Drawidische Sprachen

Drawidische Sprachen

Die dravidischen Sprachen (auch: drawidisch) bilden eine in Südasien verbreitete Sprachfamilie. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst hauptsächlich den Südteil Indiens inklusive Teilen Sri Lankas, daneben auch einzelne Sprachinseln in Zentralindien und Pakistan. Die 27 dravidischen Sprachen haben insgesamt über 220 Millionen Sprecher. Damit ist die dravidische Sprachfamilie die sechstgrößte Sprachfamilie der Welt. Die vier wichtigsten dravidischen Sprachen sind Tamil, Telugu, Kannada und Malayalam.

Genetisch sind die dravidischen Sprachen nicht mit den im Norden Südasiens gesprochenen indoarischen Sprachen verwandt, haben diese jedoch sprachtypologisch stark beeinflusst. Im Gegenzug haben die meisten der heutigen dravidischen Sprachen vor allem aus dem Sanskrit, der klassischen Sprache des Hinduismus, viele Einzelwörter übernommen.

Verbreitungsgebiet der dravidischen Sprachen

Inhaltsverzeichnis

Ursprung und Sprachgeschichte

Die Vorgeschichte der dravidischen Sprachen liegt weitgehend im Dunkeln. Ob die dravidischen Sprachen die Sprachen der Urbevölkerung Indiens sind oder ob und wie sie von außerhalb auf den Subkontinent gelangten, ist nicht hinreichend geklärt. Einige Forscher gehen davon aus, dass die Sprecher der dravidischen Sprachen ursprünglich im Bergland des östlichen Iran, dem Zagros-Gebirge, heimisch waren und um 3500 v. Chr. begannen, von dort aus nach Indien einzuwandern, bis sich die dravidischen Sprachen um 600–400 v. Chr. bis zur Südspitze des Subkontinents verbreitet hätten.[1] Diese These steht im Zusammenhang mit den Spekulationen über eine mögliche Verwandtschaft zwischen den dravidischen Sprachen und dem im Altertum im Südwesten Irans gesprochenen Elamischen oder den uralischen Sprachen, kann aber ebensowenig bewiesen werden.[2] Eine Analyse des gemeinsamen dravidischen Erbwortschatzes spricht hingegen eher für Indien als Urheimat der Draviden. So finden sich in der rekonstruierten dravidischen Protosprache Wörter für verschiedene tropische Pflanzen und Tiere (Kokosnuss, Tiger, Elefant); für Tierarten wie Löwe, Kamel und Nashorn oder Begriffe wie „Schnee“ und „Eis“ lassen sich hingegen keine dravidischen Wortgleichungen aufstellen.[3]

Als sicher kann indes gelten, dass dravidische Sprachen schon vor der Einwanderung der Indoarier (1500–1000 v. Chr.) in Indien gesprochen wurden.[4] Sie bilden damit zusammen mit den Munda- und sinotibetischen Sprachen eine der älteren in Indien heimischen Sprachfamilien. Schon im Rigveda, den frühesten Schriften der indoarischen Einwanderer, sind dravidische Lehnwörter nachweisbar, weshalb Grund zu der Annahme besteht, dass das Verbreitungsgebiet der dravidischen Sprachen einst bis nach Nordindien reichte.[5] Die heute in Nordindien (Kurukh, Malto) und Pakistan (Brahui) verstreuten dravidischen Sprachinseln könnten Überreste des einstigen Sprachgebiets sein. Viele Forscher gehen bei dem Versuch, die Schrift der Induskultur zu entziffern, davon aus, dass auch die Träger dieser Kultur eine dravidische Sprache gesprochen haben, doch ließe sich dies erst nach der Entzifferung der Indus-Schrift endgültig entscheiden.

Die historisch greifbare Ära der dravidischen Sprachen beginnt mit einer Tamil-Inschrift des Kaisers Ashoka aus dem Jahr 254 v. Chr. Die ersten Inschriften in Kannada stammen aus der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr., die ältesten Telugu-Inschriften aus der Zeit um 620, die ersten Malayalam-Inschriften wurden um 830 verfasst. In allen vier Sprachen entwickelte sich ein bis zwei Jahrhunderte nach den ersten Schriftzeugnissen eine Literaturtradition. Vor allem die Tamil-Literatur, die bis in das 1. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht, ist bedeutsam, weil sie einen eigenständigen Ursprung hat, und nicht wie die Literaturen der anderen indischen Sprachen auf der Sanskrit-Literatur beruht. Tamil, Kannada, Telugu und Malayalam entwickelten sich als einzige dravidische Sprachen zu Literatursprachen. Zudem ist Tulu seit dem 15. Jahrhundert inschriftlich attestiert, seit dem 18. Jahrhundert gibt es eine spärliche Literaturtradition. Die weitgehend schriftlosen übrigen dravidischen Sprachen haben eine reiche mündliche Literatur, von der aber erst seit jüngerer Zeit Aufzeichnungen existieren.

Geografische Verbreitung

Verbreitungsgebiet der wichtigsten dravidischen Sprachen

Die dravidischen Sprachen haben ihr Hauptverbreitungsgebiet im Süden Indiens, während im Norden des Subkontinents vornehmlich indoarische Sprachen gesprochen werden. Verstreute dravidische Sprachinseln gibt es aber auch in Mittel- und Nordindien sowie in Pakistan. Die vier größten dravidischen Sprachen Telugu, Tamil (Tamilisch), Kannada (Kanaresisch) und Malayalam gehören zu den insgesamt 22 offiziellen Sprachen Indiens und sind jeweils Amtssprache in einem der vier südlichsten Bundesstaaten des Landes.

Tamil wird von insgesamt 66 Millionen Sprechern hauptsächlich im Bundesstaat Tamil Nadu im Südosten Indiens und in Teilen Sri Lankas (3 Millionen) gesprochen, wo es neben Singhalesisch Amtssprache ist. Es repräsentiert den ursprünglichen dravidischen Sprachtypus in verhältnismäßig reiner Form und kann dank seiner reichen Literaturtradition als wichtigste dravidische Sprache gelten.[6] Die dravidische Sprache mit den meisten Sprechern ist indes Telugu, die Amtssprache des Bundesstaats Andhra Pradesh an der Ostküste Indiens, mit 74 Millionen. Malayalam, die Amtssprache von Kerala und Lakshadweep, wird von 33 Millionen Menschen an der Südwestküste Indiens gesprochen. Es ist nah mit dem Tamil verwandt, aus dessen westlichen Dialekten es sich erst zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert entwickelte. Vor allem im Bundesstaat Karnataka ist Kannada verbreitet. Die Sprecherzahl beträgt 38 Millionen, es gibt weitere 10 Millionen Zweitsprecher.

Ebenfalls im südindischen Kernland des dravidischen Sprachraumes, an der Westküste in den Bundesstaaten Karnataka, vor allem im Großraum der Stadt Mengalurus, und Kerala wird Tulu von etwa 2 Millionen Menschen gesprochen, das über eine gewisse Literaturtradition verfügt. Das im Binnenland von Karnataka verbreitete Kodava hat rund 120.000 Sprecher und ist erst seit kurzem in schriftlichem Gebrauch. In den Nilgiri-Bergen zwischen Tamil Nadu und Kerala, sind einige kleinere illiterate, von der Stammesbevölkerung (Adivasi) verwendete Sprachen verbreitet, die man als Niligiri-Sprachen zusammenfasst: Badaga (250.000 Sprecher), Kota (2.000), Irula (200.000) und Toda (600).

