Englisches Pfund


Englisches Pfund
Pfund Sterling
Land: Vereinigtes Königreich
Unterteilung: 100 Pence
ISO-4217-Code: GBP
Abkürzung: £
Wechselkurs:
(17. März 2009)
1 EUR = 0,9265 GBP
1 GBP = 1,0793 EUR
Wechselkurs gegenüber dem Euro

Das Pfund Sterling, engl. Pound Sterling, ist die britische Währung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Währungssymbol £ bzw. lb leitet sich – wie die Lira – vom römischen Pfund (libra) her. Der Standard-ISO-4217-Währungscode lautet GBP (Great Britain Pound).

Der Name Sterling (siehe auch Sterlingsilber) kommt von einer gleichnamigen englischen Silbermünze von 1,555 Gramm (1/240 Pfund) und ist vom Begriff „easterling“ („Ostling“) abgeleitet. Der Begriff ist gleichbedeutend mit dem früher in Deutschland gebräuchlichen Kurant, hat aber durch die Aufhebung des Goldstandards seinen praktischen Sinn verloren. Verwendet wird er heute nur noch zur Unterscheidung von Währungen anderer Staaten, die das Wort Pfund enthalten.

Bis 1971 war das Pfund in 20 Schillinge zu je 12 Pence unterteilt, außerdem vor 1960 der Penny in vier Farthings. Als Rechnungseinheit im Wert von 21 Shilling wurde die 1816 abgeschaffte Guinee weiterhin benutzt. Neben Banknoten waren folgende Münznominale (ohne Gedenkausgaben) teilweise bis 1971 im Umlauf:

  • Halffarthing (1/8 Penny) bis 1856 geprägt
  • Farthing (1/4 Penny) bis 1956 geprägt
  • Halfpenny (1/2 Penny)
  • Penny
  • Threepence (3 Pence)
  • Groat (4 Pence) bis 1855 geprägt
  • Sixpence (6 Pence)
  • Shilling (12 Pence)
  • Florin (2 Shillings)
  • Half Crown (2 Shillings + 6 Pence)
  • Crown (5 Shillings) bis 1937 geprägt, ohne spätere Gedenk-Crowns
  • Sovereign (20 Shillings) bis 1917 geprägt, ohne spätere Anlagemünzen

Darüber hinaus waren noch einige weitere Farthing-, Penny- und Sovereign-Nominalwerte früher im Umlauf, siehe auch Maundy set. Ein wohl letzter Halffarthing wurde 1902 als "Coronation Model" (Auswurfmünze) für König Edward VII. geprägt.

Am 15. Februar 1971 (Decimal Day) begann der 18-monatige Zeitraum der Umstellung des Pfundes auf das Dezimalsystem. Seither ist das Pfund in 100 pence (Einzahl Penny, kurz „p“) unterteilt. In der ersten Zeit nach der Umstellung wurde der Dezimal-Penny noch als New Penny bezeichnet. Die neuen Kursmünzen hatten Werte von 1/2, 1, 2, 5, 10 und 50 (New) Pence. Mittlerweile wurde der dezimale Halfpenny abgeschafft und Geldstücke im Wert von 20 Pence, 1 Pfund und 2 Pfund eingeführt.

Die alten Penny-Münzen wurden eingezogen; aber die alten Schillinge und Florins blieben noch lange als 5- und 10-Pence-Münzen im Umlauf. In den 1990er Jahren wurden die umlaufenden 5-, 10- und 50-Pence-Münzen durch motivgleiche, jedoch wesentlich kleinere Münzen ersetzt; die großen Münzen und damit auch die noch umlaufenden Münzen zu 1 und 2 Schilling wurden außer Kurs gesetzt.

Pfund-Sterling-Symbol

Die Buchstabenabkürzung für das nichtdezimale Geld ging nach dem lateinischen LSD-System – L (librae) für das Pfund – S (solidus) für den Shilling – d (denarii) für den Penny.

Die Abkürzung "p" für den new Penny als Homophon zu pea („Erbse“) hat sich in der englischen Umgangssprache durchgesetzt.

Geldscheine

Alle Banknoten in England und Wales werden von der britischen Zentralbank Bank of England herausgegeben. In Schottland und Nordirland dürfen auch bestimmte Geschäftsbanken (in Schottland: Bank of Scotland, Clydesdale Bank, Royal Bank of Scotland; in Nordirland: Bank of Ireland, First Trust Bank, Northern Bank, Ulster Bank) ihre eigenen Geldscheine drucken.

