Einkommensungleichheit


Einkommensungleichheit

Soziale Ungleichheit ist ein Begriff aus der Soziologie und bezeichnet die ungleiche Verteilung materieller oder immaterieller Ressourcen in einer Gesellschaft und die daraus resultierenden unterschiedlichen Möglichkeiten zur Teilhabe an dieser.[1] Der Begriff ist negativ belegt, da die soziale Ungleichheit von der Soziologie als gesellschaftliches Problem gesehen wird. [2] [3] Soziale Ungleichheit ist somit abzugrenzen vom neutraleren Begriff der sozialen Differenzierung. [4] [5]

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Bestimmten sozialen Gruppen stehen die Möglichkeiten zur Nutzung gesellschaftlicher Ressourcen ungleichmäßig zur Verfügung.[6] Diese als „soziale Ungleichheiten“ bezeichneten Unterschiede können die Wünsche, Handlungen und Konflikte der Akteure mit bestimmen. Ursachen und Merkmale sozialer Ungleichheit können in verschiedenen Gesellschaften und im Lauf der Geschichte unterschiedlich sein, und unterschiedlich interpretiert werden.[7] Der Begriff darf nicht - wie in der Alltagssprache häufig üblich - mit dem Begriff der „Ungerechtigkeit“ gleichgesetzt werden[8], obwohl er Probleme der Gerechtigkeit thematisiert.

Theorien

Nach Stefan Hradil (2001) liegt „soziale Ungleichheit“ dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung im sozialen Beziehungsgefüge (3) von den „wertvollen Gütern“ einer Gesellschaft (1) regelmäßig mehr als andere erhalten (2) (Hradil 2001, S. 30).

1) Wertvolle Güter: Der Begriff bezieht sich auf „Güter“, die in einer Gesellschaft als wertvoll gelten. Je mehr der Einzelne von diesen „Gütern“ besitzt, desto besser sind seine Lebensbedingungen. Insofern bestimmte „Güter“ also […] Lebens- und Handlungsbedingungen darstellen, die zur Erlangung von allgemein verbreiteten Zielvorstellungen einer Gesellschaft dienen, kommen sie als Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit in Frage (Hradil 2001, S. 28). Solche Güter können beispielsweise Geld, eine (unkündbare) Berufsstellung, Bildungsabschlüsse, Lebens- und Arbeitsbedingungen oder auch Macht sein.

2) Verteilung: Eine sozial ungleiche Verteilung der „wertvollen Güter“ in einer Gesellschaft liegt vor, wenn ein Gesellschaftsmitglied von diesen Gütern mehr als ein anderes erhält („relative Ungleichheit“). In der soziologischen Terminologie wird immer dann von Ungleichheit gesprochen, wenn als „wertvoll“ geltende „Güter“ nicht absolut gleich verteilt sind (Hradil 2001, S. 29).

3) Regelmäßig ungleiche Verteilung aufgrund der Stellung im Positionsgefüge: Nicht alle Vor- und Nachteile, nicht alle Besser- bzw. Schlechterstellungen sind also Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit, sondern nur jene, die in gesellschaftlich strukturierter, vergleichsweise beständiger und verallgemeinerbarer Form zur Verteilung kommen. Ihre Bindung an relativ konstante gesellschaftliche Beziehungen und Positionen unterscheidet soziale von anderen Ungleichheiten (Hradil 2001, S. 29).