In Mittel- und Nordindien sowie Bangladesch und Nepal, vor allem in unzugänglichen Berg- und Waldgegenden, gibt es eine Reihe von Sprachinseln von illiteraten dravidischen Stammessprachen. Dazu gehören Gondi (2,6 Millionen Sprecher auf einem weit verstreuten Gebiet in Andhra Pradesh, Madhya Pradesh, Chhattisgarh, Maharashtra und Orissa), Konda (15.000, Andhra Pradesh und Orissa), Kolami (115.000), Gadaba, Naiki und Parji. Die nah verwandten Idiome Kui, Kuwi, Pengo und Manda werden oft als Kondh-Sprachen zusammengefasst. Weiter nördlich wird Kurukh von 2 Millionen Sprechern in Jharkhand, Bihar, Westbengalen, Orissa, Assam, Tripura, Bangladesch sowie im Terai in Nepal gesprochen. Malto (100.000 Sprecher) ist ebenfalls in Nordindien und Bangladesh verbreitet. Heute gänzlich vom restlichen dravidischen Sprachraum isoliert ist das in Belutschistan im pakistanisch-afghanischen Grenzland gesprochene Brahui (2,2 Millionen Sprecher). Ob diese weit entfernte Exklave einen Überrest des ursprünglichen Verbreitungsgebiets der dravidischen Sprachen vor dem Eindringen der Indoarier darstellt, oder die Brahuis erst später aus Zentralindien eingewandert sind, ist ungeklärt.

Als Folge neuerer Migrationsprozesse während der britischen Kolonialzeit werden dravidische Sprachen in größerer Zahl u. a. auch in Singapur, Malaysia, Südafrika, auf Mauritius und auf den Fidschi-Inseln gesprochen. In Singapur ist Tamil eine von vier Amtssprachen.

Klassifikation

Die dravidischen Sprachen werden in die Nordgruppe, Zentralgruppe und die – nach Sprechern bedeutendste – Südgruppe eingeteilt, letztere zerfällt in Süd-Zentral-Dravidisch (auch Süd II genannt) und das eigentliche Süd-Dravidisch (Süd I) (vgl. Krishnamurti 2003). Wenn diese Bezeichnungen auch geographisch sind, handelt es sich dennoch um eine linguistisch begründbare genetische Klassifikation. Eine wichtige Isoglosse, nach der sich die Untergruppen einteilen lassen, ist die Bildung des Perfekts: Während die zentrale Gruppe das ursprüngliche Hilfsverb man erhalten hat, ist dieses in der süd-zentralen Gruppe gekürzt worden oder gänzlich ausgefallen, in der südlichen Gruppe dagegen hat man es durch das Hilfsverb iru ersetzt. Zudem zeigen die Untergruppen phonologische Unterschiede: In den süd-dravidischen Sprachen ist etwa ursprüngliches *c- ausgefallen (z. B. *cāṟu „sechs“ > Tamil āṟu). In der süd-zentral-dravidischen Gruppe hat eine Metathese der apikalen Laute stattgefunden, so dass dort Lautfolgen am Wortanfang vorkommen, die in den anderen dravidischen Sprachen nicht möglich sind (z. B. *varay „zeichnen, schreiben“ > Telugu vrāyu > rāyu). Die zentral-dravidische Gruppe zeichnet sich durch eine anaptyktische Alternanz in den Stammsilben aus (z. B. Kolami teḍep „Tuch“, teḍp-ul „Tücher“). In der nord-dravidischen Gruppe hat sich ursprüngliches *k vor *i gehalten, während es in den anderen Gruppen palatalisiert wurde.

Strukturübersicht

  • Dravidisch   27 Sprachen mit 223 Mio Sprechern
    • Nord-Dravidisch
    • Zentral-Dravidisch
    • Süd-Dravidisch
      • Süd-Zentral-Dravidisch (Süd II)
      • Süd-Dravidisch i.e.S. (Süd I)

Klassifikation der dravidischen Sprachen

Hauptzweige in Kapitälchen, Unterfamilien in Fettdruck, Sprachen im Normaldruck.

NORD-DRAVIDISCH (3 Sprachen, 4,3 Mio Sprecher)

  • Brahui
  • Kurukh-Malto
    • Kurukh (Oraon, Kurka, Dhangar) (2.1 Mio)
    • Malto (Kumarbhag Paharia) (20 Tsd)

ZENTRAL-DRAVIDISCH (6 Sprachen, 240 Tsd Sprecher)

  • Parji-Gadaba
    • Parji (100 Tsd)
    • Ollari (10 Tsd)
    • Konekor Gadaba (10 Tsd)
  • Kolami-Naiki
    • Kolami (115 Tsd)
    • Naikri (2 Tsd)
    • Naiki (Chanda)

SÜD-ZENTRAL-DRAVIDISCH oder SÜD II (7 Sprachen, 78 Mio Sprecher)

  • Gondi-Konda-Kui
    • Gondi
    • Konda-Kui
      • Manda-Kui
        • Manda-Pengo
          • Manda (4 Tsd) (1964 entdeckt)
          • Pengo (350 Tsd)
        • Kui-Kuwi
          • Kui (Kandh) (700 Tsd)
          • Kuwi (Khond) (300 Tsd)
      • Konda
        • Konda (Konda-Dora) (15 Tsd)
  • Telugu

SÜD-DRAVIDISCH i.e.S. oder SÜD I (11 Sprachen, 140 Mio Sprecher)

  • Tulu-Koraga
    • Tulu (Tallu) (2 Mio)
    • Koraga (15 Tsd) (D Korra, Mudu)
  • Tamil-Kannada
    • Kannada-Badaga
    • Toda-Kota
      • Toda (0.6 Tsd)
      • Kota (2 Tsd)
    • Tamil-Kodagu
      • Kodagu-Korumba
        • Kodava (Kodagu, Coorgi) (120 Tsd)
        • Kurumba (200 Tsd)
      • Irula
        • Irula (200 Tsd)
      • Tamil-Malayalam

Weitere dravidische Kleinsprachen, Sprecherzahlen

Es gibt Berichte über etliche weitere kleinere dravidische Idiome, die nur unzureichend erforscht sind. Deshalb lässt sich bei ihnen nicht feststellen, ob sie eigenständige Sprachen oder nur Dialekte der hier klassifizierten Sprachen sind. In Ethnologue (2005) werden über 70 dravidische Sprachen aufgeführt. Diese zusätzlichen „Sprachen“ werden weder in Steever (1998) noch in Krishnamurti (2003) erwähnt. Es handelt sich dabei entweder um Dialekte oder um Namen von Stämmen, die eine der hier aufgeführten dravidischen oder auch eine indoarische (!) Sprache sprechen.

Die Sprecherzahlen sind insgesamt relativ unsicher, da oft nicht zwischen ethnischer Zugehörigkeit und Sprachkompetenz unterschieden wird.

Hypothesen zu einer Verwandtschaft der dravidischen Sprachen mit der Sprache der Indus-Kultur oder der elamischen Sprache (siehe unten) sind in dieser Klassifikation nicht berücksichtigt.

