Elefant

Elefant
Elefanten
Afrikanischer Elefant

Afrikanischer Elefant

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Afrotheria
Ordnung: Rüsseltiere (Proboscidea)
Familie: Elefanten
Wissenschaftlicher Name
Elephantidae
Gray 1821
Arten

Die Elefanten (Elephantidae) (altgr. ἐλέφαντ- [eléfant-], Stamm von ἐλέφᾱς [eléfās], „Elefant“) bilden eine Familie der Rüsseltiere. Diese Familie umfasst alle heute noch lebenden Vertreter der Rüsseltiere.

Elefanten sind die größten noch lebenden Landtiere. Bei der Geburt wiegt ein Kalb bis zu 100 Kilogramm. Die Tragzeit ist mit 20 bis 22 Monaten die längste aller Landsäugetiere. Der älteste Elefant lebte im Zoo von Taipeh und wurde 86 Jahre alt.[1][2] Je nach Art kann ein Elefant im Durchschnitt zwischen zwei und fünf Tonnen Körpergewicht und eine Größe von bis zu vier Metern erreichen. Das größte bekannte Exemplar war ein am 4. April 1978 im Damaraland (Namibia) erlegter Bulle, der 4,21 Meter groß und 10,39 Meter lang war.[3]

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Von den Rüsseltieren leben heute nur noch drei Arten, die alle zu den echten Elefanten gehören. Diese sind:

Eine Minderheit von Forschern und Elefantenfreunden, die sich für Kryptozoologie interessiert, hat den Zwergelefant (Loxodonta pumilio) als Art vorgeschlagen; diese ist jedoch in der Fachwelt nicht akzeptiert. Er soll neben dem großen Waldelefanten als kleinere Art im tropischen Regenwald (Gabun, Kongo, Kamerun) vorkommen. Auch genetische Untersuchungen an verschiedenen Exemplaren der zentralafrikanischen Region brachten keine Hinweise auf eine vierte Elefantenart.[4]

Die einzig bekannte Hybride zwischen einer asiatischen Elefantenkuh und einem afrikanischen Elefantenbullen wurde 1978 im Zoo von Chester geboren. Es handelte sich um das Bullenkalb „Motty“. Es starb zwei Wochen nach seiner Geburt.[5]

Verbreitung

Verbreitung des Afrikanischen (grün) und des Asiatischen Elefanten (braun)

Das Verbreitungsgebiet des Asiatischen Elefanten erstreckt sich heute über das gesamte Vorder- und Hinterindien, Sri Lanka sowie einige der großen Sundainseln. Früher gehörten auch weite Teile Chinas zu diesem Areal.

Der Afrikanische Elefant lebte früher auf dem gesamten afrikanischen Kontinent, heute befindet sich die nördlichste Grenze seines Verbreitungsgebietes im Süden des Sudan. Er kommt heute in vier getrennten Populationen vor: In den Savannen des östlichen und südlichen Afrika, in Westafrika, in der nördlichen Namib (Südwestafrika) und im zentralafrikanischen tropischen Regenwald. Im südlichen Afrika ist er allerdings auf die Schutzzonen der Nationalparks beschränkt; dort haben sich die Bestände durch verschiedene Schutzmaßnahmen, insbesondere durch das weltweite Verbot des Elfenbeinhandels, so stark vergrößert, dass die „Tragfähigkeit“ dieser Gebiete deutlich überschritten wurde. Besonders deutlich wird das etwa im Chobe-Nationalpark in Botsuana: Statt der als naturverträglich eingestuften Zahl von 5.000 Elefanten leben hier inzwischen über 25.000 Tiere.

Der Waldelefant lebt in den Regenwäldern Westafrikas, unter anderem in Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.

Alle heute noch lebenden Elefanten sind stark in ihrem Bestand gefährdet, da ihr Lebensraum beständig schrumpft und sie bis in die jüngste Zeit wegen ihrer aus wertvollem Elfenbein bestehenden Stoßzähne gejagt wurden.

