Eltville-Erbach


Eltville-Erbach
Erbach (Rheingau)
Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 6′ O50.0202598.09520786Koordinaten: 50° 1′ 13″ N, 8° 5′ 43″ O
Höhe: 86 m ü. NN
Einwohner: 3400
Eingemeindung: 1. Jan. 1977
Postleitzahl: 65346
Vorwahl: 06123
Erbach am Rhein mit der größten Rheininsel Mariannenaue, die als Naturschutzreservat zum Schloss Reinhartshausen gehört
Blick über Erbach im Rheingau mit katholischer Pfarrkirche Sankt Markus zum Rheingaugebirge im Taunus
Erbach am 12. August 1953
Pfarrkirche St. Markus
Ev. Johanneskirche
Der Erbacher Marcobrunnen

Erbach wurde am 1. Januar 1977 als Ortsbezirk in die Sekt- Wein- und Rosenstadt Eltville eingegliedert.[1] Mit rund 3400 Einwohnern ist Erbach der zweitgrößte Eltviller Stadtteil.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Erbach ist der mittlere der drei am Rhein gelegenen Eltviller Stadtteile. Es liegt zwischen Hattenheim im Westen und der Kernstadt Eltville im Osten. Der Ort hat sich an der alten in Ost-West-Richtung durch den Rheingau führenden Straße entwickelt. Der Ortskern liegt auf einer Höhe von 86 Meter.[2]

Die Erbacher Gemarkung zieht sich als Streifen von ungefähr 2.000 bis 500 Meter Breite vom Rhein, wobei auch ein Teil der Mariannenaue in die Gemarkung einbezogen ist, mehr als 8 Kilometer weit über den Eichberg und den Erbacher Kopf[3] bis zum Waldrand bei Hausen vor der Höhe. Hinzu kamen bis zur Eingliederung noch zwei Exklaven 3 Kilometer weiter nordwestlich, das Erbacher Forsthaus im Niedergladbacher Wald und westlich davon eine Parzelle im Hinterlandswald in der Größenordnung 100 Hektar, und zwar die Waldungen im unteren Braubachtal, einem rechten Seitental des Ernstbachs. [2]

Geschichte

Der ursprüngliche, seit dem 11. Jahrhundert urkundlich nachgewiesene Name Eberbach wurde später zusammengezogen. Er findet sich heute noch im Namen von Kloster Eberbach. Erbach gehörte bereits im Mittelalter zum Erzbistum Mainz. Eine Reihe von adeligen Geschlechtern und Gefolgsleuten des Mainzer Kurfürsten besaßen hier Ländereien und Gutshöfe, darunter die Freiherrn Langwerth von Simmern und die Freiherrn zu Knyphausen.

Wirtschaft

Erbach ist einer der bekanntesten Weinbauorte im Rheingau. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Eichberg liegt zwischen der Landstraße nach Kloster Eberbach und dem Waldrand in der Erbacher Gemarkung und kann daher als größter Arbeitgeber des Stadtteils gelten. Weitere wichtige Arbeitgeber sind neben den Weinbaubetrieben und der Gastronomie zwei Seniorenwohn- und -pflegeheime. Einige gewerbliche Betriebe sind unweit der evangelischen Pfarrkirche gelegen. Zu Erbach gehört auch das auf der Marienhöhe gelegene Kinder- und Jugenddorf Bethanien.

Verkehr

Erbach liegt zwar in der Nähe des Rheinufers, ist von diesem aber seit Ende der 1950-er Jahre durch den Ausbau der Bundesstraße 42 als Umgehungsstraße getrennt. Erbach ist über drei Anschlussstellen von der Bundesstraße aus erreichbar. Diese ist seit 1989 unter Umgehung von Eltville und Walluf vierstreifig an die Bundesautobahn 66 angeschlossen. Erbach ist Haltestation für die Regionalbahnen auf der Rechten Rheinstrecke zwischen Wiesbaden und Koblenz, .

