Dow Jones


Dow Jones
Dow Jones & Company
Unternehmensform Tochtergesellschaft der News Corporation
Gründung 1882
Unternehmenssitz New York
Unternehmensleitung

Les Hinton (CEO)

Mitarbeiter 7.400 (2006)
Umsatz 1.783,9 Mio. $ (2006)
Branche Verlag, Medien, Nachrichtenagentur, Finanzen
Website

www.dowjones.com

Dow Jones & Company ist ein US-amerikanisches Verlagshaus und seit 2007 eine Tochtergesellschaft der News Corporation, welche unter anderem die Tageszeitung «The Wall Street Journal» herausbringt.

In Europa ist Dow Jones hauptsächlich durch den Aktienindex Dow Jones Industrial Average bekannt. Der Verlag wurde 1882 von drei Journalisten gegründet: Charles Dow, Edward Jones und Charles Bergstresser.

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsbereiche

Die Dow Jones Consumer Media Group ist Herausgeber des Wall Street Journal sowie von Barron’s, Market Watch und Far Eastern Economic Review. Die Dow Jones Enterprise Media Group umfasst Dow Jones Newswires, Factiva, Dow Jones Client Solutions, Dow Jones Indexes und Dow Jones Financial Information Services. Die Local Media Group ist Herausgeber von 8 regionalen Tageszeitungen sowie 15 wöchentlich erscheinenden Regionalzeitungen in den USA. Darüber hinaus liefert Dow Jones Inhalte für CNBC und Radiostationen in den USA.

Dow Jones in Deutschland

Die Dow Jones News GmbH wurde Anfang 2004 gegründet und führt das zuvor von vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH betriebene Nachrichten- und Verlagsgeschäft fort. Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent zu Dow Jones & Company.

Aktienindizes von Dow Jones

Der Verlag veröffentlicht folgende Aktienindizes:

Übernahme durch die News Corporation

Der Medienunternehmer Rupert Murdoch und sein von ihm geführtes Unternehmen News Corporation machte am 2. Mai 2007 dem Verlagshaus Dow Jones & Co. ein Übernahmeangebot in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) oder 60 Dollar je Aktie. Die Inhaberfamilie Bancroft kontrollierte 64 Prozent der Stimmrechte bei Dow Jones und prüfte Murdochs Angebot. Innerhalb der Familie gab es starke Vorbehalte gegenüber Murdoch, da er in dem Ruf stehe, seine Blätter zu politischen Kampagnen zu benutzen.[1] [2] Der Widerstand gegenüber Murdochs Offerte war jedoch uneinheitlich und unentschlossen.[3] Die Belegschaft des Wall Street Journal ist enttäuscht von der Unentschlossenheit der Bancrofts, viele Journalisten wollen einer befürchteten Massenentlassung zuvorkommen und sich selbständig machen oder wechseln.[4]

Der deutsche Verleger Georg-Dieter von Holtzbrinck zog sich im Juli 2007 aus Protest wegen Murdochs Übernahmeangebot aus dem Board of Directors von Dow Jones & Co. zurück.[5]

Der kalifornische Internetunternehmer Brad Greenspan, der sich als früherer Zehn-Prozent-Eigner von MySpace bereits gegen Murdochs Übernahme erfolglos gewehrt hatte, schlug Mitte 2007 den Bancrofts einen Alternativplan vor. Jene Mitglieder der Familie Bancroft, die nicht verkaufen wollen, sollten von ihm einen Kredit von 400 bis 600 Millionen US-Dollar aufnehmen; damit könnten sie die Aktien der verkaufswilligen Familienmitgliedern übernehmen. Im Anschluss daran solle die bisher gebührenpflichtige Online-Ausgabe des «Wall Street Journal» in eine weitgehend kostenfreie «social networking site» mit viel Video-Content umfunktioniert werden. Dieses Angebot diene jedoch nur als eine flankierende Maßnahme für die Gründung eines eigenen Finanzfernsehsenders. Greenspan erwartet kurzfristig auf dem Gebiet von Finanznachrichten sowohl online als auch per Kabel eine weltweite Marktführerschaft des «Wall Street Journals».[6]

Am 1. August 2007 nahm die Familie Bancroft schließlich ein verbessertes Angebot von Murdoch an.[7] Die Übernahme des Verlags durch die News Corporation war am 13. Dezember 2007 mit der Zahlung von insgesamt 5,6 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, wobei die redaktionelle Unabhängigkeit garantiert wurde. Damit endete die 105-jährige Kontrolle der Familie Bancroft über den Verlag Dow Jones & Co., an dem sie seit 1902 die Mehrheit der Anteile hielt.[8]

Einzelnachweise

  1. „Murdoch einigt sich mit Dow Jones“, FAZ.net, 17. Juli 2007
  2. „Medien: Rupert Murdoch greift nach dem "Wall Street Journal"“, FAZ, 2. Mai 2007
  3. Marc Pitzke: „Murdoch stellt den Schampus kalt“, Spiegel Online, 18. Juli 2007
  4. „At The Gates. Murdoch’s Arrival Worries Journal Employees“, New York Times, 15. Juli 2007
  5. „Protest gegen die Übernahme - Holtzbrinck verlässt Vorstand von Dow Jones“, Handelsblatt, 20. Juli 2007
  6. „Eine alternative Lösung für Dow Jones“, NZZ, 22. Juli 2007
  7. „Murdoch darf Dow Jones kaufen“, Süddeutsche Zeitung, 1. August 2007
  8. Rupert Murdoch und das "Wall Street Journal", SZ, 28. Dezember 2007

Weblinks


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