Enercon


Enercon
Enercon GmbH
Enercon GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1984
Sitz Aurich, Deutschland
Leitung Aloys Wobben, Hans-Dieter Kettwig
Mitarbeiter ca. 12.000[1]
Umsatz EUR 3,4 Mrd. (2009), (Vorjahr: € 3,15 Mrd.)
Branche Windenergie
Website www.enercon.de

Die Enercon GmbH ist der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen (WKA) mit Stammsitz in Aurich (Ostfriesland). Nach dem Umsatz ist Enercon das größte Unternehmen mit Sitz in Ostfriesland und das zehntgrößte in Niedersachsen.[2] Mit mehr als 18.000 installierten Windenergieanlagen in über 30 Ländern zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Herstellern;[3] neben Vertriebsbüros in 22 Ländern sowie 160 Service-Stationen weltweit betreibt das Unternehmen Produktionsstätten in Deutschland (Aurich, Emden, Magdeburg), Schweden (Malmö), Brasilien (Sorocaba, Pecém), Portugal (Viana do Castelo), Frankreich (Im Aufbau), Kanada (Matane) und der Türkei (Izmir).[4]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Enercon GmbH wurde 1984 vom heutigen Inhaber Aloys Wobben gegründet.

Unternehmensprofil

Weltweit beschäftigt die Enercon-Unternehmensgruppe mit zahlreichen Tochterunternehmen über 12.000 Beschäftigte und hatte 2009 einen Umsatz von 3,4 Mrd. Euro. Das Unternehmen besitzt über 45 % der Patente im Bereich der Windenergietechnologie weltweit. Eine weitere Besonderheit an Enercon ist, dass das Unternehmen unter den sieben führenden WEA-Herstellern (die einen kumulierten Marktanteil von über 90 % haben) die einzige nicht-börsennotierte Kapitalgesellschaft darstellt. Auf dem Weltmarkt stand Enercon 2008 unter den Windenergieanlagenherstellern an vierter Stelle; dies gemessen an der neuinstallierten Anlagenleistung[5]. In Deutschland ist Enercon seit mehreren Jahren Marktführer. Im Jahr 2010 betrug der Marktanteil 59,2% nach 60,4% im Jahr 2009[6].

Produktionsstätten

Hauptsitz in Aurich.

Produktionsstätten von Enercon stehen in Aurich/Niedersachsen, Emden/Niedersachsen, Magdeburg/Sachsen-Anhalt, der Türkei, Brasilien, Malmö/Schweden und Viana do Castelo/Portugal. Enercon ist vor Vestas und Siemens der Windenergieanlagenhersteller mit der weltweit höchsten Fertigungstiefe. Generatoren, Gondeln, Beton- und Stahlrohrtürme, Rotorblätter, Steuerungen, Leistungselektronik und ein Teil der Gusskomponenten werden in eigenen Fabriken des Unternehmens gefertigt. Eine Gießerei (Gusszentrum Ostfriesland, GZO) wurde zwischen April und November 2010 in Georgsheil zwischen Emden und Aurich errichtet. In ihr werden gusseiserne Komponenten für die Windenergieanlagen gefertigt. Zur Zeit sind 80 Mitarbeiter dort beschäftigt, weitere 50 sollen dieses Jahr (2010) noch folgen. Bis 2011 soll im Eurohafen bei Haren (Ems), ca. zehn Kilometer nördlich von Meppen, eine Rotorblattproduktion mit zunächst rund 500, in einer weiteren Ausbauphase bis zu 1000 Arbeitsplätzen entstehen. Zwischenzeitlich war die Errichtung des Harener Werkes durch parallel vorangetriebene Pläne für ein Kohlekraftwerk im benachbarten Dörpen gefährdet, wird nach dem Rückzug der Investoren des Kraftwerks jedoch inzwischen weiterverfolgt. [7]

Technische Eigenheiten

Enercon-Windenergieanlagen mit Baujahr nach 1993 zeichnen sich durch ein getriebeloses Anlagenkonzept aus (bis 1993 mit Getriebetriebstrang). Die Rotorblätter sind über die Nabe direkt mit dem Läufer eines Ringgenerators (Synchrongenerator) verbunden. Zusammen rotieren diese Bauteile über ein vorderes und hinteres Hauptlager um einen stehenden Achszapfen. So kann auf den Einsatz eines störanfälligen und wartungsintensiven (z.B. durch regelmäßige Ölwechsel) mechanischen Getriebes verzichtet werden. Dies wird durch eine Sonderkonstruktion des Generators erreicht. Da der Generatorläufer mit derselben Drehzahl wie der Rotor läuft, ist auch die Anzahl der mechanischen Lastwechsel über die Lebensdauer deutlich geringer. Die Generatordrehzahl (und damit auch die Rotordrehzahl) beträgt je nach Anlagentyp und Windverhältnissen ungefähr 8−60/min, während bei einer Getriebeanlage eine Generatorendrehzahl von etwa 1500/min erreicht wird.

