Energiesparbirne


Energiesparbirne

Kompaktleuchtstofflampen sind besonders kleine Leuchtstofflampen und werden häufig auch als Energiesparlampen bezeichnet. Der Begriff Energiesparlampe umfasst aber auch andere energiesparende Leuchtmittel.

Kompaktleuchtstofflampe („Energiesparlampe“) mit integriertem Vorschaltgerät (EVG) und Edison-Schraubsockel E27
Kompaktleuchtstofflampe mit integriertem Starter zum Betrieb an einem externen konventionellen Vorschaltgerät

Die Röhre, in der die Gasentladung stattfindet, ist bei diesen Lampen gegenüber anderen Leuchtstofflampen kleiner und gebogen, gewendelt oder mehrfach gefaltet, um sie platzsparender unterzubringen, daher das Präfix Kompakt.

Kompaktleuchtstofflampen im engeren Sinne sind Kompaktleuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät und einem Edisonsockel (Schraubsockel), um sie anstelle von Glühlampen einsetzen zu können. Der Begriff an sich ist jedoch technologieneutral und kann auch andere sparsame Leuchtmittel mit einschließen.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau und Funktion

Die Funktion der Kompaktleuchtstofflampen entspricht im Wesentlichen derjenigen der konventionellen Leuchtstofflampen. Sie arbeiten diesen gegenüber jedoch bei höherem Innendruck, sind daher kleiner und haben eine höhere Leuchtdichte. Durch den Einsatz eines elektronischen Vorschaltgeräts (EVG) arbeiten sie effizienter als die bisherigen Leuchtstofflampen mit konventionellem Vorschaltgerät (KVG). Der Druckaufbau beziehungsweise die Verdampfung des Quecksilbers geschieht beim Einschalten durch Vorheizung der Kathoden beziehungsweise Heizfäden (direkt geheizte Kathoden) und nachfolgender Eigenerwärmung. Daher erreichen Kompaktleuchtstofflampen nicht sofort ihre volle Leuchtkraft.

Im Sockel befindliches EVG einer Kompaktleuchtstofflampe mit 12 Watt Leistungsaufnahme (Durchmesser der Platine ca. 32 mm)

Das bei Kompaktleuchtstofflampen im Sockel eingebaute, heute meist elektronisch arbeitende Vorschaltgerät heizt bei Lampenstart zunächst die Kathoden, indem diese im Stromkreis in Reihe zu einem PTC-Widerstand liegen. Hat sich dieser durch Stromfluss erwärmt, wird er hochohmig und gibt die Entladungsstrecke für das Vorschaltgerät frei – die Lampe zündet. Die Gasentladungsstrecke arbeitet an einem Inverter, das heißt die Netzwechselspannung wird zunächst gleichgerichtet, um anschließend wieder in eine Wechselspannung höherer Frequenz (ca. 45 kHz) verwandelt zu werden. Die Wechselrichtung erfolgt mit zwei Schalttransistoren. Diese Wechselspannung gelangt über eine Ferritkern-Drossel zum Lampenstromkreis. Die Drossel ist aufgrund der höheren Arbeitsfrequenz gegenüber 50-Hz-Drosseln konventioneller Vorschaltgeräte sehr klein, verlustärmer und materialsparend.

Inzwischen gibt es auch elektrodenlose Kompaktleuchtstofflampen, diese regen die Gasentladung induktiv an und vermeiden dadurch die Verschleißprobleme der Kathoden vollständig. Daher sind sie unbegrenzt schaltbar und erreichen sehr starke Lichtströme.

Die höhere Arbeitsfrequenz führt zu einer höheren Effizienz der Lampe gegenüber Leuchtstofflampen mit konventionellem Vorschaltgerät, da zum einen die Gasentladung selbst effektiver arbeitet und zum anderen die Verluste in der Drossel geringer sind. Außerdem kann das menschliche Auge die Frequenz von 45 kHz nicht als Flimmern wahrnehmen.

Bei preiswerteren Produkten wird an der Dimensionierung des Glättungskondensators und der Siebung, welche zum größten Teil bei Billigprodukten fehlt, gespart. Dies macht sich durch mehr oder weniger bemerkbares Flimmern mit einer Frequenz von 100 Hz bemerkbar.

Dieser Kondensator ist das temperaturempfindlichste Bauelement der Lampe und ist deshalb möglichst weit entfernt von der Leuchtstofflampe im Schraubsockel untergebracht. Dort befindet sich auch eine Schmelzsicherung, um die Eigensicherheit der Lampe zu erreichen. Alle anderen Bauelemente befinden sich auf einer Leiterplatte.

Das Vorschaltgerät hat die Aufgabe, den Lampenstrom zu begrenzen, der ansonsten aufgrund der Stoßionisation bis zur Zerstörung der Lampe ansteigen würde. Daher können Kompaktleuchtstofflampen wie auch andere Gasentladungslampen, die selbst kein Vorschaltgerät enthalten, nie direkt am Stromnetz, sondern nur in Leuchten mit Vorschaltgerät betrieben werden.

Gegenüberstellung zu Glühlampen

Vorteile

Hohe Lichtausbeute

Kompaktleuchtstofflampen verbrauchen deutlich weniger Strom, da sie deutlich weniger Wärme (rot) erzeugen.

Der Vorteil dieser Lampen ist ihre hohe Lichtausbeute von ca. 60 lm/W. Normale Glühlampen haben eine Lichtausbeute von nur 12 bis 15 lm/W. Kompaktleuchtstofflampen sind somit rund fünfmal so effizient wie normale Glühlampen; sie benötigen bei gleicher Helligkeit gegenüber Glühlampen etwa 80 % weniger elektrische Leistung. Im Laufe der Lebenszeit nimmt die Helligkeit des Leuchmittels jedoch ab; Öko-Test empfiehlt z. B. 15 oder 20 Watt-Kompaktleuchtstofflampen, um dauerhaft die Helligkeit einer normalen 60W-Glühlampe zu erreichen[1].