Geschichte

Soziale Ungleichheit existiert und existierte in allen bekannten Gesellschaften, und ist - obwohl sie deshalb oft als naturgegeben erscheint - immer eine sozial erzeugte Tatsache.[9] Vormoderne Erklärungsmuster sahen soziale Ungleichheit häufig als in den Gegebenheiten der Natur oder dem Willen eines Gottes begründet. So meinte z. B. Aristoteles, dass es Freie und Sklaven von Natur aus (physei) gebe. Die Antike sah dabei, ebenso wie die indische Kastengesellschaft, Ungleichheiten als natürlich an.[10] Seit Rousseaus Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen von 1755 und spätestens seit Karl Marx wurde das „Programm der Gleichheit“ häufiges politisch angestrebtes Ziel.[11] Nach Karl Marx führt die für ihn aus dem Eigentum an Produktionsmitteln resultierende soziale Ungleichheit letztlich zur Nivellierung sozialer Unterschiede in der Klassenlosen Gesellschaft (Kommunismus). Dem stehen die Konzepte des Liberalismus gegenüber. Adam Smith ging es nicht um die Frage der Gleichheit bzw. Ungleichheit, für ihn stand die Überwindung der Armut im Mittelpunkt.[12]

Auswirkungen

Die sozialen und politischen Auswirkungen sozialer Ungleichheit werden vielfach in der Soziologie und der Politikwissenschaft untersucht, sind aber auch Gegenstand der Sozialphilosophie und Arbeitsfeld vor allem der volkswirtschaftlichen Sozialpolitik.

Die gesamtwirtschaftlichen Effekte ungleicher Verteilungen sind in den Volkswirtschaftslehre umstritten. In den wirtschaftspolitischen Diskussionen wird eine positive Funktion von sozialer Ungleichheit behauptet. Diese Auffassung geht davon aus, dass völlige soziale Gleichstellung den Wettbewerb lähme und die Anreize zur persönlichen Leistungssteigerung neutralisiere. Konzepte z.B. des Ordoliberalismus' und des freiheitlichen Sozialismus' entwickeln hier Ideen, die die als kritikwürdig, aber als unumgehbar angesehene soziale Ungleichheit wirtschaftspolitisch optimal einzuschränken trachten. Der Kommunismus hingegen fordert unbedingt soziale Gleichheit und setzt auf planwirtschaftlich optimierten Fortschritt.

Dem Weltentwicklungs-Bericht 2000/2001 der Weltbank zufolge „variierte die Ungleichheit weit in den 80ern und 90ern“.[13] Weltweit stieg die Ungleichverteilung der Einkommen zwischen 1960 und 1998 von etwa 50% auf 70%[14] Ein wahrgenommenes Gefühl der Ungleichverteilung ist nach Amartya Sen ein häufiger Mitauslöser von Aufständen in Gesellschaften.[15] Der deutsche Soziologe Ulrich Beck prägte Ende der 1990er Jahre den Begriff der Brasilianisierung für den von ihm vermuteten sozialen Wandel Europas in Richtung zunehmender sozialer Ungleichheit. [16]

Alleine schon die materielle Ungleichheit als Element sozialer Ungleichheit führt auch zu ungleichen Möglichkeiten der Teilhabe der Bürger in Demokratien, also zu politischer Ungleichheit. Das kann in einem sich selbst verstärkenden und schwer umzukehrenden Prozess erfolgen.[17]

Soziale Ungleichheit in Deutschland

Soziale Ungleichheiten werden in der Bundesrepublik Deutschland sowohl zwischen verschiedenen Personengruppen als auch in bestimmten Bereichen festgestellt.

Bildung

->Hauptartikel: Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland

Verschiedene Studien haben eine Bildungsbenachteiligung in der Bundesrepublik Deutschland für Arbeiter- und Migrantenkinder festgestellt. Diese Ungleichheit wurde inzwischen von internationalen Organisationen wie der UNESCO, der UNICEF, der EU-Kommission, der OECD und dem UN-Menschenrechtsbeobachter Vernor Muñoz kritisiert.

Einkommensverteilung

-> Hauptartikel: Einkommensverteilung

Hinsichtlich der Einkommensverteilung ist eine wachsende Differenz der niedrigen und höchsten Einkommen festzustellen bei gleichzeitigem Schrumpfen der Mittelschicht.

