Edelgamander


Edelgamander
Edel-Gamander
Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)

Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)

Systematik
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Ajugoideae
Gattung: Gamander (Teucrium)
Art: Edel-Gamander
Wissenschaftlicher Name
Teucrium chamaedrys
L.

Der Edel-Gamander, Echte Gamander oder auch das Schafkraut (Teucrium chamaedrys) ist ein Lippenblütler (Lamiaceae) aus der Gattung der Gamander (Teucrium).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Edel-Gamander ist ein Halbstrauch mit Ausläufern. Der Stängel ist 10 bis 30 (bis 35) cm hoch, aufsteigend, im unteren Teil verholzt, unten verzweigt, ringsum oder auf den gegenüberliegenden Seiten kurz anliegend und lang abstehend behaart. Die Blätter sind kurz gestielt oder fast sitzend, oval, meist mit keilförmig verschmälertem Blattgrund, auf jeder Blattseite mit vier bis acht stumpfen oder spitzen Zähnen, meist beiderseits behaart.

Die Blüten sind ca. 3mm lang gestielt, zu einem bis sechs in den Achseln der oberen Blätter, und stehen einseitswendig. Der Kelch ist 6 bis 8 mm lang, mehr oder weniger regelmäßig fünfzähnig, behaart, oft rotviolett überlaufen. Die Blütenkrone ist 1 bis 1,5 cm lang, rosa (selten weiß). Die Teilfrüchte haben eine feinadrige Oberfläche und sind ca. 1,5 bis 2mm lang. Die Pflanze riecht angenehm aromatisch.

In Deutschland unterscheidet man 2 Unterarten:

  • Den Breitblättrigen Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys ssp. chamaedrys)

und den

  • Schmalblättrigen Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys ssp. germanicum).

Vorkommen

Der Edel-Gamander wächst zerstreut und meist gesellig in sonnigen Kalk-Magerrasen sowie in lichten Eichen- und Kiefernwäldern. Er liebt basenreichen, extrem stickstoffarmen Boden und ist ein Trockniszeiger und eine Wärme liebende Lichtpflanze. In Süddeutschland ist er stärker vertreten (Alpen bis 110 ? m NN).

Ökologie

Der Edel-Gamander ist ein nur am Grunde verholzter, kriechender Halbstrauch. Er ist an Trockenheit angepasst und wurzelt bis 1,2 m tief, seine Blätter sind derb und wintergrün und sein Stängel ist zottig behaart. Die Pflanze ist reich an Transpirations-hemmenden ätherischen Ölen.

Die Blüten sind vormännliche „Eigentliche Lippenblumen“ und stehen in vier- bis sechsblütigen Scheinquirlen in den Achseln der oberen Blätter. Die Blütenkrone ist kurz und hat keinen Haarring; sie ist hellrot mit kurzer zweispaltiger Oberlippe, die mit der Unterlippe verbunden ist, so dass diese scheinbar fünfspaltig ist. Die Blüten sind schwach wohlriechend. Die Staubblätter sind anfangs nach vorn, später-wenn der Griffel nach vorn weist- nach oben gerichtet. Der Pollen ist rosarot. Die Art ist ein Nektarspender von besonderem Wert. Bestäuber sind Hummeln, Bienen und Schwebfliegen. Spontane Selbstbestäubung ist nur wenig erfolgreich. Blütezeit: Juli bis September.

Die Klausen-Früchte sind zur Reife vom aufgeblasenen Kelch umgeben, der als Windgang dient. Die Pflanze ist ein Windstreuer, evtl. auch ein Tierstreuer.

Vegetative Vermehrung erfolgt durch lange Ausläufer, die nach der Blüte gebildet werden. Der Wurzelstock treibt alljährlich 2 Generationen beblätterter Stängel, von denen nur die 2. Generation zur Blüte gelangt.

Verwendung

Der Edel-Gamander wurde ehemals in der Volksheilkunde bei Wechselfieber und Gicht verwendet.

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: "Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands". Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • Urania Pflanzenreich. Band 3: Blütenpflanzen 1, 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-332-00367-4.
  • Urania Pflanzenreich. Band 4: Blütenpflanzen 2, 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-332-00497-2.

Weblinks


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