Die Enercon-Anlagen lassen sich optisch leicht von den Anlagen anderer Hersteller unterscheiden. Die Maschinenhäuser (Gondeln) der Anlagen sind seit Baujahr 1995/96 tropfenförmig. Das Design dieser auffallenden Gondel wurde vom britischen Architekten Sir Norman Foster entwickelt, der u.a. auch die Kuppel des Berliner Reichstages entworfen hat. In Deutschland und in vielen anderen Ländern trägt der Turm über dem Fundament farblich abgestufte grüne Ringe, die von unten nach oben immer heller werden. Auf Inseln bietet der Hersteller alternativ eine Abstufung in Blau an, wie sie auf der Insel Borkum umgesetzt wurde. Die NCS-Abstufung (NCS = Natural Color Scheme) soll die Anlagentürme besser in den Horizont integrieren. Die Rotorblätter verfügen als einzige auf dem Markt über Blattspitzen ähnlich den Winglets bei Flugzeugen, die Fachbezeichnung dafür lautet Tips. Weiterhin verzichtet Enercon auf die Nutzung von Permanentmagneten aus Neodym und setzt stattdessen auf fremderregte Ringgeneratoren.[8]

Enercon baut ausschließlich Onshore-Anlagen und lehnt Offshore-Anlagen wegen des technischen Aufwandes ab.

Windkraftanlagentypen

Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte.

E-10

Enercon E-10 Dreekamp, Aurich
  • Der Prototyp wurde im November 2007 auf den am Auricher Firmensitz vorhandenen Schleuderbetonmast gesetzt. Eine dieser Anlagen wurde in der Antarktis beim Aufbau der Neumayer-Station III errichtet.
  • Nennleistung 30 kW
  • Getriebelos
  • Rotorblätter aus GFK und Aluminium
  • Rotordurchmesser 10 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s (Stallregelung)

E-12

  • Errichtet wurden 5 Anlagen
  • Nennleistung 30 kW
  • Getriebelos
  • Wurde zwischen 1997 und 2000 produziert
  • Rotordurchmesser 12 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-15 / E-16

E-16 in Groß Schenkenberg/Schleswig-Holstein
  • Errichtet wurden 46 Anlagen
  • Nennleistung 55 kW
  • Triebstrang mit Getriebe und Asynchrongenerator (Getriebeanlage)
  • Wurde zwischen 1985 und 1989 produziert
  • Rotordurchmesser 16 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-17 / E-18

E-17 am Firmensitz in Aurich
  • Errichtet wurden 158 Anlagen
  • Nennleistung 80 kW
  • Triebstrang mit Getriebe, Synchrongenerator und Vollumrichter (Getriebeanlage)
  • Wurde zwischen 1989 und Mitte der 90er Jahre produziert
  • Rotordurchmesser 18 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-20

  • Errichtung des Prototypen in Aurich, Ortsteil Walle
  • Betrieb des Prototypen seit September 2006[9]
  • Nennleistung 100 kW
  • Drehzahlvariable Stallanlage
  • Rotorblätter aus GFK und Aluminium
  • Synchrongenerator mit Vollumrichter, Ausgangsspannung 400 V
  • Die gesamte Anlage passt in einen Überseecontainer
  • Stahlrohrturmvarianten 20 m (zweiteilig), 30 m (dreiteilig) oder 40 m . Die oberste Sektion kann für den Transport in die zweitoberste Sektion eingeschoben werden (Platzersparnis im Überseecontainer)
  • Rotordurchmesser 20 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-32 / E-33

Enercon E-32, Neßmergrode
  • Errichtet wurden 186 Anlagen
  • Triebstrang mit Getriebe, Synchrongenerator und Vollumrichter (Getriebeanlage)
  • Nennleistung 300 kW
  • Hydraulische Blattverstellung über eine Mechanik durch einen im Maschinenhaus montierten Zylinder
  • Wurde zwischen 1988 und 1993 produziert
  • Rotordurchmesser 33 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-30

  • Seit 1994 wurden 576 Anlagen errichtet
  • Nennleistung 300 kW (ältere Anlagen 230 kW), getriebelos
  • Rotordurchmesser 30 m
  • Einschaltwindgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltwindgeschwindigkeit 30-35 m/s
  • Umstellung der Produktion auf E-33 mit neuem Rotorblattprofil im Jahre 2005

E-33

Enercon E-33 Aurich-Sandhorst
  • Produktion seit 2004, 84 Anlagen errichtet (Stand Januar 2011)
  • Nachfolgemodell der E-30 mit neuem Rotorblattdesign
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung 330 kW (25 % Ertragsteigerung zur E-30)
  • Rotordurchmesser 33 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-40

Enercon E-40 Süderdeich
Enercon E-40 (Gondeldesign bis 2001)
  • Vorläufer war die allererste getriebelose und einzige Enercon-Anlage E-36 mit 400 kW in der ostfriesischen Krummhörn.
  • Prototyp mit 500 kW wurde 1992 errichtet
  • Getriebelose Anlage
  • Offizielle Typenbezeichnungen:
    • E-40/5.40 Rotordurchmesser 40 m, Nennleistung 500 kW (1887 Anlagen bis Juni 2002)
    • E-40/6.44 Rotordurchmesser 44 m, Nennleistung 600 kW (3992 Anlagen bis Juni 2007)
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s
  • Die Produktion wurde 2004/2005 auf das Nachfolgemodell E-48 umgestellt. Weitere Versionen ab 2006 sind die E-44 und E-53.

Mit der E-40 stellte Enercon seine Produktion komplett von Getriebeanlagen auf getriebelose Windenergieanlagen um. Ältere Anlagen haben statt der Enercon-typischen Eiform eine Gondel mit "Kragen" (siehe Foto).

