Erythema solare

Erythema solare
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Klassifikation nach ICD-10
L55.0 Dermatitis solaris acuta 1. Grades
L55.1 Dermatitis solaris acuta 2. Grades
L55.2 Dermatitis solaris acuta 3. Grades
L55.8 Sonstige Dermatitis solaris acuta
L55.9 Dermatitis solaris acuta, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Der Sonnenbrand (med.: UV-Erythem, Erythema solare, Dermatitis solaris) ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Haut durch kurzwellige Sonnenstrahlung oder künstliche UV-Strahlung.

Akut führt ein Sonnenbrand zu Druckempfindlichkeit und Brandschäden bis hin zur Blasenbildung, langfristig kann auch Hautkrebs die Folge sein. Die Erweiterung der Blutgefäße in der Haut führt zu stärkerem Blutfluss, was als Rötung (Erythem) der Haut sichtbar wird.

Besonders gefährdet sind die Schultern und der Oberkörper, wo es häufig zur Abschälung der oberen Hautschichten einige Tage nach dem Sonnenbrand kommt. Auch Füße und Gesicht, hier besonders die Nase, sind durch ihre exponierte Lage stark gefährdet und werden zusätzlich meist nicht gründlich genug geschützt.

Bei manchen Personen reagiert der Körper an der Stelle des Sonnenbrandes mit einem allergischen Verhalten. Diese Sonnenallergie kann sich sehr unterschiedlich auswirken, bei manchen Personen kommt es zu starken Juckreizen und dem Auftreten von Blasen und Schwellungen kommen.

Der Sonnenstich ist ein isolierter Hitzschlag des Kopfes, also ein rein thermisches Problem.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Sonnenbrand nach unvollständigem Schutz
Blasenbildung auf der Haut nach Sonnenbrand

Verursacht wird ein Sonnenbrand durch Ultraviolett-Anteile in der Sonnenstrahlung, wenn ihr die Haut längere Zeit ungeschützt ausgesetzt ist. Die Strahlen dringen in die Haut ein und schädigen dort das Zellgewebe, was zu einer lokalen Entzündungsreaktion führt, die durch die Freisetzung von Zytokinen ausgelöst wird. Es kommt zu einer Erweiterung der Gefäße und in der Folge zur Rotfärbung der Haut, zu erhöhter Durchblutung (Erwärmung) und Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe (Blasenbildung).

Biologisch wirksam in der Haut sind vor allem die UVB-Strahlen, da sie kurzwelliger und somit energiereicher sind. Sie führen zu Strangbrüchen der DNA. UVA dringt tiefer in die Haut ein und schädigt dort das Kollagen der Dermis, was zur Abnahme der Hautelastizität führt. In sehr hoher Dosis verursacht aber auch UVA sowohl Sonnenbrand als auch DNA-Schäden (Mutationen) und damit Hautkrebs.

Moderne Solarien verzichten mittlerweile auf UVB-Strahlung, verursachen deshalb selten Sonnenbrand, schädigen aber trotzdem die Haut.

Aufgrund der immunsuppressiven Wirkung der UV-Strahlung werden spezielle Solarien auch medizinisch von Hautärzten verschrieben, um bestimmte Hautkrankheiten (wie z. B. Psoriasis) zu behandeln. In dieser Phototherapie wird eine kleine Dosis einer ganz bestimmten Wellenlänge des Lichts verwendet.

Risiko insbesondere für Kinder

Säuglinge und Kleinkinder vertragen starke Sonneneinstrahlung auf unbedeckte Haut oder in die Augen grundsätzlich nicht, weshalb als Schutz an sonnigen Tagen und während des gesamten Sommerhalbjahres leichte, aber voll bedeckende Kleidung notwendig ist. Dazu gehören zum Beispiel Mützen, die auch den Nacken bedecken und Sonnenbrillen. Ein zusätzlicher Sonnenschirm für die Kinder sorgt für noch besseren Schutz.

Der Strahlenschutzkommission zufolge ruft bereits geringe Einwirkung von Sonnenstrahlung noch unterhalb einer Hautrötung langfristig Krebs hervor: „Für die Entstehung des malignen Melanoms sind wiederkehrende intermittierende UV-Expositionen schon im frühen Kindesalter (0 bis 6 Jahre) verantwortlich. Dazu zählen bereits vereinzelte suberythemale Expositionen und erst recht milde und schwere Sonnenbrände, wie sie bei Urlauben in sonnigen Regionen auftreten können.“

Ein plötzlich erhöhter UV-Index z.B. durch Winterurlaub in den Tropen oder die Exposition von sonst bedeckten Hautstellen (im Frühjahr, im Freibad) sind auch für Erwachsene riskant. Dann sollte man auf jeden Fall Sonnenschutzmittel benutzen, auch wenn die noch kühle Luft über die Wirkung der Sonnenstrahlen täuscht. Nach wenigen Wochen schützt sich die Haut selbst durch Pigmentierung mit Melanin und eine verdickte Hornschicht Lichtschwielen.

Die Augenlinse jedoch akkumuliert Schäden durch UVB und wird im Alter trübe (grauer Star). Eine akute Gefahr für die Augen ist die sogenannte Schneeblindheit, einer Art Sonnenbrand der Hornhaut des Auges. Je nach Dauer des Aufenthalts an der Sonne sollten spezielle Gletscher- oder Schneebrillen verwendet werden. Auch Wasser und heller Sand reflektieren UV-Strahlen stark.

Ozonarme Luft aus dem Ozonloch kann gelegenlich in die gemäßigten Breiten einströmen und den UV-Index plötzlich stark erhöhen.

Behandlung

starker Sonnenbrand

Starker Sonnenbrand sollte von einem Arzt behandelt werden.

Ein leichter Sonnenbrand lässt sich durch verschiedene Maßnahmen lindern:

Von dem Hausmittel Quark und ähnlichem wird abgeraten, da es aufgrund der Bakterien in Milchprodukten zu Infektionen kommen kann. Auch können enthaltene Eiweißstoffe auf der geschwächten Haut zu Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen.

Auch bei erfolgreicher Behandlung steigt die Gefahr von Hautkrebs mit der Zahl der erlittenen Sonnenbrände an.

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