Sprachliche Charakteristika

Rekonstruktion des Proto-Dravidischen

Mit den Methoden der vergleichenden Sprachwissenschaft lässt sich eine dravidische Protosprache, von der alle heutigen dravidischen Sprachen abstammen, rekonstruieren. Glottochronologische Untersuchungen legen nahe, dass eine gemeinsame dravidische Protosprache um 4000 v. Chr. existierte und danach begann, sich in die verschiedenen Einzelsprachen aufzuteilen. Die süd-dravidischen Sprachen hätten sich demnach als letzter Zweig um 1500 v. Chr. auseinanderentwickelt.[7] Die Rekonstruktion wird dadurch erschwert, dass nur vier der dravidischen Sprachen über einen längeren Zeitraum schriftlich dokumentiert sind, und auch bei diesen reicht die Überlieferung weniger weit zurück als bei den indogermanischen Sprachen.

Phonologie

Vokale

Das rekonstruierte Phoneminventar des Protodravidischen umfasst fünf Vokale rekonstruiert, die jeweils in einer kurzen und langen Form vorkommen (vgl. *pal „Zahn“ und *pāl „Milch“). Die Diphthonge [ai] und [au] können als Folgen von Vokal und Halbvokal, also /ay/ und /av/, aufgefasst werden. Somit ergibt sich für das Protodravidische folgendes Vokalsystem (angegeben ist die IPA-Lautschrift und, sofern abweichend, in Klammern die wissenschaftliche Umschrift):[8]

  vorne zentral hinten
kurz lang kurz lang kurz lang
geschlossen i (ī) u (ū)
mittel e (ē) o (ō)
offen a (ā)

Die meisten heute gesprochenen dravidischen Sprachen haben dieses einfache und symmetrische Vokalsystem beibehalten. In vielen schriftlosen Sprachen kontrastieren kurze und lange Vokale allerdings nur in der Stammsilbe. Brahui hat unter dem Einfluss der benachbarten indoarischen und iranischen Sprachen die Unterscheidung zwischen kurzem und langem e verloren. Andere dravidische Sprachen haben zusätzliche Vokalphoneme entwickelt: [æː] kommt in vielen Sprachen in englischen Lehnwörtern, im Telugu aber auch in einheimischen Wörtern vor. Kodava und die meisten Nilgiri-Sprachen kennen Zentralvokale. Tulu hat die zusätzlichen Vokale [ɛ] und [ɯ] entwickelt.

Der Wortakzent ist in den dravidischen nur schwach ausgeprägt und nie bedeutungsunterscheidend. Meist fällt er auf die erste Silbe.

Konsonanten

Für das Protodravidische werden folgende 17 Konsonanten rekonstruiert, die bis auf /r/ und /ẓ/ alle auch verdoppelt vorkommen können:

  labial dental alveolar retroflex palatal velar glottal
Plosive p (t) t (ṯ) ʈ (ṭ) c k
Nasale m (n) ɳ (ṇ) ɲ (ñ)
Laterale l ɭ (ḷ)
Flaps/Approximanten ɾ (r) ɻ (ẓ)
Halbvokale ʋ (v) j (y) h

Auffällig am Konsonantensystem des Protodravidischen ist die Unterscheidung der Plosive (Verschlusslaute) nach sechs Artikulationsorten: labial, dental, alveolar, retroflex, palatal und velar. Der alveolare Plosiv ist nur in wenigen Sprachen wie dem Malayalam, Alt-Tamil und vielen Nilgiri-Sprachen erhalten geblieben. In anderen süddravidischen Sprachen ist er zwischen Vokalen zum Vibranten /ṟ/ geworden, der mit dem Flap /r/ kontrastiert, während diese beiden Laute in den übrigen Sprachen zusammengefallen sind. Dadurch haben die meisten heute gesprochenen dravidischen Sprachen nicht mehr sechs, sondern nur noch fünf verschiedene Artikulationsorte. Dies und insbesondere die Unterscheidung zwischen retroflexen und dentalen Plosiven ist charakteristisch für die Sprachen Südasiens.

Stimmlosigkeit und Stimmhaftigkeit waren im Protodravidischen nicht bedeutungsunterscheidend. Die Plosive hatten am Wortanfang und in Verdopplung stimmlose, zwischen Vokalen und nach Nasalen stimmhafte Allophone. Im Tamil und Malayalam gilt dies bei einheimischen Wörtern immer noch (vgl. Tamil paṭṭam [ˈpaʈːʌm] „Titel“ und paṭam [ˈpaɖʌm] „Bild“). In den anderen Sprachen kontrastieren hingegen stimmlose und stimmhafte Plosive (z. B. /p/ und /b/). Zusätzlich haben Kannada, Telugu und Malayalam sowie auch einige schriftlose Sprachen wie Kolami, Naiki und Kurukh durch Lehnwörter aus dem Sanskrit bzw. benachbarten modernen indoarischen Sprachen die Unterscheidung zwischen aspirierten und unaspirierten Plosiven eingeführt (z. B. /p/, /ph/, /b/, /bh/). Dadurch vervielfacht sich die Anzahl der Konsonanten in diesen Sprachen (so hat etwa Malayalam 39 Konsonantenphoneme).

Das Protodravidische hatte vier Nasale. Während /m/ und /n/ in allen dravidischen Sprachen vorkommen, ist das retroflexe /ṇ/ in allen Sprachen außer denen des süddravidischen Zweiges zum dentalen /n/ geworden, und auch das palatale /ñ/ ist nicht in allen Sprachen erhalten geblieben. Hingegen unterscheidet etwa das Malayalam analog zu den Plosiven sechs verschiedene Nasale.

Die Halbvokale /y/ und /v/ sowie die Liquiden /l/ und /r/ sind in allen dravidischen Sprachen stabil geblieben. Das retroflexes /ḷ/ ist in allen Sprachen außer dem süddravidischen Zweig durch /l/ ersetzt worden. Der retroflexe Approximant /ẓ/ kommt nur noch im Tamil und Malayalam vor. Das protodravidische /h/ kam nur in bestimmten Positionen vor und ist einzig im Alt-Tamil als sogenannter āytam-Laut erhalten. Wo in den modernen dravidischen Sprachen ein /h/ vorkommt, ist es entlehnt oder sekundär (z. B. Kannada hōgu „gehen“ <*pōku). Auffällig ist, dass im Protodravidischen kein einziger Sibilant vorkam. Die Sibilanten der modernen dravidischen Sprachen sind entlehnt oder sekundär. Die Phonologie einzelner dravidischer Sprachen hat besondere Entwicklungen durchgemacht, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. So hat Toda ein äußerst komplexes Lautsystem mit 41 verschiedenen Konsonanten.

Alveolare und retroflexe Konsonanten konnten im Protodravidischen nicht am Wortanfang vorkommen. Konsonantenhäufungen waren nur eingeschränkt im Wortinneren zulässig. Am Wortende folgte Plosiven stets der kurze Hilfsvokal /u/. In den modernen Sprachen sind diese Regeln teilweise durch Lehnwörter (z. B. Kannada priti „Liebe“, aus dem Sanskrit), teilweise auch durch interne Lautwandel außer Kraft gesetzt.

