Egbert Lammers


Egbert Lammers

Egbert Lammers (* 30. Juli 1908 in Berlin; † 26. März 1996 in Waakirchen-Piesenkam) war ein deutscher Künstler.

Egbert Lammers war der älteste Sohn des Staatssekretärs Aloys Lammers und dessen Frau Helene Küchenhoff. Sein erster wichtiger Zeichenlehrer war William Straube. Nach dem Abitur in Berlin am Prinz-Heinrich-Gymnasium studierte er Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin, Tübingen und Bonn. Er besuchte zudem die private Kunstschule von Willi Jaeckel, zur Korrektur bei Hans Purrmann, später war er Schüler von Eugen Spiro. In den Semesterferien unternahm er Reisen nach Südfrankreich mit dem Maler Merveldt. In Berlin wurde er als Student aktives Mitglied des katholischen Studentenvereins Askania im KV. 1931 promovierte er in Bonn bei Paul Clemen. Seine Dissertation hatte den Titel "Charles Hoguet, ein Beitrag zur Berliner Kunstgeschichte."

Von 1932 bis 1936 war er Lehrer an der privaten Modeschule "Der Sturm" von Herwarth Walden und Richard Dillenz in Berlin, bis sie von den Nazis geschlossen wurde. Danach war er freischaffend tätig. Im Jahr 1932 schuf er sein erstes Putzmosaik in St. Adalbert in Berlin, 1935 sein erstes Glasfenster in Berlin-Siemensstadt. Ab dieser Zeit erhielt er regelmäßige Aufträge für Glasfenster (Karlshosrt, Herz Jesu,Mark Brandenburg,z.B. Jüterbog, Schlesien, z.B.Gleiwitz, Pommern) bis 1944. Im Jahr 1935 heiratete er Annelise Hans (* 1908, † 2010).

Im August 1944 wurde er eingezogen. Bei Kriegsende geriet er in Dänemark in englische Gefangenschaft. Er wurde im August 45 entlassen und ging nach Werl in Westfalen. Dort malte er Pastellporträts für Lebensmittel, hielt Vorträge und gab Unterricht in Kunstgeschichte an Schulen. Er schuf Glasfenster in Werl und Unna, ab 1952 erhielt er wieder regelmäßige Aufträge. 1956 baute er einen Atelierraum in Werl. Im Laufe der nächsten 30 Jahre schuf er Glasfenster und Mosaiken für Kirchen, Schulen, Gemeinden, Unternehmen und Private an etwa 70 Orten des In- und Auslandes. Im Jahr 1973 übersiedelte er nach Waakirchen-Piesenkam in Oberbayern.

Ausstellungen

  • Herbst 1930/31 und 33 in der Berliner Sezession
  • November 1932 in der Galerie Gurlitt in Berlin
  • 1973 Geamtausstellung in Werl
  • 1990 Ausstellung im Städtischen Museum Haus Rykenberg in Werl mit Gemälden, Zeichnungen und Glasfensterentwürfen von 1973-1989
  • 1998 Gedächtnisausstellung zum 90. Geburtstag in der Sparkasse und in der Propsteikirche in Werl

Literatur

  • Bildband "Glasfenster von Egbert Lammers" Josef-Keller-Verlag Starnberg 1965
  • Annette Jansen-Winkeln (Hrsg.): Künstler zwischen den Zeiten: Egbert Lammers, Wissenschaftsverlag für Glasmalerei Eitorf, Büsch bei Merten 1998
  • Susanne Gierczynski: Egbert Lammers (1908 -1996) Glasmaler zwischen Historismus und Moderne, Deutscher Kunstverlag München, Berlin 2005.

Kunst war sein Leben! - Aufsatz zum 100sten Geburtstag von Egbert Lammers von Alexandra Korimorth unter www.gmund-evangelisch.de/424.php

Weblinks


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