Energiewerke Nord


Energiewerke Nord
Energiewerke Nord GmbH
Logo der EWN
Rechtsform GmbH
Gründung 1967 (als Energiebetrieb der DDR)
Sitz Rubenow
Leitung Henry Cordes, Jürgen Ramthun
Mitarbeiter 990 (2010)
Umsatz 53,6 Mio. EUR (2009)[1]
Gewinn 0 EUR (2009)[1][Anm. 1]
Bilanzsumme 682,7 Mio. EUR (2009)[1]
Branche Stilllegung von Kernkraftwerken
Website www.ewn-gmbh.de

Die Energiewerke Nord GmbH (EWN) sind ein auf den Rückbau stillgelegter Kernkraftwerke (KKW) spezialisiertes Unternehmen. Sie sind auch als ein bundeseigenes Eisenbahninfrastrukturunternehmen tätig. In dieser Eigenschaft betreiben sie die Bahnstrecke Schönwalde–Lubmin und den Anschluss des KKW Greifswald. Sie sind Rechtsnachfolger des früheren DDR-Kombinats Kernkraftwerke „Bruno Leuschner“.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelles Engagement

Aktuell sind die EWN für die Kernkraftwerke Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), Rheinsberg (Brandenburg), AVR Jülich[2] (Nordrhein-Westfalen) sowie für den Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (Baden-Württemberg) verantwortlich.

Die EWN betreiben auch das Zwischenlager Nord (ZLN) und errichten ein Energie- und Technologiezentrum. Die Gaspipeline Nord Stream soll dort ankommen.

Ferner sind die EWN im russischen Murmansk im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums tätig, wo derzeit mit Hilfe deutscher Fachkräfte die Reaktorsegmente von Atom-U-Booten demontiert werden.[3][4]

Geschichte

Die EWN sind Rechtsnachfolger des früheren DDR-Kombinats Kernkraftwerke „Bruno Leuschner“. Nach der Wiedervereinigung wurde 1990 zunächst die Treuhandanstalt als Gesellschafter eingesetzt. Seit Beginn des Jahres 2000 ist das Bundesministerium der Finanzen alleiniger Gesellschafter des Unternehmens.

Die Kernkraftwerke Greifswald und Rheinsberg waren grundlegende Bestandteile der Energiepolitik der DDR, die langfristig etwa 30–40 % ihres Strombedarfs durch Kernenergie abdecken wollte. Als erstes Kernkraftwerk der DDR wurde 1966 in Rheinsberg ein sowjetischer Druckwasserreaktor der WWER-Linie mit einer elektrischen Leistung von 70 MW in Betrieb genommen.

1967 wurde mit der Errichtung des Kernkraftwerks Greifswald begonnen. Acht Reaktoren des sowjetischen Typs WWER 440-230 mit je 440 MW elektrischer Leistung sollten hier errichtet werden. 1973 nahm der erste Block seinen Betrieb auf. Drei weitere folgten bis 1979. Der fünfte, sicherheitstechnisch erheblich veränderte Block 5 begann im Jahr 1989 mit dem Probebetrieb. Block 6 war zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung ebenfalls bereits errichtet, aber noch nicht in Betrieb. Die Blöcke 7 und 8 befanden sich im Bau. Im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung wurde eine umfassende Sicherheitsanalyse für die Greifswalder Reaktoren durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Reaktoren nur mit großem Aufwand auf westliche Sicherheitsstandards hätten umgerüstet werden können. Daher wurde entschieden, alle Reaktoren in Rheinsberg und Greifswald abzuschalten. Beide sind seit 1995 stillgelegt und werden demontiert.

Beteiligungen

An folgenden Unternehmen sind die EWN beteiligt:

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat wird aus folgenden neun Personen gebildet:

  • Bernd Halstenberg (Vorsitz)
  • Jobst Weißenborn (stellvertretender Vorsitz)
  • Peter Hart
  • Hans-Jürgen Hinsdorf
  • Barbara Syrbe
  • Gisela Tagnatz
  • Horst Weißenborn
  • Rüdiger Harder

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Suche im elektronischen Bundesanzeiger Energiewerke Nord: Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009
  2. vgl. Rückbau des Reaktors Jülich Heißer Meiler, spiegel.de, 24. Juli 2009
  3. http://web.ard.de/radio/radiofeature/?page_id=1618
  4. http://www.ewn-gmbh.de/ewngruppe/ewn/standort-greifswald/internationale-projekte/know-how-verwertung.html

Anmerkungen

  1. Das aussagekräftigere Betriebsergebnis betrug 2009 -70,9 Mio. EUR. Der nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses verbleibende Betriebsverlust wurde vom Bundesministerium für Finanzen vollständig ausgeglichen.

Weblinks

54.13789613.667264

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