Typologie

Typologisch gehören die dravidischen Sprachen zu den agglutinierenden Sprachen, sie drücken also Beziehungen der Wörter untereinander durch monosemantische Affixe, im Fall des Dravidischen ausschließlich Suffixe (Nachsilben), aus. Das bedeutet, dass im Gegensatz zu flektierenden Sprachen wie etwa dem Deutschen oder Lateinischen ein Suffix nur eine Funktion erfüllt und eine Funktion nur von einem Suffix erfüllt wird. Zum Beispiel wird im Tamil der Dativ Plural kōvilkaḷukku „den Tempeln, zu den Tempeln“ durch Kombination des Pluralsuffixes -kaḷ und des Dativsuffixes -ukku gebildet, während in den lateinischen Formen templo und templis die Endungen -o und -is jeweils gleichzeitig Kasus und Numerus bezeichnen.

Die dravidischen Sprachen unterscheiden nur zwei grundlegende Wortarten: Nomina und Verben, die jeweils unterschiedlich flektiert werden. Daneben gibt es indeklinierbare Wörter, die die Funktion von Adjektiven und Adverbien übernehmen.

Nominalmorphologie

Nomina werden in zwei Klassen unterteilt: personale (Menschen und Götter) und nichtpersonale (alle übrigen Nomina), auch als Neutra bezeichnet. Die Sprachen der südlichen Gruppe teilen ferner die personalen Nomina im Singular in Maskulina und Feminina auf, in den zentral-dravidischen Sprachen fällt das Femininum hingegen im Singular mit dem Neutrum, im Plural mit dem Maskulinum zusammen. Die dravidischen Sprachen kennen keine Artikel, doch wird zum Teil durchaus zwischen Bestimmtheit und Unbestimmtheit unterschieden. Das Zahlwort für 1 kann die Funktion eines unbestimmten Artikels übernehmen. In vielen dravidischen Sprachen steht ein unbelebtes direktes Objekt im Akkusativ oder Nominativ, je nach dem, ob es bestimmt oder unbestimmt ist (vgl. Tamil nāṉ oru puttakam paṭikkiṟēṉ „ich lese ein Buch“ und nāṉ puttakattaip paṭikkiṟēṉ „ich lese das Buch“).

Bei der Deklination unterscheidet man zwei Hauptkasus: Nominativ und Obliquus. Letzterer hat meist genitivische Bedeutung und ist bei vielen Wörtern mit dem Nominativ formengleich. Die übrigen Kasus werden gebildet, indem an die Obliquus-Form Suffixe angehängt werden. Für das Protodravidische wurden acht Kasus rekonstruiert: Nominativ, Akkusativ, Dativ, Genitiv, Instrumental, Ablativ, Lokativ und Soziativ. In den Tochtersprachen schwankt die Anzahl der Kasus. Differenziertere Beziehungen zwischen den Wörtern können durch Postpositionen ausgedrückt werden. Die Grenze von Kasussufix und gebundener Postposition ist allerdings verschwimmend, so dass manche Forscher davon ausgehen, dass im Dravidischen nur zwei Kasus, Nominativ und Obliquus, vorhanden sind.[9] Nomina kommen in zwei Numeri vor. Der Singular ist unmarkiert, der Plural wird durch ein Suffix ausgedrückt. Die Pluralkategorie ist aber in den meisten Sprachen nicht obligatorisch, der Plural wird meist nur bei personalen Nomina oder in Fällen, in denen die Pluralität betont wird, verwendet. Kasussuffixe folgen stets dem Pluralsuffix.

Bei den Personalpronomina wird in der 1. Person Plural zwischen inklusivem und exklusivem Wir unterschieden, je nachdem, ob der Angesprochene mit einbezogen ist. Die Personalpronomina der 3. Person fungieren als Reflexivpronomen. In nichtreflexiver Funktion werden Demonstrativpronomina verwendet. Bei diesen unterschied man ursprünglich drei Grade der Deixis (z. B. Alt-Tamil ivaṉ „dieser (hier),“ uvaṉ „jener (hier in der Nähe)“, avaṉ „jener (dort)“).

Komposita sind in den dravidischen Sprachen häufig. Im Tamil können sich zum Beispiel die Wörter maram „Baum“, aṭi „Basis“ und niḻal „Schatten“ zum Kompositum marattaṭiniḻal „Schatten am Fuße eines Baumes“ verbinden. Die sogenannten Dvandva-Komposita drücken die Summe ihrer Bestandteile aus, z. B. besteht das tamilische Kompositum vīratīracākacaṅkaḷ aus vīram „Mut“, tīram „Unerschrockenheit“, cākacam „Tapferkeit“ sowie dem Pluralsuffix -kaḷ und bedeutet „Mut, Unerschrockenheit und Tapferkeit“.

Verbalmorphologie

Das dravidische Verb wird gebildet, indem an den Wortstamm Suffixe für Tempus und Modus sowie Personalsuffixe angehängt werden. So setzt sich das Tamil-Wort varukiē „ich komme“ aus dem Verbstamm varu-, dem Präsens-Suffix -ki und dem Suffix der 1. Person Singular zusammen. Im Proto-Dravidischen gibt es nur zwei Tempora, Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit, während viele Tochtersprachen ein komplexeres Tempussystem ausgebildet haben. Die Verneinung wird synthetisch durch eine spezielle negative Verbform ausgedrückt (vgl. Konda kitan „er machte“, kiʔetan „er machte nicht“). Der Verbstamm kann in vielen dravidischen Sprachen durch stammbildende Suffixe modifiziert werden. So leitet Malto vom Stamm nud- „verstecken“ den reflexiven Verbstamm nudɣr- „sich verstecken“ ab.

Infinite Verbformen sind entweder von einem folgenden Verb oder einem folgenden Nomen abhängig. Sie dienen der Bildung von komplexeren syntaktischen Konstruktionen. Im Dravidischen können Verbalkomposita gebildet werden, so ist das tamilische konuvara „bringen“ zusammengesetzt aus einer infiniten Form des Verbes koḷḷa „halten“ und dem Verb vara „kommen“.

Syntax

Kennzeichnend für die dravidischen Sprachen ist eine feste Wortfolge Subjekt-Objekt-Verb (SOV). Demnach steht das Subjekt an erster Stelle im Satz (ihm können höchstens noch Umstandsbestimmungen der Zeit und des Ortes vorangehen) und das Prädikat stets am Satzende. Wie es für SOV-Sprachen charakteristisch ist, stehen in den dravidischen Sprachen Attribute stets vor ihrem Bezugswort, untergeordnete Sätze vor Hauptsätzen, Vollverben vor Hilfsverben und es werden Postpositionen statt Präpositionen eingesetzt. Einzig in den nord-dravidischen Sprachen ist die rigide SOV-Wortfolge gelockert worden.

