Dorothy Brett


Dorothy Brett

Dorothy Eugenie Brett (* 10. November 1883 in London; † 24. August 1977) war eine britische bzw. - nach ihrer Einbürgerung im Jahr 1938 - US-amerikanische Malerin.

Sie war das dritte Kind von Reginald Brett, 2. Viscount Esher, und seiner Ehefrau Eleanor van de Weyer.

In ihrer Jugend wurde ihr wenig Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen gestattet; eine Ausnahme bildeten die Tanzkurse, die sie zusammen mit den Kindern der königlichen Familie absolvierte.

Als Dorothy 23 Jahre alt war, wurde sie ins schottische Sommerhaus der Familie geschickt, um den von den Eltern ungern gesehenen Kontakt mit Margaret Brooke und ihrer Familie zu unterbinden. Dort sah General Sir Ian Hamilton einige ihrer Zeichnungen und brachte ihre Eltern dazu, ihr Unterricht an der Slade School of Fine Art zu gewähren.

Aus der vierjährigen Zeit an der Slade School, in der sie zusammen mit Dora Carrington, Mark Gertler und David Bomberg studierte, stammte ihre Angewohnheit, sich nur noch mit ihrem Nachnamen zu bezeichnen. Auch die Bekanntschaften mit Augustus John und Lady Ottoline Morrell fielen in ihre Zeit an der Slade School.

Ihr Vater finanzierte ihr bald ein eigenes Atelier, allerdings wohl nicht nur, um sich als Mäzen zu zeigen, sondern auch, um die exzentrische Tochter und ihre Freunde von der Familie fernzuhalten.

In den Jahren an der Slade School entwickelte sich eine Hörschwäche bei Brett, die sie schließlich zwang, einen Hörapparat zu benutzen. Er wird in einer Erzählung von D. H. Lawrence beschrieben, dessen Bekanntschaft sie im Oktober 1915 machte. Nach der Zeit an der Slade School lebte Brett zunächst hauptsächlich in der Nähe von Oxford, wo sie zur Bloomsbury Group gehörte. 1919 erhielt sie von ihren Eltern ein Haus ein Hampstead und eine jährliche Apanage, die sie unabhängig machte.

Die Rückkehr des Ehepaars Lawrence aus Nordamerika im Jahr 1923 führte zu einer Wendung in ihrem Leben: Lawrence hatte in Taos den idealen Platz zur Gründung seiner Kommune Rananim gefunden. 1924 reiste Brett mit dem Ehepaar dorthin und wurde dort heimisch. Auch nachdem Lawrence 1930 gestorben war, blieb sie bei seiner Witwe Frieda. Eine weitere wichtige Bezugsperson - und Mäzenin - in Taos war Mable Dodge Luhan.

Werke

Bretts Gemälde aus New Mexico zeigen amerikanische Ureinwohner. Ihre Ceremonials, Bilder, die nach Studien im Pueblo von Taos gemalt wurden, sind vielleicht ihre bekanntesten Werke.

Viele Werke Dorothy Bretts sind in der Ransom Center's Dorothy Brett Art Collection bewahrt. Sie umfassen u. a. Porträts von Aldous Huxley, D. H. Lawrence und Robinson Jeffers. Auch in der Spud Johnson Collection und in der William Goyen Collection befinden sich Gemälde Bretts, ebenso in der Tate Gallery, der National Portrait Gallery und dem Royal Glasgow Institute of the Fine Arts.

Literatur

  • Sean Hignett: Brett. From Bloomsbury to New Mexico; a Biography. Hodder & Stoughton, London 1984, ISBN 0-340-22973-X.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Dorothy Brett — Brett (second from left) with Lady Ottoline Morrell, Mark Gertler and other companions Dorothy Brett (1883–1977) British American painter, remembered as much for her social life as for her art. Born into an aristo …   Wikipedia

  • Brett — bezeichnet: gesäumtes oder ungesäumtes Schnittholz eine Spielplatte für Brettspiele, siehe Spielbrett ein Sportgerät beim Geräteturnen und Wasserspringen, siehe Sprungbrett kurz ein Schwarzes Brett ein themengebundenes Forum, z.B. im Usenet… …   Deutsch Wikipedia

  • Dorothy Poynton — (* 17. Juli 1915 in Salt Lake City; † 18. Mai 1995 in Riverside) war eine amerikanische Wasserspringerin. Sie gewann zwei Goldmedaillen bei Olympischen Sommerspielen. Karriere Dorothy Poynton nahm im Alter von 14 Jahren an den Olympischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Dorothy Burke — Maggie Dence as Dorothy Burke Neighbours character Portrayed by Maggie Dence Created by Ray Kolle Introduced by …   Wikipedia

  • Dorothy Livesay Poetry Prize — The Dorothy Livesay Poetry Prize, established in 1986, is awarded annually to the best collection of poetry by a resident of British Columbia, Canada. One of the B.C. Book Prizes, the award was originally known as the B.C. Prize for Poetry. In… …   Wikipedia

  • Reginald Brett, 2. Viscount Esher — Reginald Baliol Brett, 2. Viscount Esher, GCVO, KCB, PC, DL (* 30. Juni 1852; † 22. Januar 1930) war ein Historiker und liberaler Politiker im Vereinigten Königreich. Leben …   Deutsch Wikipedia

  • Sylvia Brett — Sylvia Leonora, Lady Brooke, Ranee of Sarawak, born The Hon. Sylvia Leonora Brett , (25 February 1885 11 November 1971), was the consort to Vyner of Sarawak, last of the White Rajahs.Early lifeSylvia was born at at No. 1, Tilney Street, Park Lane …   Wikipedia

  • Liste der Biografien/Brd–Bre — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • D. H. Lawrence Ranch — D.H. Lawrence Ranch Historic District U.S. National Register of Historic Places U.S. Historic district …   Wikipedia

  • Lewis Harcourt, 1st Viscount Harcourt — Lewis Vernon Harcourt, 1st Viscount Harcourt (31 January 1863 ndash; 24 February 1922) was a British politician who held the Cabinet office of Secretary of State for the Colonies from 1910 to 1915.FamilyLewis Harcourt was born in Nuneham… …   Wikipedia