Lange Lebensdauer

Kompaktleuchtstofflampen halten etwa 5 bis 15 Mal länger als normale Glühlampen (sogenannte Allgebrauchslampen). Angaben zur Lebensdauer finden sich meist auf der Packung; diese wird in Stunden (Abkürzung: h) angegeben und schwankt je nach Qualität zwischen 3000 h und 15.000 h. Im Jahr 2006 testete die Stiftung Warentest 27 Kompaktleuchtstofflampen auf ihre Lebensdauer. Zwei der Modelle hielten nur etwa 4500 Stunden durch, 23 Lampen hielten über 10.000 Stunden und bei sieben der Lampen musste der Test nach 19.000 Stunden aus Zeitgründen abgebrochen werden.[2] Somit halten Kompaktleuchtstofflampen bei durchschnittlicher Nutzung von 3 Stunden am Tag etwa 4 bis 18 Jahre.

Finanzielles Einsparpotential

Eine herkömmliche Glühlampe hat eine durchschnittliche Lebensdauer von ca. 1000 bis 2500 Betriebsstunden und ist kostengünstig in der Anschaffung. Eine Kompaktleuchtstofflampe hält dagegen, je nach Fabrikat und Typ, zwischen 3000 und 15.000 Betriebsstunden, ist aber zunächst deutlich teurer in der Anschaffung. Unter Berücksichtigung ihrer wesentlich längeren Lebensdauer sind Kompaktleuchtstofflampen meist schon in der Anschaffung günstiger als entsprechend viele Glühlampen.

Wie die nebenstehende Tabelle zeigt, verbraucht eine Kompaktleuchtstofflampe zudem 75–80 % weniger Energie. Bei den momentan (Mai 2007) in Deutschland üblichen Strompreisen von etwa 0,20 €/kWh lässt sich die ungefähre finanzielle Einsparung für den Lebenszyklus einer hochwertigen Kompaktleuchtstofflampe im Vergleich mit den im gleichen Zeitraum benötigten Glühlampen wie folgt berechnen:

 \mathrm{Anschaffungskosten} \, +  \mathrm{(Stromverbrauch \times Strompreis)} =  \mathrm{Gesamtkosten} \,
 \mathrm{(15 \times 1{,}95\, EUR)} +  \mathrm{ \left( 60\,W \times 15000\,h \times 0{,}20\,\frac{EUR}{kWh}\right)} =  \mathrm{209{,}25\,EUR}
 \mathrm{(1 \times 9{,}22\,EUR)} +  \mathrm{\left(11\,W \times 15000\,h \times 0{,}20\,\frac{EUR}{kWh}\right)} =  \mathrm{42{,}22\,EUR}
 \mathrm{\boldsymbol{Einsparpotential}} \, =  \mathrm{167{,}03\,EUR}
Lichtstrom in Lumen Leistungsaufnahmen in Watt

Kompakt-
leuchtstoff-
lampe

Glühlampe
150 4 20
200 5 25
250–400 6/7 30/35
450 8/9 40
500 10 50
550–700 11 60
800 14 65
950 17 75
1200 20 100
1500 23 120

Folgende Faktoren können das finanzielle Einsparpotential verändern:

  1. Unterschiedliche Lebensdauern: Laut Stiftung Warentest halten Kompaktleuchtstofflampen je nach Modell zwischen „nur“ 4000 und weit über 19.000 Stunden. Dementsprechend unterschiedlich fällt das Einsparpotential aus.
  2. Dimmen der Glühlampen: Das Dimmen von Glühlampen erhöht die Lebensdauer und senkt den Stromverbrauch. Es existieren jedoch auch dimmbare Kompaktleuchtstofflampen, für die dasselbe gilt.
  3. Längere Einschaltzeiten: Aufgrund der verzögerten Startphase bis zum Erreichen der vollen Helligkeit könnten manche Benutzer dazu neigen, sie öfter anzulassen. Dieses muss sich nicht unbedingt negativ auf das Einsparpotential auswirken, da häufiges Schalten bei einigen Modellen zu einer Verringerung der Lebensdauer führen kann.
  4. Nutzen der Abwärme von Glühlampen: Beim Einsatz von Glühlampen im Innenbereich kann in der Heizperiode die Abwärme genutzt werden. Allerdings ist diese Art des „Heizens“ höchst unwirtschaftlich, da die Stromkosten deutlich höher und der Gesamtwirkungsgrad schlechter als bei der üblichen Heizung sind. Des Weiteren muss beachtet werden, dass die Wärmeentwicklung sowohl im Sommer als auch im Winter störend sein kann und dass durch den (zusätzlichen) Verbrauch von Klima- und Kühlanlagen der Energieverbrauch nochmals steigen kann.
  5. Da Kompaktleuchtstofflampen keine Punktlichtquelle sind, ist das Licht von ESL schlecht bündelbar. Daher haben im Handel verfügbare Reflektorleuchtstofflampen eine andere Abstrahlcharakteristik als z. B. Halogenstrahler.

Blendfreiheit

ESL sind ähnlich wie teure Opalglasglühlampen blendfrei.

Energetisches Einsparpotenzial

Im Betrieb trägt die Kompaktleuchtstofflampe aufgrund ihres gegenüber der Glühbirne wesentlich niedrigeren Stromverbrauchs erheblich zur Energieeinsparung bei. Auch die Energiebilanz unter Berücksichtigung des Energieverbrauchs für die Produktion des Leuchtmittels fällt für die Kompaktleuchtstofflampen positiv aus. Die Produktion einer Kompaktleuchtstofflampe benötigt zwar etwa das Zehnfache der Energie für die Herstellung einer Glühlampe, durch die lange Lebensdauer wird dies jedoch deutlich überkompensiert.[3] Der Einsatz von Entladungslampen anstelle von Glühlampen zur Beleuchtung spart bereits heute 150 Mrd. kWh Strom pro Jahr ein.[4]

Geringere Wärmeentwicklung

Da Leuchtstoffröhren bei gleicher Lichtleistung weniger Wärme entwickeln als Glühlampen, kann eine Leuchte trotz begrenzter Lampenleistung mehr Licht abgeben, wenn Kompaktleuchtstofflampen eingesetzt werden. Leuchten mit einer Leistungsbegrenzung auf 25 Watt können so ohne weiteres mit einer 20-Watt-Kompaktleuchtstofflampe auf die Helligkeit einer 100-Watt-Glühlampe aufgerüstet werden, wenn ausreichende Kühlung der Kompaktleuchtstofflampe selbst gewährleistet ist.

