Düsseldorfer Stadtwerke


Düsseldorfer Stadtwerke
Stadtwerke Düsseldorf
Logo der Stadtwerke Düsseldorf AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 20. September 1866
Unternehmenssitz Düsseldorf
Unternehmensleitung

Markus F. Schmidt, Rainer Pennekamp, Uwe Schöneberg

Mitarbeiter 2.605 (2007)
Umsatz 1.792 Mio. Euro (2007)
Bilanzsumme 994 Mio. Euro (2007)
Branche Energieversorgung
Website

www.swd-ag.de

Die Stadtwerke Düsseldorf AG sind ein kommunales Versorgungsunternehmen. Das Unternehmen ist tätig in den Bereichen Strom-, Erdgas-, Trinkwasser- und Fernwärmeversorgung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 20. September 1866 nimmt das erste städtische Gaswerk in Düsseldorf, einer Stadt mit damals 65.000 Einwohnern, seinen Betrieb auf. Die drei langgestreckten Hallen am Höherweg sind bis heute erhalten. Das erste kommunale Gas wird zunächst nur zur Beleuchtung genutzt. Am 1. Mai 1870 wird die Wasserversorgung in der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt aufgenommen. Immerhin ist das Rohrnetz bereits 30 Kilometer lang und versorgt die Bürger mit Trinkwasser. Das bedeutet gleichzeitig das herannahende Ende der Bedrohung durch Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser hervorgerufen werden, wie beispielsweise Cholera. Am 1. Dezember 1891 kommt die Stromversorgung durch den Bau eines eigenen kleinen Kraftwerks mit Gleichstromgenerator in Düsseldorf-Flingern hinzu. Der großzügige Ausbau des Straßenbahnnetzes macht in den Jahren 1912–1913 den Neubau eines leistungsstarken Steinkohlekraftwerkes notwendig. Flingern II wird noch nach den technischen Prinzipien von Georg Klingenberg errichtet. Das Architektengespann Peters & Langheim sorgt mit seinen Designs für die bauliche Nähe zum Jugendstil, wenn auch weit weg von der Philosophie des Arts & Crafts. Drei AEG-Turbinen mit einer elektrischen Leistung von zusammen 22 MW sichern den zügigen Ausbau des städtischen Nahverkehrs. Das explosionsartige Wachstum Düsseldorfs drängt die Stadtwerke 1927 zur zweiten Ausbaustufe von Flingern II. Die elektrische Leistung liegt jetzt bei 58 MW, die von fünf Turbinensätzen der Firmen AEG und BBC erzeugt werden. Für den nötigen Druck sorgen 24 Steilrohr-Dampfkessel in zwei Kesselhäusern. Ab 1928 sorgt eine Kraft-Wärme-Kopplung für niedrige Heizkosten der abgasgeplagten Flingeraner und ihrer Nachbarn. Der Standort Flingern wird bis heute zur Energieerzeugung genutzt. Alle Versorgungsarten sind zu dieser Zeit in städtischer Hand.

Im Jahr 1930 werden nach mittlerweile 45 Jahren Stromversorgung im In- und Ausland die Grundlagen für eine allgemeine Versorgungssicherheit gelegt und eine gegenseitige Hilfe bei Unterbrechungen vereinbart. Das 1908 gegründete Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) dehnt sich durch die Übernahme zahlreicher kleinerer Versorgungsunternehmen immer weiter aus. Wegen seiner Kosten sparenden Braunkohle-Großkraftwerke kann es niedrigere Strompreise anbieten. Die Gründung einer Aktiengesellschaft wird erwogen, aber die Ansichten über den Verkauf des kommunalen Betriebes sind in der Stadtverordnetenversammlung geteilt.

Die Erfindung der Hochdruckkessel-Technologie lässt 1936 einen abermaligen Umbau von Flingern II sinnvoll erscheinen. Doch erst 1940 erfolgt die Inbetriebnahme mit deutlich reduzierter Kesselzahl und drei neuen Turbinen. Das Kesselhaus B dient nur noch der Reserve. Der Zweite Weltkrieg bringt trotz zahlreicher Granateneinschläge keine dauerhaften Beeinträchtigungen des Kraftwerkbetriebs.

Der Nachkriegsboom beschert den Düsseldorfern Mitte der Fünfziger Jahre ihr bislang größtes Kraftwerk im Innenstadthafen. Das Steinkohlekraftwerk Lausward geht 1957 mit seinem ersten energieerzeugenden Block Anton ans Netz. Die Blöcke Berta, Cäsar und Dora werden folgen.