Ein einfacher Satz besteht aus einem Subjekt und einem Prädikat, das entweder ein Verb oder ein Nomen sein kann. Eine Kopula gibt es im dravidischen nicht. Das Subjekt steht normalerweise im Nominativ, in vielen dravidischen Sprachen steht ein in einem Satz, der ein Gefühl, eine Wahrnehmung oder einen Besitz ausdrückt das Subjekt auch im Dativ. In allen dravidischen Sprachen außer Malayalam kongruiert ein verbales Prädikat mit einem Nominativsubjekt. Kui und Kuwi haben ein System der Kongruenz zwischen Objekt und Verb entwickelt. In einigen dravidischen Sprachen (Alt-Tamil, Gondi) nimmt auch ein nominales Prädikat Personalendungen an. Beispiele für einfache Sätze aus dem Tamil mit Interlinearübersetzung:

  • avar eṉṉaik kēṭṭār. (er mich fragte) „Er fragte mich.“ (Subjekt im Nominativ, nominales Prädikat)
  • avar eṉ appā. (er mein Vater) „Er ist mein Vater.“ (Subjekt im Nominativ, nominales Prädikat)
  • avarukku kōpam vantatu. (ihm Zorn es-kam) „Er wurde zornig.“ (Subjekt im Dativ, verbales Prädikat)
  • avarukku oru makaṉ. (ihm ein Sohn) „Er hat einen Sohn.“ (Subjekt im Dativ, nominales Prädikat)

Komplexe Sätze bestehen aus einem Haupt- und einem oder mehreren Nebensätzen. Generell kann ein Satz nur ein finites Verb enthalten. Die dravidischen Sprachen kennen keine Konjunktionen, Nebensätze werden ebenso wie Parataxen durch infinite Verbformen gebildet. Dazu gehören der Infinitiv, das Verbalpartizip, das eine Abfolge von Handlungen ausdrückt, und der Konditional, der eine Bedingtheit ausdrückt. Relativsätzen entsprechen Konstruktionen mit den sogenannten adnominalen Partizipien. Beispiele aus dem Tamil mit Interlinearübersetzung:

  • avarai varac col. (ihn kommen sag) „Sag ihm, dass er kommen soll.“ (Infinitiv)
  • kaṭaikku pōyi muṭṭaikaḷ koṇṭuvā. (ins-Geschäft gegangen-seiend Eier bring) „Geh ins Geschäft und bring Eier.“ (Verbalpartizip)
  • avaṉ poy coṉṉāl ammā aṭippāḷ. (er Lüge wenn-sagend Mutter wird-schlagen) „Wenn er lügt, wird Mutter ihn schlagen.“ (Konditional)
  • avaṉ coṉṉatu uṇmai. (er sagend Wahrheit) „Was er sagt, ist wahr.“ (adnominales Partizip)

Bei Nebensätzen mit einen nominalen Prädikat sind diese Konstruktionen nicht möglich, da zu einem Nomen keine infiniten Formen gebildet werden können. Hier behilft man sich mit dem sogenannten quotativen Verb (meist einer infiniten Form von „sagen“), durch das der nominale Nebensatz in das Satzgefüge eingebettet wird. Beispiel aus dem Tamil mit Interlinearübersetzung:

  • nāṉ avaṉ nallavaṉ eṉṟu niṉaikkiṟēṉ. (ich er Guter sagend denke) „Ich denke, dass er ein guter Mann ist.“

Wortschatz

Wortwurzeln scheinen im Protodravidischen in der Regel einsilbig gewesen zu sein. Protodravidische Wörter konnten einfach, abgeleitet oder Komposita sein. Iterative Komposita konnten durch Verdopplung eines Wortes gebildet werden, vgl. Tamil avar „er“ und avaravar „Jedermann“ oder vantu „kommend“ und vantu vantu „immer wieder kommend“. Eine Sonderform der reduplizierten Komposita sind die sogenannten Echowörter, bei denen die erste Silbe des zweiten Wortes durch ki ersetzt wird, vgl. Tamil pustakam „Buch“ und pustakam-kistakam „Bücher und Ähnliches“. Die Zahl der Verben ist im Dravidischen geschlossen. Neue Verben können nur durch Nomen-Verb-Komposita gebildet werden, z. B. Tamil vēlai ceyya „arbeiten“ aus vēlai „Arbeit“ und ceyya „machen“.

Die heutigen dravidischen Sprachen besitzen außer dem ererbten dravidischen Wortschatz eine große Zahl an Wörtern aus dem Sanskrit oder späteren indoarischen Sprachen. Im Tamil machen sie nicht zuletzt aufgrund gezielter sprachpuristischer Tendenzen im frühen 20. Jahrhundert einen verhältnismäßig kleinen Teil aus, während im Telugu und Malayalam die Zahl der indoarischen Lehnwörter groß ist. Im Brahui, das aufgrund seiner Entfernung von den übrigen dravidischen Sprachen stark von seinen Nachbarsprachen beeinflusst wurde, ist gar nur ein Zehntel des Wortschatzes dravidischen Ursprungs.[10] In jüngerer Zeit haben die dravidischen Sprachen, wie alle Sprachen Indiens, auch in großem Maßstab Wörter aus dem Englischen entlehnt, weniger zahlreich sind die Lehnwörter aus dem Portugiesischen.

Dravidische Wörter, die ihren Weg ins Deutsche gefunden haben, sind „Orange“, „Katamaran“ (Tamil kaṭṭamaram „[Boot aus] gebundenen Baumstämmen“), „Mango“ (Tamil und Malayalam māṅkāy), „Manguste“ und „Mungo“, „Curry“ (Tamil kaṟi, ursprünglich eine Art Gemüsesoße) und „Kuli“ (von Tamil kūli „Lohn“). Auch das Wort Brille leitet sich über die Bezeichnung des Minerals Beryll wohl von einem dravidischen Etymon her.

Einige dravidische Wortgleichungen [11]

Sprache Fisch ich unten kommen ein(s)
Proto-Drawid. *mīn *yān *kīẓ ~ kiẓ *varu ~ vā *ōr ~ or ~ on
Tamil mīṉ yāṉ, nāṉ kīẓ varu, vā- oru, ōr, okka
Malayalam mīn ñān kīẓ, kiẓu varu, vā- oru, ōr, okka
Irula   nā(nu) kiye varu or-
Kota mīn ān kī, kīṛm vār-, va- ōr, o
Toda mīn ōn pōr-, pa- wïr, wïd, oš
Badaga mīnu nā(nu) kīe bā-, bar ondu
Kannada mīn nānu kīẓ, keḷa ba-, bāru- or, ōr, ondu
Kodagu mīnï nānï kï;, kïlï bār-, ba- orï, ōr, onï
Tulu mīnɯ yānu, yēnu kīḷɯ barpini or, oru
Telugu mīnu ēnu, nēnu kri, k(r)inda vaccu, rā- okka, ondu
Gondi mīn anā, nanna   vaya or-, undi
Konda mīn nān(u)   vā-, ra- or-, unṟ-
Kui mīnu ānu, nānu   vāva ro-
Kuwi mīnu nānu   vā- ro-
Manda   ān   vā- ru-
Pengo   ān, āneŋ   vā- ro-
Kolami   ān   var-, vā ok-
Parji mīni ān kiṛi ver- ok-
Gadaba mīn ān   var- uk-
Malto mīnu ēn   bare ort-, -ond
Kuruch   ēn kiyyā barnā- ort-, on
Brahui   ī ki-, kē- bar-, ba- asiṭ, on-

Schriften

Zweisprachiges Straßenschild (Kannada/Englisch) in Bangalore
Werbeplakat in tamilischer Schrift

Von den dravidischen Sprachen sind nur die vier großen Sprachen Tamil, Telugu, Malayalam und Kannada etablierte Schriftsprachen. Jede von diesen besitzt eine eigene Schrift: die Tamil-Schrift, Telugu-Schrift, Malayalam-Schrift und Kannada-Schrift. Sie gehören, wie auch die Schriften Nordindiens, Tibets und Südostasiens, zur Familie der indischen Schriften. Diese stammen allesamt von der im 3. Jahrhundert v. Chr. dokumentierten Brahmi-Schrift ab, deren Ursprünge ungeklärt sind. Die indischen Schriften unterscheiden sich grafisch zum Teil stark voneinander, haben aber alle dasselbe Funktionsprinzip. Es handelt sich bei ihnen um eine Zwischenform aus Alphabet und Silbenschrift, sogenannte Abugidas, bei denen jedes Konsonantenzeichen einen inhärenten Vokal a besitzt, der durch diakritische Zeichen modifiziert werden kann. Die dravidischen Schriften unterscheiden sich von den nordindischen Schriften dahingehend, dass sie einige zusätzliche Zeichen für Laute haben, die in den indoarischen Sprachen nicht vorkommen. Die Tamil-Schrift zeichnet sich ferner dadurch aus, dass sie aufgrund der Phonologie des Tamil keine Zeichen für stimmhafte und aspirierte Konsonanten besitzt und das Zeicheninventar somit wesentlich verknappt wird. Zudem verwendet sie anders als alle anderen indischen Schriften für Konsonantencluster keine Ligaturen, sondern ein spezielles diakritisches Zeichen.