Unterschiedliche Lichtfarben

Kompaktleuchtstofflampen sind in verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich. Damit kann die Lichtfarbe optimal auf die Beleuchtungssituation angepasst werden. Sowohl gemütliches, gelbliches Licht ähnlich Glühlampenlicht (warmweiß, extra-warmweiß) als auch eher sachliches Licht (neutralweiß, tageslichtweiß) ist erhältlich. Siehe auch unter Lichtfarbe.

Kompaktleuchtstofflampen werden durch entsprechende Wahl der Leuchtstoffe auch einfarbig (rot, gelb, grün, blau) sowie in Ultraviolett (UV-A, „Schwarzlicht“) gefertigt. Sie arbeiten in allen diesen Fällen effektiver als entsprechend gefilterte Glühlampen.

Verfügbarkeit von Sonderspannungen

Ähnlich wie es bei Glühlampen der Fall ist, gibt es auch Kompaktleuchtstofflampen für Solar- und Campinganwendungen. Diese lassen sich direkt an 12V betreiben, nutzen aber die Energie wesentlich effizienter als Glühlampen. So hält eine Akkuladung oder eine Batterie etwa fünf mal länger. Da diese Lampen ebenfalls einen E27-Sockel besitzen, muss darauf geachtet werden, dass man diese nicht versehentlich im 230V Netz einsetzt. Eine Zerstörung der Lampe wäre unvermeidbar.

Aufgrund der aufwendigen Technik des Vorschaltgerätes sind diese Lampen etwa doppelt so teuer als ihre vergleichbare 230V Ausführung. Aber wo Energie knapp und kostbar ist, rechnen sich diese Leuchtmittel schon nach kurzer Zeit . Die Lampen werden in Warmweiss (2700K) und Tageslichtweiss (6500K) angeboten.


Nachteile

Auf- oder Vorheizphase

Der größte Nachteil von vielen Kompaktleuchtstofflampen ist ihre temperaturabhängige Helligkeit. Es dauert ein bis zwei Minuten (bei manchen Modellen sogar bis zu 4 Minuten), bis 90 % der endgültigen Helligkeit erreicht sind; während der Aufwärmphase kurz nach dem Einschalten erreichen sie nur zwischen 50 und 80 % der Endhelligkeit.[5][6] Dies ist bei Lampen, die nur kurz benötigt werden, ungünstig (wie in Abstellkammern, Treppenhäusern, mit Bewegungsmelder gesteuerte Zufahrtsbeleuchtungen). Während der Startphase haben die Lampen – aufgrund der Temperatur der Leuchtstoffes – oft eine andere Lichtfarbe.[7]

Hochwertige Lampen mit Vorheizfunktion können die Umgebungstemperatur kompensieren, starten jedoch etwas langsamer: Nach dem Einschalten dauert es – wegen der Vorheizphase – erst 0,1 bis 2 Sekunden, bis die Lampe anfängt zu leuchten. Dieser Nachteil wird durch die hohe Schaltfestigkeit dieser Modelle ausgeglichen, dadurch verlängert sich die Lebensdauer.

Neuerdings erhältliche elektrodenlose Kompaktleuchtstofflampen verringern die Dauer der Vorheizphase, sind gänzlich unempfindlich gegen häufiges Schalten und sind darüber hinaus noch effektiver.

Farbwiedergabe

Da Leuchstofflampen im Gegensatz zu Glühlampen oder Tageslicht ein diskontinuierliches Spektrum emittieren, sehen manche Farben unter dem Licht dieser Lampen anders aus. Moderne ESL erreichen jedoch je nach Modell eine gute bis sehr gute Farbwiedergabe und werden auch in Museen und Galerien eingesetzt. Trotzdem empfinden manche Menschen das Licht von Leuchtstofflampen als unangenehm, grell oder grünlich.

Prinzipiell ist es möglich, Leuchtstofflampen mit unterschiedlichen Farbtemperaturen herzustellen. Die Farbtemperatur der meisten in Deutschland erhältlichen Kompaktleuchtstofflampen beträgt 2700 K, 4000 K oder 6500 K. In Deutschland werden aber im Wesentlichen nur 2700-K-Lampen im privaten und 4000-K-Lampen im öffentlichen und kommerziellen Bereich eingesetzt, in Südeuropa dagegen fast nur solche mit 6500 K.

Mechanische Abmessungen

ESL haben andere und stärker variierende Außenmaße als eine klassische Glühlampe. Der Ersatz von Glühlampen durch ESL und auch der Ersatz einer ESL durch eine andere kann dadurch zu mechanischen Problemen führen. Inzwischen ist es aber bereits möglich, Kompaktleuchtstofflampen zu kaufen, die kleinere Abmessungen haben als normale Glühlampen.

Dimmbarkeit

Anfänglich konnten Kompaktleuchtstofflampen nicht zusammen mit normalen Dimmern verwendet werden. Der Betrieb einer gewöhnlichen Kompaktleuchtstofflampe an einem Dimmer verkürzt die Lebensdauer und führt zum Erlöschen der Garantie.[8] Nur Kompaktleuchtstofflampen mit speziell angepasstem elektronischen Vorschaltgerät können den Lampenstrom variieren, um so eine Helligkeitsregelung (beispielsweise 3 bis 100 % der Helligkeit) der Lampe zu erreichen. Bei geringerer Helligkeit ist die Leistungsaufnahme des elektronischen Vorschaltgeräts gleichsam niedriger. Solche Kompaktleuchtstofflampen sind besonders gekennzeichnet und lassen sich mit gewöhnlichen Dimmern betreiben, wie sie für Glühlampen verwendet werden. Aufgrund der komplizierteren Technik und der kleinen Stückzahlen sind solche Kompaktleuchtstofflampen jedoch bisweilen teurer.[9][8] Heutige dimmbare Kompaktleuchtstofflampen arbeiten üblicherweise mit herkömmlichen Dimmern, die nach dem Prinzip der Phasenabschnittsteuerung arbeiten. Mit Touch-Dimmern, Funk-Dimmern oder elektronischen Dimmern lassen sich Kompaktleuchtstofflampen in der Regel nicht einsetzen.

Des Weiteren werden Kompaktleuchtstofflampen angeboten, welche sich durch mehrfaches Ein- und Ausschalten auch ohne einen zusätzlichen Dimmer in mehreren Stufen betreiben lassen.