Anatomie

Vergleich von Kopf und Vorderteil des Körpers von Asiatischem (1) und Afrikanischem (2) Elefant

Da die verschiedenen Elefantenarten eine unterschiedliche Anzahl Brust-, Lenden-, Kreuzbein-, und Schwanzwirbel besitzen, besteht ein Elefantenskelett aus 326 bis 351 Knochen.

Etwa 394 Skelettmuskeln bewegen den Elefantenkörper. Die inneren Organe des Elefanten sind im Verhältnis nicht größer als bei anderen Säugetieren. Das Gehirn wiegt etwa vier bis fünf Kilogramm; das Herz – je nach Alter – zwischen zwölf und 21 Kilogramm. Es schlägt etwa 30 mal pro Minute. Die Blutmenge entspricht etwa 10 Prozent des Körpergewichtes. Die Körpertemperatur eines gesunden Elefanten beträgt circa 36,5 °C. Die Haut ist etwa zwei Zentimeter dick.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren befindet sich das Gesäuge bei den Elefantenkühen, wie bei den Menschen, Primaten und Walen, zwischen den Vorderextremitäten. Damit das Elefantenkalb bei der Geburt sanft auf die Erde fällt, befindet sich die Geburtsöffnung nicht unter dem Schwanzansatz, sondern zwischen den Hinterbeinen. Dies verkleinert die Fallhöhe bei der Geburt von rund 1,70 Meter auf 70 Zentimeter.

Elefantenzähne, von links nach rechts: Vorletzter, unterer Backenzahn des asiatischen Elefanten, selbiger des afrikanischen Elefanten und letzter Backenzahn von Mastodon giganteum

Elefanten besitzen zwei Arten von Zähnen. Zum einen die zu Stoßzähnen gewandelten Oberkieferschneidezähne und die Backenzähne.[6] Als Kaufläche werden jeweils nur die vorderen Backenzähne genutzt. Sind diese abgenutzt, wachsen von hinten die nächsten Zähne durch Resorption und Anlagerung der Kieferknochen vor und stoßen die alten Zähne heraus. Ein Elefant bekommt so in seinem Leben sechsmal neue Zähne.[7] Sollte ein Elefant diese alle verbrauchen, muss er verhungern. Inzwischen gibt es allerdings erfolgreiche Versuche, Zahnersatz für Elefanten anzufertigen.[8]

Die aus Elfenbein bestehenden Stoßzähne werden vor allem zum Entrinden der Bäume sowie als Waffe gegen Feinde eingesetzt, wobei die Stoßzähne mehr dem Imponiergehabe als dem wirklichen Kampf dienen.

Während man seit mindestens der Spätantike teilweise glaubte, dass Elefanten keine Ellenbogen- und Kniegelenke besäßen,[9] weiß man mittlerweile, dass diese lediglich völlig frei sind.[10] Das Kniegelenk des Elefanten zeigt eine erweiterte Ruheposition, so dass beim Stehen der Winkel zwischen Oberschenkel und Schienbein fast 180° beträgt. Dies ist für Quadrupeden ungewöhnlich, kommt es doch sonst nur beim bipeden Menschen vor. Es gibt weitere Parallelen: Das Oberschenkelgelenk des Elefanten zeigt große Ähnlichkeit mit dem des Menschen, wie auch die Meniski, welche sehr schmal und dünn sind, und das Kreuzbandsystem, das ebenfalls vorhanden ist. Die Bewegungsmuster der gewichtstragenden hinteren Gliedmaßen erinnern ebenfalls mehr an den Menschen, als an cursoriale Quadrupeden. Die Hauptbewegung des Kniegelenks ist eine Extension-Flexion mit einem Aktionsradius von 142°. Im fortgeschrittenen Alter sind die Kniegelenke anfällig für Arthrose.[11] Elefanten sind Zehenspitzengänger.

