Erzbistum Magdeburg


Erzbistum Magdeburg
Karte
Karte Bistum Magdeburg
Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Paderborn
Metropolitanbistum Erzbistum Paderborn
Diözesanbischof Gerhard Feige
Emeritierter Diözesanbischof Leo Nowak
Generalvikar Raimund Sternal
Fläche 23.208 km²
Dekanate 8 (1. Januar 2009)
Pfarreien 110 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Einwohner 2.800.000 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Katholiken 96.765 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Anteil 3,5 %
Diözesanpriester 149 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Ordenspriester 21 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Ständige Diakone 30 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Katholiken je Priester 569
Ordensbrüder 32 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Ordensschwestern 196 (31. Dezember 2007 / AP2009)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale Sankt-Sebastian-Kirche
Webpräsenz www.bistum-magdeburg.de
Kirchenprovinz
Karte der Kirchenprovinz Paderborn

Das Bistum Magdeburg (lat.: Dioecesis Magdeburgensis) ist eine Diözese in Sachsen-Anhalt. Außerdem gehören Teile des Bistums zu den Bundesländern Brandenburg und Sachsen. Die Bistumsgrenzen folgen hierbei den Grenzen des Landes Sachsen-Anhalt, wie sie abweichend vom heutigen Bundesland von 1947-1952 bestanden. Bischofskirche ist die Kathedrale Sankt Sebastian in Magdeburg. Kennzeichnend ist die Situation als Bistum in der Diaspora.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erzbistum Magdeburg

Verkündigung der Errichtung eines Erzbistums zu Magdeburg und deren Übertragung an Adalbert

Otto I. wollte im Rahmen seiner Ostexpansion die Slawenmission in den ostelbischen Gebieten verstärken. Auf der Synode von Ravenna im Jahre 967 erreichte er für diesen Zweck die Zustimmung Johannes XIII. zur Erhebung Magdeburgs zum Erzbistum. Dieser Beschluss berührte die bisherigen Zuständigkeiten des Erzbistums Mainz sowie des Bistums Halberstadt. Erst als deren Inhaber im Frühjahr 968 gestorben waren, konnte Otto I. den Beschluss umsetzen. Das Erzbistum wurde aus Gebieten der Diözesen Halberstadt und Merseburg geschaffen. Schutzpatron dieses Erzbistums war der heilige Mauritius. Als Suffragane wurden dem Metropoliten die Nachbarbistümer Brandenburg, Havelberg, Zeitz, Merseburg und Meißen unterstellt. Neben seiner Stellung als Metropolit einer großen Kirchenprovinz, war der Erzbischof auch noch Primas Germaniae. Von seiner Bedeutung im Hochmittelalter zeugt der Magdeburger Dom.

Archiepiscopatus Maghdeburgensis im Jahr 1645

Seit 1476 geriet das Erzbistum, dessen Residenzort durch die Politik Erzbischof Ernsts von 1503 bis 1680 Halle (Saale) war, immer weiter in Abhängigkeit zu Brandenburg und Sachsen. Dies wurde in der Reformationszeit besonders spürbar, da sich das reformatorische Geschehen einerseits vor allem auf dem Territorium des Erzbistums abspielte und verdeutlicht sich andererseits in der Person des Erzbischofs von Magdeburg und Mainz Albrecht von Brandenburg. Seit 1541 endgültig in die Hände des Hauses Brandenburg gefallen, stand das Erzbistum seit 1566 unter der Aufsicht protestantischer Administratoren. Erst im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges erhielt es vorübergehend noch einmal einen katholischen Erzbischof, doch war an eine Rekatholisierung der Bevölkerung im Erzbistum nicht mehr zu denken. Der Westfälische Frieden (1648) sprach das Territorium des Erzstifts Magdeburg, also den weltlichen Besitz des Erzbischofs von Magdeburg, als Herzogtum Magdeburg dem Kurfürsten von Brandenburg zu. Diese Bestimmung trat nach dem Tod des letzten Administrators, Herzog August von Sachsen-Weißenfels aus dem Haus der sächsischen Wettiner, im Jahre 1680 in Kraft. Mit der Säkularisierung des Erzstifts Magdeburg fand auch die Geschichte des Erzbistums ihr Ende.

Burggrafschaft Magdeburg

1269 kam die Burggrafschaft an die Herzöge von Sachsen. Sie bildete später das kurfürstliche Amt Gommern.

Bistum Magdeburg

Im 20. Jahrhundert war das heutige Bistum der Ostteil des Erzbistums Paderborn. Während bis 1945 dieses Gebiet als Diaspora mit geringem Katholikenanteil unter der Bevölkerung galt, kam es nach dem Krieg durch die Ansiedlung von Vertriebenen aus Schlesien und dem Sudetenland zur regionalen Zunahme von Katholiken. Jedoch machte das antiklerikale System der DDR die kirchliche Verwaltung dieses Gebietes zunehmend schwieriger.

Der Erzbischof von Paderborn setzte daher nach dem Krieg Weihbischöfe für das bereits existierende Amt des „Bischöflichen Commissarius“ in Magdeburg ein, so Friedrich Maria Rintelen und Johannes Braun (ab 1970/1971).