Probleme durch Hitze oder Kälte

Kompaktleuchtstofflampen sind empfindlich gegenüber hohen Temperaturen, wie sie zum Beispiel in engen oder geschlossenen Leuchten auftreten können. Sie erreichen dort oft ihre spezifizierte Nutzungsdauer nicht. Das gleiche Problem tritt jedoch auch bei Glühlampen auf.

Ebenfalls problematisch kann der Einsatz bei niedrigen Temperaturen sein, insbesondere unter dem Gefrierpunkt. Zum einen verlängert sich die oben beschriebene Startdauer, spezielle an die Temperatur angepasste Schaltungen können das Problem jedoch weitgehend lösen. Zum anderen sinkt die Lichtausbeute der Lampen, da die Lampen ihren optimalen Betriebsbereich bei einer Umgebungstemperatur von 20 bis 30 °C besitzen. Spezielle Kompaktleuchtstofflampen lassen sich noch bei Temperaturen bis zu −23 °C einsetzen.[10]

Störung von elektrischen Geräten

Kompaktleuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät emittieren hochfrequente leitungsgebundene und nicht leitungsgebundene Störungen (siehe Elektromagnetische Verträglichkeit). Diese Felder sind zwar nach heutigem Kenntnisstand gesundheitlich unbedenklich, können jedoch besonders empfindliche Geräte stören.[11]

Infrarotfernbedienungen senden im Bereich 20–50 kHz und die Eingangsverstärker der Infrarotempfänger sind daher in diesem Frequenzbereich empfindlich. Durch das für Menschen nicht sichtbare Flimmern von Kompaktleuchtstofflampen können Infrarotfernbedienungen unter Umständen so beeinflusst werden, dass Fehlschaltungen oder Reichweiteneinschränkungen entstehen, da die Empfänger ein Störsignal empfangen.

Geräuschentwicklung

Abhängig von der Qualität der eingesetzten Bauteile in den Vorschaltgeräten der Kompaktleuchtstofflampen können diese geringfügig Schwingungen im hörbaren Frequenzspektrum erzeugen. Ein ungünstiger Aufbau der Lampenfassung kann diese Schwingungen als Brummen hörbar machen. 50-Hz- bzw. 100-Hz-Brummen kann durch Magnetostriktion in der Drossel entstehen. Die Störfrequenz ist hierbei amplitudenmoduliert auf der eigentlichen Betriebsfrequenz (ca. 45 kHz, nicht hörbar) vorhanden. Durch Elektrostriktion können Oberfrequenzen zu 100 Hz am Gleichrichter und Siebkondensator entstehen. Ein Dimmer mit Phasenanschnittsteuerung verursacht vergleichbare Geräusche, jedoch meist mit höherer Lautstärke als eine Kompaktleuchtstofflampe.

Vorurteile

Kalte Lichtfarbe

Eines der häufigst genannten Argumente gegen die Kompaktleuchtstofflampe ist, dass sie ein kälteres Licht als Glühlampen hätte. Rein meßtechnisch lässt sich dies nicht direkt belegen, trotzdem hält sich die Meinung, dass die mit üblichen Verfahren gemessene Lichtfarbe nicht zwingend die subjektiv empfundene Lichtfarbe widerspiegelt. Manche Menschen empfinden daher selbst bei Kompaktleuchtstofflampen mit gleicher Lichtfarbe wie die vergleichbare konventionelle Glühlampe das Licht als kälter und daher unangenehm.

Dieses Phänomen tritt insbesondere dann auf, wenn eine Beleuchtung mit einer punktförmigen Lichtquelle bevorzugt wird. Eine dazu verwendete klare Glühlampe mit frei sichtbarer Glühwendel hat bauartbedingt eine andere Leuchtwirkung als eine Kompaktleuchtstofflampe. Beim Ersatz einer matten Glühlampe durch eine Kompaktleuchtstofflampe sind die Unterschiede geringer.

Ein weiteres Problem ist das unterschiedliche Verhalten beim Dimmen. Während sich bei einer dimmfähigen Kompaktleuchtstofflampe lediglich die Helligkeit reduziert, sinkt bei einer klassischen Glühlampe die Farbtemperatur des erzeugten Lichts. In diesem Fall erzeugt eine Kompaktleuchtstofflampe also tatsächlich kälteres Licht.

In klimatisch wärmeren Ländern wird in der Regel das als kälter empfundene Licht der Leuchtstofflampen mit einer höheren Farbtemperatur bevorzugt.

Energieverbrauch beim Start

Dass Leuchtstofflampen oder Kompaktleuchtstofflampen beim Start übermäßig viel Energie verbräuchten, ist ein unzutreffendes Vorurteil. Die Zündung erfordert lediglich sehr kurzzeitig (meist weniger als 0,1 Sekunden) etwa 30–50 Watt, was in etwa dem Stromverbrauch von fünf Sekunden im normalen Betrieb entspricht.[12] Diese 30 bis 50 Watt sind immer noch weniger als die 60 Watt Verbrauch der typischen 60-W-Glühbirne, die man durch eine 11-Watt-Kompaktleuchtstofflampe ersetzen kann. Abgesehen davon benötigen Glühlampen – bedingt durch den geringen elektrischen Widerstand der Glühwendel im Kaltzustand – während des Einschaltmomentes ebenfalls mehr Strom.

Verkürzte Lebensdauer bei häufigen Schaltzyklen

Neben der Betriebsdauer spielt die Schalthäufigkeit für die Lebensdauer eine Rolle. Hierbei gibt es zwei Arten von ESL:

  • sofortzündende ESL, die ohne Vorglühen gezündet werden.
  • ESL mit Vorheizung, die Elektroden werden erst 0,2 bis 2 Sekunden vorgeheizt. Dann wird erst versucht, die Lampe zu zünden.

Erstere sind sehr empfindlich und werden durch jeden Zündvorgang im Bereich mehrere (2...5) Stunden gealtert (Lebensdauer: ≈ 10.000 h, ≈ 3.000 Startvorgänge), da durch die hohe notwendige Zündspannung Elektrodenmaterial abgesputtert wird und mit dem Quecksilber legiert. Letztere sind weitgehend schaltfest (Lebensdauer: ≈ 10.000 h, > 100.000 Startvorgänge). Leider ergibt sich gerade hier ein Interessenskonflikt: Die ESL, die sofort Licht abgeben (was in Treppenhäusern sinnvoll ist) sind gerade die, die nicht häufig geschaltet werden sollten (die man gerade nicht im Treppenhaus verwenden sollte). Die sich ergebende Situation ist, dass in Treppenhäusern meist die klassische Glühlampe das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist. Mit der Osram-Facility-Reihe gibt es jedoch Kompaktleuchtstofflampen, die laut Hersteller sowohl schaltfest sind als auch sofort aufleuchten. Eine andere Möglichkeit Leuchtstofflampen in Treppenhäusern einzusetzen bieten Hybridlampen, welche zusätzlich zur Leuchtstofflampe eine Halogenlampe enthalten. Diese leuchtet beim Starten auf und wird mit zunehmender Helligkeit der Leuchtstofflampe gedimmt.