Am 2. November 1965 geht die Müllverbrennungsanlage in Betrieb. Sie arbeitet mit der eigens entwickelten Verbrennungstechnik „Walzenrostfeuerung System Düsseldorf“. Bis heute werden mehr als 60 Anlagen in aller Welt mit einem solchen System betrieben. In Garath geht erstmalig ein vollständig entschwefeltes und entsticktes Steinkohle-Heizkraftwerk in Betrieb und begrenzt so den Schadstoffeintrag durch energieerzeugende Provisorien.

Der Betrieb der kommunalen Versorgung innerhalb der Stadtverwaltung endet am 18. Dezember 1972. Aus dem „Amt 81“ werden die „Stadtwerke Düsseldorf AG“, wobei die Stadt 100 Prozent der Aktienanteile hält. An der öffentlichen Verpflichtung, die bereits im Jahr 1935 durch das Energiewirtschaftsgesetz geregelt wurde, ändert sich nichts. Das Gesetz macht zur Pflicht, allgemeine Bedingungen und allgemeine Tarifpreise für den gesamten Versorgungsbezirk einheitlich zu gestalten. In Flingern wird das in die Jahre gekommene Kesselhaus B zugunsten eines modernen Gasturbinenkraftwerks abgerissen. 1973 werden hier sechs Notstromaggregate aus dem Hause Rolls-Royce untergebracht. Es handelt sich hierbei um Flugzeugtriebwerke, die mit leichtem Heizöl betrieben werden können und zusammen 90 MW elektrischer Leistung liefern.

Die Inbetriebnahme des Gasturbinenblocks Emil im Steinkohlekraftwerk Lausward ermöglicht im Jahre 1978 die komplette Stilllegung des abgasintensiven Steinkohlekraftwerks Flingern II, das noch bis zum Rückbaubeschluss vom 8. April 1998 eine voll funktionsfähige Notfallreserve bildet.

1982 ändert sich die Beteiligungsstruktur des Unternehmens. Mit Einbringen seiner elektrischen Anlagen im Süden Düsseldorfs wird das RWE mit 20 Prozent am Kapital der Stadtwerke Düsseldorf beteiligt. Die Stadt bringt alle in ihrem Besitz befindlichen Aktien in die 1983 gegründete „Düsseldorfer Stadtwerke – Gesellschaft für Beteiligungen“ ein, womit die Gesellschaft zu 80 Prozent an den Stadtwerken beteiligt ist. 2007 firmiert die Beteiligungsgesellschaft in Holding der Landeshauptstadt Düsseldorf GmbH um. Die Geschäftsführung der neuen Gesellschaft wird stadtnah angesiedelt.

1986 wird die Düsseldorfer Consult gegründet, eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke, die das Ingenieurwissen, wie die Walzenrostfeuerung in der Müllverbrennungsanlage oder die Trinkwasseraufbereitung mit Ozon und Aktivkohle (Düsseldorfer Verfahren), wirtschaftlich nutzbar machen soll.

In Garath wird 1998 der in die Jahre gekommene Steinkohleblock auf den Betrieb mit Erdgas und leichtem Heizöl umgerüstet. Die thermische Leistung beträgt jetzt 100 MW. Der weithin sichtbare Schornstein wird zugunsten eines kleineren Modells abgerissen. Das Kraftwerk Lausward im Innenstadthafen wird nun schrittweise in ein modernes und vor allem sauberes Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk umgewandelt, das 520 MW Strom und 330 MW Fernwärme liefern wird.

Ein Jahr später geht die Müllverbrennungsanlage Flingern voll und ganz ins Eigentum der Stadtwerke Düsseldorf über. Das benachbarte Gasturbinenkraftwerk wird auf Dampfbetrieb umgestellt. Eine mehrere hundert Meter lange Pipeline leitet nun 500 °C heißen Dampf aus der Müllverbrennungsanlage ins benachbarte Heizkraftwerk, das nun 55 MW Strom und 100 MW Fernwärme produziert. Im Jahr 2000 erfolgt schließlich die Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb durch den TÜV Rheinland.

Am 4. Juli 2001 beschließt der Stadtrat den Verkauf von 29,9 Prozent der Anteile an den Karlsruher Energieversorger EnBW. Der geplante Verkauf von deutlich mehr Anteilen wurde durch einen Bürgerentscheid verhindert.

Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Düsseldorf

Die Stadtwerke Düsseldorf werden zentralisiert, auch die Verwaltung zieht nach Flingern, an den Ort, wo das erste Kraftwerk Düsseldorf gebaut wurde. Auf der internationalen Immobilienausstellung in Cannes (MIPIM) belegt das neue Verwaltungsgebäude den zweiten Platz. Beim Bau lag der Fokus auf der Veranschaulichung von Tradition und Moderne; denkmalgeschützte Gebäudebereiche von Flingern II wurden mit gläsern-modernen Bürotrakten verbunden. Die Turbinenhalle wurde von Jorge Pardo ausgestaltet.

Im Jahr 2004 muss sich RWE aus kartellrechtlichen Gründen von seinem Aktienpaket trennen. Die GEW Köln AG kauft die 20 Prozent.

Am 16. Dezember 2005 hat der Rat der Stadt den Verkauf von weiteren 25,05 % der eigenen Aktien für 361 Millionen Euro an den EnBW-Konzern beschlossen. Damit hält der Konzern mit 54,95 Prozent die Mehrheit an den Stadtwerken Düsseldorf. Die Stadt hält mit knapp über 25 % weiterhin eine Sperrminorität.

Das darauf hin gestartete Bürgerbegehren, was mehr als 95.000 Unterschriften binnen weniger Tage erreicht, wird am 9. Januar 2006 durch den Rat als unzulässig erklärt, da die Entscheidung nicht mehr zurückzunehmen wäre.

Ebenfalls 2006 erwirbt REMONDIS 49 % der AWISTA sowie 51 % der Schwestergesellschaft ATG & Rosendahl.

Im November 2007 geht das Biomasse-Heizkraftwerk Garath als bisher bedeutendster Beitrag auf dem Feld der erneuerbaren Energien ans Netz. Der Energiekonsum liegt bei 40.000 Tonnen Holzhackschnitzeln jährlich, die von täglich bis zu 10 Lastkraftwagen herangeschafft werden müssen. Ziel ist die kosteneffektive Entlastung des benachbarten Erdgas-Heizkraftwerkes Garath, da Holzhackschnitzel durch die fehlende Anbindung zum Erdölpreis preisstabiler sind als das mittlerweile schwer kalkulierbare Erdgas. Die Turbinenleistung des Biomasse-Heizkraftwerkes wird auf 3,5 MW elektrischer Leistung veranschlagt. Die thermische Leistung liegt dagegen bei 10 MW. Eine regelmäßig kontrollierte Rauchgasreinigungsanlage schützt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Feinstaub.

Nach Angaben des Konzerns werden im Jahr 2008 nur noch 40 Prozent des in Düsseldorf von den Stadtwerken verkauften Stroms vor Ort erzeugt. Der Rest müsse an diversen Strombörsen zum Spotmarktpreis zugekauft werden. Der sich dem Ende seiner Betriebszeit nähernde Erdgasblock Emil im GuD Kraftwerk Lausward soll durch einen modernen Steinkohleblock ersetzt werden, was aus Klimaschutzgründen von zahlreichen Bürgerprotesten begleitet wird. Letztlich zeigt auch der Steinkohlepreis steil nach oben.

Projekte mit erneuerbaren Energien

Das erste nachweisbare Projekt mit einer erneuerbaren Energie war 1990 der Bau der kleinen Windkraftanlage am Klärwerk Süd in Düsseldorf-Hamm. Der Betrieb wurde mittlerweile wegen chronischer Leistungsschwäche (75 KW wurden nur selten erreicht) eingestellt. Dafür kamen dann 2004 an einem stark windigen Standort in Willich zwei Vestas V 80 Anlagen mit zusammen 4 MW Leistung ans Netz. Größere Windparks wurden und werden von den Stadtwerken nicht betrieben.

Die Photovoltaik spielt in Düsseldorf nur eine stark untergewichtete Rolle. Die größten Schönwetter-Anlagen stehen beim Umweltamt mit 34 KW und im Rheinbad Düsseldorf mit 4,5 KW elektrischer Leistung, wo auch eine Solarthermieanlage mit 250 KW Wärmeabgabe für wohltemperiertes Wasser sorgt. Daneben gibt es hunderte von Beteiligungen an kleinen Kundenanlagen.

Schon bedeutender sind die Biogasanlagen mit integriertem Blockheizkraftwerk, die in Schöppingen zweimal 500 KW leisten und in Delbrück und Brüggen ebenfalls für jeweils 500 KW ausgelegt sind.

Dass die Stadtwerke Düsseldorf auch selbst technische Entwicklungen durchführen, zeigt die Holzvergaseranlage Wildshausen bei Arnsberg mit Blockheizkraftwerk und Kraft-Wärme-Kälte Kopplung, die sich in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Biomass zum Exportschlager mausern soll. Das Holzgas wird dabei aus Holzhackschnitzeln gewonnen. Der voll funktionsfähige Prototyp ist auf 270 KW Leistung ausgelegt. Daneben gibt es in Düsseldorf und Viersen größere Holzhackschnitzel-Anlagen für Warmwasser, so etwa auf den Stockumer Höfen mit 850 KW oder bei der Firma Quack + Fischer mit 300 KW.

