Die Grube und das Pendel


Die Grube und das Pendel
Die Grube und das Pendel, Illustration von Harry Clarke, 1919

Die Grube und das Pendel (englisch The pit and the pendulum) ist eine Kurzgeschichte, die von Edgar Allan Poe im Jahre 1842 verfasst wurde. Sie handelt von den Qualen, die ein Gefangener der Spanischen Inquisition ertragen musste, wobei Poe historische Fakten modifizierte.

Die Geschichte ist im Stil eines Horror-Romans geschrieben und neigt dazu den Leser in Angst und Schrecken zu versetzen, durch eine Fixierung der Sinne, zum Beispiel des Hörens und Fühlens, unterstützt durch das Element des Übernatürlichen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Geschichte beginnt mit einem Gerichtsprozess. Der Erzähler (zugleich Hauptcharakter) wird verurteilt und fällt daraufhin in Ohnmacht. Er erwacht in einem dunklen Raum. Wir erfahren, dass die Geschichte in Toledo spielt. Der Protagonist fragt sich, ob er in dieser dunklen Zelle seine Hinrichtung abwarten muss. Nach einiger Zeit versucht er sich in diesem Kerker zu orientieren. Er tastet die Wand ab, bis er zu seinem Anfangspunkt zurückkehrt. Er misst 50 Meter. Danach will er die Gruft durchqueren und somit den Durchmesser errechnen. Beim Überqueren stürzt er und ertastet dabei eine Öffnung, einen kleinen Schacht, der senkrecht nach unten führt. Er wirft etwas hinein, um zu hören wie tief dieser ist. Er bemerkt jedoch, dass sich Wasser am Schachtende befindet.

Nachdem er wieder ein Stück Brot und Wasser zu sich nehmen durfte, schläft er wiederum ein und bemerkt beim Erwachen, dass er sich in der Größe seiner Zelle geirrt hat. Sie hat nämlich nur einen Umfang von 25 m und die Form eines Vierecks mit erzenen Wänden. Er bemerkt auch, dass er diesmal festgebunden ist. Die Höhe der Decke schätzt er auf dreißig bis vierzig Fuß (9–12 m). Er bemerkt dort eine Bemalung, die er als Pendel identifiziert. Plötzlich tauchen Ratten auf, die das Fleisch gerochen haben, das er zum Essen bekommen hat. Eine Stunde später bemerkt er, dass die Decke nicht so hoch ist, wie er anfangs geglaubt hat, und das Pendel sehr groß und schwer sein muss, weil es aus Metall ist.

Später erkennt er, dass er durch einen Zufall dem Tod durch einen Sturz in den Brunnen entkommen ist und die Henker jetzt einen anderen Weg suchen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Tage vergehen und er bemerkt, dass sich die Decke immer weiter herabsenkt, bis er schließlich den Stahl der Decke riechen kann, weil sie sich schon sehr nah an seinem Körper befindet. Das Pendel hat eine halbmondartige Form und schwingt hin und her, immer näher kommend. Der Erzähler hat große Furcht, dass das Pendel ihn zerschneiden soll und somit die Hinrichtung vollzogen wird. Plötzlich hat er den rettenden Gedanken. Er schmiert seine Fesseln mit den spärlichen, öligen und scharfen Resten des Essens ein, die ihm die Ratten übrig gelassen haben. Nach einer kurzen Schrecksekunde fallen diese über ihn her und nagen an seinen Fesseln, bis diese schließlich nachgeben und sich der Protagonist in letzter Sekunde befreien kann. Das Pendel hat bereits seine Kleidung auf Höhe seiner Brust zerschnitten.

Danach wird das Pendel wieder hinaufgezogen und ein Schlitz, aus dem Licht kommt, wird sichtbar. Gleich darauf beginnen die Wände der Zelle wie tausend Augen rötlich zu leuchten. Schnell wird dem Häftling klar, dass versucht wird, ihn durch extreme Glut zu töten. Allmählich wird der Raum enger und die Inquisitoren (wie der Häftling die Aufseher nennt) versuchen ihn durch Einengung in den Brunnen zu treiben, um ihn dort hineinzustürzen und so die Hinrichtung endlich zu vollziehen. Doch plötzlich weichen die Wände zurück und der Protagonist spürt, dass er von einem Arm gepackt wird. Es ist der Arm des Generals Lasalle. Die Geschichte endet mit den Worten: Die französische Armee war in Toledo eingezogen. Die Inquisition befand sich in den Händen ihrer Feinde.

Zeit und Ort

Die Geschichte spielt in Toledo zur Zeit der Besetzung durch die Truppen von Napoléon Bonaparte, 1808, während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel. Der General Lasalle ist vermutlich Antoine Charles Louis Lasalle.

Charaktere

Der Protagonist ist zugleich Erzähler und Hauptcharakter. Er sitzt im Gefängnis und würde gerne flüchten. Daneben gibt es noch die Inquisitoren, die versuchen den Protagonisten zu eliminieren.

Verfilmung und Zitate

Die Geschichte erlebte mehrere Verfilmungen, so etwa:

Tuomas Holopainen von der Band Nightwish ließ sich beim Schreiben des Songs The Poet and The Pendulum von dieser Geschichte inspirieren. Auch das Pendel, das auf dem Cover des Albums Dark Passion Play zu sehen ist, ähnelt dem von Edgar Allan Poe beschriebenen sehr.

Bereits zuvor verwendete die deutsche Band Rage die Geschichte als Thematik für einen Song, der nach dem Originaltitel The Pit and the Pendulum hieß und 1993 auf dem Album The Missing Link erschien.

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Edgar Allen Poe

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