Erie (Volk)


Erie (Volk)

Die Erie waren ein Irokesisch sprechendes nordamerikanisches Indianervolk. Ihr Name wird als Kurzform des irokesischen Wortes Ee-ree-a-gee oder auch Erielhonon ausgelegt, das so viel wie langer Schwanz bedeutet und mit dem Waschbärfelle bzw. die Indianerstämme, die mit ihnen handelten, bezeichnet wurden. Die Franzosen brachten das Wort fälschlicherweise mit dem Puma in Verbindung. Deswegen wurden sie von den Franzosen das Volk der Katze (Nation du Chat) genannt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Stämme der Erie

  • Kentaientonga (Gentaguehronon, Gentaienton, Gentaguetehronnon)
  • Honniasont (Black Minqua, Honniasontkeronon, Oniassontke)
  • Rigué (Arrigahaga, Rigueronnon, Rique, Riquehronnon)

Die Erie zählten vor den Kriegen gegen die Irokesen mindestens 10.000 Menschen.

Geschichte

Sie waren ursprünglich vermutlich Ackerbauern und später in ständige Kämpfe mit dem Irokesenbund verwickelt. Obwohl die Erie keinen Kontakt zu den Europäern hatten, erhielten sie europäische Handelsgüter durch die Susquehannock. Die Susquehannock hingegen, stellten sicher, dass es den Erie nicht möglich war, an die am höchsten geschätzten europäischen Waren zu kommen - an Waffen. Um ihren wachsenden Bedarf an diesen Gütern und besonders den Waffen zu befriedigen, rotteten die Erie bald ihre Biberbestände aus, welche sie zum Handel mit anderen Stämmen nutzten, um an die Waren der Europäer zu gelangen. Dies führte dazu, dass sie Biber auch in benachbarten Stammesgebieten jagten und dies wiederum führte unweigerlich zu Krieg.

Etwa um diese Zeit – ca. in den 1650er – flohen einige Wyandot (Huron) vor der Vernichtung ihrer Konföderation durch die Irokesen. Die Irokesen verlangten daraufhin, dass die Erie die Wyandot an sie ausliefern sollten, was die Erie ablehnten. Daraufhin herrschte eine zweijährige extreme Spannung zwischen den beiden Völkern. Der Krieg brach aus, als alle 30 Botschafter der Erie während einer Friedenskonferenz von den Irokesen umgebracht worden waren.

Die Erie erwiesen sich als tapfere und gerissene Krieger, die den Irokesen schwere Verluste zufügen konnten. Aber ohne den Vorteil des Besitzes von Feuerwaffen, waren sie dem Untergang geweiht. Die einstige Macht der Erie zeigt sich in dem Punkt, dass es den Irokesen ganze zwei Jahre (1653 bis 1656) ununterbrochener Kriegsführung bedurfte, diese zu besiegen. 1679 verschwanden die letzten großen eigenständigen Gruppen der Erie, 1680 hatten sie endgültig aufgehört als eigenständiges Volk zu bestehen. Sie hatten sich entweder den Wyandot aus Furcht vor den Irokesen angeschlossen oder waren als versklavte Hilfstruppen in den ständigen Kriegen der Irokesen in diesen aufgegangen.

Ihr Name lebt in der Bezeichnung eines der Großen Seen weiter, des Eriesees.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Einzelnachweise

  1. Virginia C. Holmgren: Raccoons in Folklore, History and Today's Backyards. Capra Press, Santa Barbara (Kalifornien) 1990, ISBN 978-0884963127.

Weblinks


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