Electronic Information for Libraries

Electronic Information for Libraries

Electronic Information for Libraries, auch bekannt als eIFL.net, ist eine unabhängige Stiftung, die für die Möglichkeit des flächendeckenden Zugangs zu elektronischen Ressourcen durch Bibliotheksnutzer in Transformations- und Entwicklungsländern eintritt. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Abschluss finanziell tragbarer Abonnements für E-Journals für Bibliotheken im Bildungs- und Forschungsbereich, während sie aufstrebende Bibliotheksverbünde in den Mitgliedsländern unterstützt. Weitere eIFL.net-Programme und -Dienstleistungen informieren die Mitglieder über allgemeine Themen und Initiativen aus dem Informationsbereich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

eIFL.net startete 1999 als eine Initiative des Open Society Institute (OSI), einer privaten Förderstiftung, die Teil des Netzwerkes der Soros-Stiftung ist. Das OSI erkannte die Schlüsselrolle, die Bibliotheken beim Austausch von Ideen, Wissen und Informationen sowie bei der Entwicklung Offener Gesellschaften spielen, und investierte insbesondere in den post-sozialistischen Ländern Mittel- und Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion erheblich in die Entwicklung und Modernisierung von Bibliotheken. Mit ihren traditionellen, hoch entwickelten Bildungssystemen, stellten diese Länder neue Märkte für internationale Anbieter wissenschaftlicher Fachinformation dar. Die Zugriffshürden waren wegen geringer finanzieller Mittel, der wenig ausgebildeten technischer Infrastruktur, Kompetenzmangel und vergleichsweise niedrigen Bewusstseins für elektronische Alternativen zu Printabonnements sehr hoch. Dies beraubte viele Bibliotheken der Fülle an internationalen wissenschaftlichen Fachzeitschriften und -Datenbanken sowie der Möglichkeiten der digitalen Technologien.

OSI verschrieb sich der Unterstützung von Bildung and Forschung in Transformationsländern und zielte mit eIFL.net darauf ab, Bibliotheken und ihren Nutzern dabei zu helfen, kostengünstigen Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen zu erlangen. eIFL.net führt im Namen seiner Mitglieder Lizenzverhandlungen mit Verlagen für elektronische Ressourcen. Da der Zugang zu im Internet vorgehaltenen digitalen Materialien mit geringen Kosten für den Anbieter ausgeweitet werden kann, verfolgt OSI die Idee, die Kaufkraft von als Einzelpersonen „armen“ Kunden zu nutzen und länderübergreifende Abschlüsse mit Informationsanbietern für die Bibliotheksverbünde auszuhandeln. eIFL.net wird als Vermittler für die nationalen Bibliotheksverbünde tätig, die für die Eigenwerbung und die Nutzung der elektronischen Ressourcen vor Ort verantwortlich sind. Durch die eiFL.net-Lizenzen haben die Bibliotheken und ihre Nutzer Zugriff auf tausende von wissenschaftlichen E-Journals mit Artikeln im Volltextformat, vom geisteswissenschaftlichen Bereich bis hin zur Zoologie. Darüber hinaus bietet eiFL.net Schulungen und weitere Dienstleistungen an.

Im Jahr 2002 wurde eIFL.net eine in den Niederlanden eingetragene unabhängige Stiftung mit breitgefächerter Finanzierung, die ihren Sitz in Rom hat. eIFL.net ist Mitglied der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) und der International Coalition of Library Consortia (ICOLC).

Leitgedanken

Die Grundgedanken, die die Triebfedern der eIFL.nets-Aktivitäten darstellen, können folgendermaßen zusammengefasst werden:

  • Zugang zu Information ist für Bildung und Wissenschaft unerlässlich und hat direkten Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaften;
  • die vereinigte Verhandlungsmacht von Bibliotheken kann zu einem erschwinglichen und dauerhaften Zugang zu elektronischer Information in Transformationsländern führen;
  • die Übertragung von Verantwortung auf Bürger und die Verbreitung der Demokratie sind von einem gleichberechtigten Zugang zu Information und Wissen weltweit abhängig: eIFL.net setzt sich dafür für die Schaffung von fairen Voraussetzungen ein.

Mitglieder

Das weltweite Netzwerk umfasst 4000 Bibliotheken in 50 Transformations- und Entwicklungsländern von Albanien bis Simbabwe. Es hat Mitglieder in Afrika, Mittel-, Ost- und Südosteuropa, der früheren Sowjetunion, Südostasien und dem Mittleren Osten.

Momentane Mitglieder: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kambodscha, Kamerun, China, Kroatien, Ägypten, Estland, Ghana, Georgien, Iran, Lesotho, Jordanien, Kirgisistan, Laos, Lettland, Libanon, Litauen, Mazedonien, Malawi, Mali, Moldawien, Mongolei, Mozambique, Nigeria, Palästina (Gazastreifen und Westjordanland), Polen, Russland, Senegal, Serbien, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Sudan, Swasiland, Syrien, Tadschikistan, Uganda, Ukraine, Usbekistan, Sambia, Simbabwe.

Programmfelder und Aktivitäten

Die beiden Hauptaktivitäten von eIFL.net sind die Gründung und Unterstützung von Bibliotheksverbünden in Transformations- und Entwicklungsländern sowie die Hilfe bei der Bereitstellung von elektronischen Ressourcen. Im Laufe der Jahre kamen weitere Programmfelder hinzu.