Eine anatomische Besonderheit der Elefanten betrifft ihren Pleuraspalt. Als einziger Säugetierart der Welt ist dieser bei ihnen nicht mit Flüssigkeit gefüllt, sondern von Bindegewebe ausgekleidet. Dadurch sind die Pleurablätter trotzdem weiterhin gegeneinander verschiebbar, aber bei weitem nicht so empfindlich, wie es bei der flüssigkeitsgefüllten Variante der Fall ist. Dies ermöglicht es Elefanten beispielsweise, einen Fluss zu durchqueren und währenddessen mit ihrem langen Rüssel zu „schnorcheln“. Dabei atmen sie Luft mit atmosphärischem Druck ein, während sich ihr Körper, und damit insbesondere die Lunge, etwa zwei Meter unter Wasser befindet. Diese Druckdifferenz würde bei jedem anderen Säugetier (mit „normalem“ Pleuraspalt) dazu führen, dass die Blutgefäße, die den Pleuraspalt mit Flüssigkeit versorgen, förmlich „ausgequetscht“ und zerstört würden. Das würde zum Tod führen, da die Lunge, ohne Halt, einfach kollabiert.[12]

Rüssel

Ein Arbeitselefant in Thailand stößt Wasser durch seinen Rüssel aus

Ein Rüssel ist eine verlängerte Nase mit Nasenlöchern (auch Rüsselloch). Bei Elefanten ist der Rüssel ein äußerst feinfühliges und langes Organ, das im Lauf der Entwicklung aus Oberlippe und Nase entstand, etwa 40.000 zu Bündeln verflochtene Muskeln machen den Rüssel sehr beweglich. Der Rüssel enthält kein Nasenbein oder andere Knochen. Er besteht ausschließlich aus Muskelgewebe und ist das auffälligste anatomische Merkmal der Elefanten.

Es dient seinem Besitzer als Waffe, als Greifhand beim Fressen, als Saug- und Druckpumpe beim Trinken. Es passen pro Zug circa acht bis zehn Liter Wasser in den Rüssel.[10]

Gelegentlich wird der Elefantenrüssel beim Baden oder Schwimmen auch als eine Art Schnorchel eingesetzt. Mit Hilfe des Rüssels kann er auch Äste und Pflanzen aus bis zu sieben Meter Höhe erreichen. An seiner Spitze befinden sich empfindliche Tasthaare, welche auch kleinste Unebenheiten wahrnehmen, so eignet sich der Rüssel auch zum Tasten. Zum Riechen wird der Rüssel hoch in die Luft gehalten.

Während der Rüssel des afrikanischen Elefanten in zwei fingerartigen Fortsätzen endet, ist es beim indischen Elefanten nur einer.[13]

Ernährung

Elefanten sind ausnahmslos Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Gräsern und Blättern, fressen bei Nahrungsknappheit jedoch auch Äste, Dornbüsche und ähnliche Nahrung.

Sie nehmen täglich etwa 200 Kilogramm Nahrung zu sich. Dazu brauchen sie 17 Stunden am Tag. Sie fressen vor allem Gras, aber auch Früchte, Wurzeln, Zweige und Rinde. Der Rüssel ist bei der Nahrungsaufnahme als Greiforgan enorm nützlich. Mit den fingerartigen Fortsätzen können sie einzelne Halme und Gräser aufnehmen. Ihre Nahrung verwerten sie zu etwa 40 Prozent, da sie ein weniger effizientes Verdauungssystem haben als etwa die Wiederkäuer. Auch Wasser ist für die Elefanten ein wichtiger Lebensfaktor. Sie trinken 70 bis 150 Liter Wasser am Tag. Täglich benötigen Elefanten etwa 250.000 Kilokalorien.

Natürliche Feinde

Durch ihre Größe und ihr Leben im Herdenverband haben Elefanten wenige natürliche Feinde. Nur den größten Raubkatzen wie Löwen und Tigern gelingt es bisweilen, Jungtiere zu erbeuten.[14] In einigen Gebieten Afrikas scheinen Elefanten allerdings häufiger von Löwen erbeutet zu werden als bisher angenommen. Im Eiszeitalter hatten Elefanten darüber hinaus die ausgestorbenen Säbelzahnkatzen zu fürchten. Insbesondere für die Gattung Homotherium konnte zumindest lokal eine Nahrungspräferenz für junge Präriemammuts nachgewiesen werden.[15]