Während das (Jahres-)Durchschnittseinkommen laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in den 1990ern weitgehend konstant blieb (bzw. von 2002 bis 2005 sogar real um 4,8% zurückging[18]) stieg es bei

  • den oberen 10% um 6%,
  • den oberen 0,01% um 17%,
  • den wohlhabensten 650 Deutschen um 35% und
  • den 65 Reichsten um 53% auf 48 Millionen Euro.[19]

Laut einer 2008 vom DIW veröffentlichten Studie schrumpft die Mittelschicht in Deutschland seit Jahren, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ging von 62 Prozent im Jahr 2000 auf 54 Prozent 2006 zurück. Entsprechend gestiegen sind die Bevölkerungsanteile an den Rändern der Einkommensverteilung. Der Anteil der Einkommensarmen (mit weniger als 70% des Jahres-Medianeinkommens) kletterte von 19 Prozent 1996 auf 25 Prozent 2006, der Anteil der Einkommensreichen (mit mehr als 150 Prozent des Jahres-Medianeinkommens) stieg von 19 Prozent 1996 auf 21 Prozent 2006. In der Mittelschicht war die Abwärtsmobilität also stärker ausgeprägt als der Aufstieg in höhere Einkommensklassen. Bei ärmeren Bevölkerungsschichten zeigte sich eine deutliche Verfestigung ihres Zustands und verringerten sich also die Chancen, in bessere Einkommensklassen aufzusteigen. [20]

Nach einer Umfrage der Humboldt-Universität im Auftrag des Magazins Geo im Sommer 2007 geht die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland davon aus, dass „die Schere zwischen Arm und Reich“ sich weiter öffne.[19] Die Befragten gingen davon aus, dass die durchschnittlichen Gehälter der Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2006 bei 125.000 Euro monatlich lägen, wobei lediglich ein Monatseinkommen der Vorstandsvorsitzenden in Höhe von 48.000 Euro monatlich als „gerecht“ empfunden wurde. Das Monatseinkommen der Vorstandsvorsitzenden der DAX-Aktiengesellschaften lag 2006 bei 358.000 und damit siebeneinhalb höher als das als „gerecht“ empfundene Monatseinkommen für Vorstandsvorsitzende. 2007 sind sie auf 374.000 Euro[21] bzw. 391.000 Euro[22] gestiegen.

Viele Beschäftigte haben ein so niedriges Einkommen, dass sie zusätzlich zum Einkommen Hartz IV-Leistungen (Arbeitslosengeld II) erhalten („Arm trotz Arbeit“). Im Jahre 2006 waren dies 1,09 Mio. Beschäftigte, wovon 38,5% vollzeit beschäftigt, 14,1% teilzeitbeschäftigt und 47,4% geringfügig beschäftigt waren.[23] Viele von ihnen arbeiten im so genannten Niedriglohnsektor (zum Beispiel als Frisöre, Erntehelfer, Gebäudereiniger), wo Stundenlöhne zwischen 3 und 6 Euro gezahlt werden. Insgesamt arbeiteten im Jahre 2006 5,5 Mio. Beschäftigte für einen Stundenlohn unter 7,50 Euro. Im Jahre 2004 waren es noch 4,6 Mio. Beschäftigte (Steigerung um 20%). 1,9 Mio. Beschäftigte arbeiteten 2006 sogar für einen Stundenlohn unter 5 Euro [24] Etwa 75 % aller Einwohner in Deutschland über 18 Jahre haben ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 2.000 Euro.[25]

Dass die tatsächlichen Einkommensunterschiede höher sind als die von Menschen mit wenig Einkommen vermuteten, wird mit dem psychologischen Ansatz der kognitiven Dissonanz erklärt: „Er [der Betroffenen] findet sich mit der Situation ab und redet die Ungerechtigkeit klein. Er unterschätzt seinen Abstand zu Bessergestellten - und steigert so sein Selbstwertgefühl.“[19]