Des Weiteren gibt es heute spezielle elektrodenlose Kompaktleuchtstofflampen, deren Lebensdauer gar nicht mehr von der Schalthäufigkeit beeinflusst wird.

Ein ebenfalls weit verbreiteter Irrglaube ist, dass die Angaben zur Lebensdauer auf den Packungen sich darauf beziehen, dass die Lampe nur einmal eingeschaltet wird. Die Lebensangaben von Lichtquellen beziehen sich immer auf einen „3-Stunden-Rhythmus“. Das heißt, dass die Lampen immer abwechselnd für 2¾ Stunden (165 Minuten) angeschaltet und für 15 Minuten ausgeschaltet werden.

Wie die Stiftung Warentest 2003[13] ermittelt hat, lassen sich gute Modelle über 193.000 Mal ein- und ausschalten, ohne kaputt zu gehen. Bei neueren Modellen, die ab 2005 auf den Markt kamen, versprechen Hersteller bis über 500.000 Schaltzyklen. Schaltfeste Lampen haben meist eine längere Lebensdauer.

In einem Bericht des Verbrauchermagazins „Konsument“ wurden ebenfalls im Jahr 2006 Kompaktleuchtstofflampen einem Test unterworfen[14]:

  • Im Testzyklus 165 Minuten „ein“ und 165 Minuten „aus“ erreichten die billigsten Lampen fast 5000 Stunden Brenndauer, 40 % leuchteten nach 10.000 Stunden immer noch.
  • Im Testzyklus 0,5 Minuten „ein“ und 4,5 Minuten „aus“ erreichten billige Lampen teilweise nur 3500 Schaltzyklen.

Abweichende Ergebnisse findet Öko-Test: Von 16 getesteten Lampentypen erreichten nur sechs eine mindestens „gute“ Bewertung in Sachen Schaltfestigkeit (mindestens 7.500 Schaltzyklen bei 1 Min an/5 Min aus), ebenso erreichten nur sechs Typen „(sehr) gute“ Leuchtdauer (mehr als 6.000 Stunden). Getestet wurden auch viele No-Name-Produkte (11 von 16)[1].

Offensichtlich sind auch 2009 noch etliche "schwarze Schafe" auf dem Markt, was Lebensdauer und Schaltfestigkeit angeht, gerade bei den günstigeren Lampen. Energiesparlampen haben jedoch kein grundsätzliches Problem in Sachen Lebensdauer - es sind viele robuste Modelle verfügbar.

Elektrosmog

Kompaktleuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät werden oft aufgrund ihrer elektromagnetischen Störungen (sogenannter Elektrosmog) abgelehnt. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass konventionelle Glühlampen vergleichbarer Lichtleistung durch ihre erheblich höhere elektrische Leistung in den Kabeln der Stromversorgung auch ein entsprechend höheres magnetisches Feld generieren. Die Abstrahlungen sind generell in ihrer Feldstärke vergleichbar oder geringer als bei anderen elektronischen Geräten, die einzuhaltenden Grenzwerte orientieren sich daher nicht an unterstellten gesundheitlichen Risiken, sondern an der technisch relevanten elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV).[15]

Flimmern

Flimmern, das heißt das Auftreten von Lichtschwankungen im 100-Hz-Rhythmus, also der doppelten Netzfrequenz, tritt bei Leuchtstoffröhren mit konventionellen Vorschaltgeräten auf. Es führt zu Ermüdung und verhindert den Einsatz an bewegten Maschinen (Stroboskopeffekt). Außerdem kann es bei photosensiblen Personen zu epileptischen Anfällen führen.

Leuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät flimmern praktisch nicht. Das liegt daran, dass die eigentliche Röhre nicht mit einer Frequenz von 50 Hz, also der Netzfrequenz betrieben wird, sondern mit einer daraus gleichgerichteten und mit einem Elektrolytkondensator geglätteten Spannung und einer daraus erzeugten Wechselspannung um 45 kHz. Durch die Nachleuchtzeit des Leuchtstoffs und die Trägheit des menschlichen Auges sind diese Frequenzen nicht wahrnehmbar. Zusätzlich hat ein Betrieb mit Hochfrequenz den Vorteil, dass die Lichtausbeute höher ist.[16]

Netzspannungsschwankungen führen bei Kompaktleuchtstofflampen zu geringeren Lichtschwankungen als bei Glühlampen.

Radioaktive Stoffe

In den Startern von Leuchtstofflampen wurde früher das radioaktive Füllgas Krypton-85 (Kr-85) verwendet. Krypton-85 ist ein Beta-Strahler, der auch geringe Mengen an Gammastrahlung emittiert. Die Betastrahlung wird durch das Lampengehäuse völlig absorbiert, die Gammastrahlung kann jedoch ungehindert entweichen. Die Dosisleistung der Gammastrahlung muss errechnet werden, da sie nicht messbar ist. Sie liegt mit 1000 Becquerel bei etwa 0,4 % des Grenzwerts der Strahlenschutzverordnung.[17] Die Strahlendosis, der eine Person in der Nähe einer solchen Lichtquelle ausgesetzt wird, ist weniger als ein Hundertstel der natürlichen Strahlenbelastung[18] und selbst bei direktem Kontakt mit dem Starter liegt sie noch bei etwa 5 % der natürlichen Strahlenbelastung. Auch bei mechanischer Zerstörung eines Starters und Freisetzung des Füllgases kommt es zu keiner höheren Strahlenbelastung. Da das Gas Krypton-85 bei Einatmung nicht am Stoffwechsel teilnimmt, sondern sofort wieder ausgeatmet wird, ist dies unschädlich.[17] Seit über 10 Jahren sind keine Kompaktleuchtstofflampen mit radioaktiven Startern mehr auf dem Markt.[19]

Bauformen

Moderne Bauform mit im Sockel integriertem Vorschaltgerät und wendelförmiger Leuchtstoffröhre

Kompaktleuchtstofflampen konnten zu Beginn ihrer Entwicklung durch ihre einfach gefaltete U-Bauform lange Zeit nicht in allen Leuchten Glühlampen ersetzen; die Kompaktleuchtstofflampen waren entweder zu lang oder nicht hell genug, bisweilen spielten auch ästhetische Gründe eine Rolle. Mittlerweile ist dieses Problem jedoch weitestgehend gelöst. Moderne Kompaktleuchtstofflampen sind bei gleicher Lichtleistung nur wenig größer, teilweise sogar kleiner als herkömmliche Glühlampen und in vielen verschiedenen, optisch ansprechenden Formen erhältlich.