Verhalten

Afrikanische Elefanten vor dem Kilimandscharo im Amboseli-Nationalpark

Elefanten leben in Herden, die aus Kühen und Kälbern bestehen und von einer Matriarchin angeführt werden. Dabei handelt es sich meist um eine sehr erfahrene, mittlerweile unfruchtbar gewordene Leitkuh im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Fehlen Vorbilder wie diese Leitkuh, weil sie getötet wurden, so hat dies schwerwiegende Folgen: Die Kälber werden nur noch von jungen Müttern aufgezogen und bekommen viele soziale Werte nicht vermittelt.

Die Größe der Herde variiert mit dem Nahrungsangebot. Ist reichlich Nahrung vorhanden, so schließen sich die kleineren Familienherden zu größeren zusammen. Bei akutem Nahrungsmangel kommt es oft vor, dass einzelne Familien aus ein bis zwei Kühen mit ihren Nachkommen „Miniherden“ bilden und allein unterwegs sind. Ebenfalls von der Nahrung abhängig ist das Wanderverhalten der Herden. Während sie bei viel Nahrung relativ ortsbeständig sind, bewegen sie sich in Trockengebieten oft über lange Strecken, den sogenannten Elefantenstraßen, um Nahrung zu finden. Diese Elefantenstraßen werden seit langer Zeit immer wieder benutzt.

Elefanten haben brustständige Milchdrüsen

Bullen werden in einem Alter von etwa zwölf Jahren von der übrigen Herde getrennt und stoßen nur zur Brunftzeit, bei der eine Verbindung zur Musth zu bestehen scheint, zur Herde, um sich zu paaren. Sonst leben sie entweder einzeln oder in losen Gruppen. In der Vergangenheit kam es zumindest in Afrika mehrfach vor, dass solche Gruppen, deren Mitglieder vermutlich durch Zusammenstöße mit Wilderern traumatisiert wurden, sehr aggressiv auffielen, indem sie beispielsweise Nashörner töteten. Die Gehirne solcher Elefanten zeigen Parallelen zu posttraumatischen Belastungsstörungen beim Menschen, ebenso wie ihr Verhalten.

Eine Versuchsreihe im New Yorker Bronx-Zoo ergab Anzeichen dafür, dass Elefanten über ein Ich-Bewusstsein verfügen. Asiatische Elefanten wurden hierfür einem Spiegel-Selbsterkennungstest unterzogen. Die Ergebnisse zeigten, dass Elefanten wie Delfine und Affen die Fähigkeit zu haben scheinen, sich selbst im Spiegel zu erkennen. Dies deutet auf das Vorhandensein eines Ich-Bewusstseins hin.[16][17] Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass Elefanten in der Lage sind zu zählen und einfachste Additionsaufgaben zu lösen. Diese Fähigkeit erlaubt ihnen wahrscheinlich, die Vollständigkeit der Herde zu überprüfen.[18]

Weiterhin sind Elefanten auch in der Lage, Stoßzähne und Knochen von toten Artgenossen zu erkennen. Dies ergab eine Studie im Amboseli-Nationalpark, die von der University of Sussex durchgeführt wurde.[19] Ebenfalls interessieren sich Elefanten für den Verbleib von toten Artgenossen. So suchen sie Dörfer auf, nachdem Menschen daraus einen Elefanten getötet haben, um herauszufinden, was aus ihm geworden ist.[20]

Zur Verständigung der Tiere untereinander ist zu sagen, dass die weit verbreitete Ansicht, das Trompeten diene der Kommunikation, falsch ist. Diese Laute geben Elefanten nur in bestimmten Stimmungslagen wider (Aufregung, Angst, Aggressivität). Zur Verständigung mit Artgenossen dienen Infraschall-Laute. Diese sind allerdings so tief, dass das menschliche Gehör sie nicht wahrnehmen kann.[21] Die langsamen Schwingungen werden sowohl durch die Luft als auch durch das Erdreich über Dutzende Kilometer übertragen, so dass die Tiere auf diese Weise gut mit weit entfernten Artgenossen kommunizieren können.