E-48

  • Die E-48 ist das Nachfolgemodell der E-40, Prototypen: Juni 2004 in Indien, August 2004 in Campen/Ostfriesland.
  • Errichtet wurden 1874 Anlagen (Stand Januar 2011)
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung 800 kW
  • Rotordurchmesser 48 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s
  • Zertifiziert für Windklasse IEC IIa

E-44

  • Die E-44 ist für Starkwindstandorte der Windklasse IEC Ia zertifiziert und beruht auf der E-48. Gondel, Steuerung und Leistungselektronik sind mit der E-48 identisch, der Generator ist jedoch modifiziert und liefert 900 kW Nennleistung.
  • Der Rotordurchmesser beträgt 44 m.
  • Der Prototyp wurde im Oktober 2006 bei Izmir/Türkei errichtet.
  • Errichtet wurden 572 Anlagen (Stand Dezember 2010)[10]
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s

E-53

Die E-53 wurde, wie die E-44, aus der E-48 für „Schwachwindstandorte“ entwickelt. Gondel, Steuerung und Leistungselektronik sind bis auf wenige Bauteile mit der E-48 identisch, ebenso die Nennleistung von 800 kW. Die Anlage verfügt über eine gesonderte IEC-S-Zertifizierung mit etwas höheren Auslegungslasten als Windklasse IEC IIIa.

  • Der Prototyp wurde im Sommer 2006 in Eggelingen bei Wittmund/Niedersachsen errichtet.
  • Errichtet wurden 776 Anlagen (Stand Januar 2010)[11]
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s
  • Rotordurchmesser 53 m

E-58

  • Errichtet wurden seit 1999 225 Anlagen (die letzte August 2006).
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung 1,0 MW
  • Rotordurchmesser 58 m
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s
  • Wird seit Mitte 2006 nicht mehr produziert, da die E-48 das gleiche Marktsegment kostengünstiger bedient.

E-66

E-66 in Egeln
  • Zwischen 1995 und 2005 wurden 2478 Anlagen produziert
  • Getriebelose Anlage
  • Offizielle Typenbezeichnungen:
    • E-66/15.66 Rotordurchmesser 66 m, Nennleistung 1,5 MW (416 Anlagen)
    • E-66/18.70 Rotordurchmesser 70 m, Nennleistung 1,8 MW
    • E-66/20.70 Rotordurchmesser 70 m, Nennleistung 2,0 MW
  • Einschaltgeschwindigkeit 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit 30-35 m/s
  • Mitte 2005 wurde die Produktion von E-66 auf E-70 umgestellt

Die Windenergieanlagen E-66 und E-70 sind bis auf die Rotorblätter und kleinere Details identisch. Durch eine neuartige Rotorblattgestaltung konnte der Energieertrag der E-70 bei fast gleichem Rotordurchmesser um 10−15 % gesteigert werden (standortabhängig). Dabei wird auch der innere/nabennahe Rotorblattbereich zur Auftriebserzeugung genutzt.

E-70

Montage einer E-70 in Magdeburg-Rothensee
  • Nachfolgemodell der E-66, Einführung 2004
  • Errichtet wurden 3.007 Anlagen (Stand Januar 2010)[12]
  • Getriebelose Anlage
  • Nennleistung: 2,0–2,3 MW
  • Rotordurchmesser: 71 m
  • Nabenhöhen: 57 - 113 m
  • Einschaltgeschwindigkeit: 2 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit: 30−35 m/s

Eine E-70 ist die höchstgelegene Windkraftanlage Europas (Stand 0kt 2011). Sie steht am Nufenenpass, der den Kanton Wallis mit dem Kanton Tessin verbindet, auf 2465 m Höhe.[13]

E-82 / 2,0 MW

Enercon E-82, Darzyno/Polen
  • Nachfolgemodell der E-66; Binnenlandversion der E-70 mit 82 m Rotordurchmesser[14], neuem Rotorblattdesign (/4-Design) und Maschinenhaus aus Aluminium (bei den Vorgängern war es aus GFK)
  • Prototypen: Dezember 2005 in Simonswolde, Gemeinde Ihlow, Ostfriesland; zweite Anlage Anfang 2006, Steinkopfinsel, Magdeburg-Rothensee, Markteinführung Mitte 2006
  • Errichtet wurden 1674 Anlagen (Stand Dezember 2009) [15]
  • Getriebelose Anlage
  • Konzipiert als Schwachwindanlage: Kennzeichen hierfür ist u.a. das große Verhältnis der überstrichenen Rotorfläche zur Nennleistung.
  • Nennleistung: 2000 kW[14], Varianten mit höherer Nennleistung siehe weiter unten.
  • Einschaltgeschwindigkeit: 2,5 m/s
  • Abschaltgeschwindigkeit: 28−34 m/s[14]
  • Nabenhöhe: 78 m / 85 m / 98 m / 108 m / 138 m[14]

In begrenztem Umfang wurden E-82 errichtet, die durch einen wassergekühlten Generator auf eine Leistung von 3 MW gesteigert werden konnten. Man erkennt diese leicht an den auf dem Dach des Maschinenhauses installierten Radiatoren. Die ersten Kraftwerke des Typs Typ E-82/3,0 MW wurden in den Niederlanden in der Provinz Groningen im Windpark Westereems bei Eemshaven mit 98 m Nabenhöhe errichtet. Die von der Firma Lorica projektierten und betriebenen 9 WEA vom Typ E-82 mit 3 MW in Biere und 9 WEA in Stegelitz (jeweils bei Magdeburg) sind die bisher einzigen E-82 mit 3 MW Nennleistung, die auch auf dem 138 m hohen Turm errichtet worden sind.