Verhandlung über Inhalte und Lizenzierung

Die Verhandlung über Inhalte und die Lizenzierung sind die Eckpfeiler der Tätigkeit von eIFL.net. Die Anzahl der Partnerverlage ist im Laufe der Jahre stetig gestiegen und erstreckt sich über alle Fachrichtungen, Zeitschriften und Datenbanken, Referenzquellen sowie neuerdings E-Books. Die eIFL.net-Modelllizenz[1] strebt die fairsten Bedingungen für den Zugang und die Nutzung für die Bibliotheken und ihre Kunden an.

Verbund-Management und Nachhaltigkeit

Innerhalb dieses Programms werden Schulungen zum Nutzen von Bibliothekskooperationen und zum Ansatz, als Verbund finanzielle Mittel für elektronische Ressourcen aufzubringen, durchgeführt. eIFL.net bietet Leitfäden und Beratungsdienstleistungen zum Thema Verbund-Management mit starker Betonung der Nachhaltigkeit der Verbünde an.

Unterstützung von „Access to Knowledge“

Es handelt sich hierbei um urheberrechtliche und damit verbundene Fragestellungen.

Ziel dieses Programms ist es, innerhalb der Community der eIFL.net-Bibliotheken die fachliche Kompetenz in Fragen des Urheberrechts für Bibliotheken zu erweitern. Das Programm bietet Schulungen an und schafft im Netzwerk der eIFL.net-Bibliothekare ein stärkeres Bewusstsein für das Thema. Außerdem repräsentiert es eIFL.net in internationalen Politikforen wie der World Intellectual Property Organization (WIPO) und engagierte sich in einer zivilgesellschaftlichen Kampagne von Access to Knowledge (A2K).

Open-Access-Publishing und Institutional Repositories

Die Aufgabe von eIFL.net, den Zugang zu elektronischen Ressourcen zu fördern, legt eine Partnerschaft mit der Open-Access-Bewegung nahe. Das Ziel dieses Programms ist es, Schulungen und Wissensaustausch zum Thema „Open Access“ innerhalb der eIFL.net-Community anzubieten. Gleichzeitig unterstützt eIFL.net die Schaffung größerer Transparenz hinsichtlich lokal produzierter Inhalte durch die Einrichtung von Institutional Repositories bei führenden Forschungseinrichtungen in den Bibliotheksverbünden.

Informationstechnologie für Bibliotheken

Die Nutzung proprietärer Software, die von Bibliotheken oft mithilfe einer einmaligen Bezuschussung erworben wird, führt dazu, dass sich eiFl.net-Bibliotheken die Lizenz- und Wartungsgebühren finanziell nicht leisten können und die Systeme veralten. eIFL.net bietet Beratung bei der Anschaffung und Diversifizierung von Bibliothekssoftware an, um die Transparenz und Effizienz der Mitglieder in der vernetzten Welt zu erhöhen und es ihnen möglich zu machen, ihre eigenen Digitalen Bibliotheken zu entwickeln.

eIFL.net gab Studien zum Potenzial von Open-Source-Software (OSS) für Bibliotheken und zu Portallösungen, die die Bedürfnisse und Interessen der Mitglieder befriedigen könnten, in Auftrag.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. eIFL.net-Modelllizenz

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Electronic Information for Libraries — Electronic Information for Libraries, known as eIFL.net, is an independent foundation that negotiates and advocates for the wide availability of electronic resources by library users in transition and developing countries. Its main focus is on… …   Wikipedia

  • Electronic Information For Libraries — est une fondation indépendante visant a mener, négocier, soutenir et défendre la large mise a disposition de ressources électroniques par les utilisateurs au sein des bibliothèques dans les pays en transition ainsi que dans les pays en voie de… …   Wikipédia en Français

  • Electronic information for libraries — est une fondation indépendante visant a mener, négocier, soutenir et défendre la large mise a disposition de ressources électroniques par les utilisateurs au sein des bibliothèques dans les pays en transition ainsi que dans les pays en voie de… …   Wikipédia en Français

  • Electronic Information for Libraries — est une fondation indépendante visant à mener, négocier, soutenir et défendre la large mise à disposition de ressources électroniques par les utilisateurs au sein des bibliothèques dans les pays en transition ainsi que dans les pays en voie de… …   Wikipédia en Français

  • Information for Social Change — (ISC) is an international, volunteer based association, whose primary mission is to debate and comment on issues of social justice, censorship, freedom and ethics in the library and information context. Information for Social Change can be… …   Wikipedia

  • Libraries and the National Research and Education Network — (NREN)= Libraries PerspectiveLibraries operate as part of the technological infrastructure that supports the ‘’’NREN’’’, acting as an electronic safety net for the American public to guarantee basic access to electronic information. Public… …   Wikipedia

  • Telematics for Libraries Program — A program of the European Commission, the Telematics for Libraries Program has the ambitious aim of unifying access to information throughout the nations of Europe. This program was launched in 1990 and has since established numerous projects to… …   Wikipedia

  • Libraries and Museums — ▪ 2007 Introduction Libraries and museums grappled with ways to attract more patrons during the year, introducing innovative software (Library 2.0), technological wizardry (iPods as museum aides), and even “bib dating.” Efforts continued to… …   Universalium

  • Information access — is an area of informatics and library science which concerns ensuring free and open access to information. Information access covers many issues such as copyright, open source, privacy, and security. Provision was made in copyright and patent law …   Wikipedia

  • information processing — Acquisition, recording, organization, retrieval, display, and dissemination of information. Today the term usually refers to computer based operations. Information processing consists of locating and capturing information, using software to… …   Universalium

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”