Stammesgeschichte der Elefanten

Auch die ausgestorbenen Mammuts gehören zur Familie der Elefanten

Stammesgeschichtlich sind Elefanten eine relativ junge Familie der Rüsseltiere (Proboscidea). Die frühesten Rüsseltiere stammen aus dem Eozän Nordafrikas und sind etwa 55 Millionen Jahre alt. Die Rüsseltiere bildeten verschiedene Familien aus, dazu zählen die Moeritherien, die Deinotherien, die Barytherien, die Gomphotherien, die Echten Mastodonten und die Stegodonten.

Diese ausgestorbenen Rüsseltiere waren aber keine Elefanten, obwohl sie teilweise ganz ähnlich aussahen. Einige dieser Familien wie die Stegodonten, die Gomphotherien und die Echten Mastodonten waren bis ins Eiszeitalter Zeitgenossen der Elefanten. Wie die Echten Mastodonten entwickelten sich die Elefanten aus der Familie der Gomphotherien. Die Entwicklungslinie zu den Elefanten begann im späten Miozän vor etwa sechs Millionen Jahren durch Gattungen wie Primelephas und Stegotetrabelodon, die sich durch die fehlende Zahnschmelzhülle um ihre vier Stoßzähne und das Vorhandensein von Schmelzlamellen auf den Backenzähnen von anderen Rüsseltieren unterschieden. Die Schmelzlamellen gelten als besonders charakteristisches Merkmal für Angehörige der Elephantidae, und stellen eine Anpassung an Grasnahrung dar. Eine andere Rüsseltierfamilie, die Stegodonten entwickelte allerdings unabhängig ganz ähnliche Strukturen, die den Schmelzlamellen der Elefanten entsprachen.

Auf Primelephas gehen wohl die späteren Gattungen der Elefanten, Elephas, Loxodonta und Mammuthus zurück. Das vereinfachte Kladogramm der Familie sieht so aus:

Elephantidae
├── Primelephas
├── Elephantini
│   ├── Elephas
│   └── Mammuthus
└── Loxodontini
    └── Loxodonta

Die Gattung Elephas entstand im frühen Pliozän Afrikas und verbreitete sich von dort aus über Eurasien. Eine der bekanntesten ausgestorbenen Elephas-Arten, die gewöhnlich als Altelefanten bezeichnet werden, ist der Europäische Waldelefant (Elephas antiquus). Auch die Zwergelefanten (beispielsweise der Sizilianische Zwergelefant), die im Pleistozän auf einigen Inseln des Mittlermeeres und Südostasiens verbreitet waren, gehören zu dieser Gattung. Seit dem späten Pleistozän ist Elephas ausschließlich auf Asien beschränkt. Heute lebt als einzige Art noch der Indische Elefant (Elephas maximus).

Die zweite noch existierende Gattung Loxodonta entstand im mittleren Pliozän Afrikas und ist gegenwärtig durch zwei Arten, den Afrikanischen Steppenelefanten (Loxodonta africana) und den Waldelefanten (Loxodonta cyclotis) repräsentiert.

Die bekanntesten fossilen Elefanten sind zweifellos die Mammuts (Mammuthus bzw. Mammonteus). Diese Gattung bildete sich im mittleren Pliozän ebenfalls in Afrika und verbreitete sich von dort aus bis Eurasien und Nordamerika. Eine ursprüngliche Form war Mammuthus meridionalis, der auch unter dem Namen Südelefant bekannt ist. Zu Beginn der Eiszeit lebte das Steppenmammut Mammuthus (=Mammonteus) trogontherii, welches später durch das Kaltsteppen- oder Wollhaarmammut Mammuthus (=Mammonteus) primigenius abgelöst wurde. Dieses wird umgangssprachlich auch als Echtes Mammut bezeichnet. Teile von Wollhaarmammuts werden auch heute noch häufig im sibirischen Dauerfrostboden gefunden. Dabei handelt es sich vor allem um Knochen und Haare, gelegentlich finden sich jedoch auch erstaunlich gut erhaltene Mammuts im Eis. Das Mammutelfenbein wurde von Alters her vor allem in China und Russland zur Elfenbeinschnitzerei genutzt. Die Menschen im späten Pleistozän jagten die Tiere, und nach verschiedenen Theorien waren sie möglicherweise für das Aussterben der letzten Mammuts verantwortlich. Alternative Theorien gehen von einer Abfolge vieler schwerer Winter und Nahrungsknappheit aus. In den meisten Gebieten Eurasiens und Nordamerikas verschwanden die Mammuts vor etwa 10.000 Jahren, die letzten lebten vor etwa 3700 Jahren auf der Wrangel-Insel.