Die Ungleichverteilung löste im Dezember 2007 eine gesellschaftliche Debatte um einen Höchstlohn aus.[26]

Gesundheit

-> Hauptartikel: Soziale Ungleichheit der Gesundheitschancen

Auch wird eine Soziale Ungleichheit der Gesundheitschancen festgestellt. Insbesondere sind Kinder aus armen Haushalten (Kinderarmut in den Industrieländern), Migranten, alleinerziehende Frauen und Arbeitslose von einem höheren Erkrankungsrisiko betroffen. Die Europäische Union hat eine zweistufige Kampagne gegen die Soziale Ungleichheit in der Gesundheit initiiert.

Vermögensverteilung

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vom November 2007[27] kommt zu dem Ergebnis, dass Vermögen in Deutschland wesentlich ungleicher verteilt ist als Einkommen:

  • das Vermögen (ohne Sachvermögen und nach Abzug der Schulden) aller Erwachsener beträgt 5,4 Billionen Euro.
  • ein Zehntel aller Erwachsenen besitzen über 60 % des Vermögens (3,24 Billionen Euro). Weitere zwei Zehntel aller Erwachsenen besitzen 30 % des Vermögens (1,62 Billionen Euro). Insgesamt besitzen also drei Zehntel aller Erwachsenen 90 % des Vermögens (4,86 Billionen Euro). [28]
  • sieben Zehntel aller Erwachsenen besitzen nur 10 % des Vermögens (0,54 Billionen Euro).
  • 1 % der Bevölkerung besitzt etwa ein Viertel des gesamten Vermögens in Deutschland - und damit mehr als die unteren 80 % und sogar mehr als doppelt soviel wie die unteren 70 % zusammengenommen. (Quelle: www.spiegel.de - Bericht vom 21.01.2009)
  • die unteren 80 % der Bevölkerung besitzen zusammen weniger als 20 % des Vermögens in Deutschland.[28]
  • man kann bei der Vermögensverteilung in Deutschland also von einer kleinen Oberschicht (circa 10%), einer kleinen Mittelschicht (circa 20%) und von einer großen Unterschicht (circa 70 %) sprechen.
  • zwei Drittel der Erwachsenen verfügt über kein oder nur ein sehr geringes Vermögen.
  • im Durchschnitt betrug das individuelle Netto- Vermögen im Jahr 2002 rund 81.000 Euro. Aufgrund der sehr ungleichen Verteilung liegt der Median, also der Wert, der die reiche Hälfte der Bevölkerung von der ärmeren trennt, nur bei etwa 15.000 Euro.
  • weitere Sozialstrukturanalysen zeigen große Unterschiede im individuellen Netto-Vermögen zwischen Männern und Frauen (96.000 Euro beziehungsweise 67.000 Euro) sowie zwischen Personen ohne und mit Migrationshintergrund (87.000 Euro beziehungsweise 47.000 Euro).

Soziale Ungleichheit weltweit

Weltweit geht diese Schere noch sehr viel weiter auseinander.

Vermögen:

  • 1 % der Weltbevölkerung hält etwa 40 % des weltweiten Vermögens. Die reichsten 2 % der Weltbevölkerung besitzen mehr als 51 % des weltweiten Vermögens. Auf die reichsten 10 % entfallen etwa 85 % des weltweiten Vermögens.
  • Auf die unteren 50 % der Weltbevölkerung entfällt weniger als 1 % des weltweiten Vermögens.[29]
  • Das gesamte globale Vermögen beträgt etwa 125 Billionen Dollar.[30]
  • Die 1125 Dollar-Milliardäre, die es weltweit gibt, halten zusammen ein Vermögen von ca. 4,4 Billionen Dollar. Damit besitzen sie etwa vier mal so viel wie die untere Hälfte der Weltbevölkerung (etwa 3,3 Milliarden Menschen) zusammengenommen.[31]
  • In den USA - der größten Volkswirtschaft der Welt - hält nur 1 % der Bevölkerung über 50 % des gesamten Vermögens (Quelle: www.hartgeld.com - Bericht vom 31.05.2007)
  • über 80 % der Weltbevölkerung leben von weniger als 10 US-Dollar am Tag. (Quelle: www.intel.com - Bericht vom 02.01.2009 /

http://www.intel.com/cd/corporate/pressroom/emea/deu/archive/2009/413132.htm)