E-82 E2 / 2,3 MW

Spätestens im Januar 2010 [16] kündigte Enercon eine leistungsgesteigerte Version der E-82 2,0 MW an mit nun 2,3 MW und dem Namen E-82 E2. Die leichte Leistungssteigerung wird durch eine Optimierung der Luftkühlung ermöglicht, die Gusskomponenten wurden für die halbautomatisierte Fertigung in der Enercon-eigenen Gießerei optimiert. Turmsysteme und Flügel sind identisch zum Typ E-82 2,0 MW. Der Prototyp wurde im Januar 2009 in Fiebing errichtet.

Laut Enercon beträgt der Primärenergiebedarf für den Lebenszyklus einer E-82 E2 auf 97-m-Betonturm 2880 MWh. Da eine E-82 E2 auf typischen Standorten im Binnenland 101.990 MWh erzeugen kann, ergibt sich damit ein Erntefaktor von 35,4. In Küstennähe (117.500 MWh) liegt der Erntefaktor bei 40,8, direkt an der Küste (147.000 MWh) bei 51. Damit beträgt der Zeitraum bis zur energetischen Amortisation für typische Binnenlandstandorte 6,8 Monate, für küstennahe Standorte 5,9 Monate und für Küstenstandorte 4,7 Monate.[17]

E-82 E3 / 3,0 MW

Ebenfalls im Januar 2010 kündigte Enercon eine neue E-82 für die Windklassen IEC IA und IEC IIA mit 3,0 MW Leistung an, die sogenannte E-82 E3[18]. Die neue Anlage ist für deutlich windreichere Standorte gedacht als die E-82 E1/E2 2,0 MW bzw. E-82 E2 2,3 MW. Da die Rotorkreisfläche konstant bleibt, soll vor allem bei stärkerem Wind (Windgeschwindigkeit größer als 8,5 m/s) der Ertrag erhöht werden. Die Leistungssteigerung wird durch eine Modifizierung des Generators möglich, der neben der Luftkühlung um eine Wasserkühlung im Stator ergänzt wird. Diese Version E3 der E-82 hat abgesehen von der Wasserkühlung und einigen Details, einer Verstärkung von Blättern, Turm und Fundament im Wesentlichen den selben Aufbau wie die E-82 E2 2,3 MW. Die E-82 E3 unterscheidet sich jedoch bei den Gusskomponenten und der Anordnung von Schaltschränken von der bereits früher errichteten wassergekühlten E-82 E1 mit 3 MW, von der weit über hundert Anlagen errichtet wurden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal besteht darin, dass bei der alten Version E-82 E1 3 MW die Wärmetauscher der Wasserkühlung auf dem Dach des Maschinenhauses montiert waren, wohingegen die Wärmetauscher der E-82 E3 im Inneren des Maschinenhauses sind. Die Bauteilabmessungen werden im Vergleich zur E-82 2,0 MW und der E-70 weitgehend beibehalten. Es soll an Windklasse-IA-Standorten ein neuer 85 m Stahlrohrturm zum Einsatz kommen. Für IIA-Standorte sollen die bestehenden 78 m bis 138 m Türme verwendet werden. Der Prototyp wurde im Frühjahr 2010 errichtet; die Serienfertigung soll Ende 2010 beginnen. Für Anlagen an Starkwindstandorten werden die Hauptgurte in den drei Rotorblättern aus Kohlefaser gefertigt.

E-101 / 3,0 MW

Die dritte Neuankündigung für 2010[19] ist die E-101. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der E-82 2,0 MW für moderate Standorte der Windklasse IIA oder schwächer. Die Anlage erreicht mit wassergekühltem Stator eine Nennleistung von 3 MW. Die Maschine wurde im April 2011 auf der Hannovermesse dem Publikum vorgestellt. Mit der E-82 hat die Anlage nicht mehr viel gemein. Erstmals kann man bei einer großen Enerconmaschine nicht mehr durch den Generator steigen, um in die Nabe zu gelangen. Der Generator wurde bei gleichem Durchmesser länger in der Bauform und wirkt dadurch kompakter. Wenn es erforderlich ist, kann auch die Läuferwicklung flüssigkeitsgekühlt werden. Die dazu notwendigen Wärmetauscher (3 Stück) werden dann außen auf der Nabe parallel zur Außenhaut montiert. Das Maschinenhaus der E-101 wurde sehr stark vergrößert, so dass Monteure nun außen am Generator vorbei in den Spinner hinüberwechseln können. Die Länge des Maschinenhauses beträgt ca. 15 m bei rund 6,5 m Durchmesser. Der Flüssigkeitskühler für den Stator wurde am hinteren Ende des Maschinenhauses in die Außenhaut integriert. Zusätzliche Kühlungsluft wird nun wieder (wie schon bei der E-66 in der ersten Generation) durch eine Öffnung hinten im Maschinenhaus angesaugt. Die Rotorblätter sind erstmals bei Enercon mit einem Sensor ausgestattet, der die Belastung der Blätter erfasst und bei Überschreitung der Grenzwerte die Anlage so lange aus dem Wind nimmt bis die Werte wieder im grünen Bereich sind. Die Zahl der Getriebemotoren, die das Maschinenhaus in den Wind drehen, wurde gegenüber der E-82 auf zwölf verdoppelt. Mit ca. 250 t ist das Maschinenhaus (inkl. Rotor) wesentlich schwerer als die E-82. Eine weitere Neuerung betrifft das sog. Spinner-Modul. Das ist eine Montageplatte vor der Nabe im Inneren des Spinners. Auf ihr sind sämtliche elektrischen und elektronischen Komponenten der Rotorblattsteuerung inkl. der drei großen Notstrom-Kondensator-Schränke untergebracht. Diese waren bisher auf dem Rotor (Generator) verbaut. Die Anlage wird mit 99 oder 135 Meter hohem Betonfertigteilturm angeboten und kann optional mit einer Rotorblattheizung ausgestattet werden, die Ertragseinbußen aufgrund Eisbildung im Winter verhindert. Die Auslieferung soll Enercon zufolge im Sommer 2011 beginnen.[20] Der Prototyp wurde Mitte Juni 2011 bei Görmin (Mecklenburg-Vorpommern) errichtet. Zwei weitere Prototypen, an denen bis 2012 die Vermessungen zum Erhalt der Einheitenzertifikate stattfinden werden, entstanden bei Haren (Ems). Im August 2011 wurde bei Kleingladenbach die erste E-101 mit 135m Nabenhöhe fertiggestellt.[21]