Mensch und Elefant

Arbeitselefant in Pune (Indien)
Dressierte Elefantenkuh. Zu erkennen sind das Gesäuge und die Geburtsöffnung
Ganesha (13. Jh., Indien)
Der Elefant als Symbol für Afrika: das ehemalige Reichskolonial-Ehrenmal in Bremen

Auch heute noch gibt es Menschen, die den Elefanten seiner Stoßzähne wegen illegal jagen. Asiatische Elefanten sind aber auch Nutztiere und werden vor allem in Entwicklungsländern beispielsweise zur Lastenbeförderung eingesetzt.

Wegen ihrer Intelligenz und beeindruckenden Größe sind Elefanten ferner als Dressurtiere im Zirkus verbreitet. In Zoos zählen die Dickhäuter zu den beliebtesten Attraktionen und ziehen jährlich ganze Scharen von Besuchern an. Die Haltung der großen Tiere ist allerdings problematisch und kann zu Unfällen zwischen Elefant und Mensch führen. Die European Elephant Group, ein „Zusammenschluss von Menschen, denen das Schicksal von Elefanten, die als Folge nicht tiergerechter Haltung mittel- oder unmittelbar durch Schäden an ihrer physischen bzw. psychischen Gesundheit bedroht sind, am Herzen liegt.“[22] bezeichnet die grauen Riesen als die gefährlichsten Wildtiere in Menschenhand, da es immer wieder zu Unfällen mit dem Pflegepersonal kommt. Sie berichtet allein von 38 Toten und 50 Verletzten in Zoos und Safariparks seit 1980.[23] Elefanten können zahlreiche Verhaltensstörungen entwickeln, von denen das rhythmische Hin- und Herbewegen (Weben) vielleicht die bekannteste ist.

Elefanten in der menschlichen Geschichte

Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. waren Elefanten im ägyptischen Einflussgebiet ausgestorben oder ausgerottet. Thutmosis III. reiste zur Elefantenjagd nach Asien. Assyrische Königsinschriften des 11. bis 9. Jahrhunderts v. Chr. berichten von der Elefantenjagd im Zweistromland.

Während in Indien Arbeitselefanten bereits im Altertum eingesetzt wurden, kannten die Griechen zunächst nur das Elfenbein als Handelsobjekt. Erste Begegnung mit Elefanten hatten sie bei der Schlacht von Gaugamela. Später wurden in allen Diadochen-Heeren bis zu 500 Kriegselefanten gleichzeitig eingesetzt. Einer von ihnen, Pyrrhus, setzte sie bei seinen Kämpfen gegen Rom ein. Nach der Region, in der der erste Kampf stattfand, nannten die Römer die Elefanten anfänglich „Lukanische Ochsen“ (boves lucae).[24]

Der karthagische Feldherr Hannibal überquerte 218 v. Chr. mit Kriegselefanten die Alpen.

In Rom waren die ersten Elefanten im Triumphzug 275 v. Chr. zu sehen. Seit 169 v. Chr. wurden sie im Zirkus zur Schau gestellt. Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden Elefantenschaukämpfe gegen Tiere und Menschen Mode, die in der späteren Kaiserzeit durch artistische Darstellungen abgelöst wurden. Im Triumphzug mit vorgespannten Elefanten (Quadriga) scheiterte Pompeius 81 v. Chr. an den engen Stadttoren Roms. Dies sollte später Severus Alexander und Gordian I. gelingen.