Sehenswürdigkeiten

Am westlichen Ortseingang liegen Weingut und Hotel Schloss Reinhartshausen mit einem öffentlich zugänglichen Schlosspark sowie die katholische Pfarrkirche St. Markus. Die Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut und im 18. Jahrhundert erweitert. Im Osten von Erbach ließ Prinzessin Marianne von Preußen im Jahr 1861 zum Gedenken an ihren verstorbenen Sohn die neugotische Johanneskirche erbauen, die älteste evangelische Kirche im oberen Rheingau.

Erbacher Weinlagen

Der Weinbau in Erbach ist seit dem Mittelalter belegt. Mit 269 ha Rebfläche nimmt der Weinbau in Erbach den größten Teil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche ein. Die Erbacher Gemarkung ist Teil der Großlage Honigberg.

Bekannteste Lage ist der 6,7 Hektar große Erbacher Marcobrunn, gelegen zwischen Erbach und Hattenheim oberhalb der alten Bundesstraße rings um die als klassizistisches Bauwerk gestaltete Brunnenfassung. Die Lage ist zu 100% mit Riesling bestockt und unter einigen wenigen bekannten Weingütern aufgeteilt, darunter die Hessischen Staatsweingüter, Schloss Reinhartshausen, Langwerth von Simmern, Freiherr zu Knyphausen und Schloss Schönborn, Weingut Maximilianshof (Familie Christoph Ritter und Edler von Oetinger) sowie Weingut Detlev Ritter und Edler von Oetinger (Inhaber: Achim von Oetinger). Die Lage bringt regelmäßig hochwertige Prädikatsweine hervor, die als Raritäten bei Spitzenweinversteigerungen Höchstpreise erzielen. Johann Wolfgang von Goethe zählte den Marcobrunner zu den Magnaten, den Spitzenweinen, die untereinander keinen Rangstreit kennen.

An den Marcobrunn schließen sich die Lagen Siegelsberg und Schlossberg an. Westlich und östlich der Landstraße nach Kloster Eberbach befinden sich in Ortsnähe die Lagen Hohenrain und Steinmorgen. Weiter entfernt liegt die Michelmark und unterhalb des Waldrandes schließlich ist der Honigberg als flächenmäßig größte Einzellage zu finden.

Eine Besonderheit ist die Lage Erbacher Rheinhell auf der Mariannenaue, einer 68,5 Hektar großen Rheininsel. Es handelt sich mit 23 Hektar Anbaufläche um die größte von zwei Weinlagen auf einer Rheininsel. Sie befindet sich im Alleinbesitz des Weingutes Schloss Reinhartshausen. Aufgrund des besonderen durch die umliegenden Wasserflächen geprägten Mikroklimas und der sand-, kies- und lehmhaltigen Böden gedeihen hier Rebsorten, die sonst im Rheingau nicht angebaut werden, wie Chardonnay oder Sauvignon Blanc.

Berühmte Personen aus Erbach

Franz-Josef Jung (CDU), Bundesverteidigungsminister (seit 2005)

Gisbert zu Knyphausen, Independent-Musiker

Regelmäßige Veranstaltungen

Das Erbacher Erdbeerfest findet seit 1935 statt, jeweils am dritten Juni-Wochenende.

Literatur

  • Werner Kratz, überarbeitet von Leopold Bausinger, Gemeinde Erbach/Rheingau (Hrsg.): Erbach im Rheingau. Baudenkmale und Geschichte. 2. Auflage, Meier OHG Rüdesheim am Rhein 1970

Einzelnachweise

  1. Hessenrecht: Gesetz zur Neugliederung des Rheingaukreises und des Untertaunuskreises siehe §§ 7 - 9
  2. a b Hessisches Landesvermessungsamt: Kreiskarte 1:50.000 Wiesbaden Rheingaukreis Untertaunuskreis, Ausgabe 1969
  3. Siehe Liste der Berge und Erhebungen des Taunus

Weblinks


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