E-112

E-112 in Egeln

Die E-112 war mit einer Nennleistung von 6 MW bis zur Einführung der E-126 lange Zeit die leistungsstärkste Windenergieanlage der Welt. Es wurden neun Anlagen des Typs E-112 errichtet. Die in Magdeburg produzierte Anlage hat einen Rotordurchmesser von 114m (die erste Anlage 112m und anfänglich 4,5 MW). Die Rotorblätter für die ersten beiden Anlagen (Egeln und Wilhelmshaven) wurden bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder gefertigt. Die Serienfertigung der E-112-Rotorblätter erfolgte dann von Ende 2002 an in einer Enercon-Rotorblattfertigung in Magdeburg-Rothensee. Von dort aus wurden die Rotorblätter mit Binnenschiffen über die Elbe oder den Mittellandkanal ausgeliefert. Ein Rotorblatt ist etwa 52 m lang und wiegt rund 22 t.

E-126 / 6 (7,5) MW

Baustelle des Prototyps der E-126 in Emden an der Knock am 12. Februar 2008
Fuß einer Anlage in Georgsfeld

Auf der Hannover Messe 2006 wurde das Nachfolgemodell der E-112, die E-126, für 2007 angekündigt. Durch einen überarbeiteten Generator, einen größeren Rotordurchmesser, eine größere Nabenhöhe und den Einsatz des neuen Enercon-Rotorblattprofils sollte die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert werden. Die Verkleidung der Gondel ist wie schon bei der E-82 aus Aluminium. Nach Angaben des Herstellers wird am Standort des Prototypen (Windpark Rysumer Nacken bei Emden, Ostfriesland) ein Energieertrag von etwa 20 GWh pro Jahr erwartet.[22] Die Herstellung und der Vertrieb der E-112 wurden auf die E-126 umgestellt. Die Nabenhöhe beträgt 135 m auf einem Fertigteilbetonturm, der aus Betonfertigteilringen zusammengesetzt und mit Stahllitzen auf Vorspannung gebracht wird. Der Prototyp wurde im Herbst 2007 in Ostfriesland errichtet. Für das Fundament mit 64 Pfählen von durchschnittlich 25 m Länge wurden rund 1500 m³ Beton und etwa 180 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Die Nennleistung wurde von Enercon mit 6 MW angegeben. Der Stückpreis einer E-126 liegt bei 11 Millionen Euro.

Wenig später wurde die zweite E-126 auf dem Grodener Testfeld der DEWI OCC bei Cuxhaven aufgebaut. Diese Anlage wurde auf dem vorhandenen Turm der E-112 (Nr. 8 s.o.) errichtet. Gondel und Rotor der E-112 wurden auf einen höheren Betonfertigteilturm in direkter Nähe umgesetzt. Die dritte E-126 wurde im Februar 2008 neben dem ersten Prototypen an der Knock, Emden, errichtet. Die Anlagen Nr. 4 und 5 entstanden im Jahre 2008 im Windpark Georgsfeld 3 km nordwestlich von Aurich.

Windpark 11 × E-126 Estinnes Belgien am 20. Juli 2010, einen Monat vor der Vollendung
Windpark 11 × E-126 Estinnes Belgien am 10. Oktober 2010, nach der Vollendung

In der ersten Hälfte des Jahres 2008 wurde durch den wallonischen Minister für Wohnen, Verkehr und territoriale Entwicklung, André Antoine, der erste Spatenstich für einen Windpark mit elf Anlagen des Typs E-126/6 MW getan. Der Windpark entstand in Estinnes, ca. 30 km westlich von Charleroi (Belgien). Auf einer Fläche von ca. 3 km × 3 km wurden die elf Windenergieanlagen bis Dezember 2009 errichtet. Jede Windkraftanlage liefert ca. 17 bis 20 Mio. kWh/Jahr.

