
Musik: John Morris; Mel Brooks
Kamera: Djordje Nikolic
Schnitt: Alan Heim
Besetzung
  • Ron Moody: Ippolit Vorobyaninov
  • Frank Langella: Ostap Bender
  • Dom DeLuise: Vater Fyodor
  • Andréas Voutsinas: Nikolai Sestrin
  • Diana Coupland: Madame Bruns
  • Vlada Petric: Sevitsky
  • Elaine Garreau: Claudia Ivanova
  • Mel Brooks: Tikon

Die zwölf Stühle ist eine Komödie von Mel Brooks, die im Russland des Jahres 1927 spielt. Mel Brooks zweiter Film basiert auf dem satirischen Roman Zwölf Stühle der beiden sowjetischen Schriftsteller Ilja Ilf und Jewgeni Petrow.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Im Russland nach der Oktoberrevolution haben viele Adelige ihr Hab und Gut verloren und auch ihre Häuser räumen müssen. So geschah es auch bei einer Adelsfamilie. Deren letzte Nachkommin erzählt ihrem Schwiegersohn Ippolit am Sterbebett, es sei in der Esszimmergarnitur ein Schatz versteckt. Sie habe diesen bei der Revolution in einen der Stühle eingenäht, um ihn so zu retten. Hierbei handle es sich um Schmuck mit Diamanten, Smaragden und Rubinen. Der Schwiegersohn wittert hier die Chance zu seinem finanziellen Ruhestand und begibt sich auf die Suche.

Zuvor wurde von der Sterbenden allerdings auch schon der orthodoxe Priester Fyodor eingeweiht in die Geheimnisse der Stühle. Er begibt sich nach dieser wertvollen Information ebenfalls auf die Suche nach den Stühlen.

Im Zuge der Suche trifft der Schwiegersohn Ippolit auf den Bettler und Hausierer Ostap Bender und auf seinen alten Diener Tikon, die auf diese Weise ebenfalls über den Schatz informiert werden.

Nun gibt es schon zwei Gruppen, die sich mit der Suche nach diesem Schatz beschäftigen: Einerseits der Mann der Kirche, der durch die letzte Beichte davon erfahren hat, auf der anderen Seite Ostap und Ippolit, die sich ebenfalls darum bemühen.

Die Reise um die Stühle führt beide Gruppen durch Russland, denn die Stühle, die sich eigentlich in einem Museum befinden sollten, werden genau zu der Zeit abgeholt, als Ippolit und Ostap sie durchsuchen wollen.

Nachdem die beiden im Staatsamt für Möbel ausfindig machen konnten, wo die Stühle hingeliefert wurden, mussten sie noch den gierigen Priester loswerden. Das gelingt ihnen durch Anwendung einer kleinen List: Ostap gibt sich als Beamter des Möbelamtes aus und erklärt dem Priester, die Stühle wären nach Sibirien transportiert worden.

Nachdem dieser nun aus dem Rennen ausschied, kann die Suche beginnen.

Die Stühle wurden über ganz Russland verteilt, daher müssen sie jeden Stuhl einzeln jagen und durchsuchen. Beide werden jedoch vom Pech verfolgt und keiner der gefundenen Stühle ist der gesuchte mit dem Schmuck.

Als nur mehr zwei Stühle zur Untersuchung fehlen, kehrt der Priester zurück von seiner "Mission" nach Sibirien und musste erkennen, dass er den falschen Stühlen gefolgt war. Als er seine beiden Mitstreiter allerdings wieder trifft, kann er ihnen den eben aktuellen Stuhl entreißen und mit diesem auf einen Berg flüchten. Von diesem Berg kommt er aber nicht mehr talwärts und kann so nicht mehr an der Suche teilnehmen.

Auch das war nicht der gesuchte Stuhl und es blieb nur mehr einer übrig.

Diesen entdecken Ippolit und Ostap in einem neu gegründeten "Haus für Arbeiter der Bahngesellschaft".

Als in diesem Stuhl auch kein Schatz anzutreffen ist, erfahren sie die Wahrheit: Der dort gefundene Stuhl war der richtige, allerdings hatte man schon durch Zufall den Schatz entdeckt und das neue Haus mit diesem Schatz finanziert.

Somit war die Suche vorbei und die beiden hatten keinen Schatz.

