Erbschaft

Erbschaft
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Der Ausdruck Erbschaft bezeichnet im deutschen Erbrecht das gesamte Vermögen einer verstorbenen Person, des Erblassers, § 1922 Abs. 1 BGB.

Der Erbe (oder die Erbengemeinschaft) ist Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers. Die Erbschaft ist also der Gegenstand dieses Rechtsüberganges, der sowohl die Aktiva als auch die Passiva des Vermögens des Erblassers umfasst (Universalsukzession). Neben dem Eigentum wird kraft § 857 BGB auch der Besitz auf den oder die Erben übertragen.

Im Rahmen der Nachlasshaftung müssen die Erben auch für die Nachlassverbindlichkeiten des Erblassers einstehen, siehe § 1967 BGB.

Der Erbe ist jedoch nicht verpflichtet, die Erbschaft anzunehmen. Innerhalb von sechs Wochen nach Kenntniserlangung von der Erbschaft kann der Erbe die Erbschaft ausschlagen, falls er nicht bereits die Annahme der Erbschaft erklärt hat (§ 1944 BGB). Nach Ablauf der sechs Wochen (oder mit der Beantragung eines Erbscheins) ist die Erbschaft angenommen. Die Erbausschlagung hat durch persönliche Erklärung dem Nachlassgericht gegenüber zu erfolgen oder vor einem Notar, der die Erklärung dann an das Nachlassgericht weiterleitet. Das Ausschlagungsrecht entfällt nach Annahme der Erbschaft. Bei irrtümlicher Annahme, Ausschlagung oder Säumnis der sechswöchigen Frist (=Annahme) verbleibt dem Erben unter Umständen die Möglichkeit der Anfechtung des Erbanfalls (in der Praxis wichtigster Fall ist die Verkennung der Überschuldung des Nachlasses).

Sofern der Erblasser in seinem Testament einzelne Gegenstände gesondert vererbt, ist dies im juristischen Sinne ein Vermächtnis. Soll der Bedachte auch als Erbe für die Verbindlichkeiten mit einstehen, so handelt es sich um eine Erbeinsetzung zu dem Wert der Sache entsprechenden Bruchteil mit vorweggenommener Teilungsanordnung.

Siehe auch

Literatur

  • Marc Szydlik: „Erben in der Bundesrepublik Deutschland. Zum Verhältnis von familialer Solidarität und sozialer Ungleichheit“ in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 51, 1999, S. 80–104.

Siehe auch

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См. также в других словарях:

  • Erbschaft — Erbschaft …   Deutsch Wörterbuch

  • Erbschaft — Erbschaft,die:1.⇨Hinterlassenschaft–2.eineE.machen/antreten:⇨erben Erbschaft→Erbe …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Erbschaft — Erbschaft, Erbschaftsantretung u. Erbschaftsausschlagung, s.u. Erbrecht …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Erbschaft — Erbschaft, s. Erbe und Erbrecht …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Erbschaft — 1. Auf Erbschaft harren, macht viel Narren. 2. Die Erbschaft geht vom Spiess auf die Spindel. – Hillebrand, 156, 217; Danz, Handbuch d. heutigen gem. d. Privatrechts, 2. Aufl., III, 19; Graf, 189, 36. Behauptet, dass das männliche Geschlecht vor… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Erbschaft — Nachlass; Hinterlassenschaft; Vermächtnis; Legat; Erbteil (schweiz.); Erbgut; Erbe * * * Erb|schaft [ ɛrpʃaft], die, , en: etwas, was jmd. erbt: eine Erbschaft antreten; zu unserem großen Erstaunen hat sie die Erbschaft ausgeschlagen. Syn.: 1 …   Universal-Lexikon

  • Erbschaft — die Erbschaft, en (Mittelstufe) das gesamte Vermögen einer verstorbenen Person Synonyme: Erbe, Hinterlassenschaft Beispiele: Er hat die Erbschaft ausgeschlagen. Sie hat die Erbschaft im Alter von 15 Jahren angetreten …   Extremes Deutsch

  • Erbschaft — 1Erbe »Hinterlassenschaft«: Der Ursprung dieses bei Germanen und Kelten schon früh bezeugten Rechtsbegriffes liegt in der Vorstellung des verwaisten schutzlosen Kindes. Das gemeingerm. Substantiv mhd. erbe, ahd. erbi, got. arbi, aengl. ierfi,… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Erbschaft — Ẹrb·schaft die; , en; das ↑Erbe1 (1) <eine Erbschaft machen, antreten, ausschlagen> || K : Erbschaftssteuer …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Erbschaft — den Erben eines Verstorbenen durch ⇡ Erbfall aus dem ⇡ Nachlass zugewachsenes Vermögen. Vgl. auch ⇡ Erwerb von Todes wegen. Erbschaftsteuerliche Behandlung: Die E. unterliegt der ⇡ Erbschaftsteuer. Einkommen und körperschaftsteuerliche Behandlung …   Lexikon der Economics


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