Discrete Multitone


Discrete Multitone

Discrete Multitone Transmission (DMT) ist die Bezeichnung für das bei ADSL und VDSL2 verwendete Modulationsverfahren.

DMT ist ein Multiträgerverfahren, es unterteilt das ihm zugewiesene Frequenzband in viele Subkanäle. Bei ADSL sind es bis zu 256 Trägerfrequenzen für Daten, die jeweils eine Bandbreite von 4,3125 kHz haben. Die Bitinformation wird den einzelnen Trägern per QAM aufmoduliert.

Der serielle Datenstrom, der zu übertragen ist, wird bei DMT zu jeweils einer Anzahl von Bits zusammengefasst und auf komplexe Subsymbole abgebildet, die auf diesen Trägern parallel gesendet werden. Dazu werden sie gleichzeitig auf die zur Verfügung stehenden Träger moduliert, deren Summensignal dann gesendet wird.

Ein wichtiger Vorteil von DMT besteht darin, dass die Träger unterschiedlich stark eingestellt werden können. Dadurch wird es möglich, den nicht idealen Frequenzgang konkreter Telefonleitungen zu kompensieren. Jeder Träger kann mit einer anderen Bitdichte moduliert werden, je nachdem wie stark er verrauscht ist. Beispielsweise können die Träger mit niedrigeren Frequenzen, wo die Störungen gewöhnlich geringer sind, mit jeweils 60 kbit/s moduliert werden, die Träger mit höheren Frequenzen aber mit nur noch 4 kbit/s. In extremen Fällen können einzelne Träger auch komplett gesperrt werden.

Der Frequenzbereich für diese Trägerfrequenzen (auch Bins genannt – von engl. bin = Behälter, to bin = einlagern) beginnt am unteren Ende oberhalb der Grenzfrequenz des Splitters.

Die Deutsche Telekom verwendet bei ihren Splittern wegen des 4B3T-Leitungscodes des ISDN-Basisanschlusses eine Grenzfrequenz von 138 kHz (Annex B), daher werden die Bins unterhalb von 33 grundsätzlich nicht benutzt. Dies vereinfacht zwar die Handhabung (nur eine Sorte Splitter), verschenkt aber Übertragungskapazität, da in jedem Fall die größere Bandbreite von ISDN für Telefonie freigehalten wird, auch bei Analoganschlüssen, die für die Telefonie weniger Bandbreite brauchen. Im Falle einer Zusammenschaltung eines Analoganschlusses mit einer ADSL könnten an sich eine Reihe von relativ niederfrequenten Träger zusätzlich für die Breitbandübertragung benutzt werden, was bei sonst gleicher Leitung eine Reichweitenerhöhung um etwa einen halben Kilometer bringen würde (Annex A).

Bei ADSL endet der Frequenzbereich mit Bin 255 bei 1,104 MHz, bei ADSL2+ bei 2,2 MHz und bei VDSL2 (dem derzeitigen DSL-Weiterentwicklungstand), bei dem DMT ebenfalls zum Einsatz kommt, bei 30 MHz. Die Richtungstrennung wird meist über ein Frequenzmultiplexverfahren geregelt: Die unteren Bins werden für die Upstream-Übertragung verwendet, die oberen für die Downstream-Übertragung.

Bei ADSL wird bei 414 kHz (Kanal 96) ein Pilotton übertragen.

DMT basiert auf denselben Prinzipien wie das z.B. bei DVB verwendete OFDM-Verfahren.


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