Ernest F. Hauser


Ernest F. Hauser

Ernest F. Hauser (* 23. April 1920 in Wien; † 19. September 1993 in Paradise Valley, Arizona, USA) war im Zweiten Weltkrieg Soldat des Counter Intelligence Corps und anschließend Assistant Customer Relations Manager von Lockheed in Europa.

Leben

First Lieutenant (später Captain) Ernest F. Hauser war der älteste Sohn des Universitätsprofessors Ernst Alfred Hauser (1896–1956) und dessen erster Frau, Susanne geb. Devrient, einer Tochter des Burgschauspielers Max Devrient. Seine Mutter starb bereits ein halbes Jahr nach seiner Geburt am 17. Dezember 1920 in Wien unter ungeklärten Umständen.[1] Da Professor Ernst Hauser jüdischer Herkunft war, emigrierte die Familie in den 1930er Jahren nach Amerika. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Ernest F. Hauser in Schongau stationiert. Er kannte Franz Josef Strauß seit dessen Zeit als Landrat im Landkreis Weilheim-Schongau. Als Strauß Verteidigungsminister war, fragte der schriftlich beim Lockheed-Vorstandsvorsitzenden Robert E. Gross[2] Hauser als Vertreter an. Von 1961 bis 1964 war Hauser Vertreter für Lockheed in Europa. Strauß war 1948 Trauzeuge bei Hausers Hochzeit und 1963 Pate des Hauser-Kindes Ernest Alfred Franz Josef.[3] Strauß erklärte, dass von Freundschaft mit dem Amerikaner aber keine Rede sein konnte.[4][5] 1961 oder 1962 wurde von Lockheed eine Million United States Dollar auf das Konto von Fred C. Meuser eingezahlt. Dieser hat es nach eigenen Angaben nicht an Bernhard zur Lippe-Biesterfeld weitergereicht.[6][7] Nach seiner Entlassung bei Lockheed 1964 erlitt er einen Herzinfarkt.[8] Hauser wurde 1972 vom Bonner Landgericht wegen Untreue und Urkundenfälschung zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährung verurteilt. Seit 1972 lebte Hauser in den USA. Die Zeitschrift Stern berichtete im Dezember 1975 über eine beeidete Aussage von Hauser, vor dem Senate subcommittee unter dem Vorsitz von Frank Church zur Akquisitionspraxis von Lockheed, dass Anfang der 1960er im Zusammenhang mit der Lockheed F-104-Beschaffung für die Bundeswehr mindestens zehn Millionen United States Dollar Schmiergeld an die CSU geflossen sind und übergab sein Tagebuch aus jener Zeit mit entsprechenden Eintragungen.[9][10]

Einzelnachweise

  1. Vgl. Dr. Walther Rode: Antrag auf Einleitung der Voruntersuchung wider Dr. Ernst Hauser und Genossen wegen des Verbrechens des Mordes, Selbstverlag Wien 1927
  2. Robert E. Gross in der englischsprachigen Wikipedia
  3. Strauß, die Gangster und die Wahrheit. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1976 (Der Fall Hauser in Gegendarstellung und Interview, online).
  4. Das sind Brüder, kann ich Ihnen sagen!. In: Der Spiegel. Nr. 8, 1976 (online).
  5. Lieber Spiegel-Leser!. In: Der Spiegel. Nr. 30, 1965 (online).
  6. Havoc In Holland. In: Time 23. Februar 1976
  7. The Lockheed Mystery (Contd.). In: Time. 13. September 1976
  8. THE BIG PAYOFF. In: Time 6. Februar 1976
  9. Wahrheitsfindung am Stachus. In: Die Zeit, Nr. 4/1976
  10. An Eides Statt. In: Die Zeit, Nr. 7/1976

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Hauser-Talsperre — Blick flussaufwärts an der Hauser Talsperre nach dem Zusammenbruch am 14. April 1908 …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Has–Hau — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Repenning — Werner Repenning (* 1915 in Kiel; † 22. Januar 1967) war persönlicher Referent von Franz Josef Strauß, Bundeswehr Brigadegeneral und Militärrepräsentant der Bundesrepublik im Pariser Nato Hauptquartier. Er war in den Lockheed Skandal und andere… …   Deutsch Wikipedia

  • Lockheed-Skandal — Die Lockheed Skandale wurden durch eine Serie von Bestechungen und Zuwendungen des amerikanischen Flugzeugherstellers Lockheed ausgelöst. Sie verursachten heftige politische Kontroversen in der Bundesrepublik Deutschland, Italien, den… …   Deutsch Wikipedia

  • Franz Josef Strauss — Infobox Politician name = Franz Josef Strauss imagesize = caption = small office = Minister President of Bavaria term start = 1978 term end = 1988 predecessor = Alfons Goppel successor = Max Streibl office2 = German Minister of Defence term… …   Wikipedia

  • Werner Repenning — (* 1915 in Kiel; † 22. Januar 1967) war ein deutscher Brigadegeneral. Er war in verschiedene Affären verwickelt. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Literatur 3 Weblinks …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Literaturmuseen — Ein Literaturmuseum sammelt, pflegt und präsentiert Zeugnisse über Autoren des literarischen Lebens, literarische Themen bzw. literarische Produktionen. Oft befinden sich derartige Museen in der ehemaligen Lebens und Wirkungsstätte eines Autors,… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste internationaler Literaturmuseen — Ein Literaturmuseum sammelt, pflegt und präsentiert Zeugnisse über Autoren des literarischen Lebens, literarische Themen bzw. literarische Produktionen. Oft befinden sich derartige Museen in der ehemaligen Lebens und Wirkungsstätte eines Autors,… …   Deutsch Wikipedia

  • Schruns — Schruns …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Kriegsfilmen — Es ist teilweise umstritten, welche Spielfilme als „Kriegsfilme“ gelten können. Wie im Hauptartikel Kriegsfilm dargelegt, gibt es die Auffassung, nur die Thematisierung moderner Kriege rechtfertige das Etikett „Kriegsfilm“. Hiervon abweichend… …   Deutsch Wikipedia