In die europäische Geschichte namentlich eingegangen sind Abul Abbas, ein Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid an Karl den Großen, Hanno, das Lieblingstier Papst Leos X., Soliman, der erste Elefant in Wien, Hansken (1630–1655), eine gelehrte Elefantendame des 17. Jahrhunderts, und Jumbo (ca. 1861–1885), der König der Elefanten. Ludwig IX., der Heilige, brachte 1255 nach einem Kreuzzug einen Elefanten nach Frankreich, den er an Heinrich III. von England weiterverschenkte. Ludwig XIV. von Frankreich hielt 13 Jahre lang ein seltenes afrikanisches Exemplar in Versailles.

In Asien gibt es noch heute Elefantenschulen, in denen Elefanten teilweise für Touristen, teilweise aber auch für die Arbeit abgerichtet werden. Indische, thailändische und sri-lankische Elefantenführer werden Mahut (auch: Mahout) genannt.

Elefanten in Symbolik und Mythologie

Der Elefant gilt als weise, stark und keusch, aber auch als nachtragend. Er ist das Wappentier mehrerer afrikanischer Staaten sowie das politische Wappentier der Republikaner in den USA. Die Seekriegsflagge Thailands ziert ein Weißer Elefant, der dort als Zeichen von Macht verehrt wird.

Der höchste dänische Orden, der Elefantenorden, ist ebenfalls nach dem Elefanten benannt. Die Redensart „wie ein Elefant im Porzellanladen“ deutet dagegen auf die Vorstellung hin, Elefanten seien ungeschickt.

In der indischen Mythologie ist Airavata der erste Elefant. Gott Ganesha erscheint mit dem Kopf eines Elefanten. Er ist eine der beliebtesten Gottheiten des Hinduismus und gilt als Verkörperung von Weisheit und Wohlstand und als Helfer in schwierigen Lebenssituationen.

Die buddhistische Überlieferung kennt eine Legende, nach der Mahamaya, der Mutter Siddhartha Gautamas, vor dessen Geburt ein weißer Elefant erschien.

In China erscheint ein weißer elefantenköpfiger Gott, der eine jungfräuliche Göttin, Moye, schwängert. Moye gebiert den Helden Fu-Hi. In China gelten Elefanten noch heute als Symbol für männliche Potenz. Im Judentum bzw. Christentum taucht der elefantenköpfige Dämon Behemoth auf und auch er symbolisiert die „Fleischlichkeit“, d. h. die sexuelle Energie.

Die Verbindung zwischen Elefanten und sexueller Energie existierte auch in Europa, wo in vielen Heldenepen des Mittelalters „Hörner aus Elfenbein“ eine wichtige Rolle spielten (z. B. das Horn Olifant im Rolandslied). Gemahlenes Elfenbein gilt noch heute bei einigen asiatischen Völkern als Potenzmittel.

Es besteht die Legende vom Elefantenfriedhof.

Rezeption

Auch in den Medien sind Elefanten zu finden, die sich meist speziell an Kinder richten. So gibt es neben dem vor allem aus Hörspielen bekannten Benjamin Blümchen auch Zeichentrickfiguren wie Dumbo, Babar – Der König der Elefanten und den kleinen blauen Elefanten aus der Sendung mit der Maus. Auf Elefanten basieren Otto Waalkes' Ottifanten. Ein Elefanten im Logo verwenden Hersteller von Spielzeugen wie die Simba-Dickie-Group und Jumbo.

