Die Abschaffung der Arten


Die Abschaffung der Arten

Die Abschaffung der Arten ist ein von Dietmar Dath verfasster Roman, der Elemente von Science-Fiction sowie Fantasy enthält. Er wurde während der Frankfurter Buchmesse 2008 als eines von sechs Büchern in die Shortlist zum Deutschen Buchpreis aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Teil 1

Das Zeitalter der Menschen ist Vergangenheit. Die Menschen wurden mittels (gesteuerter) Evolution von den Gente - definiert als Tiere, die über Sprache verfügen - verdrängt. Die Gente können ihr Erbgut modifizieren und damit auch ihre Gattung und ihr Geschlecht wechseln. Im weiteren Verlauf der Erzählung wird klar, dass sie auch Kopien ihrer selbst erstellen können, die sich in unterschiedlichen künstlichen Körpern manifestieren. Die hoch entwickelten Zivilisationen der Gente, die zum Teil einst selbst Menschen waren, stehen im Krieg mit den Keramikanern, einem sich im Amazonas entwickelten Keramikmaschinen-Kollektiv, und sehen sich schließlich gezwungen, sich in einer Arche in den Weltraum zurückzuziehen.

Der erste Teil des Buches, der sich mit dem Konflikt zwischen Gente und Keramikanern befasst und die Geschichte vom Fall der Menschheit erzählt, hat mehrere Protagonisten und ist gespickt mit Anspielungen auf gegenwärtige Wissenschaft, wie Quantenverschränkung, Mehrdimensionalität, DNA-Modifikation oder informationstheoretische Sichtweisen des Genom. Die Erzählstruktur ist insofern komplex, als manche Handlungsstränge im Sand verlaufen, andere wiederum erst viel später wieder aufgegriffen werden. Wichtige Protagonisten im ersten Teil sind der Wolf Dimitri und seine Freundin, die Luchsin Lasara, Tochter des Gente-Herrschers Cyrus Golden. Der erste Teil schließt mit der gegenseitigen Tötung von Dimitri und Golden, was den Weg für die Flucht der Gente vor den Keramikanern freimacht.

Teil 2

Im zweiten Teil des Buches werden die Gesellschaftsformen der Gente, die sich von einander unabhängig auf den Planeten Mars und Venus gebildet haben, porträtiert. Auf der lebensfeindlicheren Venus lebt eine Minderheit, die die alten Maschinen der Gente pflegt und ihre Technik zumindest teilweise erhalten konnte, sowie Abkömmlinge der Gente, die sich für Menschen halten. Als Richtschnur für die Organisation ihrer Gesellschaft dienen ihnen die Schriften des Löwen Cyrus Golden, einstiger Herrscher der Gente und Schlüsselfigur bei der Überwindung der Menschen. Allerdings dienen ihnen diese sogenannten "Löwengespräche" nicht als positiver Kodex. Vielmehr werden diese an platonische Dialoge erinnernden Schriften dahingehend gebraucht, dass sie vorschreiben, was genau nicht zu tun ist. Die herrschende Minderheit auf dem Mars, die sogenannten Aristoi, leben in uneinnehmbaren Trutzburgen, wo sie sich mit Philosophie beschäftigen und babylonische Orgien abhalten. Jenseits dieser Bollwerke bekämpfen sich genetisch modifizierte Tierarten in einem niemals endenden Krieg. Durch künstliche Erdbeben und Drogen in Luft und Wasser werden sie systematisch an Kooperation und friedlicher Übereinkunft gehindert - ein Experiment der Aristoi, das endgültig klären soll, was die Evolution vorantreibt: Der reine Kampf ums Überleben allein, oder doch auch Zusammenarbeit und Kooperation. Dieses „Experimentum Crucium“ läuft zu Beginn des zweiten Teils bereits mehr als 5000 Jahre.

Zentrale Protagonisten des zweiten Teils sind Feuer und Padmasambhava, Sohn und Tochter von Dimitri und Lasara. Feuer wurde auf der Venus geboren und Padmasambhava auf dem Mars. Sie ist zunächst Teil des "Experimentum Crucium", ehe sie von den Aristoi aufgenommen wird. Die beiden Geschwister sind die Schlüsselfiguren einer weitgehend im Dunklen bleibenden Prophezeiung oder eines Plans, demzufolge sie zunächst ihr Geschlecht wechseln, um dann eine Beziehung einzugehen und schließlich mit Hilfe von Musik Raum und Zeit überwinden und zur Erde zurückkehren. Dort entdecken sie eine Art Museum, in dem durch Risse in der Zeit wieder Menschen herumspuken, in dem aber außer ein paar Wächtern und Artefakten der Keramikaner keine Zivilisation mehr vorhanden ist. Dort treffen sie auf Frau Cordula Späth, Komponistin und Mitkämpferin von Cyrus Golden, als dieser den Menschen überwand, und die bereits Padmasambhava Musikunterricht gegeben hatte. Das Buch schließt damit, dass Feuer und Padmasambhava die nächsten 1000 Jahre damit verbringen müssen, die Erde zu erkunden.

Auszeichnung

Kurd-Laßwitz-Preis 2009 als bester Roman

Literatur

Weblinks


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