Zwei weitere Anlagen wurden im Frühjahr 2009 in Hamburg-Altenwerder errichtet. In Einzelteilen wurden die Komponenten des Maschinenhauses auf dem Turm montiert. Gehoben wurde erst die Gondel (erster Tag), dann der Generator (zweiter Tag) und später die Nabe mit den inneren Blatteilen. Bei der zweiten Anlage in Altenwerder wurde erstmals der Rotorstern am Boden vormontiert und mit Hilfe eines Raupenkrans CC 9800 von Terex-Demag (max. Tragfähigkeit 364 t) in einem Stück (Gewicht ca. 320 t) zum Maschinenhaus hochgezogen.

Ende 2009 kündigte Enercon an [23], dass durch leichte Modifikationen (hauptsächlich an der Luftkühlung des Generators) die Leistung (z.T. auch an den schon bestehenden Anlagen) auf bis zu 7,5 MW gesteigert werden kann. Diese E-126 sind seit dem für die Windklasse IA bzw. IB klassifiziert.

Auf dem Firmengelände von Enercon in Magdeburg-Rothensee wurde 2010 der Prototyp dieser auf 7,5 Megawatt leistungsgesteigerten E-126 aufgestellt. Laut dem Unternehmen entstand diese Anlage deshalb dort, um noch weiterhin Verbesserungen vornehmen zu können, und auch, weil alle Segmente der E-126 am Standort Magdeburg gebaut würden und somit kein Transport über große Strecken nötig sei. [24]

Daten der E-126
  • Prototyp: Herbst 2007, Emden (Windpark Rysumer Nacken), Niedersachsen
  • Triebstrang: getriebelos mit elektrisch erregtem Synchrongenerator
  • Nennleistung: 6 MW (7,5 MW mit Anpassungen [25])
  • Rotordurchmesser : 127 m
  • Turmdurchmesser am Boden: 16,5 m
  • Nabenhöhe: 135 m auf Fertigbetonteilturm mit 131 m Höhe und 35 Ringen
  • Drehzahl: variabel
  • Zertifizierung: Windklasse IEC IC (bei 7,5 MW auch für Windklassen IA und IB geeignet[26])
  • Besonderheiten: Gondelverkleidung aus Aluminium, derzeit weltweit leistungsstärkste Windenergieanlage, zweigeteilte Rotorblätter aus Stahl und GFK, der innere Teil des Rotorblattes besteht aus Stahlblech (Länge ca. 24 m), der äußere Teil (Länge ca. 35 m) ist aus GFK mit Aluminiumblattspitze in Winglet-Ausführung, Blattgewicht ca. 65 t, zum Vergleich: ein Blatt der E-112 (aus GFK) hatte ca. 20 t
  • Fundament: Durchmesser ca. 29 m, Höhe ca. 4 m, Betonvolumen ca. 1400 m³, Bewehrungsstahl im Fundament ca. 120 t
  • Massen der Einzelteile: Fundament ca. 3.500 t, Turm ca. 2.800 t, Maschinenhaus ca. 128 t, Generator ca. 220 t, Rotor (inkl. Nabe) ca. 364 t, Gesamtgewicht komplettes Maschinenhaus ca. 650 t
  • Gesamthöhe: 198,5 m

Enercon plant in Nordschweden den weltgrößten Windpark mit 2000 bis 4500 MW und hat zu diesem Zweck ein Joint Venture mit der schwedischen Firma Svevind gegründet, die Markbygden Vind AB. Auf ca. 450 km² sollen 1101 Anlagen der Typen E-101 und E-126 entstehen. Derzeit (Stand 2010) werden dafür die Pilotwindparks Dragaliden (12× E-82) und Stor-Blåliden (6× E82 und 2× E-126) errichtet[27].

2010 wurden im Windpark Stößen drei Anlagen direkt an der Autobahn A 9 errichtet. Eine weitere E-126 entstand am Schneebergerhof in Rheinland-Pfalz[28], und soll ebenfalls ca. 18 Mio. kWh/a generieren. Zusätzlich zu den beiden im Windpark Georgsfeld bereits vorhandenen E-126 wurde eine dritte Anlage (Jahresende 2010) 3 km nordwestlich von Aurich aufgestellt[29]. Der zur Zeit (Sep. 2011) größte E-126 Windpark in Deutschland befindet sich mit vier Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern im Windpark Kessin-Werder nördlich von Neubrandenburg [30].

In den Niederlanden wird voraussichtlich Anfang 2012 mit dem Bau von 38 E-126-Anlagen als Teil des Windparks Noordoostpolder begonnen.[31]

Der Bau zweier Anlagen mit 7,5 MW begann im Mai 2011 in Potzneusiedl (Österreich) durch die BEWAG-Tochter AWP [32]. Mit Enercon wurde ein Joint-Venture-Vertrag geschlossen.[33]

Wasserkraft

Der Einstieg der Firma Enercon in das Projekt Wasserkraft begann im Jahre 2001. Hierfür wurde eine neuartige Turbine entwickelt, die einerseits auf den Erfahrungen aus der Windkraft aufbaut und andererseits über einen höheren Wirkungsgrad verfügt. Als Pilotprojekt sind im Juni 2009 zwei Turbinen mit insgesamt 2300 kW in Raguhn an der Mulde in Betrieb genommen worden.