In Werken Salvador Dalís sind Elefanten häufiger zu finden, wie z. B. in seinen Gemälden Schwäne spiegeln Elefanten (1937)[25] oder Die Elephanten (1948).[26] Der italienische Bildhauer Gian Lorenzo Bernini schuf (ausgeführt 1667 durch seinen Schüler Ercole Ferrata) einen Obelisken der auf einem Elefanten ruht. Diese barocke Werk vor der römischen Santa Maria sopra Minerva wurde vermutlich durch den Renaissance-Roman Hypnerotomachia Poliphili inspiriert, in dem ein Gebäude in Form eines Elefanten auftaucht, das ebenfalls einen Obelisken trägt.[27]

Literatur

  • Christine und Michel Denis-Huot: Elefanten. Verlag Karl Müller GmbH, 2003, ISBN 3-89893-068-8.
  • Adrian Lister, Paul Bahn: Mammuts – Riesen der Eiszeit. Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1997, ISBN 3-7995-9050-1.
  • Ronald M. Nowak: Walker’s mammals of the world. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9.  
  • Larousse (Hrsg.): Lebendige Wildnis – Tiere der afrikanischen Savanne. Das Beste, Stuttgart 1992, ISBN 3-87070-405-5.
  • Dietmar Jarofke: Jarofkes Elefantenkompendium. Haltung, Zucht, Verhalten und Krankheiten der Elefanten. Schüling-Verlag, Münster 2007, ISBN 978-3-86523-085-0.

Belege

  1. Guinness World Records 2007, Bibliographisches Institut, Mannheim 2006
  2. New York Times: World’s Oldest Elephant, 86, Is Dead (23. Februar 2003)
  3. Guinness Buch der Rekorde 1992, Ullstein, München, ISBN 3-550-07750-5.
  4. [1].
  5. Motty, die Kreuzung aus afrikanischem und asiatischem Elefanten
  6. Foto eines Elefantenmauls
  7. Grafik zum Zahnwechsel
  8. Thailand-Community-Infocenter: Thailändischer Elefant bekommt erstmals Zahnersatz
  9. Der Neue Physiologus: Elefant
  10. a b Wilhelm Eigener: Enzyklopädie der Tiere, Nikol Verlagsgesellschaft 2004, ISBN 978-3-933203-98-4
  11. G. E. Weissengruber, F. K. Fuss, G. Egger, G. Stanek, K. M. Hittmair und G. Forstenpointner: The elephant knee joint: morphological and biomechanical considerations
  12. American Physiological Society: For elephants, it’s not just their ears and trunk that make them unique on land
  13. Markus Kappeler: Ceylon-Elefant – Elephas maximus maximus, 1986, (erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection, Groth AG, Unterägeri
  14. Vratislav Mazak: Der Tiger. Nachdruck der 3. Auflage von 1983. Westarp Wissenschaften Hohenwarsleben, 2004 ISBN 3-89432-759-6
  15. Mauricio Anton, Angel Galobart, Alan Turner: Co-existence of scimitar-toothed cats, lions and hominins in the European Pleistocene. Implications of the post-cranial anatomy of Homotherium latidens (Owen) for comparative palaeoecology. Quaternary Science Reviews 24 (2005) 1287–1301.
  16. Joshua M. Plotnik, Frans B. M. de Waal, Diana Reiss: Self-recognition in an Asian elephant. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 2006, online vorab veröff., 10.1073/pnas.0608062103
  17. Wissenschaft.de: Selbsterkenntnis mit Rüssel – Elefanten erkennen ihr Spiegelbild
  18. newscientist.com: Elephants master basic mathematics
  19. Wissenschaft.de: Elefanten mit Sinn für Tote
  20. Kerstin Kullmann: Rache in Neon, Januar 2007
  21. Die Sprache der Elefanten (Forschungsprojekt unter der Leitung von Univ. Prof. Doz. Dr. Helmut Kratochvil; Tiergarten Schönbrunn) Die Sprache der Elefanten online
  22. Elefanten-Schutz Europa e.V.: Startseite, Zugriff am 2. Mai 2008.
  23. Elefanten-Schutz Europa e.V.: Unfallproblem – Unfälle mit Elefantenkühen, Zugriff am 2. Mai 2008.
  24. Jo-Ann Shelton: The Identification of Elephants with Enemies: Why Elephants were Abused in Ancient Rome
  25. Salvador Dali: Schwäne spiegeln Elefanten.
  26. Salvador Dali: Die Elephanten.
  27. Hypnerotomachia Poliphili: Holzschnitt mit erwähnter Statue.

Weblinks


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Synonyme:

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