Divriği-Moschee


Divriği-Moschee

Die Divriği-Moschee (türkisch Divriği Ulu Camii ve Darüşşifa) ist ein mit Ornamenten geschmückter Gebäudekomplex aus dem Jahr 1228/29. Sie ist auch unter dem Namen Fatma Hatun Camii oder Ahmet Şah Camii bekannt.

Der Gebäudekomplex liegt in der Kleinstadt Divriği in der türkischen Provinz Sivas. Der armenische Architekt Calouste erbaute die seldschukische Moschee[1] auf Weisung des Emirs der Mengücek Ahmet Schah. Das angrenzende Krankenhaus - das Darüşşifa - auf deutsch Haus der Heilung - wurde zeitgleich auf Anordnung der Ehefrau Ahmet Schahs Turan Melek Sultan gebaut. Die außerordentlichen Schnitzereien und die Architektur verschafften dem Komplex einen Platz unter den wichtigsten Baudenkmälern in Anatolien. Parallelen gibt es zu den bekannten Grabsteinen aus Ahlat. 1985 wurde der Komplex Teil des Weltkulturerbens der UNESCO.

Inhaltsverzeichnis

Architektur und Aufbau

Allgemein

Die Moschee und das Krankenhaus befinden sich südlich der Zitadelle von Divriği auf einem Plateau. Die moderne Stadt Divriği liegt unterhalb dieses Plateaus. Zur Zeit der Errichtung war wohl der größte Teil der Stadt noch innerhalb der Festungsmauern. Zum Bau der Gebäude wurde hellgelber Stein verwendet. Der Komplex ist eines der besten Beispiele für seldschukische Architektur überhaupt. Innerhalb dieser Architektur sind Einflüsse armenischer Architektur erkennbar. Das Hospital hat ganz "offensichtlich strukturelle und ornamentale Ähnlichkeiten mit den armenischen Zhamatun" (Armenische Vorhalle zur Kirche, Narthex)[2]. Der Gebäudekomplex hat eine reiche und vielseitige Ornamentierung.

Der Komplex hat vier Tore, die alle unterschiedlich gestaltet sind. Im einzelnen heißen sie Şifahane-Taç-Tor, Nördliches Taç-Tor, Westliches Taç-Tor und Şah-Mahfili-Taç-Tor. Das Şah-Mahfili-Taç-Tor im Osten wurde 1241 nachträglich eingebaut.

Die Moschee

Die Moschee selber hat nur einen Gebetsraum und wird von zwei Kuppeln überragt. Die Minbar (Kanzel) an der südlichen Wand ist die größte und reich verzierteste Minbar in Anatolien.

Die Moschee besitz zwei Eingänge, wobei das nördliche Taç-Tor der Haupteingang ist. Es enthält Inschriften mit Preisungen über den Bauherrn Ahmet Schah und dessen seldschukischen Oberherren Sultan Kai Kobad I.. Das Tor ist höher als die Moschee selbst. Die Gravuren und Ornamente sind wie bei dem Krankenhausportal asymmetrisch und zahlreich.

Das Darüşşifa

Das Krankenhaus nimmt das südliche Drittel des Komplexes ein. Der Eingang befindet sich an der westlichen Mauer. Das Portal mit dem Namen Şifahane-Taç-Tor ist reich verziert.

Galerie

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. Maxim Yevadian: Les Seldjouks et les architectes arméniens, Les Nouvelles d'Arménie Magazine, Nr. 156, Oktober 2009, Seite 73 f.
  2. Patrick Donabédian und Jean-Michel Thierry: "Armenische Kunst. Grosse Epochen der Weltkunst. Ars Antiqua", Herder Verlag, Freiburg 1988, Seite 370

Literatur

  • Oktay Aslanapa: Anadolu'da ilk Türk mimarisi: Başlangıcı ve gelişmesi (Frühe türkische Architektur in Anatolien: Beginn und Entwicklung), AKM Verlag, Ankara 1991, ISBN 975-16-0264-5

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