  • etwa 1,4 Milliarden Menschen (über 20 % der Weltbevölkerung) lebt von weniger als 1,25 US-Dollar (oder 1 Euro) am Tag [32])
  • über 50 % der Weltbevölkerung lebt von weniger als 2 US-Dollar am Tag [33])
  • Dem aktuellen „World Wealth Report“ zufolge gibt es weltweit derzeit etwa 10,1 Millionen US-Dollar-Millionäre (davon 826.000 aus Deutschland). Zusammen verfügen diese 10,1 Mio. Millionäre (weniger als 0,2 % der Weltbevölkerung) über 40,7 Billionen US-Dollar. Dies entspricht fast einem Drittel des gesamten Vermögens auf der Welt.[34]
  • Damit halten diese etwa 10 Millionen Millionäre ein Vermögen das mehr als doppelt so hoch ist wie die unteren 90 % der Weltbevölkerung (über 6 Milliarden Menschen) zusammengenommen.
  • Um zu den reichsten 10 % der Weltbevölkerung zu gehören bedarf es eines Vermögens von 45.780 Euro.[30]
  • Um sogar zu den reichsten 1 % der Weltbevölkerung zu gehören bedarf es eines Vermögens von 375.250 Euro.[30]

Einkommen:

  • 2005 hatten 48,3% der Weltbevölkerung (3,14 Mrd. Menschen) ein Einkommen von weniger als 2,5 US$/Tag und 21,5% der Weltbevölkerung (1,4 Mrd. Menschen) ein Einkommen von weniger als 1,25 US$/Tag.[35] 2003 hungerten 17% der Menschen in den Entwicklungsländern.[36] 1981 hatten noch 60,4% der damaligen Weltbevölkerung (2,73 Mrd. Menschen) ein Einkommen von weniger als 2,5 US$/Tag und 42,2% der Weltbevölkerung (1,91 Mrd. Menschen) ein Einkommen von weniger als 1,25 US$/Tag. Die Verbesserungen wurden jedoch fast ausschließlich in China erreicht. In den anderen Entwicklungsländern sind nur die prozentualen Anteile (durch die stark gestiegene Weltbevölkerung) verringert worden, jedoch die absoluten Zahlen weiter gestiegen.
  • Der Anteil der Einkommensarmen weltweit (mit weniger als 3470 US$/Jahr) beträgt 78%. Der Anteil der Einkommensreichen weltweit (mit mehr als 8000 US$/Jahr) beträgt 11%.[37]

Messung der Vermögens- und Einkommensverteilung

Der Grad der Ungleichverteilung wird mit Ungleichverteilungsmaßen quantifiziert. Ein Beispiel ist der Gini-Koeffizient. Das einfachste Maß ist die Hoover-Ungleichverteilung. Entropiemaße wie der Theil-Index versuchen, sich aus Ungleichverteilungen in der Physik und Informationstheorie ergebende Ausgleichspotentiale mit der Wirkung von Ungleichverteilungen der Ressourcen in Gesellschaften zu vergleichen.

