EFIS


EFIS
EFIS der Dornier 328-110
EFIS eines Airbus A319

EFIS ist die Abkürzung für Electronic Flight Instrument System (dt. Elektronisches Fluginstrumentensystem) und bezeichnet eine Gruppe von konfigurierbaren Multifunktions-Displays (MFD) im Cockpit eines Flugzeugs, auf denen Flug- und Sensordaten eines Flugzeugs dargestellt werden können. Das EFIS wird umgangssprachlich auch als Gläsernes Cockpit oder Glascockpit bezeichnet. Im Gegensatz dazu werden ältere Cockpits wegen der vielen Zeigerinstrumente scherzhaft auch als "Uhrenladen" oder "iron cockpit" bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Notwendigkeit

Der Bedarf an Anzeigen im Cockpit stieg mit dem Einbau von immer mehr Sensoren und von Navigationssystemen wie dem Flight Management System deutlich an. Gleichzeitig bestand die Notwendigkeit, diese Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine zu verbessern.

Bei der Ausrüstung mit EFIS werden den Piloten sämtliche für ein Flugzeug benötigte Informationen auf mehreren Farbbildschirmen dargestellt. Dieses erfolgt oft in Kombination mit einem Bildschirm für die Triebwerksanzeigen, für Warnmeldungen und für Checklisten, zum Beispiel mit dem EICAS oder dem ECAM.

Abhängig von den jeweils dargestellten Anzeigen können durch seitlich an den Anzeigen angebrachte Bedientasten kontextbezogene Einstellungen vorgenommen werden. Dieses vergrößert die Übersichtlichkeit in einem Cockpit wesentlich.

Aus Gründen der Sicherheit wurden nicht alle Systeme komplett durch Bildschirme ersetzt. Einige Grundgeräte müssen immer noch ohne Computerunterstützung vorhanden sein, beispielsweise ein Notkompass und ein Künstlicher Horizont.Weitere Sicherheitsaspekte wurden bei der Bildschirmsteuerung eingerichtet: Sollte ein einzelner Bildschirm keinen Strom mehr bekommen, wird er schwarz; ist jedoch kein Signal vom Computer verfügbar, erscheint ein großes rotes Kreuz und verdeutlicht so dem Piloten, dass er auf einen anderen Computer schalten muss.

Aufgrund der hohen Kosten wurde ein Glascockpit zunächst nur in kommerziellen Flugzeugen eingesetzt. Im Bereich der Privatmaschinen wird ein Glascockpit neuerdings von einigen Herstellern angeboten. Bekannte Beispiele sind die Cirrus Design Corporation für die Cirrus SR22, Cessna für die Skyhawk/Skylane, Columbia Aircraft Corporation für die Columbia 400 oder Diamond Aircrafts für DA40/DA42. Die Space Shuttles der NASA sind ebenfalls mit einem gläsernen Cockpit ausgestattet.

Die Softwareentwicklung muss gemäß dem Standard DO-178B erfolgen, um von der FAA die Zertifizierung für den Luftfahrteinsatz zu erhalten.

Systemaufbau

Primary Flight Display (PFD)

Auf dem PFD werden den Piloten die wichtigsten Flugdaten angezeigt: Die Lage im Raum (Künstlicher Horizont) mit dem Flight Director, die Fluggeschwindigkeit, die Flughöhe und die Steig- oder Sinkrate. Ebenfalls kann man hier die Betriebsarten des Autopiloten sehen. Weitere Anzeigen kommen je nach Modell hinzu.

Navigation Display (ND)

Auf dem ND werden die Navigationsdaten angezeigt: Der Steuerkurs, die Funkfeuer VOR oder ADF, die Flugroute aus dem Flight Management System, Verkehrsinformationen vom TCAS und das Bild des Wetterradars. Auch hier sind weitere Anzeigen vom Modell abhängig.

Display Management Computer (DMC)

Dieses ist ein Bauteil (engl. unit), das die Symbole und Daten für die Anzeigen für die Bildschirme aufbereitet. Seine Funktion gleicht der einer Grafikkarte.

Weblinks


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