In der Zwischenzeit hatten sie aber gelernt, sich durchzuschlagen und bleiben in weiterer Folge als Bettlerpaar zusammen.

Unterschiede zwischen Verfilmung und Romanvorlage

Der Film orientiert sich sehr lose an der Romanvorlage. Was erstmal auffällt, ist zum Beispiel, dass Ostap Bender bettelt. Laut Roman bettelte Bender nicht sondern ergaunerte sich legal das Geld.

Außerdem wird nicht gezeigt, dass Ostap und Ippolit, nachdem Ostap von dem Schatz erfährt, einen Vertrag abschließt um sich einen Teil an der Beute zu sichern. Die beiden entscheiden sich für 40:60.

Ein weiterer Unterschied ist auch, dass die Adressen der Stühle im Möbelamt von einem richtigen Beamten vergeben gegen Bezahlung von 70 Rubel. Nachdem die Adressen in der Tasche waren und die Quittung erhalten wurde, hat Bender den Beamten ausgetrickst und unwissend gespielt, somit das Geld nicht gezahlt. Als der Priester die Adressen holen wollte, wurden 100 Rubel im Voraus verlangt. Die Adresse war auch für den Besitz ähnlicher Stühle, aber es waren 12 und nicht wie im Film 11.

Im Film waren elf Stühle im Museum. Eigentlich waren es nur zehn Stühle. Ein Stuhl war bei einer Witwe, die Bender als Heiratsschwindler geheiratet hat, um an den Stuhl zu kommen. Es fand auch eine Hochzeit zwischen der Witwe und Bender statt. Nachdem die Diamanten im Stuhl nicht gefunden wurden, kam es später im Buch zu einer spontanen Scheidung zwischen den Beiden. Diese Witwe kommt im Film gar nicht vor. Die zehn übrigen Stühle waren laut Buch nicht im Musem auffindbar. Diese wurden auf einer Auktion verkauft. Sie wurden erst zusammen, dann einzeln versteigert. Alle Kunden, mit Ausnahme des Theaters, wurden im Film entfernt.

Im Theater wurde kein Schauspieler gesucht, wie im Film, sondern ein Maler, der krank wurde. Bender hat die Stelle angenommen, wurde aber wegen schlechter Arbeit vom Schiff geworfen.

Auch das Schachturnier in Vasjuki, wo sich Bender als „Schachgroßmeister Bender“ Geld ergaunert, wurde herausgelassen.

Figuren wie Sevitzki, der im Film die Stühle dem Duo verkauft, kommen im Roman gar nicht vor.

Auch als Pater Fjodor seine Stühle kaufen will, fährt er erst nach Irkutsk und dann nach Jalta. Dort kauft er die Stühle für 230 Rubel und nicht für 105 wie im Film.

Auch die Bettelszene war ganz anders. Im Buch verkaufte Bender Tickets für einen eigentlich kostenlosen Ausstellungsort. Vorobjaninov musste im Park betteln in französisch (Monsiers, je ne mange pas sis jour), deutsch (Geben Sie mir bitte etwas Kopeeken auf dem Stück Brot (Originaltext aus dem Buch)) und russisch (Подайте что нибуть на пропитание бывшему депутату государственной думы (Geben Sie bitte einem ehemaligen Abgeordneten der Duma etwas zum Leben)). Im Film stellte Vorobjaninov einen epilepsiekranken Menschen dar, während Bender über das angebliche Schicksal von Vorobjaninov den Menschen erzählte, in Bezug auf Dostojevski

Ein weiterer Fakt ist, dass Ostap und Ippolit in Moskau in einem Zimmer übernachten, die ihnen ein Freund zu Verfügung gestellt hat.

Der Hauptunterschied zwischen Buch und Film ist jedoch, dass am Ende Ostap Bender von Vorobjaninov umgebracht wurde, damit er den Schatz nicht teilen muss. Im Film bleibt er am Leben.

Das sind nur einige Unterschiede zwischen Buch und Mel Brooks' Film.

Kritiken

„Mel Brooks Version der schon mehrfach verfilmten russischen Satire kombiniert lustvoll zitierte Hollywoodklischees vom Mütterchen Rußland mit jüdischem Wortwitz und anarchistischen Slapstickeinlagen.“

Lexikon des internationalen Films

Literatur

Weblinks


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