Epterode


Epterode
Epterode
Koordinaten: 51° 14′ N, 9° 47′ O51.2333333333339.7833333333333475Koordinaten: 51° 14′ 0″ N, 9° 47′ 0″ O
Höhe: 475 m ü. NN
Einwohner: 417 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 13. Dez. 1970
Postleitzahl: 37247
Vorwahl: 05604

Epterode ist seit 1970 Ortsteil der Stadt Großalmerode im Werra-Meißner-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Das Straßendorf liegt im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald an der hessisch-thüringischen Landesgrenze, sieben Kilometer nordöstlich von Hessisch Lichtenau, 26 Kilometer östlich von Kassel, zwischen den Bergen Meißner und Hirschberg.

Geologie

Der Ort liegt in der Region Großalmerode innerhalb eines 300 Meter mächtigen Tertiärgebietes, dessen Entstehung Ergebnis tektonischer Störungen und Verwerfungen durch Vulkantätigkeit ist. Am Bühlchen findet man den weltweit nur an wenigen Fundorten vorkommenden Porzellanjaspis.

Bodenschätze

Buntsandstein-, Basalt-, Porzellanjaspis-, Sand-, Ton-, Wascherde-, Braunkohlen-, Alaunerzvorkommen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich als Everharderot 1182. Der Ortsname ist mit Epterodte 1459 und Epterode 1717 belegt. Nach urkundlicher Überlieferung gehörte ein Teil der Gemarkung (4 Höfe mit 4 Hufen) bis zum Jahr 1182 zum Kloster Hasungen, das diese Güter mit Landgraf Ludwig III. von Thüringen für Güter in Salzaha (Bad Langensalza, wahrscheinlich dem heutigen Stadtteil Ufhoven) tauschte. Diese Güter dürften nach Ende des thüringischen Erbfolgekrieges und der Gründung des hessischen Territorialstaats 1264 zur Landgrafschaft Hessen gekommen sein. 1305 wird der Ort als Eberharderode urkundlich mit Rotemanrode, heute Rommerode, erwähnt. Danach erwarben die Ritter Friedrich und Hermann von Spangenberg aus dem Geschlecht der Treffurter Güter in den genannten Orten von Siffriede und Bertram von Hundelshausen von Eberhard, Bürger der Herren von Spangenberg in der Stadt Spangenberg, die sie sogleich denen von Hundelshausen als Lehen übertrugen. Seit 1355 waren die von dem Berge vom Landgrafen mit einem Teil des Waldes Querenberg beliehen, 1391 die von Hundelshausen mit halb Epterode. 1413 verlieh Landgraf Ludwig I. denen von Hundelshausen das Dorf Ebterodte mit dem Querenberg zur Hälfte. 1428 übertrug Landgraf Ludwig I. eine Hälfte des Ortes mit dem Querenberg den Brüdern Bernd und Bruno von dem Berge als Mannlehen, die andere Hälfte hatten ab 1458 die von Hundelshausen mit Gericht als hessisches Lehen inne. Nach dem Aussterben derer von dem Berge ging 1623 deren Hälfte an die Vogtei Rückerode, die andere Hälfte blieb bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts hessisches Lehen derer von Hundelshausen.

Das Dorf unterstand 1569 und 1575-85 dem Amt Lichtenau, 1585-1817 dem Amt Ludwigstein, 1817-1821 dem Amt Großalmerode und seit 1821-1974 gehört es zum Kreis Witzenhausen, ab 1974 Werra-Meißner-Kreis. 1970 erfolgte auf Beschluss der Gemeindevertretung der Zusammenschluss mit Großalmerode.

Das Dorf hatte das Recht, Bier selbst zu brauen, eine Braugerechtigkeit regelte die zu brauende Menge und die Zuteilung von Hopfen, Hefe und Malz.

Die Kirche wurde 1733 unter Pfarrer J. L. B. Cannengießer erbaut, sie ist vermutlich aber nicht die erste, denn auf einer Steinplatte in der Kirche findet man die Inschrift: “1596 KS”

Wirtschaft und Infrastruktur

Seit über 800 Jahren waren Ton, Sand und Kohle die Haupterwerbsquellen der Bewohner. So siedelten und produzierten hier Töpfer, Alaunsieder, Schmelztiegelmacher und Waldgläsner. Aufgrund der unfruchtbaren Höhenlage spielte die Land- und Viehwirtschaft nur eine untergeordnete Rolle. Heute gibt es in Epterode noch einige Betriebe, die feuerfeste Materialien (Schmelztiegel) und andere, die Schneiderkreide herstellen.

Persönlichkeiten

  • Johannes Becker, * 1. September 1726 in Epterode, prägte die Kirchenmusik im Kurfürstentum Hessen-Kassel.

Literatur

  • Krummel, Ämter, S. 75.
  • Küther, Historisches Ortslexikon des Kreises Witzenhausen, S. 34.
  • Magistrat der Stadt Großalmerode anlässlich der 825-Jahr-Feier im Jahre 2007 (Hrsg.); Hermann Nobel (Verfasser): Chronik Epterode - Von Euerharderot zu Epterode - 825 Jahre Epterode; ISBN 978-3-00-022051-7

Weblinks


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