Während die Geldscheine der Bank of England als gesetzliches Zahlungsmittel in England und Wales akzeptiert werden müssen, gilt dies nicht in Nordirland und Schottland – in diesen beiden Gebieten sind Banknoten nicht gesetzliches Zahlungsmittel. In der Praxis werden die Bank-of-England-Noten in jedem Land akzeptiert; nordirische und schottische Geldscheine werden jedoch in den anderen Ländern außerhalb Großbritanniens häufig nicht angenommen. Auch kann es mit Noten, die nicht von der Bank of England stammen, außerhalb von Großbritannien Probleme beim Rücktausch geben.

Mit einem Sonderdruck (12. Juli 2005, Auflage 2 Mio.) der Fünf-Pfund-Note von der Royal Bank of Scotland wurde der Golfer Jack Nicklaus geehrt, als erste lebende Person nach Queen Elizabeth, der Königinmutter.

Die von Großbritannien abhängigen Gebiete (Kanalinseln, Insel Man) sowie die britischen Überseegebiete Falklandinseln, St. Helena und Gibraltar geben ihre eigenen Banknoten heraus. Die Gültigkeit dieser Geldscheine ist allerdings auf die Ausgabegebiete beschränkt.

Es gibt von der Bank von England 5-, 10-, 20- und 50-Pfund-Banknoten. Die Bank von Schottland führt derzeit 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Pfund-Banknoten und geringe Mengen der 1-Pfund-Banknote, die allerdings weitgehend von der 1-Pfund-Münze verdrängt wurde.

Gestaltung der Münzen und Geldscheine

Die bis 2008 üblichen Münzen wurden von 1968 bis 1972 das erste Mal herausgegeben. Sie zeigten die Embleme Großbritanniens.[1] 2008 wurden komplett neue Münzen vorgestellt. Diese zeigen Ausschnitte des Königlichen Wappenschildes (Royal Shield of Arms); die 1-Pfund-Münze zeigt das Wappen komplett.[2]

Die Geldscheine werden immer wieder in neuem Design vorgestellt, zuletzt 2007 die 20-Pfund-Note.

Die 2-Pence-Münze enthält das Abzeichen des Prinzen von Wales mit der deutschsprachigen Inschrift "Ich dien".

Binnen- und Außenwert des Pfundes

Der Wechselkurs des Pfundes zum Euro (€) schwankt frei, da Großbritannien nicht Mitglied des sogenannten Wechselkursmechanismus II der Europäischen Union ist. Der Kurs bewegt sich zur Zeit um 1 € = 0,93 £ (1 £ = 1,08 €).

Der Binnenwert des Pfundes unterlag in der Zeit seiner Existenz zahlreichen Schwankungen, die aber vor allem durch seine Anbindung an Edelmetallwerte begrenzt wurden. Die Bibliothek des Britischen Unterhauses hat hierzu ein Dokument veröffentlicht, welches diese Schwankungen seit 1750 dokumentiert.[3]

Laut diesem Dokument schwankte der Wert der Währung zwischen 1750 und 1914, vor allem bedingt durch Ereignisse wie Krieg und Ernteerträge, von Jahr zu Jahr zwar erheblich, aber im langjährigen Verlauf war er relativ stabil. So betrug der Index-Wert des Pfundes 1750 5,1 und erreichte 1813 einen Höhepunkt von 16,3. Die allgemeine Schwankungsbreite war bis 1914, als der Wert 9,8 betrug, zwischen 8,5 und 10,0. 1920 wurde mit 25,3 ein neuer Höhepunkt erreicht, was sich bis Mitte der 1930er wieder auf 15,8 stabilisierte.

Eine regelmäßige, alljährliche Entwertung etablierte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Nachdem der Index 1940 20,2 erreichte, stieg er seither an. Die Indizes betrugen beispielsweise 33,0 im Jahr 1950, 49,1 im Jahr 1960, 73,1 im Jahr 1970, 263,7 im Jahr 1980, 497,5 im Jahr 1990, 671,8 im Jahr 2000 und 757,3 im Jahr 2005.

Internationale Bedeutung

Die Bedeutung des Pfund als Reservewährung hat in den letzten Jahren, insbesondere seit der Einführung des Euro, leicht zugenommen (von 2,9 % auf 4,7 %). Neben dem Dollar (leicht fallend rund 64 %) und dem Euro (steigend auf rund 26,5 %) ist das Pfund die drittwichtigste Reservewährung. Gebräuchlich ist das Pfund insbesondere als Reservewährung in Entwicklungsländern mit traditioneller Bindung an das Vereinigte Königreich und in den heutigen Commonwealth-Staaten.

Literatur

Einzelnachweise

  1. http://www.royalmint.com/newdesigns/theEmblemsofBritain.aspx
  2. http://www.royalmint.com/newdesigns/designsRevealed.aspx
  3. http://www.parliament.uk/commons/lib/research/rp2006/rp06-009.pdf

Weblinks


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