Die ältesten dravidischen Schriftdenkmäler wurden in einer südlichen Brahmi-Variante, in Tamil-Brahmi, abgefasst. Mit der Zeit entwickelten sich zahlreiche Varianten aus dieser Brahmi-Schrift. In Südindien entwickelte sich in dem Bereich, in dem heute Telugu und Kannada gesprochen wird, aus den Kadamba- und Calukya-Schriften des 5.–7. Jahrhunderts im 10. Jahrhundert die altkanaresische Schrift. Diese spaltete sich schließlich um das Jahr 1500 in zwei nah verwandte Varianten, die Vorläufer der heutigen Telugu- und Kannada-Schriften. Einen anderen Zweig stellten die Chera- und Pallava-Schriften des 5.–8. Jahrhunderts dar, aus denen sich die Grantha-Schrift bildete. Die Malayalam-Schrift entwickelte sich aus einer westlichen Grantha-Variante. Die Tamil-Schrift entwickelte sich dagegen im 8. Jahrhundert aus einer nordindischen Schrift, die von der Grantha-Schrift beeinflusst wurde. Tulu wurde früher in einer eigenen Schrift, sehr ähnlich der des Malayalam geschrieben, die heute nur noch von Brahmanen für religiöse Texte verwendet wird. Im Alltag benutzen die Tulu-Sprecher jetzt die Kannada-Schrift.

Für die übrigen dravidischen Sprachen verwendet man, so sie denn überhaupt geschrieben werden, meist die Schrift der jeweiligen regionalen Mehrheitssprache, also etwa Kannada für Kodava, die nordindische Devanagari-Schrift für Gondi oder die auch für die übrigen Sprachen Pakistans verwendete persisch-arabische Schrift für Brahui.

Forschungsgeschichte

In Indien existiert eine uralte einheimische Grammatiktradition. Sowohl die Wurzeln der Tamil- als der Sanskrit-Grammatik reichen über 2000 Jahre in die Vergangenheit. Was die Verwandtschaft zwischen Tamil und Sanskrit angeht, gab es in Südindien zwei widersprüchliche Sichtweisen: Die eine betonte die Eigenständigkeit und Gleichwertigkeit von Tamil, das ebenso wie Sanskrit als „göttliche Sprache“ angesehen wurde, die andere hielt Tamil für eine Verfälschung des „heiligen“ Sanskrit.[12]

In der frühen Neuzeit beschäftigten sich vor allem christliche Missionare mit den dravidischen Sprachen. Hier eine Seite aus einer tamilischsprachigen Bibel aus dem Jahr 1723.

Nachdem Vasco da Gama 1498 als erster europäischer Seefahrer in Calicut gelandet war, kamen im 16. Jahrhundert erstmals europäische Missionare in Kontakt mit den Tamil- und Malayalamsprachigen Teilen Südindiens. Der erste europäische Gelehrte, der sich eingehend mit dravidischen Sprachen befasste, war der portugiesische Jesuit Anrique Anriquez (ca. 1520–1600). Er schrieb 1552 eine Tamil-Grammatik, ließ 1554 das erste tamilische Buch drucken und schrieb weitere tamilischsprachige Literatur religiösen Inhalts.

William Jones, der 1786 die Verwandtschaft zwischen Sanskrit, Griechisch und Latein erkannte und damit die Indogermanistik begründete, hielt alle zeitgenössischen indischen Sprachen für mit dem Sanskrit unverwandt. Später stellte man fest, dass Hindi und die anderen modernen indoarischen Sprachen mit Sanskrit verwandt sind, schoss nun aber gewissermaßen über das Ziel hinaus und hielt auch die dravidischen Sprachen für Abkömmlinge des Sanskrit.[13]

Der Engländer Francis Whyte Ellis, der als Kolonialbeamter in Madras tätig war, beschäftigte sich mit Tamil und stellte in seinem Vorwort zur 1816 erschienenen erste Telugu-Grammatik erstmals eine Verwandtschaft zwischen Tamil, Telugu, Kannada, Malayalam, Tulu, Kodagu und Malto fest, die er als „Dialekte Südindiens“ zusammenfasste. 1844 erkannte der norwegische Indologe Christian Lassen die Verwandtschaft von Brahui mit den südindischen Sprachen. Die Erkenntnis der Eigenständigkeit der dravidischen Sprachen setzte sich endgültig mit der 1856 veröffentlichten vergleichenden Grammatik der dravidischen Sprachen des Engländers Robert Caldwell durch. Von Caldwell stammt auch die Bezeichnung „dravidisch“ (zuvor war von „Dekhan-Sprachen“ oder schlicht von „südindischen Dialekten“) die Rede gewesen. Als Vorlage für den Begriff diente ihm das Sanskrit-Wort drāviḍa, mit dem der indische Schriftsteller Kumarila Bhatta schon im 7. Jahrhundert die südindischen Sprachen bezeichnet hatte. Etymologisch ist drāviḍa wohl mit tamiḻ, der Eigenbezeichnung für Tamil, verwandt.[14]

In den nächsten 50 Jahren nach Caldwell folgten keine großen Fortschritte in der Erforschung der dravidischen Sprachen. Die Indologie konzentrierte sich fast ausschließlich auf das Sanskrit, während westliche Gelehrte, die sich mit dravidischen Sprachen beschäftigten, sich hauptsächlich darauf beschränkten, Wörterbücher zusammenzutragen. Der 1906 erschienene vierte Band des Linguistic Survey of India widmete sich den Munda- und dravidischen Sprachen und läutete eine zweite aktive Phase der dravidischen Sprachwissenschaft ein. In der Folgezeit wurden zahlreiche neue dravidische Sprachen entdeckt, zudem wurden erstmals Untersuchungen zur Verwandtschaft des Dravidischen mit anderen Sprachfamilien und den Sprachkontakten zwischen indoarischen und dravidischen Sprachen vorgenommen. Jules Bloch veröffentlichte 1946 eine Synthese mit dem Titel Structure grammaticale des langues dravidiennes. In der Folgezeit beschäftigten sich Forscher wie Thomas Burrow, Murray B. Emeneau, Bhadriraju Krishnamurti, P.S. Subrahmanyam, N. Kumaraswami Raja, S.V. Shanmugan, Michail Sergejewitsch Andronow oder Kamil V. Zvelebil mit den dravidischen Sprachen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bürgerten sich die Begriffe Dravidistik und Tamilistik für die dravidische bzw. tamilische Philologie ein. Einige Hochschulen haben in dravidische Sprachen, meist Tamil, in ihr Lehrangebot aufgenommen, im deutschsprachigen Raum etwa die Universitäten Köln und Heidelberg.