Mit integriertem Vorschaltgerät

Kompaktleuchtstofflampen sind als sogenannte Energiesparlampen mit den bei Glühlampen üblichen Edison-Schraubsockeln (E14, E27) erhältlich. Dabei befindet sich das für den Betrieb erforderliche elektronische Vorschaltgerät im Sockel der Lampe. Diese Bauform erlaubt das Ersetzen von Glühlampen durch Kompaktleuchtstofflampen. Nachteil dieser Kombination von Leuchtmittel und Vorschaltgerät ist der höhere Preis und der ökologisch unerwünschte Aspekt, dass die Lampe nur als Ganzes entsorgt werden kann. Weiterhin können in engen Leuchten thermische Probleme auftreten, was die Lebensdauer verringert.

Mit externem Vorschaltgerät

Kompaktleuchtstofflampe mit integriertem Starter; im Schaltschema ist links die zum Betrieb am Netz zusätzlich erforderliche Vorschaltdrossel (KVG) dargestellt

Es gibt Kompaktleuchtstofflampen mit konventionellem Vorschaltgerät – diese sind wegen dessen hoher Masse heute kaum mehr im Handel zu finden; der Materialeinsatz (insbesondere des teuren Kupfers) ist hier höher als bei elektronischen Varianten.

Um Lampe und Vorschaltgerät zu trennen, gibt es die im Folgenden genannten Bauformen von Kompaktleuchtstofflampen. Diese erfordern ein Vorschaltgerät (elektronisch oder konventionell) in der Leuchte, als separates Teil mit Schraubsockel oder im Stecker:

  • Stecksockel mit zwei Stiften (z. B. Sockel G23). Zwischen den beiden Kontakten am Sockel befindet sich ein länglicher, quaderförmiger Block aus Kunststoff der den Starter (Glimmzünder mit Entstörkondensator) enthält. Die Leuchte, in die dieses Leuchtmittel eingesteckt wird, benötigt für den Betrieb ein konventionelles Vorschaltgerät (eine 50-Hz-Drosselspule). Der Starter ist in die Lampe integriert und wird bei jedem Wechsel mit ausgetauscht. Diese Ausführung ist relativ kostengünstig. Die Schaltung entspricht elektrisch einer Leuchtstofflampe mit konventionellem Vorschaltgerät (KVG). Elektronische Vorschaltgeräte (EVG) können bei diesen Lampen zu Startproblemen führen.
  • Stecksockel mit vier Stiften (z. B. Sockel GX24q). Diese Version enthält keinen Starter, sondern nur die Leuchtstofflampe selbst, alle vier Heizdraht- beziehungsweise Kathodenanschlüsse sind herausgeführt. Sie ist technisch äquivalent zu großen rohrförmigen Leuchtstofflampen. Der Sockel ist relativ kurz und daher kompakt. Die für diese Lampen geeigneten Leuchten können entweder mit elektronischen oder mit konventionellen Vorschaltgeräten ausgestattet sein.

Da Kompaktleuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät etwa 20 % weniger Strom verbrauchen als Lampen gleicher Nennleistung mit einem konventionellem Vorschaltgerät und nicht flimmern, sollten bei Neuinstallationen ausschließlich Lampen mit vier Stiften und entsprechende Leuchten mit EVGs eingesetzt werden. Ein Umrüsten rentiert sich nach circa 20.000 Betriebsstunden. Da solche Lampen häufig paarweise eingesetzt werden, gibt es, um die Kosten solcher Installationen zu verringern, EVGs für den Betrieb von zwei Lampen.

Kennzeichnung von Lichtfarbe und -qualität

Hauptartikel: Lichtfarbe

Kompaktleuchtstofflampen mit unterschiedlicher Farbtemperatur im Vergleich

Die Lichtfarbe einer Lampe wird über die Farbtemperatur (angegeben in Kelvin) beschrieben. Sie ist ein Maß für die Intensitätsverteilung im Spektrum der Lampe, das heißt, wie die langen und kurzen Wellenlängen zueinander gewichtet sind. Eine höhere Farbtemperatur bedeutet, dass die Lichtquelle – wie in obiger Skizze dargestellt – blauer erscheint; irreführenderweise wird jedoch Licht mit niedriger Farbtemperatur (rötlich) als warm empfunden und bezeichnet. Ausgangspunkt für diese Beschreibung ist das kontinuierliche Spektrum eines Schwarzen Strahlers.

Normale Glühlampen haben eine Farbtemperatur zwischen 2600 K und 3000 K, wobei ihre Farbtemperatur umso höher ist, und somit ihr Licht umso kälter empfunden wird, je stärker sie sind. Kompaktleuchtstofflampen sind mit Lichtfarben zwischen 2300 K und 8000 K erhältlich.

Da Leuchtstofflampen im Allgemeinen ein von einem Schwarzen Strahler abweichendes und auch nicht vollständig kontinuierliches Emissionsspektrum aufweisen, hängt ihre Farbwiedergabe nicht nur von ihrer Farbtemperatur ab.

Kompaktleuchtstofflampen können je nach Leuchtstoff auch farbiges Licht erzeugen. Auch Ultraviolette Lampen werden unter dem Namen Schwarzlichtlampe angeboten – hier wird ein spezieller Leuchtstoff (Lichtwellenlänge 350–370 nm) eingesetzt und das Glas hat die Eigenschaften eines Ultraviolettfilters.

