Duane Hanson


Duane Hanson

Duane Hanson (* 17. Januar 1925 in Alexandria, Minnesota; † 6. Januar 1996 in Boca Raton, Florida) war ein US-amerikanischer Künstler.

Duane Hanson war einer der einflussreichsten Vertreter der amerikanischen Bildhauerei und Begründer des Hyperrealismus im Rahmen der Pop-Art-Bewegung. Er studierte an der Cranbrook Academy of Art in Michigan und lebte von 1953 bis 1960 in Deutschland.[1] Bereits in den späten 1960er Jahren, noch in seiner Heimat Florida, begann er maßstabsgetreue menschliche Figuren herzustellen. Mit Hilfe der Materialien Glasfaser und Polyesterharz bildete er jede Hautfalte detailgenau nach. Wenn die Figuren fertig bearbeitet waren, vollendete Hanson sie mittels echter Kleidungsstücke, Perücken und Accessoires. So entstanden hyperrealistische Szenen aus dem amerikanischen Alltag, ein Spiegel des „American Way of Life“.

Von Beginn an griff Duane Hanson brisante Themen der amerikanischen Gesellschaft auf. So entheroisierte er in seinen Installationen Kriegsopfer oder thematisierte kritisch die Sanktionen der Öffentlichkeit bei Abtreibungen. Seine Werke reagierten oft auf das, was außerhalb der Museen in der amerikanischen Gesellschaft vor sich ging. So schien es, als habe Hanson einen Ausschnitt der Wirklichkeit ins Museum geholt. So auch nach dem tödlichen Attentat auf Martin Luther King: Eines seiner bedeutendsten Werke zeigt einen weißen Polizisten, der auf einen Schwarzen einschlägt.

Weitere bedeutende Themen und Werke sind Menschen auf der Straße (Bowery Relicts, 1969), Menschen beim Konsum (Florida Shopper, 1973), misshandelte Frauen, Frauen beim Putzen und Einkaufen (Putzfrau, 1972, Frau mit Umhängetasche, 1974). Als aufstrebender Künstler zog Hanson nach New York. Typisch amerikanische Probleme – wie Rassenhass und Folgen des Vietnamkriegs – fanden ihren Ausdruck in seinen Werken. Das Lebensgefühl dieser Zeit in den USA lässt sich aus den Gesichtern der Mittelschicht nahezu erschreckend genau ablesen.

Duane Hanson war ein wichtiger Vertreter der sozialkritischen Kunst. Er zeigt keinerlei Abneigung gegen die von ihm dargestellten Menschen, sondern legte Sympathie und Einfühlungsvermögen an den Tag, indem er ihre Resignation, Müdigkeit und Verzweiflung darstellt.

Wenngleich seine Szenen zu einem gewissen Teil Fiktion sind, so ist sein Werk doch in der Tradition von wichtigen Vertretern der „social documentary“, wie beispielsweise dem Fotografen W. Eugene Smith anzusiedeln.

Im Jahr 1972 war Duane Hanson Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Realismus.

Seit Anfang der 1990er Jahre fanden viele Retrospektiven des Œuvres statt.

Inhaltsverzeichnis

Ausstellungen

Einzelnachweise

  1. www.kunstmarkt.com/pageskue/kunst/_id6048-/kuenstlerbio_bericht.html?_q=%20

Siehe auch

Weblinks


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