Elastizitätsgrenze


Elastizitätsgrenze

Als Elastizitätsgrenze eines Materials oder Werkstoffes bezeichnet man die Größe der mechanischen Spannung, bei deren Überschreiten eine nicht reversible Dehnung oder Stauchung bzw. plastische Verformung auftritt. Im Spannungs-Dehnungs-Diagramm ist es der Punkt, in dem die Spannungskurve vom linearen Verlauf abweicht. Dieser Punkt ist aber nicht eindeutig definiert, sondern von der Messmethode abhängig. Die Elastizitätsgrenz-Werte werden neben anderen Materialwerten für die Berechnung und Bestimmung der Festigkeit und Stabilität mechanischer Konstruktionen verwendet.

Die Elastizitätsgrenze kann entweder als Streckgrenze (Re) oder als Dehngrenze (Rp) gemessen werden:

  • Die Streckgrenze Re bezeichnet diejenige Spannung, bis zu der ein Werkstoff keine sichtbare plastische Dehnung zeigt. Wenn die Spannung beim weiteren Aufbringen einer Dehnung wieder abfällt, liegt eine obere (ReH) und untere (ReL) Streckgrenze vor.
  • Die Dehngrenze Rp ist die auf einen Körper aufgebrachte Spannung, die nach dem Entlasten eine geringe Verformung (= 0,2% bleibende Verformung) ergibt. Die gemessene Verformung wird als Index angegeben, der übliche Wert ist 0,2% (Rp0,2), in Ausnahmefällen auch 0,01% oder 0,005%.

Siehe auch


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  • Elastizitätsgrenze [2] — Elastizitätsgrenze, ursprüngliche und natürliche. Die Unterscheidung rührt von Bauschinger her [1]. Kommt die Aenderung der Elastizitätsgrenze durch mechanische Behandlung und andre Einwirkungen in Betracht, so nannte Bauschinger ursprüngliche… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Elastizitätsgrenze [1] — Elastizitätsgrenze für Zug, Druck, Schub u.s.w. wurden früher diejenigen Beanspruchungen pro Flächeneinheit genannt, bei deren Ueberschreiten bleibende Formänderungen eintreten, während die Körper nach geringeren Beanspruchungen wieder… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Elastizitätsgrenze — Elas|ti|zi|täts|gren|ze 〈f. 19〉 die durch Zug, Druck od. Biegung hervorgerufene Spannung, bis zu der ein Werkstoff sich nur elastisch verformt, also keine bleibende Formänderung erfährt * * * Elastizitätsgrenze,   Werkstoffkunde: diejenige… …   Universal-Lexikon

  • Elastizitätsgrenze — tamprumo riba statusas T sritis fizika atitikmenys: angl. elastic limit; limit of elasticity vok. Elastizitätsgrenze, f rus. предел упругости, m pranc. élasticité limite, f; limite d’élasticité, f; limite élastique, f …   Fizikos terminų žodynas

  • Elastizitätsgrenze — Elas|ti|zi|täts|gren|ze …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Elastizitätsgrenze — Spannung, bis zu der keine bleibenden Formänderungen auftreten …   Erläuterung wichtiger Begriffe des Bauwesens

  • Dauerversuche [1] — Dauerversuche bezwecken, das Verhalten der Materialien gegenüber mehr oder weniger lange anhaltender oder mehr oder weniger oft wiederholter Inanspruchnahme durch äußere mechanische oder chemische Einflüsse zu ermitteln. Im nachstehenden tollen… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Elastische Nachwirkung — Elastische Nachwirkung. Die durch ruhende Belastung oder andre statische Einwirkungen äußerer Kräfte erreichbare Gruppierungsänderung der Teilchen eines festen Körpers tritt im allgemeinen nicht sofort vollständig ein; man hat noch nach Tagen und …   Lexikon der gesamten Technik

  • Elastizität — (neulat., abzuleiten v. griech. elaúnein, »antreiben, in Bewegung setzen«; Schnellkraft, Federkraft) ist das Bestreben der festen Körper, nach erlittener Änderung ihrer Gestalt (Deformation) die ursprüngliche Form wieder anzunehmen. Im… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Festigkeit — Festigkeit, der Widerstand, den feste Körper der Zerstörung (Trennung oder Verschiebung ihrer Teile) durch äußere Kräfte (Belastungen) entgegensetzen (tropfbar flüssige und gasförmige Körper besitzen keine F.). Unter der Einwirkung äußerer Kräfte …   Meyers Großes Konversations-Lexikon


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