Eibelshausen


Eibelshausen
Eibelshausen
Gemeinde Eschenburg
Koordinaten: 50° 49′ N, 8° 20′ O50.8138888888898.3380555555556300Koordinaten: 50° 48′ 50″ N, 8° 20′ 17″ O
Höhe: 300–560 m ü. NN
Fläche: 6,86dep1
Einwohner: 3.967 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Okt. 1971
Postleitzahl: 35713
Vorwahl: 02774

Eibelshausen ist der größte der sechs Ortsteile der Gemeinde Eschenburg. Er übt die Mittelpunktfunktion im mittleren Dietzhölztal aus, ist Verwaltungssitz der Gemeinde Eschenburg und Schulort der Haupt- und Realschule mit gymnasialem Zweig.

Eibelshausen umfasst eine Gesamtfläche von 685,8 ha und hat 3967 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010)

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Eibelshausen mit dem Holderberg

Eibelshausen liegt im Norden des Lahn-Dill-Kreises. Umrahmt wird der Ort von Ausläufern des Rothaargebirges (westlich und nördlich), dem Gladenbacher Bergland (östlich) und der Struth (südlich), wobei die letztgenannten Mittelgebirgslandschaften zum naturräumlichen Westerwald gezählt werden.

Eibelshausen liegt unmittelbar westlich der Mündung des Mandelbaches in die Dietzhölze unweit des Rothaarsteiges. Trotz einer landschaftlich sehr begünstigten Lage liegt Eibelshausen verkehrsgünstig zur Autobahn 45 und den nahen Städten Siegen, Marburg und Gießen.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden im Uhrzeigersinn beginnend, Steinbrücken (Gemeinde Dietzhölztal), Roth, Simmersbach, Eiershausen, Wissenbach (alle Gemeinde Eschenburg) und Ewersbach (Gemeinde Dietzhölztal).

Westlich von Eibelshausen erhebt sich der Eibertshain (560 m ü.NN), nordöstlich die Burg (494 m ü.NN) und der Staffelböll (536 m ü.NN). Der „Hausberg“ des Ortes, der Holderberg, ist 380 m hoch.

Geschichte

Nachweislich siedelten schon die Kelten im heutigen Ortsgebiet von Eibelshausen; dies belegen Werkzeugfunde aus dieser Zeit.

Eibelshausen wurde erstmalig in der Namensform Ybelingeshusen in einer Urkunde vom 29. Mai 1314 erwähnt. Mit dieser Urkunde verkaufte Eckhard Ritter de Helfenberg die Vogtei Eibelshausen an Graf Heinrich III. von Nassau-Dillenburg.[1]

Evangelische Kirche

Das Dorf war in seiner Geschichte von mehreren Pestepidemien und Großbränden betroffen.

Am 20. Mai 1815 brannten bei einem Großfeuer von den 242 Gebäuden des Dorfes 204 nieder. In den beiden Folgejahren wurde das Dorf wieder großzügig aufgebaut und erweitert. Dabei wurden breite, rechtwinklige Straßen angelegt und Mindestabstände zwischen den Häusern vorgeschrieben, um einen nochmaligen Großbrand zu verhindern. In dieser Zeit hat der heutige Ortskern seine charakteristische Gestalt erhalten.

Neben der Landwirtschaft und Viehzucht hatte auch die Eisenverhüttung eine lange Tradition in Eibelshausen. In den umgebenden Wäldern sind noch Stellen erkennbar, wo in der frühen Besiedelungszeit Schmelzöfen standen und Schlacke abgelagert wurde. Erst in den 1970er Jahren endete diese Tradition in der Eibelshäuser Hütte mit einer Produktionsumstellung. Das damailige Buderus-Werk gehört heute zur Bosch-Gruppe.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Dillenburg–Ewersbach erhielt Eibelshausen 1892 einen Bahnhof. Die Strecke wurde 1987 für den Personenverkehr und 2000 für den Güterverkehr stillgelegt.

Eibelshausen schloss sich zum 1. Oktober 1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform freiwillig mit den Nachbardörfern Eiershausen und Wissenbach zur Gemeinde Eschenburg zusammen. Am 1. Juli 1974 kamen die Ortsteile Hirzenhain, Roth und Simmersbach hinzu.

Einwohnerentwicklung

Luftbild

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die ungefähren Einwohnerzahlen im Laufe der Zeit:[2] [3] [4] [5]

Jahr Einwohner
1688 309
1714 340
1750 397
1785 411
1815 526
1840 534
1874 769
1939 1583
1961 2676
1970 3193
1974 3548
1980 3450
1985 3485
1990 3754
1995 4043
2000 4073
2005 4055
2010 3967

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Heimatmuseum

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Frühjahrsmarkt (2. Maiwochenende)
  • Herbstmarkt (2. Oktoberwochenende)
  • Maibaumaufstellung (30. April)
  • Weihnachtsmarkt (letztes Wochenende vor Weihnachten)

Hauberg

In Eibelshausen wird jährlich Hauberg gemacht. Die rechtliche Grundlage der Haubergsarbeit geht auf die "Haubergordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis vom 4. Juni 1887" zurück. Darin heißt es: "Hauberge im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach, Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln, Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach und Korb, welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören." [6]

Wirtschaft und Infrastruktur

Ortsmitte

Verkehr

Die Bundesstraße 253 (DillenburgFrankenberg) führt als Ortsumgehung an Eibelshausen vorbei. Bis zur Autobahn 45 (Anschlussstelle Dillenburg) sind es etwa zehn Kilometer.

Ansässige Unternehmen

Größte Industriebetriebe im Ort sind die Firmen Bosch Thermotechnik (bis 2007 Buderus) und Kettenbach. Im Industriegebiet Rommelsberg sind viele kleinere Unternehmen ansässig.

Öffentliche Einrichtungen

  • Rathaus der Gemeinde Eschenburg
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Rettungswache (Rettungsdienst Eschenburg)
  • Schwimmbad Freizeitbad Panoramablick
  • Holderbergstadion
  • Bürgerhaus
  • Jugendzentrum
  • Ärztlicher Sonntagsnotdienst
  • Evangelische Kindertagesstätte Pusteblume
  • Katholische Kindertagesstätte Regenbogen
  • Gemeindebücherei
  • Evangelische Kirche
  • Katholische Kirchengemeinde St. Josef

Bildung

Einzelnachweise

  1. Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 85/86, Nr. 137.
  2. Gemeinde Eschenburg: Chronik Eibelshausen, 2003
  3. Dill-Zeitung, 23. Oktober 2010, S. 23
  4. Aktuelle Einwohnerzahlen der Gemeinde Eschenburg
  5. Ortslexikon von Hessen
  6. Haubergsordnung

Weblinks


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