Literatur

  • Yoram Amiel: Thinking about Inequality: Personal Judgment and Income Distributions, 2000
  • Bálint Balla: Soziologie der Knappheit. Zum Verständnis individueller und gesellschaftlicher Mängelzustände, 1978
  • Eva Barlösius: Kämpfe um soziale Ungleichheit. Machttheoretische Perspektiven Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004 ISBN 3-531-14311-5
  • Nicole Burzan: Soziale Ungleichheit. Eine Einführung in die zentralen Theorien. 2007. ISBN 978-3-531-15458-9
  • Ralf Dahrendorf: Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen. Mohr (Siebeck), Tübingen ²1966. ISBN 3-16-517061-4
  • James Galbraith: Created Unequal, 1998, ISBN 978-0-684-84988-1
  • Bernhard Giesen, Hans Haferkamp (Hrsg.): Soziologie der sozialen Ungleichheit, Opladen: Westdeutscher Verlag 1987. ISBN 3-531-11897-8
  • Karin Gottschall: Soziale Ungleichheit und Geschlecht: Kontinuitäten und Brüche, Sackgassen und Erkenntnispotentiale im deutschen soziologischen Diskurs, Opladen: Leske + Budrich 2000
  • Stefan Hradil: Soziale Ungleichheit in Deutschland. Opladen: Leske + Budrich 2001
  • Ernst-Ulrich Huster: Reichtum in Deutschland - Die Gewinner in der sozialen Polarisierung, 1998
  • Boris Keller: Sozialkapital und die Illusion sozialer Gleichheit. Ein Vergleich der Ansätze von Bourdieu, Coleman und Putnam zur Erklärung sozialer Ungleichheit. Scientia Bonnensis, 2007, ISBN 978-3-940766-00-7
  • Reinhard Kreckel: Politische Soziologie der sozialen Ungleichheit, 3., erweiterte Auflage. Frankfurt a. M./New York: Campus 2004. ISBN 3-593-37598-2
  • Niklas Luhmann: Kapitel XVI Klassengesellschaft, S.1055-1060 (Band 2) in Die Gesellschaft der Gesellschaft, 1997, ISBN 978-3-518-28960-0
  • Jeremy Saebrook: The No-Nonsense guide to Class, Caste & Hierarchies, 2002, ISBN 978-1-85984-465-6
  • Amartya Sen: On Economic Inequality, 1973 (Enlarged Edition with a substantial annexe after a Quarter Century with James Foster, Oxford 1997)
  • Anja Weiß: Unterschiede, die einen Unterschied machen. Klassenlagen in den Theorien von Pierre Bourdieu und Niklas Luhmann., S.208-233 in Nassehi/Nollmann: Bourdieu und Luhmann, 2004, ISBN 978-3-518-29296-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nach D[etlev] K[rause], Ungleichheit, soziale, in: Werner Fuchs-Heinritz u. a.: Lexikon zur Soziologie, 4. Aufl., VS Verlag für Soziawissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 686
  2. Bernhard Schäfers:Ungleichheit, in: Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik [1]
  3. Eva Barlösius: Gleichwertig ist nicht gleich[2]
  4. Hartmut Esser: Soziologie - Spezielle Grundlagen, Seite 113
  5. Hartmut Esser: Soziologie - Allgemeine Grundlagen, Seite 453
  6. Petra Frerichs:Klasse und Geschlecht als Kategorien sozialer Ungleichheit, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 52, Number 1 / März 2000 [3]
  7. Nicole Burzan: Soziale Ungleichheit - Eine Einführung in die zentralen Theorien, Seite 8
  8. Gerd Reinhold, Siegfried Lamnek, Helga Recker: Soziologie-Lexikon, Seite 590
  9. Martin Greiffenhagen/Sylvia Greiffenhagen: Handwörterbuch zur politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland, Seite 567
  10. Nicole Burzan: Soziale Ungleichheit. Eine Einführung in die zentralen Theorien, S. 8
  11. Hans-Peter Müller/Michael Schmid: Hauptwerke der Ungleichheitsforschung, S. 5