Aufnahmen durch Handspektroskop
oben: Kontinuierliches Spektrum einer 60-W-Glühlampe;
unten: diskontinuierliches Linienspektrum einer äquivalenten 11-W-Kompaktleuchtstofflampe (dem Licht fehlen Farbkomponenten, weshalb unter dem Licht dieser Lampe manche Farben anders wiedergegeben werden)

Auf der Verpackung sind meist die Farbtemperatur und die Lichtqualität (Farbwiedergabeindex) in einem dreistelligen Zifferncode angegeben.

Die erste Ziffer steht für den Zehner des Farbwiedergabeindex in Ra. Bei Leuchtstofflampen reicht das Spektrum der Farbwiedergabe von Ra 60 bis Ra 98.[20] Je größer der Wert ist, desto besser können Farben unter dem Licht der Lampe unterschieden werden. Bei Lichtfarben unter 5000 K hat per definitionem ein schwarzer Strahler (in guter Näherung z. B. eine Glühlampe) den Wert 100, bei Lichtfarben über 5000 K wird direktes Sonnenlicht als Referenz mit dem Index 100 versehen. Die nächsten beiden Ziffern stehen für die Farbtemperatur in Kelvin.

Somit bedeutet „827“ einen Farbwiedergabeindex von Ra 80–89 bei einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin. Dies entspricht der Lichtfarbe von normalem Glühlampenlicht bei sehr gutem Farbwiedergabeindex (Beispielsweise sind Ra > 90 für Farbbemusterungen nötig).

Manchmal wird der Farbwiedergabeindex alternativ nach DIN 5035 als Wert zwischen 4 und 1A angegeben. 1B steht für einen Wert zwischen Ra 80 und Ra 89 und 1A für einen Wert zwischen Ra 90 und Ra 100.[21]

Umweltschutz

Schadstoffemissionen

Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung, welche in fast allen Ländern dominiert, entstehen je nach Brennstoff unterschiedlich große Mengen des klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid (CO2). Da der Einsatz von Kompaktleuchtstofflampen im Vergleich zu Glühlampen sehr viel Strom spart, hilft der Einsatz von Kompaktleuchtstofflampen so indirekt, den CO2-Ausstoß zu verringern. So spart eine 11-Watt-Kompaktleuchtstofflampe, mit der eine 60-Watt-Glühlampe ersetzt wird, im Laufe ihres Lebens etwa 735 kWh. Um diese Menge an Energie zu erzeugen, müssten zum Beispiel 830 kg Braunkohle zu 2100 kg CO2 verbrannt werden.[22] Hinzu kommt die Emission von Schwermetallen, die in der Kohle enthalten sind, sowie die bei der Verbrennung entstehenden Gase Schwefeldioxid und Stickoxide und gegebenenfalls die ungenutzte, bei der Produktion des Stromes angefallene Abwärme.

Quecksilberemissionen von Kompaktleuchtstofflampe und Glühbirne im Vergleich

Wie alle Leuchtstofflampen enthalten Kompaktleuchtstofflampen giftiges Quecksilber. Bei hochwertigen Lampen werden teilweise weniger als 1,5 mg[23] eingesetzt. Nach der RoHS-Richtlinie gilt in der EU eine Höchstmenge von 5 mg je Lampe. Das Quecksilber von Kompaktleuchtstofflampen wie auch von anderen Gasentladungslampen ist hermetisch dicht eingeschlossen und kann nur bei Glasbruch entweichen. Falls eine Lampe zerbricht, besteht auf Grund der geringen Menge an Quecksilber keine akute Gesundheitsgefahr. Es wird dennoch empfohlen, durchzulüften. In neueren Lampen werden auch Quecksilberlegierungen eingesetzt, um das Entweichen des Quecksilbers im Falle eines Bruches zu unterbinden.

Auch bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken wird neben anderen Schadstoffen Quecksilber freigesetzt. Da beide Lampenarten Strom verbrauchen, Glühlampen jedoch fünfmal mehr als vergleichbar helle Kompaktleuchtstofflampen, ist unter der Annahme, dass nur Strom aus Kohlekraftwerken verwendet wird, die Gesamtbilanz an Quecksilberemissionen bei Glühlampen selbst dann höher, wenn die Kompaktleuchtstofflampen nicht korrekt entsorgt werden.[24] Da in Deutschland knapp die Hälfte des Stroms in Kohlekraftwerken erzeugt wird[25], ist die Bilanz ungefähr ausgeglichen. Werden Kompaktleuchtstofflampen sachgerecht entsorgt, kann das darin enthaltene Quecksilber großteils recycelt werden. Beim Recycling und bei der Herstellung können geringe Quecksilber- und andere Emissionen entstehen.

Die Elektronik-Platine und das Plastikgehäuse sind mit Flammschutzmitteln ausgerüstet. Diese können während des Betriebes ausgasen, was insbesondere bei neuen und günstigen Lampen problematisch sein kann, z. B. durch Gerüche und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Die Gesamt-Umweltbilanz umfasst weiterhin den bei der Gewinnung der Rohstoffe und bei der Fertigung entstehenden Ressourcen- und Energieeinsatz. Die enthaltenen Metalle (insbesondere Kupfer, Zinn und Aluminium) verursachen bei ihrer Gewinnung und beim Recycling Schadstoffemissionen, insbesondere, wenn die Prozesse in Staaten durchgeführt werden, in denen weniger strenge Umweltgesetze herrschen als in Deutschland. Die Metalle können beim Recycling nicht vollständig zurückgewonnen werden.

Entsorgung und Recycling

Neben Quecksilber in der Glasröhre befinden sich in der Lampe, dem Starter und der Elektronik weitere problematische Stoffe, die teilweise zurückgewonnen werden können. Blei, Chrom und Cadmium sind jedoch nicht mehr zugelassen und sollten sich daher nur noch in älteren Lampen (Herstellung vor Juli 2006) finden.

Aus Gründen des Umweltschutzes dürfen Kompaktleuchtstofflampen niemals in den Hausmüll oder in den Glascontainer gegeben werden; sie sind Sondermüll. Nicht mehr funktionsfähige und zerbrochene Kompaktleuchtstofflampen müssen fachgerecht und getrennt vom Hausmüll und hausmüllähnlichem Gewerbeabfall entsorgt werden. Dabei können das Quecksilber und andere Rohstoffe wiederverwertet werden. Beim Quecksilber gilt dies nur, wenn der Glaskolben noch unbeschädigt ist, da es ansonsten verdampft. Bei der Wiederverwertung geht es insbesondere um die anderen enthaltenen Metalle wie Kupfer, Aluminium und Zinn sowie die Leuchtstoffe. Selbst die Metalle können jedoch beim Recycling nur unvollständig zurückgewonnen werden.

