Erbsensuppe


Erbsensuppe
Erbsensuppe mit Einlage

Erbsensuppe ist eine Suppe aus getrockneten, seltener auch frischen Erbsen. Sie gehört in zahlreichen Ländern zu den traditionellen Gerichten, wobei sich die Zubereitungsarten nur geringfügig unterscheiden.

Zur Zubereitung von Erbsensuppe werden getrocknete grüne oder gelbe Erbsen mehrere Stunden eingeweicht (was bei gespaltenen und geschälten oder bei frischen Erbsen entfällt) und im Einweichwasser gekocht bis sie weich sind, erst dann darf Salz oder gesalzene Brühe zugegeben werden, da Salz die Kochzeit um ein vielfaches verlängern würde. Je nach Rezept wird die Suppe mit Kräutern wie Majoran und Thymian gewürzt, durch ein Sieb gestrichen, mit Speck, Pökelfleisch wie Kasseler oder Würstchen angereichert und mit Kartoffeln, Zwiebeln und anderem Suppengemüse ergänzt. Die Konsistenz von Erbsensuppe ist meist sämig bis breiartig wie zum Beispiel bei den Berliner Löffelerbsen.

Erbsen, die zu den eiweißreichsten Hülsenfrüchten gehören, stammen aus Vorderasien, werden in Europa seit mindestens 6000 Jahren angebaut und gehören seitdem wie auch Linsen und Bohnen zu den Grundnahrungsmitteln der ärmeren Bevölkerung. In Aristophanes Komödie Die Vögel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. wird Erbsensuppe erwähnt, die damals schon in den Straßen Athens verkauft wurde. In Schweden und Finnland ist Erbsensuppe ein traditionelles Gericht am Donnerstag, um sich für das freitägliche Fasten zu stärken. Die ebenfalls traditionell darauf folgenden süßen Eierkuchen „entschädigen“ für das einfache Mahl. Der schwedische König Erik XIV. soll mit einer vergifteten Erbsensuppe ermordet worden sein.

In der Seefahrt nahmen Erbsen und Erbsensuppe eine wichtige Stellung ein, da getrocknete Erbsen sehr lange haltbar sind. So ist überliefert, dass eine breiige Erbsensuppe mit verschiedenen Einlagen auf dem Schoner Christiane mit verschiedenen Beilagen wie Salzfleisch, Pflaumen oder Fisch viermal wöchentlich an die Mannschaft ausgegeben wurde. Da es auch Kapitäne gab, die ihre Mannschaft nur mit Erbsensuppe versorgten, schrieb die Hamburger Schifffahrtsrolle aus dem 19. Jahrhundert vor, an welchen Tagen und wie die Erbsensuppe gereicht werden durfte. Auch auf anderen Schiffen war Erbsensuppe Grundlage der Ernährung.[1]

Die als Zeichen der Armut geltende und damals zur Verpflegung des Militärs verbreitete Erbsensuppe wird seit 1867 als eines der ersten industriellen Fertiggerichte unter dem Namen Erbswurst angeboten.

Einzelnachweise

  1. Jürgen Rath: Schiffszwieback, Pökelfleisch und Koje, S. 253. Koehler Verlagsgesellschaft, Hamburg 2004, 1. Auflage. ISBN 3-7822-0892-7

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