Bereits Juni 2007 hatte Enercon bekanntgegeben, das geplante Wasserkraftwerk an der Weserstaustufe bei Bremen-Hemelingen mit zwei Kaplanturbinen mit jeweils 5 Megawatt Nennleistung auszurüsten. Baubeginn war im Mai 2008.[34]

Im Februar 2010 wurde damit begonnen, Generator und Turbine für das Praterkraftwerk in München zu montieren. Der Generator stammt von Enercon, ein zwischengeschaltetes Getriebe ist somit nicht erforderlich. Laufraddurchmesser: ca. 2,3 m, Gewicht der Turbine ca. 30 t, Leistung der Anlage: 2,5 MW, geplanter Energieertrag: ca. 12,7 Mio. kWh pro Jahr.[35]

Meerwasserentsalzungsanlage

Die Enercon-Meerwasserentsalzungsanlage arbeitet basierend auf dem Prinzip der Umkehrosmose (Einsatz von Membranen). Nach Aussage des Herstellers werden dabei keine Chemikalien zum Aufbereiten des Wassers gebraucht. Durch einen patentierten speziellen Aufbau der Anlage soll diese energiesparender und im Betrieb flexibler als andere Umkehrosmose-Meerwasserentsalzungsanlagen sein. Hierdurch sei die Enercon-Anlage besonders energiesparend, umweltfreundlich und durch die Möglichkeit des flexiblen Betriebs gut zur Energieversorgung durch Windenergieanlagen geeignet.[36]

Windblatt

Unter dem Namen Windblatt erscheint im Abstand von drei Monaten eine Firmenzeitschrift online und als gedruckte Ausgabe. Themen sind aktuelle Projekte des Unternehmens, Technik und Transport der Enercon-Windenergieanlagen sowie die Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen.[37]

Industriespionage bei Enercon

Medien berichteten seit Ende der 1990er Jahre, der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hätte 1994 das deutsche Unternehmen Enercon mit Hilfe von Echelon abgehört. Die so gewonnenen Daten seien dem amerikanischen Mitbewerber Kenetech Windpower Inc. übermittelt worden. Dieser hätte die Daten genutzt, um sich Zugang zu Enercons Kerntechnologien zu verschaffen und diese in den USA zu patentieren. Enercon sei dadurch der US-amerikanische Markt bis in das Jahr 2010 verschlossen gewesen.

Tatsächlich verhängte die zuständige US-Behörde, die U.S. International Trade Commission, im August 1996 ein Importverbot für Enercon bis zum 1. Februar 2010. Grund war, dass Enercon mit dem beabsichtigten Export von 280 Windkraftanlagen in die USA den Anspruch 131 des US-Patentes 5,083,039 verletzen würde. Das Patent wurde am 1. Februar 1991, drei Jahre vor der behaupteten Spionageaktion, von der kalifornischen Firma U.S. Windpower Inc. angemeldet. 1993 wurde U.S. Windpower in Kenetech Windpower Inc. umbenannt. Kenetech hat das Importverbotsverfahren gegen Enercon beantragt. Im Verfahren legte Kenetech auch Fotos von Bauteilen einer E-40-Windkraftanlage vor. Dieses Material wurde im März 1994 beim Besichtigen einer E-40 gewonnen, die Besichtigung fand mit Erlaubnis des Besitzers der Anlage statt. Das Patent wurde im Jahre 2002 von der GE Wind Energy übernommen. Die Enercon-Zeitschrift „Windblatt“, 2/2003, Seite 11, verdeutlicht die Unterschiede zwischen der von Enercon verwendeten Technik und der im strittigen US-Patent. Die Enercon GmbH und die General Electric Company haben 2004 ihre Patentrechtsstreitigkeiten beigelegt, seit 2004 war damit der amerikanische Markt für Enercon nicht mehr verschlossen. [38][39][40][41][42]

Enercon India Ltd.

Im Februar 2011 wurde in einigen Medien von einem Rechtsstreit berichtet, den die Enercon GmbH mit Ihrem eigenen, seit 1994 bestehenden indischen Tochterunternehmen Enercon India Ltd. (EIL) führte und der vor einem indischen Gericht zu ungunsten Enercons entschieden wurde. Enercon hat sich daraufhin völlig vom indischen Markt zurückgezogen.

Es stehen Vorwürfe im Raum, der Geschäftsführer der indischen Tochter, der ehemalige Textilunternehmer Yogesh Mehra aus Mumbai, habe die Kontrolle über seine Geschäftstätigkeit unterbunden, seit 2005 keine Dividenden mehr an das deutsche Mutterhaus abgeführt, seit 2006 keine testierten Abschlüsse mehr vorgelegt und schließlich mit ungesetzlichen Mitteln die alleinige Verfügungsgewalt über die Tochtergesellschaft an sich gerissen. EIL habe die über Enercon verfügbaren Patente sowie den Markennamen zur eigenen Verwertung geraubt. Zudem wurde ein ehemaliger Enercon-Mitarbeiter im Magdeburger Werk der Industriespionage für EIL überführt und rechtskräftig verurteilt. Vor dem indischem Patentgericht IPAB in Chennai hat EIL auf Freigabe der ansonsten weltweit anerkannten Patente auf zahlreiche Enercon-Kerntechnologien geklagt. Die indischen Richter erklärten zwölf wichtige Enercon-Patente in Indien für unwirksam, mit der Begründung, das nationale Interesse Indiens sei höher zu bewerten als die Rechte eines einzelnen Unternehmens an seiner Technologie. Diese Patente stehen nun in Indien jedem zur freien Nutzung zur Verfügung. Die deutschen Gesellschafter seien somit „faktisch enteignet“ worden (Zitat Enercon Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig in der FAZ, 2. Februar 2011). In der Presse wurden Bestechungsvorwürfe erhoben.