Aufgrund des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes sind in Deutschland die Hersteller von Leuchtstofflampen seit dem 24. März 2006 verpflichtet, diese zurückzunehmen. Die Sammlung erfolgt unter anderem auf kommunalen Wertstoffhöfen.

Bisher werden nur weniger als 25 % der privat genutzten, jedoch zirka 90 % der gewerblich genutzten Kompaktleuchtstofflampen fachgerecht entsorgt. Die gesamte Rücklaufquote zu den Recyclingfirmen beträgt heute etwa 70–80 %.[4]

Geschichte

Philips SL 18
Kompaktleuchtstofflampe von 1984 mit konventionellem Vorschaltgerät und 2004 mit elektronischem Vorschaltgerät

Die Leuchtstoffröhre wurde vor über 150 Jahren vom deutschen Physiker Heinrich Geißler erfunden. Er füllte eine Glasröhre mit einem Gas und legte eine Spannung an. 1901 erfand Peter Cooper-Hewitt die Quecksilber-Dampflampe, eine mit Quecksilber gefüllte Leuchtstofflampe, welche blaugrünes Licht ausstrahlt. Edmund Germer schlug 1926 vor, den Druck innerhalb der Röhre zu erhöhen und die Röhre mit einem Leuchtstoff zu beschichten, der ultraviolette Strahlung in sichtbares Licht umwandelt.

Im Jahre 1980 brachte Philips mit der „SL* Lampe“ die erste „kompakte schmalröhrige Leuchtstofflampe“ auf den Markt.[26] Sie erreichte eine Gesamtlänge von 17 cm, einen Durchmesser von 7 cm und ein Gewicht von mehr als 500 g. Eine freizügige Verwendung in allen Leuchten war bei dieser Größe und diesem Gewicht nicht möglich. In den folgenden Jahren brachten auch die anderen Hersteller kompakte Leuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät heraus. Sie waren deutlich größer und schwerer als heutige Modelle, da sie im Lampenfuß ein konventionelles Vorschaltgerät und anfangs noch ein dickes Schutzglas über den Leuchtröhren enthielten. Im Gegensatz zu heutigen Kompaktleuchtstofflampen flimmerten sie noch sichtbar und hatten eine weniger gute Farbwiedergabe als die heutigen Modelle. Die Aufheizphase war damals um ein Vielfaches länger und die Lichtausbeute war deutlich geringer. Dies änderte sich mit der Einführung von elektronischen Vorschaltgeräten. Diese arbeiten prinzipbedingt effizienter und erhöhen durch die hohe Betriebsfrequenz von 25 bis 50 kHz den Wirkungsgrad der Leuchtstofflampe um etwa 10 %.

Das erste elektronische Vorschaltgerät (EVG) mit/für Glühlampenfassung wurde als Patentschrift veröffentlicht am 9. April 1984 von Jürg Nigg, Zürich.[27] Diese Sparlampenadapter wurden und werden auch bis heute gebaut. Eine Ökobilanz (ETH Zürich) belegt, dass sie noch Rohstoff-sparsamer sind als Einwegsparlampen mit integriertem EVG.

Nach eigenen Angaben brachte der Hersteller Osram 1985 die erste Kompaktleuchtstofflampe mit in den Sockel integriertem elektronischem Vorschaltgerät (EVG) und Startelektronik auf den Markt.[28]

Weblinks

Fußnoten

  1. a b Dunkel war's. Haltbarkeit von Energiesparlampen. In: ÖKO-TEST Nr. 3, 2009 (kostenpflichtige Online-Quelle)
  2. Energiesparlampen: Osram strahlt am hellsten. In: Stiftung Warentest Nr. 1, 2006
  3. Bayrischer Verbraucherschutz: Energiesparlampen – Energiebilanz. abgerufen am 13. Jan. 2009.
  4. a b Energiesparlampen-FAQ
  5. National Lighting Product Information Programm: Screwbase Compact Fluorescent Lamp Products (englisch)
  6. Studie der Universität Karlsruhe, zitiert in der WDR-Sendung "Quintessenz"
  7. Frequently Asked Questions – Compact Fluorescent: 7. Why does the color of CFLs seem different at start-up?
  8. a b Frequently Asked Questions – Compact Fluorescent: 3. Can I use a compact fluorescent light bulb with a dimmer switch?
  9. Bund der Energieverbraucher: Die sieben Lichtlügen
  10. Coming to Terms with Energy Efficiency and the Environment
  11. Forschungsstiftung Mobilkommunikation (ETH Zürich): EMF von Energiesparlampen
  12. Light design lab: Should I Turn Off Fluorescent Lighting When Leaving A Room? abgerufen am 1. März 2009 (Englisch)
  13. Energieparlampen: Dauerbrenner. In: Stiftung Warentest Nr. 5, 2003 (Online-Quelle)
  14. Auszug des Testes über Kompaktleuchtstofflampen. In: Konsument 3, 2006
  15. Forschungsstiftung Mobilkommunikation (ETH Zürich): EMF von Energiesparlampen
  16. Bund der Energieverbraucher: Die sieben Lichtlügen
  17. a b Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.: Radiologische Beurteilung von Startern für Leuchtstofflampen mit Kr-85-haltigem Füllgas
  18. Angabe des Umweltinstituts München
  19. Umweltnachrichten 34/90, Umweltinstitut München e. V.
  20. Auswahl lichttechnischer Begriffe
  21. EcoTopTen-Produkte: Kompaktleuchtstofflampen
  22. ODF / PDF
  23. Beispiel: Philips Lampen mit nur 1,4 mg Quecksilber
  24. Quecksilber in Kompaktleuchtstofflampen (englisch)
  25. Axpo Gruppe (Schweizer Energieunternehmen): Verteilung der Energieträger in verschiedenen Ländern der EU
  26. Die Geschichte von Philips und der Beleuchtung
  27. ARCOTRONIC AG: Patentanmeldung für WO 85/04769 (pdf-Dokument)
  28. Osram: Markenjubiläum am 17. April 2006 (Pressemitteilung)

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