Schließlich wurde am 23. Juli 1973 eine als „Bischöfliches Amt“ bezeichnete Institution errichtet, dessen Jurisdiktion dem Bischof und Apostolischen Administrator in Magdeburg, Johannes Braun, übertragen wurde. Dieses Bischöfliche Amt gehörte zwar offiziell zum Erzbistum Paderborn und der Apostolische Administrator war dementsprechend auch nur als Weihbischof dort tätig, doch entwickelte es sich faktisch zu einem eigenständigen Bistum. Nach der Resignation von Bischof Johannes Braun wurde der Leiter des Seelsorgeamtes in Magdeburg, Leo Nowak, 1990 zum Apostolischen Administrator in Magdeburg ernannt.

St. Sebastian in Magdeburg, seit 1949 Hauptkirche des Erzbischöflichen Kommissariats. Mit der Bistumsgründung 1994 wurde sie zur Bischofskirche erhoben.

Das heutige Bistum Magdeburg wurde von Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Cum gaudio, die auf den 27. Juni 1994 datiert ist, mit Wirkung zum 8. Juli desselben Jahres vom Erzbistum Paderborn abgetrennt und zu einem eigenständigen Bistum erhoben. Es gehört der Kirchenprovinz Paderborn an. Zum ersten Bischof des Bistums wurde der damalige Apostolische Administrator in Magdeburg, Bischof Leo Nowak, ernannt.

Mit dem Apostolischen Schreiben Sanctum Norbertum bestätigte Johannes Paul II. am 12. Juli 1994 den Hl. Norbert von Xanten, den Hl. Mauritius und die Hl. Gertrud von Helfta als Bistumspatrone.

Am 17. März 2004 endete die Amtszeit von Bischof Leo Nowak, nachdem Johannes Paul II. dessen Rücktrittsgesuch, zu dem ein Bischof der römisch-katholischen Kirche gem. Can. 401 §1 CIC mit Vollendung des 75. Lebensjahres verpflichtet ist, angenommen hatte. Weihbischof Dr. Gerhard Feige, der während der Sedisvakanz die Geschicke des Bistums als Diözesanadministrator leitete, wurde am 23. Februar 2005 vom Papst zum neuen Bischof von Magdeburg ernannt. In sein Amt eingeführt wurde er am 16. April 2005 in der Bischofskirche Sankt Sebastian in Magdeburg.

Gegenwart

Im Rahmen der Familienwallfahrt des Bistums Magdeburg zur Huysburg am 4. September 2005 gab Bischof Gerhard Feige den Startschuss zur Bildung von 44 Gemeindeverbünden. Die bisherigen Pfarrgemeinden, -vikarien und -kuratien sollen in einem Prozess bis spätestens 2010 zusammenwachsen und dann zu neuen Pfarreien erhoben werden (Pfarrfusion).

Bis zum 2. September 2007 wurden 35 Gemeindeverbünde errichtet. Die übrigen Gemeindeverbünde werden in absehbarer Zeit entstehen.

Bistumspatron

Der Patron des Bistums Magdeburg ist der Heilige Norbert von Xanten.

Bistumsgliederung

Mit der Neugliederung am 1. Januar 2009[1] ergeben sich folgende Dekanate.

Katholische Kirche Wittenberg

Die Dekanate Eisleben, Naumburg-Zeitz und Wittenberg wurden aufgelöst, das Dekanat Merseburg entstand neu.

Kirchliche Einrichtungen

Bistumsarchiv

Max-Josef-Metzger-Straße 1, 39104 Magdeburg

Klöster

Kloster Huysburg
Kloster Helfta

Bildungs- und Tagungshäuser

Bildung

Schulen

Die Schulen des Bistums Magdeburg befinden sich in Trägerschaft der Edith-Stein-Schulstiftung.

Grundschulen
  • St. Hildegard, Haldensleben
  • St. Franziskus, Halle (Saale)
  • St. Martin, Oschersleben
  • St. Mechthild, Magdeburg

Sekundarschulen

  • St. Mauritius, Halle (Saale)

Gymnasien
  • Liborius-Gymnasium, Dessau-Roßlau
  • Elisabeth-Gymnasium, Halle (Saale)
  • Nobertus-Gymnasium, Magdeburg

Katholische Theologie

Erwachsenenbildung

  • KEB Magdeburg
  • KEB Halle

Gemeindepastoral

  • Fachakademie für Gemeindepastoral

Akademie

Katholische Akademie Magdeburg

Kircheneigene Firmen

Die bistumseigene Gero AG, Magdeburg wurde am 21. Juni 1993 gegründet und firmiert als Muttergesellschaft der GERO Gruppe (Bistum Magdeburg: 100% Aktionär).

Gero Gruppe, Magdeburg (Gründung Oktober 2002) mit 3 Tochterfirmen: Siedlungswerk St. Gertrud Bau- und Projektmanagement GmbH, Siedlungswerk St. Gertrud Wohn- und Immobilienservice GmbH, Gero Beteiligungsgesellschaft.

sonstiges

Die Stiftung netzwerk leben bietet Beratung und Hilfe für schwangere Frauen und Mütter an.

Verbände

Folgende katholische Verbände sind im Bistum Magdeburg aktiv:

Siehe auch

Literatur

  • Gustav Hertel (Bearb.): Die ältesten Lehnbücher der Magdeburgischen Erzbischöfe. (= Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete; Band 16). Hendel, Halle 1883 (Digitalisat)
  • H. Michaelis / E.W. Peters (Hrsg.): Magdeburger Bischofschronik. Janos Stekovics, Dößel 2006. ISBN 9783899231328.

Einzelnachweise

  1. Amtsblatt des Bistums Magdeburg, Ausgabe 11-2008

Weblinks


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