Dragutin Topic


Dragutin Topic

Dragutin Topić (serbisch Драгутин Топић, * 12. März 1971 in Belgrad) ist ein serbischer Hochspringer, der 1990 mit einem Juniorenweltrekord und seinem Europameistertitel 1990 zur Weltklasse aufstieg. Der 1,97 m große und 77 kg schwere Topić begann seine Karriere als jugoslawischer Leichtathlet und blieb durch alle politischen Veränderungen seiner Heimat hindurch ein Athlet, der vordere Platzierungen bei internationalen Meisterschaften erreichen konnte.

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Karriere

Topić war als Schüler 1987/1988 ein Jahr an einer High School in Illinois, trainierte dort aber hauptsächlich Basketball. Nach seiner Rückkehr trainierte er verstärkt Sprungkraft und belegte 1989 bei der Junioreneuropameisterschaft den vierten Platz, seine Bestleistung stand Ende 1989 bei 2,23 Meter.

1990 wurde er in Plowdiw Juniorenweltmeister mit 2,37 Meter, dieser Juniorenweltrekord besteht auch noch im Jahr 2007. Drei Wochen später gewann Topić auch bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 1990 in Split. Mit 2,34 lag er gleichauf mit Alexei Jemelin aus der Sowjetunion und dem Bulgaren Georgi Dakow, siegte aber durch die geringere Anzahl von Fehlversuchen. Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1991 in Tokio belegte er mit 2,28 Meter den neunten Platz.

Bei der Halleneuropameiterschaft 1992 in Genua belegte Topić mit 2,29 Meter den dritten Platz gemeinsam mit dem Deutschen Ralf Sonn. Im Mai 1992 verhängte die UNO Sanktionen gegen Jugoslawien. Danach sollten zu internationalen Sportveranstaltungen keine Einladungen an Repräsentanten Jugoslawiens erfolgen. Für die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona einigte man sich darauf, dass Jugoslawien nicht als Mannschaft teilnehmen dürfe, dass aber Sportler als Independent Olympic Participants (IOP, übersetzt etwa Unabhängige Olympiateilnehmer) teilnehmen dürfen.[1] In der Leichtathletik erreichten zwei Vertreter mit dem Kürzel IOP Endkampfplatzierungen: Der Kugelstoßer Dragan Perić wurde Siebter im Kugelstoßen, Dragutin Topić belegte mit 2,28 Meter den achten Platz.

1993 verbesserte Topić den jugoslawischen Rekord auf 2,38 Meter, konnte sich aber bei der WM 1993 in Stuttgart nicht für das Finale qualifizieren. Bei der EM 1994 in Helsinki wurde er mit 2,31 Meter Fünfter. 1995 siegte er bei der Universiade in Fukuoka, bei der WM 1995 in Göteborg belegte er mit 2,25 Meter den achten Platz.

1996 gewann Topić bei der Halleneuropameiterschaft in Stockholm mit 2,35 Meter. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde er mit 2,32 Meter Vierter, fehlerfrei bis zu dieser Höhe wurde er neben Charles Austin und Artur Partyka auch vom Briten Steve Smith übertroffen, der wegen eines Fehlversuchs bei 2,25 bis dahin hinter Topić gelegen hatte. 1997 gewann er bei der Hallenweltmeisterschaft in Paris mit 2,32 Meter Bronze hinter Olympiasieger Charles Austin und dem Griechen Lambros Papakostas. Bei der EM 1998 in Budapest sprang er 2,24 Meter und wurde Neunter.

Im Jahr darauf sprang er bei der WM 1999 in Sevilla 2,32 Meter und verpasste als Vierter Bronze nur wegen der höheren Anzahl der Fehlversuche gegenüber Martin Buß. Bei der Halleneuropameisterschaft 2000 in Gent sprangen drei Springer über 2,34 Meter, wegen der Fehlversuchsregelung siegte Wjatscheslaw Woronin vor Martin Buß und Dragutin Topić. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney konnte er sich als 21. der Qualifikation nicht für das Finale empfehlen. Am 2. Februar 2001 wurde Topić positiv getestet und für zwei Jahre gesperrt, er nutzte diese Zeit, um als Basketballer Geld zu verdienen.

Bei der Hallenweltmeisterschaft 2003 in Birmingham kehrte er zur internationalen Leichtathletik zurück. Mit 2,30 Meter verpasste er als Vierter nur wegen der Anzahl seiner Fehlversuche eine Medaille gegenüber dem Weißrussen Gennadij Moroz. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen stand er einmal mehr im Finale und wurde mit 2,29 Meter Zehnter. Nach einem fünften Platz mit 2,30 Meter bei der Halleneuropameisterschaft 2005 in Madrid belegte er bei der WM 2005 in Helsinki mit 2,25 Meter den neunten Platz.

Literatur

  • Peter Matthews (Hrsg.): Athletics 2006. Cheltenham 2006, ISBN 1-899807-34-9

Weblinks

Fußnoten

  1. Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik IV. Berlin 2002, ISBN 3-328-00830-6, S. 350

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