Echter Alant


Echter Alant
Echter Alant
Echter Alant (Inula helenium)

Echter Alant (Inula helenium)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Inuleae
Gattung: Alant (Inula)
Art: Echter Alant
Wissenschaftlicher Name
Inula helenium
L.

Echter Alant (Inula helenium) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Namen

Die in der Volksheilkunde häufig verwendete Pflanze trägt je nach Region sehr unterschiedliche deutsche Trivialnamen. Dazu zählt Altkraut, Brustalant, Darmkraut, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Helenenkraut, Odinskopf und Schlangenkraut

Die botanische Artbezeichnung helenium spielt auf zwei Legenden der Antike an. Nach der einen soll Helena, bevor sie von Paris von Griechenland nach Troja entführt wurde, ihre Hände mit den Blüten dieser Pflanze gefüllt haben. Nach einer anderen Legende wuchs die Pflanze dort, wo Helenas Tränen den Boden benetzten.

Erscheinungsbild

Bei Alant handelt es sich um eine bis zu zwei Meter hohe mehrjährige krautige Pflanze mit auffälligen gelben Blütenköpfen. Sie erscheinen von Juli bis September. Die bis zu 50 cm langen Blätter sind auf der Unterseite mit Filzhaaren besetzt. Der starke Wurzelstock hat einen aromatischen Geruch. Er enthält viel Inulin, ein dem Fruchtzucker ähnliches Kohlenhydrat.

Herkunft und Standortanforderungen

Echter Alant stammt ursprünglich aus Kleinasien und Zentralasien. Heute wird er u.a. in Deutschland, Holland und auf dem Balkan angebaut. Er bevorzugt leicht feuchte, halbschattige Standorte.

Alant als Gewürz

Alant wird heute nur noch selten in der Küche eingesetzt. Die Wurzel des Alant (Droge: Helenii radix) fand seit der Antike aufgrund ihres bitteren, harzigen Geschmacks zum Teil Verwendung als Gewürz für Süßspeisen und Magenbitter. Horaz beschreibt in seiner achten Satire ein Gericht aus gekochten Alantwurzeln und weißen Rübchen. Plinius der Ältere legte seinen Lesern nahe, Alantwurzeln zu kauen, um den Geschmackssinn zu verfeinern, die Verdauung anzuregen und die Stimmung zu heben. Die Rezeptsammlung De re coquinaria aus dem 4. Jahrhundert, die auf den römischen Feinschmecker und Koch Apicius zurückgehen soll, zählt Alant sogar zu den Gewürzen, die in einem römischen Haushalt vorhanden sein müssen, „auf dass es beim Würzen an nichts fehle“.

Kandierter Alant galt lange Zeit als Leckerbissen. Da viele Menschen auf Alant mit Allergien reagieren, findet Alant fast nur noch in Likören Verwendung. Aufgrund ihrer schleimlösenden Wirkung ist die Alant-Wurzel auch Bestandteil von manchen Hustensäften.

Wie eine Reihe anderer Pflanzen verwendete man den Alant im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, um die Zimmerluft zu verbessern. Er wurde auf die Glut in den offenen Kaminen geworfen, damit er seinen charakteristischen Geruch im Raum verströmen konnte.

Alant als Heilpflanze

Alantstaude

Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel (Helenii rhizoma). Alant zählt zu den seit der Antike bekannten Heilpflanzen. Bei Theophrast, Dioskurides und Plinius wird „Helenion“ gegen Husten, Krämpfe, Blähungen und Magenschwäche empfohlen. Plinius (Plin. nat. 19,91) erwähnt, dass Livia, die Gattin des Augustus, ihn täglich aß - bekanntlich wurde sie 88 Jahre alt. Im gesamten Mittelalter war Alant eine hochgeschätzte Heilpflanze, die besonders in Form des Alantweins als Allheilmittel galt, das auch „potio Paulina“ genannt wurde. Nicholas Culpeper In der Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmer verwendet. Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich gegen Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt.

In Siebenbürgen und im Spreewald wurde der Alant bei Brustbeschwerden wie Tabak geraucht.

Aus den Wurzeln des Alant wurde Alantwein hergestellt, er galt als eine Art Allheilmittel.

Der Alant gilt heute vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind es die ätherischen Öle, die den auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben.

Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen.

Echter Alant (Inula helenium)

Wichtige Inhaltsstoffe

Helenalin, Alantolacton und andere Sesquiterpenlactone, Polyacetylene, Inulin. Davon wurden Inulin erstmals 1804 aus dem Alant isoliert, auch Helenalin ist nach der Pflanze benannt und dürfte hier erstmals isoliert worden sein.

Alant im Aberglauben

Der Alant gehört zu den Pflanzen, die in den Weihebusch eingebunden werden, der an Maria Himmelfahrt, dem 15. August zur Kräuterweihe gebracht wird. In manchen Regionen werden in den Kräuterweihebusch so viele Alantblüten eingebunden, wie Menschen, Kühe und Pferde auf dem Hof lebten.

Im Volksglauben galt der Alant auch als dämonenabwehrende Pflanze. In der Steiermark räucherte man am Christabend mit Alant die Stuben und Ställe aus. Als Amulett um den Hals getragen, sollte er vor Behexen schützen. Als Pflanze des Abwehrzaubers ist er ein altes Mittel gegen die Pest.

Laut Avril Rodway heißt es in einem alten Kräuterbuch:ein Aufguß aus frischen Wurzeln, mit Honig gesüßt, würde gegen Keuchhusten helfen.

Zerstoßen mit Eschenfrüchten und Blaubeeren, eingeweicht in Urin, ergibt Alant einen blauen Farbstoff.

Alternativnamen

Altkraut, Brustalant, Darmkraut, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Helenenkraut, Odinskopf, Schlangenkraut

Literatur

  • Miranda Seymour: Eine kleine Geschichte der Kräuter und Gewürze, Verlag Scherz, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-502-15879-7
  • Avril Rodway: Kräuter und Gewürze. Die nützlichsten Pflanzen der Natur - Kultur und Verwendung. Tessloff Verlag, Hamburg 1980, ISBN 3-7886-9910-8

Weblinks

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