Am 28. Januar 2011 waren die Geschehnisse Anlass für eine „Kleine Anfrage“ des Bundestagsabgeordneten Garrelt Duin an die Bundesregierung zu dem Thema, was diese zum Schutze deutscher Firmen in Indien zu tun gedenke.

Bis dato (Februar 2011) verwendet EIL auf seiner Homepage den Namen und das Logo Enercons, bewirbt Enercon Windenergieanlagen aus indischer Produktion und berichtet über laufende Projekte. [43][44][45]

Verhältnis zu Gewerkschaften

Enercon wurde vorgeworfen, eine gewerkschaftliche Organisation seiner Mitarbeiter zu verhindern. Gewerkschaftsmitgliedern, die einen Betriebsrat gründen wollten, werde mit Versetzung und Kündigung gedroht.[46] Im Werk Izmir seien 70 Mitarbeiter entlassen worden, weil sie der Gewerkschaft Birlesik Metal-Is beigetreten waren.[47] Es gibt jedoch auch Werke, die über einen Betriebsrat verfügen. In den meisten Werken wird die Mitarbeiterbeteiligung über Arbeitnehmervertretungen organisiert.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Enercon GmbH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.enercon.de/de-de/unternehmensvorstellung.htm>Unternehmensvorstellung im Internet
  2. https://www.nordlb.de/fileadmin/redaktion/analysen_prognosen/regionalanalysen/die_100_groessten_unternehmen/Niedersachsen_Dezember_2010.pdf NORD/LB präsentiert Studie zu 100 größten Unternehmen Niedersachsens vom 1. Dezember 2010
  3. Unternehmensvorstellung. Enercon GMbH, abgerufen am 22. September 2011.
  4. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  5. Hermann Simon erwähnt die Enercon GmbH in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion“. (Hidden Champions des 21. Jahrhunderts : Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Frankfurt a. M.: Campus, 2007. - ISBN 978-3-593-38380-4. S. 24.
  6. http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/statistiken/WE%20Deutschland/110126_PM_Dateien/Statistik_Jahresbilanz_2010.pdf
  7. http://www.oz-online.de/?id=542&did=28146
  8. Windblatt 02/2011
  9. http://www.windkraft-gloett.de/windblatt.pdf (Der Artikel stammt aus 2006, im Artikel wird gesagt, dass die Anlage "seit September" läuft))
  10. Marktübersicht Windkraftanlagen
  11. Marktübersicht Windkraftanlagen
  12. Marktübersicht Windkraftanlagen
  13. Turbine auf 2500 Höhenmetern www.erneuerbareenergien.de, abgerufen am 6. Oktober 2011./
  14. a b c d E-82/2 MW. ENERCON GmbH, abgerufen am 30. März 2011.
    E-82. 2.000 kWh. In: ENERCON Windenergieanlagen - Produktübersicht. ENERCON GmbH, S. 12-13, abgerufen am 30. März 2011 (PDF).
  15. E-82 Aufbauten
  16. Windblatt 1/2010
  17. Mehr Windkraft an Land rückt Ökologie ins Blickfeld. In: vdi Nachrichten, 2. September 2011. Abgerufen am 14. September 2011.
  18. Windblatt 1/2010
  19. Windblatt 1/2010
  20. Windblatt 1/2011
  21. Windblatt 3/2011
  22. Windblatt 1/2008.
  23. Windblatt 01/2010
  24. Artikel der Volksstimme Magdeburg
  25. Windblatt 1/2010
  26. Größte Windkraftanlage der Welt – die E-126 Eintrag auf energieblog24.de
  27. http://www.svevind.se/Projects/Default.aspx?lang=en-US
  28. Repowering bietet immenses Potenzial. juwi.de, abgerufen am 11. Juni 2011
  29. http://www.ostfriesische-nachrichten.de/neu/index_volltext.asp?ID=28154&a=1
  30. http://www.wind-projekt.de
  31. [1]
  32. [2]
  33. Wirtschaftsblatt 12. Oktober 2010
  34. Siehe www.weserkraftwerk-bremen.de. Abgerufen am 9. April 2011.
  35. www.praterkraftwerk.de
  36. Enercon Meerwasserentsalzungssysteme (engl.)
  37. enercon.de
  38. Bericht der U.S. International Trade Commission
  39. Rechtsstandsdatenbank des europäischen Patentamts
  40. Pressemitteilung der Enercon GmbH
  41. Windblatt 2/2003
  42. Wind Kraft Journal & Natürliche Energien, Heft 2/96, Seite 36
  43. Frankfurter Allgemeine Zeitung 2. Februar 2011, Wirtschaftsteil
  44. Emder Zeitung 6. Februar 2011
  45. Homepage der Enercon India Ltd.
  46. http://www.taz.de/pt/2006/06/24/a0229.1/text.ges,1 taz-Bericht vom 24. Juni 2006
  47. http://www.taz.de/pt/2006/08/26/a0124.1/text taz-Bericht vom 24. Aug. 2006

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