Düsseldorf gilt den Stadtwerken allgemein nicht als lohnender Standort für Geothermie. Dennoch wird auf dem Gelände der Firma Walter Flender eine 111 KW Anlage betrieben. Die Liberalisierung des Strommarktes holt in diesem Bereich zahlreiche Mitbewerber in die Stadt. In Tönisvorst heizen noch 16 Häuser mit einer 110 KW Anlage der Düsseldorfer Stadtwerke.

Strom- und Wärme aus Pflanzenöl werden in den drei Blockheizkraftwerken Langenfeld (420 KW), Billerbeck (335 KW) und Bad Marienberg (420 KW) gewonnen. Über die Herkunft und Art des Pflanzenöls wurden bislang keine Angaben gemacht.

Stadtwerkepark

Stadtwerkepark mit Kühltürmen des Kraftwerks Flingern im Hintergrund

Der am 9. September 2005 nach 13-monatiger Bauzeit von Oberbürgermeister Joachim Erwin und Ministerialrat Karl Jasper eröffnete Stadtwerkepark ist mit seinen 2,1 Hektar ganz auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten. Abgeschirmt von einer 5 Meter hohen Lärmschutzwand aus bläulichem Glas bietet der siegreiche Entwurf der Landschaftsarchitekten Matthias Förder und Annette Demmer Anlagen und Plätze für Skateboarder und Inline Skater, Beachvolleyball- und Tischtennisspieler, Schachdenker und Boulekugelwerfer. Weitere Spielanlagen für Jüngere, wie ein Sandspielplatz mit Wasser-Matsch-Anlage, ein Spielschiff aus Blech mit Rutsche, sowie die obligatorischen Schaukeln sind auf dem Areal weiträumig verteilt.

Das ehemalige Pförtnerhaus der Stadtwerke wurde komplett umgebaut und dient nun als Allwettertreff für Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen aus der Umgebung. Der Entwurf der Kunststoff-Skulptur Begrüßungskomitee (Originaltitel Schön, dass ihr da seid!) stammt von Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsgrundschule Flurstraße und wurde in Zusammenarbeit mit dem renommierten Künstler Klaus Sievers entwickelt. Die bauliche Umsetzung erfolgte in der Hattinger Werkstatt von Stephan Marienfeld, der schon viele Entwürfe aus der internationalen Kunstszene zur Marktreife bringen konnte. Die Mosaikbilder vor dem Pförtnerhaus verlegten Kinder der Tagesstätte Kleine Freiheit unter Leitung der Künstler Viola Werner und Armin Kaster.

Finanziert wurde der 1,47 Millionen Euro teure Stadtwerkepark aus Mitteln des Landesprogramms Soziale Stadt NRW, sowie aus Eigenmitteln der Stadt Düsseldorf. Die Stadtwerke Düsseldorf stifteten nur den vorderen Teil ihres Betriebsgeländes an der Ecke Höherweg/Kettwiger Straße in Düsseldorf-Flingern und verzichteten auf eine Abholzung des darauf enthaltenen lichten Baumbestands.

Zu einem älteren Ensemble aus Eschen, Ahornen, einer Blutbuche, Kastanienbäumen, einer Birke und einer amerikanischen Linde, gesellen sich seit der Eröffnung auch Walnussbäume, eine Russische Linde und Rhododendron. Einige der vorhandenen Baumarten sind so exotisch, dass sie sich nicht ohne weiteres identifizieren lassen. Erwähnenswert ist auch das winzige mit Felsblöcken besetzte Bambuslabyrinth, das Schutz vor Wind, Sonne und neugierigen Blicken bietet. Die ausgedehnten Rasenflächen sind als Spiel- und Liegewiese konzipiert und dienen auch als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte, bei denen der Schallpegel der Skateboardanlage in Verbindung mit dem Verkehrslärm der Kettwiger Straße eine unrühmliche Rolle spielen kann. Die reichlich vorhandenen Sitzgelegenheiten auf den ästhetisch reizvollen Betonmauern am Rand der bogenförmigen Wege sind meist nicht beschattet. Der hintere Teil des Parks wird in der Nähe der neuen Stadtwerke-Zentrale und der alten, denkmalgeschützen Kühltürme des ehemaligen Steinkohlekraftwerks Flingern II videoüberwacht.

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