Beziehungen zu anderen Sprachen

Die dravidischen Sprachen sind nach derzeitigem Forschungsstand mit keiner anderen Sprachfamilie der Welt nachweislich verwandt. Mit den übrigen Sprachen Südasiens weisen sie zahlreiche Übereinstimmungen auf, die aber zweifelsfrei nicht auf genetischer Verwandtschaft sondern auf gegenseitiger Annäherung durch jahrtausendelangen Sprachkontakt beruhen. Eine mögliche Verwandtschaft mit der Sprache der Indus-Kultur, als „Harappanisch“ bezeichnet, konnte nicht nachgewiesen werden, weil die Indus-Schrift noch nicht entziffert ist. Während der vergangenen anderthalb Jahrhunderte hat es eine Vielzahl von Versuchen gegeben, Verbindungen zwischen den dravidischen Sprachen und anderen Sprachen oder Sprachfamilien herzustellen. Unter diesen sind die Theorien einer Verwandtschaft mit der elamischen Sprache und der uralischen Sprachfamilie am vielversprechendsten, wenn sie auch nicht abschließend nachgewiesen werden konnten.

Südasiatischer Sprachbund

Die dravidischen Sprachen im Kontext der Sprachfamilien Südasiens

Die in Südasien beheimateten Sprachen gehören vier verschiedenen Sprachfamilien an. Außer den dravidischen Sprachen sind dies die indogermanische (indoarische und iranische Untergruppe), austroasiatische (Munda- und Mon-Khmer-Untergruppe) und sino-tibetische (tibeto-birmanische Untergruppe) Sprachfamilie. Obwohl diese vier Sprachfamilien genetisch nicht verwandt sind, haben sie sich durch jahrtausendelangen Sprachkontakt so sehr einander angenähert, dass man von einem südasiatischen Sprachbund spricht.

Die dravidischen Sprachen teilen alle wichtigen Charakteristika, die diesen Sprachbund ausmachen. Dabei scheinen die dravidischen Sprachen einen starken typologischen (z. B. Komposita, Verbalpartizipien) und auch phonologischen (z. B. Vorhandensein der Retroflexe, Vereinfachung der Konsonantencluster im Mittelindoarischen) Einfluss auf die indoarischen Sprachen ausgeübt zu haben. Im Gegenzug haben die dravidischen Sprachen in großem Maße Wortschatz aus dem Sanskrit und anderen indoarischen Sprachen übernommen, was teilweise auch Auswirkungen auf ihre Phonologie gehabt hat (Phonemstatus der aspirierten Konsonanten).

Dravidisch und Harappanisch

Siegel mit Schriftzeichen der Indus-Schrift

Die Sprache der Indus- oder Harappa-Kultur, einer frühen Zivilisation, die sich zwischen 2800 und 1800 v. Chr. im Indus-Tal im Nordwesten des indischen Subkontinents entwickelte, ist unbekannt. Sie ist in einer Reihe von Inschriften auf Siegeln überliefert, die in der noch unentzifferten Indus-Schrift abgefasst sind. Seit der Entdeckung der Indus-Schrift im Jahr 1875 ist eine Vielzahl von Versuchen unternommen worden, die Schrift zu entziffern und die harappanische Sprache zu identifizieren. Dabei ist vielfach die Hypothese geäußert worden, die Träger der Indus-Kultur hätten eine dravidische Sprache gesprochen. Als Indiz dafür wird angeführt, dass mit Brahui auch heutzutage eine dravidische Sprache in Pakistan gesprochen wird und dass das dravidische Sprachgebiet vor dem Eindringen der indoarischen Sprachen wohl viel weiter nördlich gereicht habe.

1964 begannen zwei Forschungsteams, eines in der Sowjetunion, eines in Finnland, unabhängig voneinander eine computergestützte Analyse der Indus-Schrift. Beide kamen zum Schluss, dass die Sprache dravidisch ist. Diese These beruht auf einer strukturellen Analyse der Inschriften, die anzudeuten scheint, dass die Sprache der Inschriften agglutinierend war. Asko Parpola, der Leiter der finnischen Forschungsgruppe, beansprucht seit 1994, die Indus-Schrift zumindest teilweise entziffert zu haben.[15] Er stützt sich dabei auf das Rebus-Prinzip und Fälle von Homonymen. Demnach stünde zum Beispiel ein Zeichen, das einen Fisch darstellt, für die Lautfolge *mīn, die im Proto-Dravidischen sowohl „Fisch“ als auch „Stern“ bedeuten kann.

Weil aber keine zweisprachigen Texte bekannt sind und das Korpus der harappanischen Inschriften begrenzt ist, scheint eine vollständige Entzifferung der Indus-Schrift schwierig bis unmöglich. Manche Forscher bestreiten sogar, dass es sich bei den Zeichen überhaupt um eine Schrift handelt.[16] Die Frage, ob die Träger der Induskultur einer dravidischen Sprachgruppe angehörten, gewinnt im Rahmen eines tamilisch-nationalistischen Diskurses eine besondere politische Schärfe: Hier scheint die Beanspruchung der Domänen des Dravidischen und der Induskultur häufig für eine Identitätsbestimmung moderner Tamilität notwendig zu werden,[17] während nordindische Forscher behaupten, die Sprache der Indus-Schrift sei eine archaische Form des Sanskrit gewesen.[18] Die meisten Forscher halten aber die Verwandtschaft des Harappanischen mit den dravidischen Sprachen für eine plausible, wenn auch unbewiesene Hypothese.[19]

Dravidisch und Elamisch

Schon R. A. Caldwell vermutete 1856 in seiner vergleichenden Grammatik eine Verwandtschaft zwischen den dravidischen Sprachen und dem Elamischen. Die elamische Sprache wurde vom 3. bis 1. vorchristlichen Jahrtausend im Südwesten Irans gesprochenen und gilt als eine isolierte Sprache, d. h. eine Sprache ohne nachgewiesene Verwandte. In den 1970er Jahren griff der amerikanische Forscher David W. McAlpin diese Theorie wieder auf und veröffentlichte 1981 eine Monographie, in der er für sich beanspruchte, die elamisch-dravidische Verwandtschaft nachgewiesen zu haben.[20] Die elamisch-dravidische Hypothese beruht zum einen auf strukturellen Ähnlichkeiten (beide Sprachen sind agglutinativ und weisen Parallelen in der Syntax auf), zum anderen wies McAlpin auf eine Reihe ähnlich lautender Suffixe hin und stellte 81 elamisch-dravidische Wortgleichungen auf. Nach McAlpins Hypothese gehörten Elamisch und Dravidisch zu einer gemeinsamen Sprachfamilie, die man nach ihrer angenommenen Urheimat im Zagros-Gebirge auch „zagrosisch“ nennt, und hätten sich zwischen 5500 und 3000 v. Chr. voneinander getrennt.

