Ernst-Klett-Verlag


Ernst-Klett-Verlag
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Der Messestand vom Klett Verlag auf der Didacta 2008

Der Ernst Klett Verlag ist einer der größten deutschen Schulbuchverlage in Deutschland. Er bietet Unterrichtsmaterialien und Begleitmaterial für das gesamte Schulwesen an. Die Ernst Klett Verlag GmbH (Stuttgart und Leipzig) und ihre Tochterunternehmen beschäftigen zur Zeit im Bereich Schule und Bildung etwa 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In elf deutschen Großstädten unterhält der Ernst Klett Verlag Treffpunkte, die Lehrer, Eltern und Schüler über Lehrwerke, Lernsoftware, Unterrichts- und Lernmaterialien für alle Schularten einschließlich der Erwachsenenbildung informieren und beraten. Pro Jahr werden etwa 800 Neuerscheinungen publiziert; das Verlagsprogramm umfasst derzeit mehr als 15.000 lieferbare Titel.

Die Ernst Klett Verlag GmbH ist eine Tochter der Ernst Klett AG, die rund 60 Unternehmen vereint, die an 30 Standorten in 13 Ländern über 2.700 Mitarbeiter beschäftigen (insgesamt entstehen in der Klett Gruppe jährlich ca. 3.000 Neuerscheinungen). Michael Klett übergab im Januar 2006 den Vorstandsvorsitz des Unternehmens an Uwe Brinkmann und wechselte als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Brinkmann wurde im September 2007 freigestellt. Michael Klett übernimmt selbst wieder den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Bekannte Marken der Klett Gruppe sind PONS für Wörterbücher, Klett LernTraining für Lernhilfen, Klett PERTHES für Bücher und Karten zur Geographie und Klett-Cotta. Die Klett-Gruppe ist für die Schul- und Erwachsenenbildung sowie im Informationsbereich tätig.

Zur Klett Gruppe gehören mehrere Fernschulen und Fernhochschulen, die mit über 300 staatlich zugelassenen Fernkursen insgesamt über 70.000 Fernkurs-Teilnehmer und über 1.000 Studierende betreut.[1] 2008 eröffnete die erste mehrsprachige private Schule der Verlagsgruppe, zwei weitere entstehen.[2] Klett hat bereits Erfahrung im Bildungsmarkt: Seit den 80-er Jahren betrieb der Verlag private Weiterbildungseinrichtungen, die über die Agentur für Arbeit (damals: Arbeitsamt) finanziert wurden. Diesen Geschäftsbereich verkaufte Klett 1997; 1998 entstand daraus die WBS-Training AG.[3]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ernst Klett und Julius Hartmann erwerben 1897 den Verlag und Druckereibetrieb Carl Grüninger und firmieren unter dem Namen „Carl Grüninger Nachfolger Ernst Klett“.

Anlässlich des 100. Todestages von Friedrich Schiller 1905 gibt Ernst Klett den Anstoß zu einer Sonderausgabe zum Preis von einer Reichsmark.

1930 baut Ernst Klett mit dem Kauf der Schulbuchabteilung des Bonz-Verlages das regionale Schulbuchprogramm aus.

Ernst Klett jun., Vater von Michael Klett, tritt 1936 in das Unternehmen ein. Während sein Bruder Fritz Klett die Druckerei führt, baut Ernst Klett das Verlagsgeschäft aus.

Die Druckerei übersteht die Bombenangriffe 1944 ohne Beschädigung.

Ernst Klett erhält 1945 als einer der ersten deutschen Verleger von der amerikanischen Militärregierung eine Verlagslizenz.

Gebräuchliche Schulbücher, wie „Learning English“ und das Mathematikbuch „Lambacher Schweizer“, erscheinen 1947 bei Klett. Unter dem Titel „das tönende Klettbuch“ erscheinen 1962 verschiedene Sprachlehrprogramme auf Schallplatte. Michael Klett, ältester Sohn Ernst Kletts wird als persönlich haftender Gesellschafter der Firma Ernst Klett 1969 Mitglied der Geschäftsleitung.

Am 1. April 1976 scheidet Ernst Klett aus der aktiven Geschäftsführung aus und Michael Klett übernimmt von seinem Vater die Leitung des Verlags.

Klett übernimmt 1977 von Wilhelm Schlösser die Cotta'sche Verlagsbuchhandlung und verschmilzt sie mit dem eigenen Verlag zur Ernst Klett-J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachf. GmbH. („Klett-Cotta“).

Mit der Einführung der Marke PONS 1978 will Klett den Bereich der Fremdsprachenwörterbücher zukünftig ausbauen. Als Begründung und erster Band der neuen PONS Wörterbuchreihe erscheint 1982 der Bestseller PONS Kompaktwörterbuch Englisch (Teile Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch), die erste verlagseigene lexikografische Neuentwicklung.

Der Ernst Klett Schulbuchverlag Leipzig wird 1990 gegründet.

Klett erwirbt 1992 den Verlag Perthes in Gotha. Klett beteiligt sich am Heureka-Softwareverlag aus München.

Die Ernst Klett GmbH & Co wird 1995 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Anteile weiterhin die Familie Klett hält. Der Grundschulverlag wird nach Leipzig verlegt. Der Heureka Softwareverlag geht vollständig in Klett Besitz über und heißt seitdem „HEUREKA – Klett Softwareverlag“.

1996 erscheint die erste deutsche und französische Neuentwicklung der PONS Wörterbuchreihe, das PONS Großwörterbuch Französisch-Deutsch und Deutsch-Französisch mit richtungsweisender Mikrostruktur.

1998 wird der Manz Verlag übernommen und in die neugegründete Marke „Klett Lern-Training“ für Lernhilfen eingeführt. Die gesamte Geographie und Kartographie werden zu Klett Perthes nach Gotha verlagert.

Mit dem Erwerb einer Beteiligung an einem Schulbuchverlag in Südafrika 1999 engagiert sich Klett erstmals an einem Schulbuchverlag außerhalb Europas.

Die Redaktion PONS wird 2001 zu einem eigenständigen Tochterunternehmen und firmiert nun unter dem Namen „Ernst Klett Sprachen“.

Die ÖBV-Gruppe wird 2003 erworben.

Ab 2008 firmiert der Tropen-Verlag als Klett-Cotta-Imprint.

Gesellschaftliches Engagement

  • Alphabetisierung: Der Ernst Klett Verlag setzt sich gemeinsam mit dem Bundesverband Alphabetisierung e. V. für die rund 4 Millionen Jugendlichen und Erwachsenen Analphabeten in Deutschland ein.
  • Gegen Rechtsextremismus und Gewalt: Der Ernst Klett Verlag ist mit der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA) Berlin und dem Zentrum für Demokratische Kultur (ZDK) eine langfristige Kooperation eingegangen um sich gemeinsam gegen Rechtsextremismus und Gewalt einzusetzen.
  • Lese- und Schreibförderung: Jedes Jahr vergibt Klett den „Drachen-Oscar“ für Grundschüler, die eine besonders schöne Drachengeschichte geschrieben haben.

Weblinks

Quellen

  1. http://www.klett-gruppe.de/geschaeftsbereiche/fernschulen.html
  2. Quelle: "Börsenblatt" zu Klett-Privatschulen
  3. Quelle: WBS

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