Erik Gustav Geijer


Erik Gustav Geijer
Erik Gustaf Geijer.
Erik Gustaf Geijer.

Erik Gustaf Geijer (* 12. Januar 1783 auf Ransäter, Värmland; † 23. April 1847 in Stockholm) zählt zu den wichtigsten schwedischen Schriftstellern der Romantik und war auch als Komponist tätig.

Erik Gustaf Geijer wurde als Sohn eines Werksbesitzers in Värmland geboren. Nach einer glücklichen Jugend kam er 1799 nach Uppsala, um zu studieren. Seine Studien zogen sich hin, da er sich nicht klar darüber war, was er eigentlich machen wollte. Von 1809 bis 1810 war er als Hauslehrer in England. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte er die Schrift Om inbillningskraftens verkan på uppfostran (Über den Einfluss der Einbildungskraft auf die Erziehung), in der er sich vom Vernunftsideal der Aufklärung ab- und der Phantasie der Romantik zuwandte. Er begann als Privatlehrer in Stockholm zu arbeiten.

In Stockholm verkehrte er mit Freunden aus der Studienzeit, die meisten aus Värmland. Sie bildeten einen Kreis, wo sie - zuerst aus Spaß - einander Wikingernnamen gaben und aus Hörnern tranken. Doch bald entwickelte sich daraus der Gotische Bund (Götiska Förbundet), ein literarischer Club mit eigener Zeitschrift, der sich für die nordische Geschichte interessierte. In der ersten Nummer der Zeitschrift Iduna, die 1811 erschien, wurden einige der bekanntesten Gedichte Geijers publiziert, Vikingen (der Wikinger) und Odalbonden (der Freibauer). Weitere Gedichte erschienen in den folgenden Nummern und im Poetischen Kalender von 1815. Von 1814 bis 1816 erschien eine von ihm gemeinsam mit Arvid August Afzelius zusammengestellte Sammlung Svenska folkvisor från forntiden (Schwedische Volkslieder aus der Vorzeit, teilweise übersetzt von Gottlieb Mohnike unter dem Titel Volkslieder der Schweden : aus der Sammlung von Geijer und Afzelius, Berlin 1830).

1817 erhielt Erik Gustaf Geijer eine Professur in Geschichte an der Universität Uppsala. Als Dichter verstummte er, desto intensiver widmete er sich der Geschichte. Die Geschichtsstudien, eine Reise durch Deutschland 1825 und der Kontakt mit liberalen Schriftstellern brachten Geijer dazu, seinen reaktionär-konservativen Standpunkt in Politik und Geschichtsdarstellung zu überdenken. Auch literarisch entfernte er sich nach und nach von der Romantik und neigte einer mehr am Realismus orientierten Literatur zu, wie seine Memoiren Minnen (Erinnerungen) aus dem Jahr 1834 zeigen. 1838 vollzog er offiziell den Abfall vom Konservativismus und den Übergang zum Liberalismus in der ersten Nummer der Zeitschrift Litteratur-Bladet.

Seine spätere lyrische Produktion bestand aus einer Anzahl von einfachen Kurzgedichten zu Musik, die er selbst komponierte. Geijer komponierte auch Instrumentalstücke wie Klaviersonaten, Streichquartette und schrieb Chorgesänge.

Geijers Bedeutung für die schwedische Sprache liegt auch darin, dass er einer der größten Schöpfer von geflügelten Worten und Redensarten ist, die noch heute in der Alltagssprache vorkommen. Auch die heutige schwedische Grußformel Hej stammt wahrscheinlich aus dem Götischen Bund.

Weblinks



Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Geijer, Erik Gustav — (1783 1847)    A Swedish poet, Geijer was, with P. D. A. Atterbom, Sweden s greatest proponent of romanticism, which for him had a decidedly nationalistic slant. He studied at Uppsala University and eventually got a professorship in history there …   Historical Dictionary of Scandinavian Literature and Theater

  • GEIJER, ERIK GUSTAV —    great Swedish historian, born in Vermland; held a post in the Record Office, Stockholm; was a poet as well as a historian, his principal work being History of the Swedish People (1783 1847) …   The Nuttall Encyclopaedia

  • Gustav III. — Gustav III. von Schweden Gustav III. von Schweden …   Deutsch Wikipedia

  • Gustav III. (Schweden) — Gustav III. von Schweden Gustav III. von Schweden …   Deutsch Wikipedia

  • Geijer — Geijer, Erik Gustav, geb. 1783 zu Wärmeland in Schweden, seit 1817 Prof. zu Upsala, gest. 1847, verdienter schwed. Geschichtschreiber. Hauptwerk: »Geschichte des schwed. Volks« (Oerebro 1832–36, 3 Bde.); »Gesammelte Schriften«, Stockholm 1848–53 …   Herders Conversations-Lexikon

  • Erik Staaff — Erik Schöne Staaff (* 4. März 1867 in Stockholm; † 22. August 1936) war ein schwedischer Romanist und Hispanist. Leben und Werk Erik Staaff war der Sohn des Politikers Albert Staaff (1821 1895) und der Bruder des Politikers Karl Staaff (1860… …   Deutsch Wikipedia

  • Gustav — (schwed. Gustaf, altnord. Gûdstafr, »Kriegsstab«, d. h. Held). Von Trägern dieses Vornamens seien genannt: 1) G. I. (G. Eriksson Wasa), König von Schweden, geb. 3. Mai 1497 auf Lindholmen (Upland) als ältester Sohn des Reichsrats Erik Johansson… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Geijer — (spr. jejjer), Erik Gustaf, schwed. Geschichtschreiber, geb. 12. Jan. 1783 zu Ransäter (Wermland), gest. 23. April 1847 in Stockholm, erhielt schon als Student 1803 für die Schrift »Areminne öfver Sten Sture den äldre« den großen Preis der… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Γέιγερ, Έρικ Γκούσταφ — (Erik Gustav Geijer, Ρανσέτερ 1783 – Στοκχόλμη 1847). Σουηδός ιστορικός, φιλόσοφος, ποιητής και πολιτικός. Αφοσιώθηκε σε ηθικοφιλοσοφικές μελέτες και δημοσίευσε πολυάριθμα δοκίμια, μεταξύ των οποίων τα Ο αληθινός και ο ψεύτικος διαφωτισμός κατά… …   Dictionary of Greek

  • Amalie Freiin von Imhof — Johann Lorenz Kreul – Miniaturportrait von Amalie von Imhoff (1800) Anna Amalie von Imhoff, verh. von Helvig (* 16. August 1776 in Weimar; † 17. Dezember 1831 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin …   Deutsch Wikipedia


We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.