  12. Bundeszentrale für politische Bildung - Druckversion: Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik
  13. Box 3.5 im Kapitel 3 des World Development Report 2000/2001
  14. Die Prozentangaben sind Gini-Koeffizienten für eine in drei Einkommensgruppen aufgeteilte Weltbevölkerung (http://www.umverteilung.de/#global).
  15. ... A perceived sense of inequity is a common ingredient of rebellion in societies ..., Amartya Sen, 1973
  16. Ulrich Beck: Vollbeschäftigung – eine Redefinition von Arbeit. Die Brasilianisierung Westeuropas, Journalistik Journal, Jg. 3, Nr. 1, Frühjahr 2001
  17. Robert Alan Dahl in den Kapiteln The Presence of a Market Economy (S. 63 ff), The Distribution of Political Resources (S. 84 ff) und Market Capitalism and Human Dispositions (S. 87 ff) in On Political Equality, 2006, 120 S., Yale University Press, ISBN 978-0-300-12687-7 (Themen des im Jahr 1915 geborenen Autors in diesem Buch: die Grundlagen der Demokratie, die Bedeutung politischer Teilhabe für die Demokratie, eine Skala für den Grad der „Polyarchie“, zwei Zukunftsszenarien; Kategorien der Library of Congress: „1. Democracy, 2. Equality“); Übersetzung: Gabriele Gockel, Barbara Steckham, Thomas Wollermann: Politische Gleichheit - ein Ideal? Hamburg, 2006, ISBN 978-3-936096-72-9
  18. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. In: Bundesanzeiger. Juni 2008. Abgerufen am 26. August 2008.
  19. a b c GEO Magazin Nr. 10/07: GEO-Umfrage: Was ist gerecht?
  20. Schrumpfende Mittelschicht – Anzeichen einer dauerhaften Polarisierung der verfügbaren Einkommen?. In: DIW Wochenbericht. 5. März 2008. Abgerufen am 9. März 2008.
  21. Focus: Gehälter der Vorstandsvorsitzenden der DAX-Unternehmen [4]
  22. [5]
  23. Geschäftsbericht 2006, S.45. In: Bundesagentur für Arbeit. 2007. Abgerufen am 26. August 2008.
  24. Thorsten Kalina und Claudia Weinkopf. Neue Berechnung des IAQ zu Niedriglöhnen in Deutschland. Institut Arbeit und Qualifikation, Universität Duisburg-Essen. In: Pressemitteilungen. 2007. Abgerufen am 26. August 2008.
  25. - Statistik monatliches Nettoeinkommen
  26. Spiegel:Gesellschaftliche Schieflage. Deutsche vermissen soziale Gerechtigkeit[6]
  27. Wochenbericht des DIW: Vermögen in Deutschland wesentlich ungleicher verteilt als Einkommen (PDF-Datei), 7. November 2007
  28. a b Spiegel.de - Ungleichheit in Prozent
  29. Der Gini-Koeffizient beträgt für die weltweite Vermögensverteilung nach diesen Angaben 85 % Das ist ein Mindestwert, weil die Ungleichverteilung innerhalb der Gruppen (d.h. zwischen den Quantilen) hier nicht erfasst wird.
  30. a b c www.spiegel.de: Bericht vom 5. Dezember 2006, www.orf.at: Bericht vom 5. Dezember 2006
  31. www.spiegel.de: Bericht vom 6. März 2008
  32. zeit.de Bericht vom 27.08.2008
  33. Spiegel.de - Bericht vom 23.08.2005
  34. www.n-tv.de: Bericht vom 24. Juni 2008
  35. Shaohua Chen, Martin Ravallion. The developing world is poorer than we thought, but no less successful in the fight against poverty. Policy Research Working Paper 4703, The World Bank Development Research Group, August 2008.
  36. United Nations. The Millennium Development Goals Report. Statistical Annex 2007.
  37. Milanovic, Branko und Yitzhaki, Shlomo, 2002. Decomposing World Income Distribution: Does the World Have a Middle Class?, Review of Income and Wealth, Blackwell Publishing, vol. 48(2), pages 155-78, Juni 2002.

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