Dreiseilumlaufbahn


Dreiseilumlaufbahn
Blick aus einer Kabine

Die 3S- Bahn, auch Dreiseilumlaufbahn genannt, ist eine Großkabinenumlaufbahn, die von der Schweizer Firma von Roll Transportsysteme, Thun entwickelt wurde, um die Vorteile einer Pendelbahn mit denen einer normalen, kuppelbaren Einseil-Kabinenumlaufbahn zu vereinen.

Inhaltsverzeichnis

Technische Kurzbeschreibung der ersten Anlagen

Die erste Anlage dieses Typs, Alpinexpress I genannt, wurde 1991 in Saas Fee erbaut. Dieser Anlage folgte 1994 eine weitere Sektion, der Alpinexpress II - ein durchgehender Betrieb beider Sektionen ist jedoch nicht möglich. Die Kabinen dieser Anlagen fassen 30 Personen und werden mit einer Geschwindigkeit von 6 m/s von einem endlosen Zugseil gezogen, rollen dabei jedoch noch auf zwei Tragseilen. Eine Fahrspur weist also drei Seile auf, woher auch der Name dieses Bahnsystems rührt. Die Kabinen sind, wie bei den meisten Umlaufkabinenbahnen, kuppelbar ausgeführt.

Das System bietet folgende Vorteile:

  • geringerer Energieverbrauch im Vergleich zu Pendelbahnen ähnlicher Kapazität
  • erhöhte Windstabilität
  • große Bodenabstände möglich
  • hohe Fahrgeschwindigkeit im Verhältnis zu Einseilumlaufbahnen: Geschwindigkeiten von über 7 m/s sind möglich
  • große Kapazität

Entwicklung und Bau des Alpinexpress I verschlangen über 70 Millionen SFr.

Die Firma von Roll baute nach den zwei Anlagen in Saas Fee keine weiteren 3S-Bahnen mehr. Nach der Übernahme der Firma durch das österreichische Unternehmen Doppelmayr im Jahre 1996, entwickelte Doppelmayr das Know-How für den 3S-Bahn-Bau weiter. Das Unternehmen baut seit 2009 mit der Rheinseilbahn in Koblenz wieder eine Anlage diesen Typs.

Das südtiroler Unternehmen Leitner hat seit kurzer Zeit ebenfalls 3S-Bahnen im Angebot, die erste wird bald von Bozen nach Oberbozen (Ritten) gebaut werden.

Die Bahn in Kitzbühel

Die 3S-Bahn in Kitzbühel (Lage47.39083333333312.3488888888897) überbrückt dort das Tal des Saukasergrabens und verbindet damit die beiden Skigebiete Kitzbühel/Kirchberg und Jochberg/Resterhöhe miteinander. Zwischen diesen Skigebieten bestand vor dem Bau der Bahn nur eine Busverbindung. Die im Januar 2005 eröffnete Kabinenbahn hat eine Fahrstrecke von 3.642 Metern, für die neun Minuten benötigt werden. Die größte Höhe über dem Boden beträgt 400 Meter. Die Verwendung von lediglich einer Stütze führt zu einer außergewöhnlichen Feldlänge von 2.507 Metern zwischen der Talstation und der 80 Meter hohen Stütze.

Die Anlage kostete 13,5 Millionen Euro, eine Kabine 100.000 Euro. Hersteller ist die österreichische Firma Doppelmayr. Die Tragseile der Bahn haben einen Durchmesser von 54 Millimetern, das Zugseil weist eine Länge von 7.500 Meter auf und hat einen Durchmesser von 42 Millimetern. Bei Normalbetrieb werden 400 Kilowatt elektrische Leistung benötigt, nur etwa soviel wie ein normaler Sessellift.

Die 19 Kabinen (bis zu 24 möglich) mit 24 Sitzplätzen fahren in einem Abstand von 67 Sekunden (51 Sekunden) oder 472 Meter (360 Meter) und können so in der Stunde bis zu 3.200 (4.200) Personen transportieren.

In der Kabine 1 ist anstatt der üblichen Sitzflächen ein Glasboden eingebaut, der es ermöglicht, den 400-Meter-Abgrund aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Koordinaten

  • Talstation: 47°23'20"N 12°20'49"E
  • Stütze: 47°22'56"N 12°21'25"E
  • Bergstation: 47°21'55"N 12°22'51"E

Bitte überprüfen und ggf. berichtigen.

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