Drehriegel


Drehriegel

Ein Drehriegel ist eine Art eines Verschlusses. Er besteht in der Regel aus einem Betätigungsdorn, einem Gehäuse, einer Mutter, der Verschlusszunge sowie einer Schraube zur Montage dieser Einzelteile. Drehriegel kommen vor allem in der Industrie zum Einsatz, beispielsweise bei industriellen Gehäusen oder Schaltschränken, in denen sensible Technik vor Umwelteinflüssen oder unbefugtem Zugriff geschützt werden sollen. Im einfachsten Fall verhindert ein Verschluss mittels Drehriegel lediglich, dass eine Tür oder eine Klappe von alleine aufgeht.

Eine Dichtung sowie eine Erdungsfeder können einen Standard-Drehriegel ergänzen. Das hängt vom Einsatzzweck ab. Ist zum Beispiel in einem Gehäuse der Schutz vor Spritzwasser oder Staub notwendig, muss auch der Drehriegel diesen Schutz gewährleisten.

Die Verschlusszunge kann je nach Anwendung unterschiedlich gestaltet sein. Dazu gehören beispielsweise Stufenzungen, die die Tür beim Verschließen gegen den Rahmen pressen oder Hakenzungen, die nicht nur hinter den Rahmen greifen, sondern zusätzlich auch noch einen Schließbolzen umfassen.

Kompressionsdrehriegel

Einen hohen Kompressionsdruck und eine extreme Rüttelsicherheit durch einen Drehriegel kann mit einem Kompressionsdrehriegel samt Planetengetriebe erreicht werden. Erfunden wurde dieser Kompressionsdrehriegel mit Planetengetriebe von Dieter Ramsauer.

Herzstück der Neuentwicklung ist ein so genanntes Planetengetriebe, ein kugelförmiges Bauteil, das wiefolgt in Kombination mit einem Drehriegel funktioniert: Im ausgelieferten Zustand lässt sich der Drehriegel samt Planetengetriebe und angeschlossenem Ausleger, der Zunge, mit Rolle durch die Einbauöffnungen schieben. Der Drehriegel kann so komplett vormontiert in den vorgesehenen Einbauschacht eingebaut werden.

Durch eine 90-Grad-Drehung wird der Drehriegel geschlossen, durch eine weitere 90-Grad-Drehung wird die Zunge an das Gehäuseblech angezogen. Das sorgt für flexible Einsatzmöglichkeiten: Ein maximaler Schließ- und Öffnungsvorgang von bis zu 180 Grad sowohl nach links als auch nach rechts ist durch die neue Lösung machbar.

Durch das Planetengetriebe wird ein höherer Kompressionshub machbar: bis zwölf Millimeter sind dadurch möglich, im Gegensatz zu sechs bis acht Millimetern bei den herkömmlichen Lösungen. Die kugelförmige Konstruktion des Planetengetriebes mit zahnradähnlicher Führung kommt dabei auch dem Anpressdruck zugute: Die Schließkraft wird stärker, es wird eine größtmögliche Kraft aufgebaut. Die Anwendung erfolgt dabei aber weiterhin ganz leicht: Da die Zunge mit einer Rolle ausgestattet ist, muss nur mit Rollreibung gerechnet werden. Vorne wird also stets mit der gleichen Kraft gearbeitet, derweil im Inneren eine Kraft bis ins Unendliche aufgebaut werden kann.

Bei ursprünglichen Drehriegeln kam es an dieser Stelle noch vielfach zu Lackschäden am Gehäuse, an denen später Korrosionsmängel auftreten konnten. Beim Planetengetriebe arbeitet man an dieser Stelle mit einer Kunststoffrolle, die aus Delrin gefertigt ist. So können beschädigende Reibungen durch die Zunge am Metall nicht auftreten: Die Zunge ist rollend gelagert, Lackschäden sind also nicht zu befürchten.


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