Aus Sicht der meisten anderen Forscher sind aber McAlpins Belege nicht ausreichend genug, um eine genetische Verwandtschaft nachzuweisen. Zvelebil 1991 spricht von einer „attraktiven Hypothese“, für die es viele Anhaltspunkte aber keinen Beweis gebe.[21] Steever 1998 hält McAlpins These für zweifelhaft.[22]

Dravidisch und Uralisch

Die Theorie von der Verwandtschaft zwischen den dravidischen und den uralischen Sprachen, einer Familie, zu der unter anderem Finnisch und Ungarisch gehören, geht ebenfalls bereits auf R. A. Caldwell zurück, der 1856 meinte, „bemerkenswerte Ähnlichkeiten“ zwischen den dravidischen und den finnisch-ugrischen Sprachen festgestellt zu haben. In der Folge unterstützte eine Vielzahl an Forschern diese These.

Die dravidisch-uralische Theorie stützt sich auf eine Reihe von Übereinstimmungen im Wortschatz der dravidischen und uralischen Sprachen, Ähnlichkeiten in der Phonologie und vor allem strukturelle Ähnlichkeiten: Beide Sprachfamilien sind agglutinativ, kennen keine Präfixe, weisen bei Nomina wie Verben dieselbe Reihenfolge der Suffixe auf, haben eine SOV-Wortstellung und stellen Attribute vor ihr Bezugswort. Während einige Forscher davon ausgehen, dass die dravidischen und uralischen Sprachen einen gemeinsamen Ursprung haben, vertreten andere die Ansicht, dass die Sprachfamilien in prähistorischer Zeit in Zentralasien miteinander in Kontakt standen und sich gegenseitig beeinflussten.

Problematisch an der dravidisch-uralischen Hypothese ist, dass sie hauptsächlich auf typologische Ähnlichkeiten aufbaut, die nicht ausreichen, um eine genetische Verwandtschaft nachzuweisen. Somit kann auch sie nicht als gesichert gelten, wird aber von einigen als wahrscheinlichste unter den Theorien, die die dravidischen Sprachen mit anderen Sprachfamilien zu verbinden suchen, angesehen.[23]

Dravidisch und Nostratisch

Während die binäre Beziehung des Dravidischen zum Uralischen heute kaum noch Zustimmung findet, wird intensiv an einer umfassenderen Hypothese gearbeitet: Aharon Dolgopolsky und andere fassen das Dravidische als eine Untereinheit der nostratischen Makrofamilie auf, die außer dem Uralischen weitere eurasische Sprachfamilien umfassen soll:

Das Afroasiatische wird heute kaum noch zum Nostratischen gerechnet, neuerdings wird Elamisch als eigene Komponente des Nostratischen gesehen, die nicht näher mit dem Dravidischen verwandt sei. Es muss kaum erwähnt werden, dass fast alle Dravidologen die nostratische Hypothese ablehnen. Die in Dolgopolsky 1998 zusammengetragenen 124 nostratischen Wortgleichungen – sie enthalten etwa zur Hälfte dravidische Bezüge – werden als zufällige Ähnlichkeit, Lehnwort, Wanderwort, Fehlinterpretation, nicht-proto-dravidisch o.ä. qualifiziert. Man wird abwarten müssen, ob die hypothetischen Makrofamilien, die in eine weit größere Zeittiefe als ihre Zweige zurückreichen, jemals den Status einer weitgehend akzeptierten Lehrmeinung erhalten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Dravidische ausdrücklich kein Bestandteil der von Joseph Greenberg alternativ vorgeschlagenen eurasiatische Makrofamilie sein soll.

Ein Beispiel einer nostratischen Wortgleichung mit einem dravidischen Bezug findet man im Artikel Nostratisch.

Quellen und weiterführende Informationen

Einzelnachweise

  1. Kamil V. Zvelebil: Dravidian Linguistics. An Introduction, Pondicherry 1990, S. 48
  2. Bhadriraju Krishnamurti: The Dravidian Languages, Cambridge 2003, S. 5.
  3. Krishnamurti: The Dravidian Languages, S. 6–15.
  4. Georgij A. Zograph: Die Sprachen Südasien, Leipzig 1982, S. 95.
  5. Krishnamurti: The Dravidian Languages, S. 6.
  6. Hermann Berger: Die Vielfalt der indischen Sprachen, in: Dietmar Rothermund (Hrsg.): Indien. Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt. Ein Handbuch, München 1995, hier S. 108.
  7. Sanford B. Steever: Introduction to the Dravidian Languages. In: Sanford B. Steever (Hrsg.): The Dravidian Languages, London 1998, hier S. 11.
  8. Nachfolgende Angaben nach Krishnamurti: The Dravidian Languages, S. 90–93.
  9. Zvelebil: Dravidian Linguistics, S. 21 f.
  10. Josef Elfenbein: Brahui. In: Sanford B. Steever (Hrsg.): The Dravidian Languages, London 1998, hier S. 408
  11. Die Beispiele stammen aus Steever: Introduction to the Dravidian Languages, S. 27.
  12. Zvelebil: Dravidian Linguistics., S. xx.
  13. Colin P. Masica: The Indo-Aryan Languages, Cambridge 1991, S. 3.
  14. Zvelebil: Dravidian Linguistics, S. xxi
  15. Asko Parpola: Deciphering the Indus Script. Cambridge: University Press, 1994. Siehe auch: Study of the Indus Script, 2005
  16. Steve Farmer, Richard Sproat und Michael Witzel: The Collapse of the Indus-Script Thesis: The Myth of a Literate Harappan Civilization. In: Electronic Journal of Vedic Studies 11–2 (2004)
  17. Vgl. hierzu eine kritische Diskussion entsprechender Standpunkte durch Iravatham Mahadevan: Aryan or Dravidian or Neither? A Study of Recent Attempts to Decipher the Indus Script (1995–2000). in: Electronic Journal Of Vedic Studies 8/2002. (PDF)
  18. S.R. Rao: The decipherment of the Indus script, Bombay: Asia Publ. House, 1982.
  19. Zvelebil: Dravidian Linguistics, S. 97; Steever: Introduction to the Dravidian Languages, S. 37.
  20. David W. McAlpin: Proto-Elamo-Dravidian: The Evidence and its Implications. Philadelphia 1981.
  21. Zvelebil: Dravidian Linguistics, S. 105
  22. Steever: Introduction to the Dravidian Languages, S. 37
  23. Zvelebil: Dravidian Linguistics, S. 103.

Literatur

Dravidische Sprachen

  • Andronov, Michail S.: A Comparative Grammar of the Dravidian Languages. Wiesbaden: Harrassowitz, 2003.
  • Krishnamurti, Bhadriraju: The Dravidian Languages. Cambridge: University Press, 2003.
  • Steever, Sanford B. (Hrsg.): The Dravidian Languages. London: Routledge, 1998.
  • Steever, Sanford B.: Tamil and the Dravidian Languages. In: Bernard Comrie (Hrsg.): The Major Languages of South Asia, the Middle East and Africa. London: Routledge, 1990. S. 231–252.
  • Zvelebil, Kamil V.: Dravidian Linguistics. An Introduction. Pondicherry: Pondicherry Institute of Linguistics and Culture, 1990.

Externe Beziehungen

  • Dolgolpolsky, Aharon: The Nostratic Macrofamily and Linguistic Palaeontology. The McDonald Institute for Archaeological Research, Oxford 1998.
  • MacAlpin, David: Proto-Elamo-Dravidian: the Evidence and its Implications (Dissertation). Philadelphia, 1981.
  • Zograph, Georgij A.: Die Sprachen Südasiens. (Übers. Erika Klemm). Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie, 1982.

Weblinks


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